Linksys-Routerspezialfrage

Dieses Thema im Forum "Software" wurde erstellt von Karl, 8. März 2001.

  1. Karl

    Karl New Member

    Hallo, liebes Forum
    Ich hab da ne heikle Sache. Akteure: iMac-Performa-Drucker im Netzwerk, Internet über Kabelmodem (Samsung Inforanger), das Kabelmodem ist mit dem Linksys Router am WAN. Das Samsungmodem wurde von meinem ISP ausgetauscht und es vergibt nur dynamische IP-Adressen (DHCP) im Gegensatz zum alten Kabelmodem, das fixe IP-Adressen hatte. Mit dem alten Modem lief alles wunderbar, mit dem neuen Modem läuft Internet nur, wenn es direkt am Mac hängt. Der Router lässt sich aber mit dem neuen Modem nicht mehr konfigurieren und obwohl ich beim Router Set Up die DHCP-Einstellung gewählt habe, will ihm das Modem keine IP zuteilen. Mein Kabelprovider gibt mir hinter dem Modem keinen Support und sagt ich müsse mich selbst um das Problem kümmern (dürft mal raten, warum).

    Habt ihr euch zufällig mit sowas schon beschäftigt? Vielen Dank für zweckdienliche Hinweise. Karl
     
  2. Thomas Treyer

    Thomas Treyer New Member

    Hallo Karl,
    ich weiß nicht, was das für ein Router ist, aber könnte es sein, dass die Aktivierung von DHCP beim Router ihn als DHCP-Server konfiguiert? Wenn ich deine Konfiguration richtig verstanden habe, willst Du, dass der Router aber als DHCP-Client arbeitet.
    Noch einmal: Dein Ziel ist wohl, dass Dein Mac eine feste IP-Adresse hat und Internet-Anfragen zum Router schickt. Der Router soll sich dann vom Modem eine dynamische IP-Adresse holen und Deine IP-Anforderungen unter diesen dynamischen Adresse ans Modem schicken. Habe ich das richtig verstanden?
    Wenn ich das richtig verstehe, dann verlangst Du zwei Dinge von Deinem Router, erstens, dass er DHCP-Client (er holt sich die dynamische IP vom Modem) ist und dass er NAT (er übersetzt die IP-Adresse Deines Mac in die dynamische Adresse) macht. Kann das Dein Router? Normalerweise ist ein Router eher ein DHCP-Server.

    Thomas
     
  3. Karl

    Karl New Member

    Hallo Thomas,
    Danke, ich habe eigentlich gar nicht mit einer Antwort gerechnet, daher bin ich erfreut. Also, es ist so (soweit ich das verstehe): Ich muss beim set up des Routers zweierlei Einstellungen vornehmen, je nachdem welches Kabelmodem man hat. Das alte Modem hatte ein fixe IP-Adresse. Die musste ich beim setup des Routers (eigentlich ganz komfortabel über das Browserfenster) eintragen. Ebenso die anderen Zahlen wie DNS etc. Daneben gibt es noch die Möglichkeit, auf der setup Seite den Router als DHCP-Server zu konfigurieren (ist werkseitig so eingestellt, kann aber abgeschaltet werden). Das Neue Kabelmodem vergibt die IP Adresse dynamisch und ich habe die Anleitung so verstanden, dass die Einstellung gewählt werden muss: IP Adresse automatisch empfangen (im Gegensatz zu vorher: IP-Adresse spezifizieren, also händisch einmal eintragen, fertig).
    Ja, soweit ich das verstehe, möchte ich wohl, dass Internet über den Router läuft. Die Ethernetkabel der beiden Macs gehen jeweils zum LAN port des Routers, der WAN port soll mit dem Kabelmodem verbunden werden. Der Linksys beherrscht nach der Beschreibung auch NAT und er kann als DHCP-Server konfiguriert werden. Ich möchte dich nicht zu sehr strapazieren, aber hier ist die Adresse von Linksys:
    http://www.linksys.com/
    Es wäre schön, wenn ich mit deiner Hilfe weiterkäme. Der Provider ist leider nicht sehr hilfreich.
    Schöne Grüsse Karl

    PS: Die Beschreibung des Modems ist leider sehr dürftig, da steht zB, bei Anschluß des Modems an einen hub müsse ein gekreuztes Patchkabel verwendet werden. Allerdings bleibt dann der WAN port des Routers frei! Ich hab das mal versucht, Datenaustausch hat dann funktioniert, Internet jedoch nur bei einem Mac.
     
