Mit dem ALter kommt die Weissheit !

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von batrat, 9. September 2010.

  1. batrat

    batrat Wolpertinger

  2. McDil

    McDil Gast

    Du bist wirklich sehr leicht zu erfreuen!

    Ich werde aber jetzt nicht zu einer Lehrstunde über sozialistische Revolutionen in Lateinamerika ausholen und über die Rolle, welche Amerika bei der militärischen und vor allem wirtschaftlichen Bekämpfung derselben und letztlich für deren Scheitern gespielt hat.
     
  3. maximilian

    maximilian Active Member

    Nnachmittach!

    Und Du bist ernsthaft der Meinung, eine von diesen sozialistischen Revolutionen hätte in einer Welt ohne USA ein Paradies auf Erden hervorbringen können? So wie bei Dornröschen? Ich glaube nicht an das Gute im Menschen, und das ist nunmal die Grundvoraussetzung in jedem sozialistischen Staat.

    Grüße, Maximilian

    PS: Beim Lesen des Thread-Titels dachte ich zunächst, dass es mal wieder über Michael Jackson geht :p
     
  4. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Von einem Paradies hatte auch nie jemand gesprochen.
     
  5. McDil

    McDil Gast

    Das ist ja das Absurde: Den kapitalistischen Gesellschaftsmodellen verzeiht man alles bis hin zur blanken Menschenverachtung. Dagegen ist es stets das Killerargument gegen jedes sozialistische Modell, nicht das Paradies auf Erden herbei geführt zu haben.

    Dabei geht es doch stets nur um etwas mehr soziale Gerechtigkeit - aber das ist in vielen Köpfen bereits die Utopie schlechthin. Lieber pickt man dankbar die Brösel unter dem Tisch und erkennt an, dass sich nicht mal deren Verzehr aus einem universellen Menschenrecht ableiten lässt.
     
  6. vulkanos

    vulkanos New Member

    Nebem dem Guten ist zusätzlich der Gemeinsinn ausschlagend für das Funktionieren eines sozialistischen Wirtschaftsmodells.

    Rudolf Bahro, den ich in einer Südtioler Abtei kennen gelernt habe, schwärmte von der klösterlichen Ökonomie. Sie sei deswegen so erfolgreich, weil zum einen sie zwar als ganzes kapitalistisch organisiert sei und zum anderen die Ordensleute aber weniger für sich selber als vielmehr für die Gemeinschaft arbeiten. Und trotzdem würde ihnen an nichts fehlen. Leider lässt sich dieses Modell nur an kleinen Einheiten anwenden, die überschaubar sind, wenig bürokratischen Aufwand benötigen und wo der Konsens unter den Mitgliedern relativ leicht hergestellt werden kann.

    Das sind die Gründe, woran Staaten mit dem Sozialismus scheitern und scheitern werden, wenn sich nicht das Gesamtbewußtsein weg vom Ego und hin zum Wir wandelt.
     
  7. batrat

    batrat Wolpertinger

    Ist auch nicht nötig.

    Es gab ja auch noch den Ostblock, wo man dem gleichen Unsinn hinterherlief und Diktaturen errichtete.

    War das auch Amerikas Schuld ?

    Solzialismus führt zur Diktatur. Das wird man bald auch in Venezuela feststellen.
     
  8. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Das ist nun in dieser behaupteten Gesetzmäßigkeit - mit Verlaub - Schwachfug.

    Genausowenig führt Kapitalismus zwangsläufig zum Faschismus.
     
  9. vulkanos

    vulkanos New Member


    So ganz würde ich Fledermausrattes These nicht abtun. Es gab bis dato kein sozialistisches Land, das so etwas wie bürgerliche Freiheiten - dazu gehört nun mal auch Eigentum - garantieren wollte oder konnte. Und Hugo Chavez kann seine diktatorischen Gelüste kaum noch hinter einem demokratischen Mäntelchen verbergen. Dass er President auf Lebenszeit wird, ist nur noch eine Frage der Zeit. Das hat er mit seinem großen Vorbild Simon Bolivar gemein und belebt somit wieder Südamerikas traurige Tradition der Diktaturen.

    Warum der Sozialismus i.A. eher unterdrückt als befreit, ist aus der Theorie dieses Systems herauszulesen. Danach ist der S. eine weitere Fortentwicklung der Menschheit, so wie sich die Bürger vom Adel befreit haben, befreien sich die Arbeiter von der sie ausbeutenden Bourgeoisie und das heißt Befreiung von den Zwängen des Kapitals. Jegliche Abkehr, Rückkehr oder Umkehr vom S. wäre nach dieser Logik ein Rückfall in alte Zeiten, was es unter allen Umständen zu verhindern gilt.

    Einmal an der Macht, setzt sich der S. das Ziel, diese für alle Ewigkeit zu behalten und sie nie wieder her zu geben. Die Konsequenz daraus ist die Unterdrückung, Verfolgung und schließliche Ausmerzung alle jener sogenannter fortschrittsfeindlicher Kräfte. Die Frz. Revolution hat es vorexerziert, Adel, Klerus und Andersdenkende unter die Guillotine geschickt - ein Terror, der von relativ kurzer Dauer war. Dann aber kamen die Bolschewisten und die Stalinisten, die gründlich aufräumten, genauso wie die Maoisten nach ihnen. Unter Tito kamen ca. 1/4 Mio. Menschen um. Enver Hoxha hat ähnlich gewütet. Und die Roten Khmer haben 1/3 ihrer Bevölkerung abgeschlachtet, sprich tabula rasa gemacht - und das alles im Namen von Sozialismus, Frieden, Freiheit, Demokratie u.ä. Und das Schlimme war, diese Systeme konnten nicht abgewählt werden. Profitiert haben nur diejenigen an der Macht, die kaum kontrolliert werden konnte.

