Mautgebühren sind zu niedrig!

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Macziege, 11. Januar 2005.

  1. Macziege

    Macziege New Member

    Sprecher der Regierungsfraktion fordern höhere Mautgebühren. Offensichtlich ist diesen Schwätzern nicht klar, oder es ist ihnen völlig egal, dass sie damit die Unterhaltskosten eines jeden Bürgers erhöhen. Mit der Folge, dass immer mehr Empfänger kleinerer Einkommen in die Sozialhilfe abrutschen. Aber das ist diesen oft selbsternannten Sozialdenkern und Gutmenschen offensichtlich wirklich egal. Es kann doch wohl nicht sein, dass sie sich über die Folgen ihrer Überlegungen keine Gedanken machen! Schließlich sind sie ja dafür gewählt worden, Staat und Bürger zu schützen und Schaden von Bürgern und Staat abzuwenden. Das Versprechen sie ja sogar beim Amtsantritt. Es zu Beschwören sind die meisten inzwischen ja zu feige.
     
  2. Marks.

    Marks. New Member

    Um dir mal ein paar Fakten um die Ohren zu hauen...

    ... bis Anfang der 90er war die Anzahl der zugelassenen Fernverkehrs-LKW per Konzession eingeschränkt. Dies garantierte relativ hohe Frachtpreise. Seitdem sind die Preise zwischenzeitlich um gut 50% nach unten gerutscht und erst in den letzten 3-4 Jahren sind sie wieder leicht gestiegen.

    Die Maut beträgt 12 Ct./Autobahnkilometer. Nimm als Beispiel einen vollbeladenen LKW mit Joghurt. Da es hier im Norden kaum Joghurt-Produzenten zu geben scheint (zumindest kommt im Supermarkt fast alles aus dem Süden). Joghurt ist Schwergut, da ist eine Auslastung mit 12 to. sehr realistisch. Für die zahlst du nun z.B. 96 € Maut für 800 Autobahnkilometer. D.h. 12000kg durch 500g/Glas Joghurt macht.... 0,4 Ct./Glas Joghurt an Mehrkosten. Dasselbe gilt für die 0,5l-Flasche Bier, das Glas Nutella etc.pp.

    Wohlgemerkt nur bei Sachen, die aus Süddeutschland nach Norddeutschland gekarrt werden! Trinkst du Bier aus heimischer Brauerei, ist Joghurt vom nächstgelegenen Produzenten und kaufst deine Lebensmittel beim nächsten Bio-Bauern, dürfte dich die Maut kaum tangieren.

    Unsinnige und überflüssige Transporte (warum zum Henker muss in Bayern Flensburger verkauft oder - das Beispiel habe ich als Speditionsmitarbeiter noch deutlich vor Augen - Altstiropor von Stade nach Rosenheim transportiertwerden?) werden langfristig über den Preis reduziert - hoffentlich. Sinnvolle Projekte wie die Rückkehr zur Schienenverladung, wie z.B. Sped. Hellmann das seit einem Jahr erfolgreich praktiziert, werden gefördert.

    Im Gegenzug werden mit den Mauteinnahmen Straßen und Schienen ausgebessert und das Verkehrsnetz verdichtet - davon profitieren alle, sowohl Bahn-Benutzer (in viele Gegenden in Deutschland kommt man deutlich schlechter als vor 40 Jahren) als auch Autofahrer (durch weniger Flickenteppich, weniger dichten LKW-Verkehr etc.)
     
  3. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    @ Marks

    Da bin ich aber der gleichen Meinung!

    es ist doch pervers, das der Transport von Waren so billig ist, das manche Produkte durch halb Europa gekarrt werden nur weil sie z.B. da billiger verpackt werden können als dort...
    (Oder wenn manche meinen Sie müssten z.B. in Bayern, das nach wie vor auf einem Butterberg gigantischer Aussmaße hockt, Irische Butter kaufen (die vor allem auch nach objektiven Gesichtspunkten keinen Deut anders schmeckt als irgendeine andere Butter).