  4. Thomas Treyer

    Thomas Treyer New Member

    Hallo Karl,
    ich hoffe, dass ich Dich nicht zu sehr verwirre, aber inzwischen glaube ich nicht mehr, dass Dein neues Modem sich allzusehr vom alten unterscheidet. Vielleicht ist ja lediglich das Patchkabel gegen ein Crossover-Kabel auszuwechseln.
    Meine wilde Theorie lautet: Nicht alle IP-Adressen können dynamisch sein. Das neue Modem sollte eine feste IP-Adresse haben, die man im Kontrollfeld des Mac als DHCP-Server angeben kann. Kennst Du diese Adresse des Modems? Wenn ja, schließe doch einmal einen Mac direkt an das Modem an und trage im Kontrollfeld TCP diese Adresse als DHCP-Server ein. Funktioniert jetzt noch die Internet-Verbindung? Wenn ja, hat das Modem tatsächlich die IP-Adresse, die Du eingegeben hattest.

    So, nach diesem ersten Versuch kommt nun Versuch 2: Hänge den Router dazwischen, schalte am Router DHCP und NAT ab und ändere nichts am Mac und nichts am Modem. Geht die Internet-Verbindung immer noch? Wenn ja, ist Deine Verkabelung in Ordnung und das Problem liegt woanders. Wenn nein, ist vermutlich das Kabel zwischen Router und Modem gegen ein Crossover-kabel zu wechseln.

    Ein Punkt, der mir unklar ist, ist der Router und seine Aufteilung der Ports in WAN und LAN. Steht dazu irgendwas im Manual?

    Thomas
     
  5. Karl

    Karl New Member

    Hallo Thomas,
    danke für deine Mühe, aber jetzt am frühen abend bin ich auf des Rätsels Lösung gekommen und die dürfte nicht nur dich interessieren, sondern viele an Netzwerkfragen Interessierte User.
    Wie du wahrscheinlich wissen wirst, hat jeder Computer oder Peripheriegerät eine einmalige Gerätenummer, eine sogenannte MAC Adresse (du findest sie zB im TCP/IP Kontrollfeld unter dem Menüpunkt Information).Diese gibt es nur ein einziges Mal weltweit . Wenn die netten Burschen vom Internetprovider (in meinem Fall Salzburg-online.at) mit dem Modem kommen und dieses direkt an den Computer anschliessen (was ja der übliche Vorgang sein dürfte), dann speichert das Modem die MAC Adresse und vergisst sie solange nicht, bis der Servicetechniker auf Anforderung vermutlich über Fernwartung eine Neue MAC Nummer (zB bei Computerwechsel) in das Modem eingibt. Wenn du dann mit einem Router und einer weiteren unverwechselbaren Gerätenummer kommst, dann wird das Modem mit dem Router nicht kommunizieren wollen, weil es ja schon total auf die Gerätenummer des Computers scharf ist. Der Hintergrund ist wohl klar, der ISP möchte die Routergeschichte nicht einreissen lassen, weil ja dadurch weitere Internetzugänge ermöglicht werden. Dass der gute Provider aber damit alle sonstigen Netzwerkleistungen unmöglich macht, ist ihm ziemlich schnuppe. Ich lege Wert auf mein Netzwerk und ich brauche nur einen Internetzugang.Drum freut es mich, dass es doch einen Ausweg aus der Krisis gibt. Auf die Lösung bin ich heute in einem amerikanischen Forum gekommen, einige amerikanischen Provider (nicht allzu viele wie mir versichert wurde) machen dieselben Tricks. Ich geb dir dann die Adresse zu gesamten Beitrag ganz unten. Also: Bei manchen Routern (so auch der Linksys) gibt es die Möglichkeit, in der setup-page, die dem Router eigene MAC-Adresse verändern zu können und eine beliebige Adresse eingeben zu können. Ich hab also die MAC Adresse meines iMac in den Router eingegeben, hab gar nicht damit gerechnet dass es laufen wird, und war von den Socken, als es lief wie früher mit dem alten Modem. Also beim Routerkauf darauf schauen, dass diese kleine Möglichkeit enthalten ist (auf das hätte ich aber nicht geachtet, muss ich gestehen).