    Sinngemäß hat Novalis (1772-1801) orakelt: Wer den Himmel auf Erden errichten will, schafft nur die Hölle. Wie recht er hatte und immer noch hat, Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg.

    Die parlamentarische Demokratie verwirft auch jede Rückkehr zur Monarchie mit entsprechenden Gesetzen. Im Gegensatz zum Sozialismus aber, wo der Mensch an das System zurechtgebogen wird, bis er gebrochen wird, werden ihm in einem freiheitlichen System seine positiven aber auch seine negativen Arten toleriert. Er darf hier eher so sein wie er ist als im Paradies Novalischer Vorstellung.

    Als Student war ich kurz Mitglied in einer Mao-Gruppe, galt ja schick und vor allem fortschrittlich. Die dort praktizierte Gehirnwäsche hielt ich nur ein Semester durch, und zwei Besuche in der Sowjetunion (Leningrad) haben mich endgültig von der Irrlehre des Sozialismus à la Marx, Engels, Lenin und Mao befreit bzw. geheilt.
     
  10. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Dass ich ein Linker bin, ist hier sicher nicht geheim geblieben. Aber in einer der Länder, in denen sozialistische Experimente stattfanden, hätte ich nicht leben wollen. Die anfängliche Euphorie (so sie überhaupt vorhanden war) wich schnell dem grauen sozialistischen Alltag mit seinem Fahnenschwingen, heroische Lieder singen und ständig irgendwelche Arbeitsnormen brechen.

    Am besten gefällt mir ein gemäßigter Kapitalismus, von starken Regierungen (stärker als multinationale Konzerne) gebremst, die sich nicht zuungunsten Schwächerer verkaufen, wie wir es gerade erleben und schon oft erlebten.

    Bei Kritik von linker Seite darf man nicht automatisch davon ausgehen, dass alle Linken eine neue (diesmal aber perfekte) Version des Sozialismus anstreben.
     
  11. McDil

    McDil Gast


    Aus der Sicht mancher Menschen ist jeder Versuch, Armut durch Umverteilung ein wenig zu lindern, bereits ein Abgrund von Sozialismus. Gut ist aus deren Sicht nur das "Survival of the Fittest", eventuell mit etwas Almosenfestivals verbrämt. Keinesfalls soll der Staat in der Lage sein, Geld umzuverteilen - allenfalls zu Gunsten der eh schon Reichen.
     
  12. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Die Struktur der UdSSR war im Laufe der Jahrzehnte durch ständige Angriffe von außen über eine Notstands- und einer Kriegswirtschaft mutiert, die dann den Staat infizierte und die Gesellschaft stalinisierte.

    Dies heute als sozialistisches Experiment zu bezeichnen ist unrichtig. Es war die autoritärste Form des Sozialismus, den es auch in anderen Ausprägungen gibt.

    Wir können heute froh sein, aus dem damaligen Irrweg entkommen zu sein und können nun überlegen, wie eine humane Gesellschaft aussehen könnte.

    Diese fängt damit nicht an, dass flächendeckende Seminare über Produktionsbedingungen veranstaltet werden, nicht mit Enteignungen sondern mit einer sozialen Umverteilung zugunsten derer, die den Wohlstand schaffen jedoch wenig davon partizipieren.
     
  13. McDil

    McDil Gast

    Gegen "sozialistische Experimente" wird immer am lautesten von denen gewettert, die – vielleicht zu Recht – vermuten, dass ihnen etwas von dem genommen werden könnte, was sie in ihrer vermeintlichen Tüchtigkeit ganz ohne die Hilfe der Gesellschaft angehäuft zu haben glauben.
    Flankiert werden deren Aufschreie gerne von Habenichtsen, die aber in sich genügend "Antrieb" (sach ich mal) spüren, um sich Chancen auf ebensolche, wenn auch vielleicht geringere, Bereicherung auf Kosten der Mitmenschen auszurechnen.

    Und da schleimt man sich schon mal prophylaktisch an solche Leitfiguren ran, ohne zu kapieren, dass man für die nichts weiter sein kann als ein nützlicher Idiot und Urnengänger.
     
  14. batrat

    batrat Wolpertinger

    Kommando zurück ! Er ist genauso starrsinnig und blöde wie immer:

    http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE68A02220100911

    "Er sei in dem Interview falsch interpretiert worden, sagte der 84-Jährige am Freitag in Havanna. Er habe genau das Gegenteil gemeint. Aber der US-Journalist habe die Ironie in seinen Worten nicht verstanden. Das kubanische Modell funktioniere noch immer. Vielmehr sei der Kapitalismus gescheitert. "


    :rolleyes:
     
  15. McDil

    McDil Gast

    Man sollte generell alle Organisationen und Unternehmungen in dieser Welt nach den Verlautbarungen ihrer Gründerväter beurteilen, welche diese an der Schwelle zu Altersstarrsinn und Demenz absondern.
     

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