Nehmt es mir nicht Übel, aber&

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von 2112, 26. Februar 2003.

  1. 2112

    2112 Raucher

    & Zitat aus dem Themebeginn:
    . . . fuer das Eroeffnen Deiner primitiv und diffamier Threads, welche das versammelte Idiotentum anlocken wie Scheisse die Fliegen.

    Und dann seht euch mal an wer sich alles in dem Threadt tummelt.

    Da frag ich mich doch wieder ob den Mensch wirklich normal im Kopf ist.

    http://forum.macwelt.de/cgi-bin/mac_forum/topic_show.pl?id=58983

    Aber vielleicht habe ich eine andere Vorstellung von Beleidigungen
    Gruß 2112
     
  2. gratefulmac

    gratefulmac New Member

  3. quick

    quick New Member

    "Nach § 185 StGB (Deutsches Strafgesetzbuch) sind Beleidigungen strafbar. Sie werden mit Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."



    *binichjetztstrafbar*



    hi,hi ... :)
     
  4. maiden

    maiden Lever duat us slav

    allmählich ist es jetzt aber genug!
     
  5. 2112

    2112 Raucher

    Wenn du dich so titulieren lassen willst. Ok dann sollte ich wirklich
    aufhören. Denn gegen die Familie Harlequin komme ich nicht an.
     
  6. charly68

    charly68 Gast

    sind wir nicht alle ein bisschen hohl im kopf?? was solls ich fühl mich wohl dabei ;-)
     
  7. quick

    quick New Member

    bist du ein bisschen hohl ? :)
     
  8. charly68

    charly68 Gast

    -->bist du ein bisschen hohl ? :)

    gong gong ohh doch ein bisschen mehr als ich dachte *g*
     
  9. quick

    quick New Member

    OH, dann ist alles OK ... dachte schon doc. mmf zur hilfe zu rufen :)
     
  10. maiden

    maiden Lever duat us slav

    << Wenn du dich so titulieren lassen willst. Ok dann sollte ich wirklich
    aufhören. Denn gegen die Familie Harlequin komme ich nicht an. >>

    seltsamerweise tituliert er mich aber nicht so.
     
  11. 2112

    2112 Raucher

    Scheuklappen ?
    Er tituliert alle so die in dem Treath gewesen sind.
    Gruß 2112 :)
     
  12. maiden

    maiden Lever duat us slav

    ich fühle mich aber so überhaupt nicht angesprochen. Komisch gell?
     
  13. ughugh

    ughugh New Member

    Nein, tut er nicht.

    >>welche das versammelte Idiotentum anlocken wie Scheisse die Fliegen.
    <<

    Wenn es in einer Kneipe kostenlos Bier gibt, das lockt das jede Menge Kampfsäufer an - und eine ganze Reihe normaler Gäste, die einfach nur einen heben wollen.

    Ansonsten hätte er geschrieben
    "In dem sich nur versammeltes Idotentum findet"
    "Das nur versammeltes Idiotentum anlockt"

    oder ähnliches.

    Differenzieren ist hier das Zauberwort.

    Scheuklappe?
     
  14. quick

    quick New Member

    ja komisch bist du schon; soll dich nochmals anrufen :)
     
  15. Harlequin

    Harlequin Gast

    hee, hee, der war gut . . .

    .
     
  16. maiden

    maiden Lever duat us slav

    hast Du es schon im OS X Brett gepostet?
     
  17. maiden

    maiden Lever duat us slav

    der Vorteil ist, daß die Fliegen dann woanders nicht sind
     
  18. Harlequin

    Harlequin Gast

    Karl Marx und Friedrich Engels

    Manifest der Kommunistischen Partei

    Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus. Alle Maechte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbuendet, der Papst und der Zar, Metternich und Guizot, franzoesische Radikale und deutsche Polizisten.

    Wo ist die Oppositionspartei, die nicht von ihren regierenden Gegnern als kommunistisch verschrien worden waere, wo die Oppositionspartei, die den fortgeschritteneren Oppositionsleuten sowohl wie ihren reaktionaeren Gegnern den brandmarkenden Vorwurf des Kommunismus nicht zurueckgeschleudert haette?

    Zweierlei geht aus dieser Tatsache hervor.

    Der Kommunismus wird bereits von allen europaeischen Maechten als eine Macht anerkannt.

    Es ist hohe Zeit, dass die Kommunisten ihre Anschauungsweise, ihre Zwecke, ihre Tendenzen vor der ganzen Welt offen darlegen und dem Maerchen vom Gespenst des Kommunismus ein Manifest der Partei selbst entgegenstellen.