    Ausserdem: in Bayern trinkt ausser vielleicht ein paar Exil-Norddeutschen sowieso keiner Flensburger! (Warum auch??) Die paar Dickköpfe können sich ruhig ein wenig integrieren, da ist neben dem Erlernen der Sprache der Bierkonsum wohl Die Entscheidende Vorraussetzung! ;-)

    Am Besten kommt die PKW-Maut geich hinterher! (Dann wär auf der Auddobahn mal wieder Platz zum Rasen!!! :sabber: )
     
  4. Macziege

    Macziege New Member

    Hi Marks.

    du hast ja recht, und ich bin sogar deiner Meinung. Deine Argumente zeigen ja, woran es seit Jahren krankt und wo man sicher auch korrigierend eingreifen könnte.

    Aber immer alles zu verteuern, ohne einen sozialen Ausgleich zu schaffen kann doch der richtige Weg nicht sein. Wann wurde z. B. in den letzten Jahren Renten und Sozialhilfe den tatsächlichen Erhöhungen der Lebenshaltungskosten angepasst?

    Du brauchst mir also nichts um die Ohren zu hauen, schon gar nicht Argumente, die nicht zum Thema passen. Und das Thema war, Erhöhung von Kosten, ohne entsprechende Gegenmaßnahmen.
     
  5. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    mmhh..

    ich finde ja auch traurig, das es manche Dinge einzig und allein durch die "One-Way"-Preisschraube zu steuern sind, aber ehrlich gesagt würde mir auch kein anderer Weg einfallen.

    "Korrigierend eingreifen" können doch wirklich nur wir, die Konsumenten. Aber es zeigt sich ja immer wieder das der Otto-Normalverbraucher sein Gehirn offenbar an der Supermarkt Eingangstür abgibt und es erst nach dem Einkauf wieder abholt.
    (Wie war es denn mit dem geschrei nach dem BSE-Skandal? Alle wollten plötzlich nur noch gesundes Fleisch, eine "humanere" Fleischproduktion, und und und. Keine 20 Monate später (kurioserweise heben die BSE Fälle kaum abgenommen) kauft die große Mehrheit wieder Billigfleisch und die S-Märkte machen die improvisierten Bio-Ecken wieder zu!)

    Ich glaube der EINZIGE Weg den Normalverbraucher zu irgendwas zu bewegen ist über den Preis, und da kann man leider nur nach oben korrigieren da m.E. Preise für Verbrauchsgüter sowieso schon am überhaupt möglichen Minimum rangieren, da ist einfach keine Luft mehr drin.
     
  6. RSC

    RSC ahnungslose

    es wird dir bald das Lachen vergehen ... PKW - Maut ist bald die Realität ...
     
  7. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Ganz ehrlich, das würde mich gar nicht mal so stören! Allerdings nicht wegen dem dann vorhandenen Platz zum Rasen (mein Auto fährt nicht wirklich schnell) sondern wegen dem ökologischen Aspekt!

    Egal ob PKW Maut oder nicht, der deutschen Bahn sollte allerdings mal dringend jemand unter die Arme greifen, damit diese sich mal zu einer (ernstzunehmenden) Alternative zum Individualverkehr oder dem LKW-Gütertransport entwickeln kann!
     
  8. maiden

    maiden Lever duat us slav

    die Aufregung um die Maut kann ich in Teilen nicht nachvollziehen. Was in anderen Ländern längst Realität ist (und funktioniert) löst bei uns riesigen Wirbel aus (und macht Probleme).

    Die Joghurtrechnung sieht bei mir allerdings anders aus.
    Es ist ja nicht nur der fertige, in Becher abgefüllte Joghurt, der durch die Lande gegondelt wird, sondern auch die leeren Becher und Deckel zum Abfüller, die Milch vom Erzeuger, Sprit für den LKW, Ersatzteile, Maschinen usw
     
  9. RSC

    RSC ahnungslose

    tatsächlich... da kommt was ordentlich zusammen...
     
