Künstlersozialkasse

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Macmacfriend, 5. April 2005.

  1. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    Nicht nur, dass es den Künstlern und Publizisten wirtschaftlich ohnehin schlecht geht, nun möchte Rot/Grün auch noch die Kontroll- und Zugangskriterien der Künstlersozialkasse verschärfen.

    Dies dürfte dazu führen, dass mancher Kollege aus der KSK rausfliegt bzw. erst gar nicht mehr aufgenommen wird. Die Folge wäre, sich wesentlich teurer anderweitig versichern zu müssen.

    Hier der Link (PDF): http://www.mediafon.net/download/KSK-Antrag_SPD-Gruene.pdf?si=42525d6f654fb&un=&ui=&out=

    Es dürfte also nicht schaden, den Damen und Herren Bundestagsabgeordneten in den Wahlkreisen rechtzeitig in den Hintern zu treten, bevor aus diesem unseligen Antrag eines Tages geltendes Recht wird.
     
  2. macKnall

    macKnall Halbtagsphilosoph

    Und auf welchen unerforschlichen Wegen kommt das rot-grüne Gesocks überhaupt in die Parlamente?
     
  3. upwise

    upwise New Member

    ...für mich ein weiteres statement zum
    politischen selbstmord.
    münte ist der totengräber jeder kreativen bewegung,
    kettenraucher, starr wie in einem korsett.
    die letzten rot-grünen zuckungen...
    alle hoffnungen im eimer...oder nein, ..., ...die
    Künstler werden wieder politischer?!?!???

    Jeder ist ein Küntsler
    (plakat auf der tür zum regieraum)
     
  4. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    Mir geht es bei diesem Thema eigentlich mehr um die Zukunft anstatt um die Vergangenheit. Und auch nicht um den Stammtisch. :klimper:
     
  5. zwanzigtausend

    zwanzigtausend Hell froze over

    Mmf, kurze Nachfrage:

    Soll der als PDF angehängte Antrag nun unterstützt werden oder abgelehnt werden?

    Bin durch die Vorantworten etwas verwirrt.

    An sich ist die Idee, die Grundlage zu verbreitern nicht so verkehrt, oder? Kommt doch mehr Geld rein auf diese Weise.
     
  6. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    Der Knackpunkt ist, dass durch die Neuregelung viele Mitglieder, die ihre Einnahmen bei der jährlichen Gewinnschätzung höher schätzen (nach einem Urteil des Landessozialgerichts Bayern ausdrücklich erlaubt), um überhaupt den Grenzbetrag zu überschreiten und so in der KSK zu verbleiben bzw. aufgenommen zu werden, bei exaktem Nachweis ihrer Gewinne über Steuerbescheid etc. aus der KSK rausfliegen bzw. gar nicht mehr von ihr aufgenommen werden würden.

    Mehr Geld kommt durch die geplante Maßnahme auch nicht rein, da die Versichertenzahlen neuer Selbstständiger durch Entlassungen und Outsourcing seitens der Verlage usw. weiterhin so steigen, dass Bundeszuschuss und Verwerterabgabe (trotz kürzlicher Erhöhnung) nicht mehr hinterherkommen, den hälftigen Beitragsanteil zu schultern.

    Darum will man auf die jetzige Tour nur noch die „wirklich Berechtigten“ in der KSK zulassen. Auf der Strecke blieben dann jedoch die Geringverdiener unterhalb der 3.900-€-Grenze (Beginn der Sozialversicherungspflicht nach KSVG), denen es wirtschaftlich ohnehin dreckig geht und die sich dann wesentlich teurer anderweitig sozialversichern müssten - oder gar nicht ...
     
  7. upwise

    upwise New Member

  8. zwanzigtausend

    zwanzigtausend Hell froze over

    Moment mal: 3.900 € pro Jahr? Davon kann nun mal wirklich niemand leben. Ich habe mich zwar damit im Detail nicht beschäftigt, aber gibt es da nicht sowas wie die steuerfinanzierte Grundsicherung? Oder verwechsle ich da jetzt was? 3.900 Euro untertunneln ja selbst den Sozialhilfesatz - gibt es wirklich eine signifikante Gruppe Menschen, die davon leben müssen?
     
  9. aelgen

    aelgen New Member

    Finde ich auch eigenartig ... und wenn's 3900 im Monat sind, kann man ja nicht von Geringverdienern sprechen, oder?
     
  10. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    Danke, aber das war eine andere Geschichte. Letztlich einigte man sich damals auf den Erhalt der KSK.
     
  11. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    @ zwanzigtausend + aelgen

    Bei den 3.900 € handelt es sich um die Mindesteinkunftsgrenze bei der KSK. Wer sie nicht erreicht, kann nicht bei der KSK aufgenommen werden und (nach den jetzigen Plänen) dort dann auch nicht länger versichert bleiben.

    Es handelt sich hierbei um den jährlichen steuerlichen Gewinn (Betriebseinnahmen abzüglich Betriebsausgaben), also nicht um Umsatz oder Bruttoeinnahmen.

    Wie schlecht es um die wirtschaftliche Situation vieler Künstler und Publizisten jetzt schon steht, hatte ich die Tage mal gepostet: http://forum.macwelt.de/forum/showthread.php?s=&threadid=119223

    Schließlich wurde die KSK 1983 gerade darum gegründet, um angesichts der unstabilen wirtschaftlichen Situation vieler Künstler und Publizisten zumindest ihre Renten- und Krankenversicherung einigermaßen abzusichern, darum auch Verwerterabgabe und Bundeszuschuss.
     
  12. upwise

    upwise New Member

    zählen die KSK-Beiträge auch als Ausgaben?


    Aus den Formularen der KSK:"Das Arbeitseinkommen stellt die Differenz zwischen Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben dar."Einnahmen=alle Einnahmen in Geld oder Geldwert, die unmittelbar mit der selbständigen künstlerischen Tätigkeit zusammenhängenAusgaben=Kosten, die mit der...Tätigkeit zusammenhängen; Miete, Beleuchtung, Heizung, Reinigung, Hilfspersonal(Lohn), "Werbungskosten,....
     
  13. robdus

    robdus warum gibt es Köln?

    Nein, das sind Sonderausgaben § 10 EStG), die im Rahmen der Einkommensteuererklärung angesetzt werden können.

    @mmf:

    ich recherchiere noch...
     
  14. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    Fein. Schon mal ein erstes Dankeschön! :)
     
  15. Künstler = gebt das Hanf frei.
     

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