    Also Thomas, Vielen Dank noch einmal. Ich glaube aber schon, dass zwischen den beiden Modems ein Unterschied ist und der liegt vor allem in der Art der IP-Adressenvergabe (statisch oder dynamisch), wobei ich glaube, dass vor allem die neueren Modems und auch die Modems bei DSL die Adressenvergabe dynamisch machen, da ja die Zahl der IP-Adressen eine Beschränkte ist und bei der dynamischen Vergabe immer wieder aus einem Pool freier IP-Adressen geschöpft werden kann.
    Hier die Adressen:
    http://www.practicallynetworked.com/support/linksys_router_help.htm#DHCP
    http://www.practicallynetworked.com/support/MAC_addr_clone.htm

    Schönen Abend Karl
     
  6. diablo

    diablo New Member

    hi jungs

    hab mir das gerade durchgelesen und wollte euch zu dem schönen beitrag gratulieren
    ließt sich wirkliche sehr interessant
    war ganz gespannt auf das ende
    wie bei einem kriminal roman

    take care
    diablo
     
  7. Karl

    Karl New Member

    Hallo diabolo, hallo Thomas,
    danke für dein Lob, ich finde die Geschichte auch ganz interessant, vor allem, dass die ganzen Tricks des ISP nichts nutzen. Die Geschichte geht noch ein bissl weiter: ich hab herausgefunden, dass man auch ohne den MAC Adressenaufwand das Problem zumindest bei dem Samsung Kabelmodem lösen können soll, ich habs nicht ausprobiert, werds aber gelegentlich testen: Man stöpselt einfach das Kabelmodem zur Gänze aus, wartet 6 Stunden, dann soll die Erinnerung des Modems weg sein.
    Schöne Grüsse Karl
     
  8. Thomas Treyer

    Thomas Treyer New Member

    Hallo Karl,
    auf die Idee wäre ich nie gekommen, dass sich das Modem die Mac-Adresse merkt. In den RFC-Standards steht an und für sich eindeutig drin, dass ein Gerät wie ein Router, PC oder Modem die Mac-Adresse eines Geräts nach 20 Minuten Inaktivität wieder vergessen muss. Für das Verhalten Deines Modems gibt es nun zwei Erklärungen, entweder Absicht oder Dummheit. Mit Dummheit meine ich, dass die Software des Modems einfach einen kleinen Fehler hat, der bei den meisten Kunden wohl nicht auffällt. Wenn es ein Software-Fehler wäre, müsste ein Reset oder ein kurzes Ausschalten des Modems das Problem lösen. Wenn man aber das Modem sehr lange (mehrere Stunden) ausschalten muss, um das Problem zu lösen, haben sich die Modem-Entwickler aber viel Mühe gegeben, um die MAC-Adresse des angeschlossenen PC zu speichern. Der naheliegende Speicherort für eine flüchtige Information ist das RAM des Modems und ist dort sofort gelöscht, wenn das Modem ausgeschaltet wird. Um die MAC-Adresse mehrere Stunden zu speichern, muss man für teures Geld einen Zusatzspeicher mit Kondensator-Pufferung einbauen.
    Noch schlimmer wäre es, wenn die MAC-Adresse im nichtflüchtigen Speicher eingetragen wird, in dem auch die Konfiguration des Modems abgelegt wird. Dies würde bedeuten, dass man massive Probleme bekommt, wenn man seinen Mac durch einen neuen Mac ersetzt (Soll ja mal vorkommen). Ein normaler User, der MAC-Mimikri nicht beherscht, würde den Fehler ja zwangsläufig im neuen Mac und nicht im Kopierschutz des Modems suchen.
    Na ja, anscheinend haben die ISPs etwas gegen wechselnde Endgeräte an ihren Anschlüssen, aber das gibt ihnen nicht das Recht, heimlich den Zugang auf das erste Gerät zu beschränken, das man anschliesst.
    Karl, verrätst Du bitte, was das für ein Provider ist? Ich bin jetzt sehr neugierig.
     