  10. Napfekarl

    Napfekarl Napfkuchen-Erfinder

    In dieses Bild passen auch ganz gut die folgenden zwei Dinge:

    1. Gesundheitsreform: Hat sie doch im vergangenen Jahr den ges. Krankenkassen eine satte Ersparnis von 9,5 Millarden EUR gebracht. Und was wurde davon an die Versicherten weitergegeben? Nach meiner Rechnung müssten alleine dadurch die Kassenbeiträge um mind. 0,6% sinken... :shake:

    2. 500-Mio.-Unterstützung plus Schuldenerlass: In spätestens einem Jahr jammert unsere Regierung über das riesige Haushaltsloch, verursacht durch die mehr als grosszügige Unterstützung der Opfer der Flutkatastrophe. Wieso muss ein Land, das finanziell vor grossen Aufgaben steht, ein Vielfaches unserer Nachbarn ausgeben? Ist unsere Regierung grössenwahnsinnig? Reicht es nicht, dass wir bei den privaten Spenden z. T. bis an die Schmerzgrenze gehen?

    Ciao
    Napfekarl
     
  11. Macziege

    Macziege New Member

    Gut, dagegen hätte ich auch nichts, wenn gleichzeitig die KFZ-Steuer entfallen würde. Vielfahrer zahlen dann eben entsprechend ihrer Fahrleistungen. Das könnte auch dazu führen, dass u. A. die Sonntagsnachmittagskaffefahrten weniger werden.

    Aber dann bitte auch auf allen Straßen.
     
  12. tuvix

    tuvix Member

    Es soll das Verursacherprinzip gelten. Die LKW-Maut ist ein Schritt in diese Richtung, nur sind die Mautgebühren noch zu niedrig. Ein LKW beschädigt pro gefahrenem Kilometer die Straßen, das verursacht Kosten zum Teil von mehreren Euro pro Kilometer. Bislang zahlen das alle über die Steuern. Gerechter fände ich es, wenn die Leute, die Produkte, die ewig weit transportiert werden, über die Preise auch für die Straßeninstandhaltung aufkommen müssten.

    Warum soll ich über meine Steuern dafür blechen, wenn in Schleswig-Holstein Joghurt aus Bayern gegessen wird?
     
  13. Macziege

    Macziege New Member

    Die Waren, die egal aus welcher Region in andere Regionen transportiert werden, unterliegen doch ohnehin schon einer Transportgebühr. Die zahlt der Hersteller doch nicht aus seiner Tasche, die sind Bestandteil der Preiskalkulation. Keine Frage, auch ich finde es unsinnig, dass fast identische Waren von hier nach dort transportiert werden, nur weil durch die Werbung vorgegaukelt wird, dass anderswo die Kühe glücklicher seien und deshalb ihre Milch für den Verzehr geeigneter.
     
  14. mac_the_mighty

    mac_the_mighty New Member

    Vielfahrer sollen mehr zahlen? Das tun die bereits, die zahlen mehr Kraftstoff. Ich habe jedenfalls keinen Bock auf französische Autobahnverhältnisse, besonders nicht auf die Maut. Und dabei bin ich absoluter Wenigfahrer. Und die Bahn wird noch ein paar Jahre lang versuchen, die öko-bewussten Fahrgäste in den dauernd überfüllten Abteilen ihrer Züge zu verstauen. Soll mir doch keiner erzählen, daß Bahnfahren heutzutage stressfrei und unkompliziert ist. Oder ich fahre dauernd die falschen Strecken... :cool:
     
  15. RPep

    RPep New Member

    Apropos Verurschaerprinzip:

    Wer viel fährt zahlt auch schon viel -> Mineralölsteuer.

    Bitte fördert den ÖPNV und die Bahn, aber bitte bitte liebe Politiker: Macht sie attraktiver und nicht einfach nur zur einzigen Möglichkeit, weil alles andere zu teuer ist.

    Ansonsten:
    Macht fleissig weiter, macht das Leben so richtig teuer, dann kann es sich wenigstens nicht mehr jeder leisten und ich hab meine Ruhe!

    In diesem Sinne :)
    Ralf
     
  16. RaMa

    RaMa New Member

    man stelle sich vor das alles wäre in einer stadt, und man würde keine quer durchsland transporte mehr benötigen.
    was tun wird dann mit arbeitslosen truckern?
     
