Kundenbereinigung bei der HVB

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von batrat, 27. April 2008.

  1. batrat

    batrat Wolpertinger

    Kapitalismus in seiner hässlichsten Form: :meckert:

    http://www.sueddeutsche.de/,tt5m1/finanzen/artikel/89/171584/

    "Die Hypo-Vereinsbank will sich offenbar von mehreren Tausend Kunden trennen. Der Grund: Sie werden als wenig gewinnträchtig eingestuft"

    "In eine Sanierungsabteilung seien vor allem Kunden ausgelagert worden, die ihre Immobilienkredite immer einwandfrei bedient hätten, aber als wenig gewinnträchtig eingestuft würden, schreibt das Magazin."

    "Wie die Mitarbeiter der Bank mit den aussortierten Klienten umzugehen haben, wurde dem Bericht zufolge in genauen Handlungsanweisungen beschrieben. Neufinanzierungen, Derivate und Fremdwährungskredite dürften ihnen gar nicht mehr angeboten werden, schrieb das Magazin. Statt der marktüblichen mehrjährigen Immobilienfinanzierung sollen ihnen demnach nur noch teure, kurzfristig kündbare Anschlusskredite geboten werden.
    "

    Irgendwie wird es immer kälter in diesem Land. :eek: :augenring
     
  2. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Freu’ dich schon mal auf die Folgen der Bahnprivatisierung.
     
  3. edwin

    edwin New Member

    Ein Kollege sagte mal zu einem ähnlich gelagerten Thema:

    Hast Du bei einer Bank ein paar Euro Schulden, so hast Du ein Problem.
    Hast Du bei einer Bank so richtig Schulden, so hat die Bank ein Problem.
    Man merkt es dann, dass sie einem beim Händegeben versuchen, den Puls zu fühlen.

    Ich befürchte aber, dass dies heute auch nicht mehr zutrifft.
     
  4. macerer

    macerer New Member

    ah, Guten Morgen an die SZ!

    Dieses Geschäftsgebahren wird bei der HVB schon seit mindestens 5 Jahren erfolgreich betrieben und mein Frau und ich hatten das Vergnügen, selbiges kennenzulernen, absolut unterste Schublade.

    Der Kundenberater unserer neuen Bank hat sinngemäß gesagt: Wie blöd muß man eigentlich sein, um sich solche Kunden zu vergraulen?

    Ich kann nur jedem HVB-Normalkunden raten, sich rechtzeitig eine andere Bank zu suchen.
     
  5. Apple IIGS User

    Apple IIGS User Und Mac-Anwender ;-)

    Seit dieser Zeit konzentriert sich die SZ (und andere Zeitungen ebenso) mehr auf die Briefzustellung als auf den Journalismus. Da kann man keine vernünftige (oder aktuelle) Berichterstattung mehr erwarten... :teufel:
     
  6. batrat

    batrat Wolpertinger

    Die SZ betätigt sich nicht im Bereich der Briefzustellung. :shake:

    Du kannst mich aber gerne, mit Fundstellen im WWW, vom Gegenteil überzeugen. :nicken:
     
  7. Apple IIGS User

    Apple IIGS User Und Mac-Anwender ;-)

  8. friedrich

    friedrich New Member

    Nur was hat Kai Dieckmann mit der Süddeutschen zu tun?
     
  9. friedrich

    friedrich New Member

    Zum eigentlichen Thema: Jedes private Unternehmen muß profitorientiert arbeiten und unrentable Jobs ablehnen. Es sei denn, es ist dem Image so abträglich, das es sich nicht rechnet.

    Nun bieten Banken eine Dienstleistung, die zunehmend einer Grundversorgung entspricht (ohne Konto und EC- sowie Kreditkarte fällt das Leben wahrscheinlich schwer, ohne Dispo sitzt man schnell mal auf der Straße). Da wünscht man sich gelegentlich, daß es nur eine Staatsbank gäbe, die für alle ein offenes Herz und Portemonnaie hätte - ein wirrer Traum.
     