    Zu diesem Zweck haben sich Kommunisten der verschiedensten Nationalitaet in London versammelt und das folgende Manifest entworfen, das in englischer, franzoesischer, deutscher, italienischer, flaemischer und daenischer Sprache veroeffentlicht wird.

    I
    Bourgeois und Proletarier

    Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkaempfen.

    Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigener, Zunftbuerger und Gesell, kurz, Unterdruecker und Unterdrueckte standen in stetem Gegensatz zueinander, fuehrten einen ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf, einen Kampf, der jedesmal mit einer revolutionaeren Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete oder mit dem gemeinsamen Untergang der kaempfenden Klassen.

    In den frueheren Epochen der Geschichte finden wir fast ueberall eine vollstaendige Gliederung der Gesellschaft in verschiedene Staende, eine mannigfaltige Abstufung der gesellschaftlichen Stellungen. Im alten Rom haben wir Patrizier, Ritter, Plebejer, Sklaven; im Mittelalter Feudalherren, Vasallen, Zunftbuerger, Gesellen, Leibeigene, und noch dazu in fast jeder dieser Klassen besondere Abstufungen.

    Die aus dem Untergang der feudalen Gesellschaft hervorgegangene moderne buergerliche Gesellschaft hat die Klassengegensaetze nicht aufgehoben. Sie hat nur neue Klassen, neue Bedingungen der Unterdrueckung, neue Gestaltungen des Kampfes an die Stelle der alten gesetzt.

    Unsere Epoche, die Epoche der Bourgeoisie, zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass sie die Klassengegensaetze vereinfacht hat. Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei grosse feindliche Lager, in zwei grosse, einander direkt gegenueberstehende Klassen: Bourgeoisie und Proletariat.

    Aus den Leibeigenen des Mittelalters gingen die Pfahlbuerger der ersten Staedte hervor; aus dieser Pfahlbuergerschaft entwickelten sich die ersten Elemente der Bourgeoisie.

    Die Entdeckung Amerikas, die Umschiffung Afrikas schufen der aufkommenden Bourgeoisie ein neues Terrain. Der ostindische und chinesische Markt, die Kolonisierung von Amerika, der Austausch mit den Kolonien, die Vermehrung der Tauschmittel und der Waren ueberhaupt gaben dem Handel, der Schiffahrt, der Industrie einen nie gekannten Aufschwung und damit dem revolutionaeren Element in der zerfallenden feudalen Gesellschaft eine rasche Entwicklung.

    Die bisherige feudale oder zuenftige Betriebsweise der Industrie reichte nicht mehr aus fuer den mit neuen Maerkten anwachsenden Bedarf. Die Manufaktur trat an ihre Stelle. Die Zunftmeister wurden verdraengt durch den industriellen Mittelstand; die Teilung der Arbeit zwischen den verschiedenen Korporationen verschwand vor der Teilung der Arbeit in der einzelnen Werkstatt selbst.

    Aber immer wuchsen die Maerkte, immer stieg der Bedarf. Auch die Manufaktur reichte nicht mehr aus. Da revolutionierte der Dampf und die Maschinerie die industrielle Produktion. An die Stelle der Manufaktur trat die moderne grosse Industrie, an die Stelle des industriellen Mittelstandes traten die industriellen Millionaere, die Chefs ganzer industrieller Armeen, die modernen Bourgeois.

    Die grosse Industrie hat den Weltmarkt hergestellt, den die Entdeckung Amerikas vorbereitete. Der Weltmarkt hat dem Handel, der Schiffahrt, den Landkommunikationen eine unermessliche Entwicklung gegeben. Diese hat wieder auf die Ausdehnung der Industrie zurueckgewirkt, und in demselben Masse, worin Industrie, Handel, Schiffahrt, Eisenbahnen sich ausdehnten, in demselben Masse entwickelte sich die Bourgeoisie, vermehrte sie ihre Kapitalien, draengte sie alle vom Mittelalter her ueberlieferten Klassen in den Hintergrund.

    Wir sehen also, wie die moderne Bourgeoisie selbst das Produkt eines langen Entwicklungsganges, einer Reihe von Umwaelzungen in der Produktions- und Verkehrsweise ist.

    Jede dieser Entwicklungsstufen der Bourgeoisie war begleitet von einem entsprechenden politischen Fortschritt. Unterdrueckter Stand unter der Herrschaft der Feudalherren, bewaffnete und sich selbst verwaltende Assoziation in der Kommune, hier unabhaengige staedtische Republik, dort dritter steuerpflichtiger Stand der Monarchie, dann zur Zeit der Manufaktur Gegengewicht gegen den Adel in der staendischen oder in der absoluten Monarchie, Hauptgrundlage der grossen Monarchien ueberhaupt, erkaempfte sie sich endlich seit der Herstellung der grossen Industrie und des Weltmarktes im modernen Repraesentativstaat die ausschliessliche politische Herrschaft. Die moderne Staatsgewalt ist nur ein Ausschuss, der die gemeinschaftlichen Geschaefte der ganzen Bourgeoisklasse verwaltet.