  9. Karl

    Karl New Member

    Hallo Thomas,
    danke für deine interessanten Informationen, also ich bin ein Lernender und ich lerne gerne dazu. Zunächst eine Antwort auf deine Frage und ein paar Anmerkungen dazu:
    Mein Provider sitzt in der Nähe meines Wohnortes und zwar in der Stadt Salzburg und hat die Adresse www.salzburg-online.at. Er ist ein ziemlich grosser Energieversorger und betreibt auch ein relativ grosses Kabelnetz (Möglicherweise gehen manche deutsche Kabelnetzbetreiber ähnlich vor).

    Die Vorgangsweise des Providers schätze ich so ein, dass eine Absicht dahinter steckt und ein relativ grosser Aufwand betrieben werden muss. Beim Anschluss des Modems habe ich nämlich den Techniker gefragt, ob das Modem einen Resetknopf habe. Das hat er bejaht und gleich hinzugefügt, dass dieser nicht funktioniere. Ich habe da auch nicht weiter nachgefragt. Bei meinen wiederholten Verbindungsversuchen mit dem Router habe ich dann auch den Resetknopf des Modems gedrückt, wenn er funktioniert hätte, dann wäre wohl die Verbindung mit dem Router kein Problem gewesen. Logischer Schluss: Serienmässig sind die Modems mit einem Reset ausgestattet und hinterher wird das Modem, wohl so, wie du es beschrieben hast, verändert. Die Sauerei ist tatsächlich die, dass man etwa beim Computerwechsel die Schuld beim Computer und nicht beim Modem sucht. Ob sich so eine Geschäftspolitik auf Dauer auszahlt, wage ich zu bezweifeln.

    Ich habe noch eine Frage hinsichtlich der Konfiguration meines kleinen Netzwerkes: Also, den Router habe ich wohl als Server eingerichtet, da er mir auf der WAN-Seite die die vom Modem zugeteilte und automatisch übernommene DHCP-Adresse anzeigt (incl. der Teilnetzmaske, Gateway und DNS). Auf der LAN Seite hat der Router die fix eingestellte IP-Adresse: 192.168.1.1. Auf der DHCP-Tabelle des Routers wird diese IP denn auch als DHCP-Server-Adresse bezeichnet. Als Client Hostnamen werden mein iMac (192.168.1.100) und mein Performa (192.168.1.101) angegeben. Diese Daten sieht man dann auch im TCP-Kontrollfeld meiner Macs (bei Einstellung: Ethernet-DHCP). Das ganze läuft auch tadellos und ich denke, das passt so, oder fällt dir etwas besonderes daran auf?
    Schönen Sonntag, Karl
     
  10. Thomas Treyer

    Thomas Treyer New Member

    Hallo Karl,
    ich lerne auch gerne und habe in diesem Thread auch etwas gelernt. Ich vermute, dass Du mit den IP Adressen des Routers und der Macs alles richtig gemacht hast. Ich hatte in unserem kleinen Netzwerk (2 Macs und ein Router zuerst die Macs auf DHCP laufen. Der Zugriff aufs Internet ging gut, nur die Vernetzung von Mac zu Mac ging schlecht, z.B. USB Printer Sharing. Irgendwann bin ich dann auch auf die manuelle Einstellung der IP-Adressen gegangen und habe ebenfalls IP-Nummern des Bereichs 192.168.1.x genommen. Dieser Nummernbereich ist ja speziell für kleine private Netze gedacht und hat den Vorteil, dass solche IP-Adressen im Internet garantiert nicht geroutet werden.
    Mein Zyxel-Router befindet sich ansonsten noch in der Standard-Konfiguration und alles funktioniert, sogar Quicktime Streaming. Weiterhin viel Spaß beim Surfen im Netz.
    Thomas
     

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