  10. macerer

    macerer New Member

    ja, es gab Zeiten - und bei manchen Banken gibt es die immer noch - da gab es ein Vertrauensverhältniss zwischen Kunden und Bank, das von beiden Seiten gepflegt wurde.

    In Zeiten der Globalisierung und Fusionierung spielt solche Gefühlsdusselei natürlich keine Rolle mehr, man muß "profitorientiert" arbeiten und da stehen eben Freiberufler (Einmannbetriebe, so wie ich) und Immobilienbesitzer, die so blöd waren im Osten zu investieren (so wie ich) auf der Abschußliste, da zu riskant..., also weg mit denen und wenn sie über die Klinge springen, ja mei, soll sich doch der Staat drum kümmern.

    Aber solange noch Geld genug da ist, um mit riskanten Geldgeschäften Schiffbruch zu erleiden, scheint's mit der Profitoptimierung ja zumindest in solchen Fällen nicht allzu ernst gemeint zu sein. Immerhin kann man dann ja noch den Steuerzahler schröpfen
     
  11. batrat

    batrat Wolpertinger

  12. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Leider. Die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank habe ich in sehr angehemer Erinnerung, da bin ich vor fast 30 Jahren als Student ein willkommener Kunde gewesen und wurde in der damals kleinen Stuttgarter Filiale bei meinen seltenen Besuchen immer mit Namen begrüßt. In den 90er Jahren hatten wir unser Firmenkonto dort und sind immer sehr großzügig und unbürokratisch mit Geld versorgt worden, wenn wir welches brauchten (und haben alles brav zurückgezahlt).

    Mit der Fusion zur HypoVereinsbank war leider Schluß mit lustig; wie sich später herausgestellt hat, war das ja auch eher eine "Übernahme der Konkursmasse", denn mit ihrer großzügigen Kreditvergabe hat sich die Hypobank offenbar ruiniert gehabt. (Wundert mich nicht, wir waren mal dort und haben gesagt: "Uns fehlen noch 90.000 DM für ein Schulflugzeug, geht da was?" Der Kundenberater hat sich daraufhin kurz mit seinen Chefs besprochen, kam mit langem Gesicht zurück und hat gesagt: "Nein, tut mir leid, wir vergeben keine Investitionsdarlehen unter 100.000 DM". "Würden wir auch nehmen..." haben wir gesagt und schon hat der gute Mann gestrahlt und einen bankbestätigten Scheck über 40.000 Englische Pfunde ausgestellt, mit dem ich dann am nächsten Tag in England das Flugzeug abgeholt habe (die spätere D-GANS, die heute noch bei einer Flugschule in Mannheim hart für ihren Unterhalt arbeiten muß http://www.jetjournal-galerie.net/v/wo/ATM2007/main.php?g2_itemId=25379 ). )

    Vorbei die schönen Zeiten, mir haben sie später dann drei Tage vor unserem Immobilienkauf die Finanzierungszusage zurückgezogen und damit war die Sache dann für mich soweit erledigt. (Wir sind am selben Tag als völlig unbekannte Neukunden zur Sparkasse gegangen, die uns keine zwei Stunden später das Geld bereitgestellt hat - was die HVB nach zwanzig Jahren und mit drei Monaten Vorlauf nicht geschafft hat...). Aus Nostalgie habe ich noch ein Girokonto da, warum weiß ich wirklich nicht.

    Grüße, Maximilian
     
  13. batrat

    batrat Wolpertinger

    Ist ja fast wie auf dem Markt, wenn die Standfrau beim Wiegen der Ware frägt : "Derfs a bisserl mehr sei"
    "Freilich" :D
     
  14. macerer

    macerer New Member

    das, was du da so schön beschreibst, kann ich eins zu eins auch über die damalige Bayerische Vereinsbank berichten (bei der ich auch fast 25 Jahre Kunde war), eben bis zum Zeitpunkt dieser unsäglichen Fusionierung
     

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