  17. aoxomoxoa

    aoxomoxoa New Member

    ... französisch ???? italien, spanien, portugal (viel teurer), österreich, schweiz, .... sind die alle französisch ??

    ... vielfahrer ???? verpesten die luft, die lkws fahren weil es ja so preiswert ist - just in time - leer oder als rollendes lager quer durch die lande. entlang der französischen A10, die ich öfter zwischen bordeaux und paris (600km) fahre gibt es jede menge rastplätze (ich schätze so um die 15-20 auf jeder seite) auf denen unzählige lkws tagelang stehen und auf fracht warten.
    der vielfahrerschwachsinn muss einfach ein ende haben.
     
  18. Macziege

    Macziege New Member

    Keiner hat gesagt, es solle alles teurer werden, außer unsere Politiker. Hier geht es doch im Tenor darum, durch die Maut andere, ungerechte Steuern abzulösen, wie z.B. Mineral und KFZ-Steuer. Wobei die Mineralsteuer noch eher gerecht ist.

    Nur das wird nicht passieren, wenn sich die Bürger nicht wehren.
     
  19. RaMa

    RaMa New Member

    beobachtest du das mit den lkws genau? oder eher nach dem prinzip: ha der weiße lkw dort steht ja immer noch da?

    achja, wir haben hier keine kanibalen, du mußt also nicht verkunden, das dein fleisch dir gehört. auch ein hübscheres foto häst du von dir raussuchen können.

    *grins*

    ra.ma.
     
  20. Marks.

    Marks. New Member

    Dann hab ich dich falsch verstanden. Und stimme dir vorbehaltlos zu, weil das ist tatsächlich ein Unding. Aber wir bekommen es ja alle zurück, bspw. über die Steuerreform, die bei Kleinverdienern zwischen 0 und 3,50 €/Monat ausmacht, bei Gutverdienenden aber ein nettes "Taschengeld" wird.

    Die stereotype Antwort hierzu von allen im Bundestag vertretenen Parteien (außer den beiden PDSlern) lautet: Die Spitzenverdiener tragen einen Großteil der Steuerlast - man solle die Kuh, die man noch melken wolle, nicht weiter quälen oder gar schlachten (man glaubt gar nicht, wie ähnlich sich die Antwortmails waren...)

    Zustimmung bekommst du auch beim Punkt Attraktivität ÖPNV. Als Opfer desselben ärgere ich mich auch regelmäßig. Wenn ich mit dem Rad deutlich schneller bin als mit dem Bus, läuft doch was schief. Wenn ich bei der Auswahl eines Urlaubsortes erst abklären muss, ob ich da überhaupt mit Bus und Bahn in attraktiver Zeit hinkomme, auch.

    Die Preissteigerungen durch die Maut dürften sich aber in engen Grenzen halten und höchstens eine bequeme Ausrede abgeben. Wobei viele Kunden ja jeden Mist kaufen, auch wenn es unsinnig und dadurch teurer ist. Frag mal bei der Veltins-Brauerei nach, um wieviel % der Absatz gestiegen ist, seit das Logo in die Flaschen eingraviert wurde. Statt zum nächsten Flaschenpool müssen nun alle Flaschen exakt zur Veltins-Brauerei zurück. Genauso wie alle Bierkisten zu den jeweiligen Brauereien zurückmüssen, weil die Kunden sonst ihre Marke offenbar nicht wiederfinden können - wie blöd muss man sein?

    Bei uns im Markt kostet die 0,5l Colaglasflasche 15Ct. weniger als die Plastikflasche gleichen Inhalts, bei Mineralwasser ist die Plasteflasche ebenfalls deutlich teurer, obwohl die Transportkosten niedriger sein sollten. Trotzdem kaufen viele das Zeug in Plastikflaschen. Der Kunde besch.... sich täglich selbst, auch indem er für ein paar Euro Ersparnis erst eine halbe Stunde zum Großmarkt auf der Wiese fährt statt zum Händler vor Ort.
     

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