    Die Bourgeoisie hat in der Geschichte eine hoechst revolutionaere Rolle gespielt.

    Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhaeltnisse zerstoert. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den Menschen an seinen natuerlichen Vorgesetzten knuepften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch uebriggelassen als das nackte Interesse, als die gefuehllose "bare Zahlung". Sie hat die heiligen Schauer der frommen Schwaermerei, der ritterlichen Begeisterung, der spiessbuergerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertraenkt. Sie hat die persoenliche Wuerde in den Tauschwert aufgeloest und an die Stelle der zahllosen verbrieften und wohlerworbenen Freiheiten die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt. Sie hat, mit einem Wort, an die Stelle der mit religioesen und politischen Illusionen verhuellten Ausbeutung die offene, unverschaemte, direkte, duerre Ausbeutung gesetzt.

    Die Bourgeoisie hat alle bisher ehrwuerdigen und mit frommer Scheu betrachteten Taetigkeiten ihres Heiligenscheins entkleidet. Sie hat den Arzt, den Juristen, den Pfaffen, den Poeten, den Mann der Wissenschaft in ihre bezahlten Lohnarbeiter verwandelt.

    Die Bourgeoisie hat dem Familienverhaeltnis seinen ruehrend-sentimentalen Schleier abgerissen und es auf ein reines Geldverhaeltnis zurueckgefuehrt.

    Die Bourgeoisie hat enthuellt, wie die brutale Kraftaeusserung, die die Reaktion so sehr am Mittelalter bewundert, in der traegsten Baerenhaeuterei ihre passende Ergaenzung fand. Erst sie hat bewiesen, was die Taetigkeit der Menschen zustande bringen kann. Sie hat ganz andere Wunderwerke vollbracht als aegyptische Pyramiden, roemische Wasserleitungen und gotische Kathedralen, sie hat ganz andere Zuege ausgefuehrt als Voelkerwanderungen und Kreuzzuege.

    Die Bourgeoisie kann nicht existieren, ohne die Produktionsinstrumente, also die Produktionsverhaeltnisse, also saemtliche gesellschaftlichen Verhaeltnisse fortwaehrend zu revolutionieren. Unveraenderte Beibehaltung der alten Produktionsweise war dagegen die erste Existenzbedingung aller frueheren industriellen Klassen. Die fortwaehrende Umwaelzung der Produktion, die ununterbrochene Erschuetterung aller gesellschaftlichen Zustaende, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnet die Bourgeoisepoche vor allen anderen aus. Alle festen eingerosteten Verhaeltnisse mit ihrem Gefolge von altehrwuerdigen Vorstellungen und Anschauungen werden aufgeloest, alle neugebildeten veralten, ehe sie verknoechern koennen. Alles Staendische und Stehende verdampft, alles Heilige wird entweiht, und die Menschen sind endlich gezwungen, ihre Lebensstellung, ihre gegenseitigen Beziehungen mit nuechternen Augen anzusehen.

    Die Bourgeoisie hat durch ihre Exploitation des Weltmarkts die Produktion und Konsumption aller Laender kosmopolitisch gestaltet. Sie hat zum grossen Bedauern der Reaktionaere den nationalen Boden der Industrie unter den Fuessen weggezogen. Die uralten nationalen Industrien sind vernichtet worden und werden noch taeglich vernichtet. Sie werden verdraengt durch neue Industrien, deren Einfuehrung eine Lebensfrage fuer alle zivilisierten Nationen wird, durch Industrien, die nicht mehr einheimische Rohstoffe, sondern den entlegensten Zonen angehoerige Rohstoffe verarbeiten und deren Fabrikate nicht nur im Lande selbst, sondern in allen Weltteilen zugleich verbraucht werden.

    An die Stelle der alten, durch Landeserzeugnisse befriedigten Beduerfnisse treten neue, welche die Produkte der entferntesten Laender und Klimate zu ihrer Befriedigung erheischen. An die Stelle der alten lokalen und nationalen Selbstgenuegsamkeit und Abgeschlossenheit tritt ein allseitiger Verkehr, eine allseitige Abhaengigkeit der Nationen voneinander. Und wie in der materiellen, so auch in der geistigen Produktion. Die geistigen Erzeugnisse der einzelnen Nationen werden Gemeingut. Die nationale Einseitigkeit und Beschraenktheit wird mehr und mehr unmoeglich, und aus den vielen nationalen und lokalen Literaturen bildet sich eine Weltliteratur.

    Die Bourgeoisie reisst durch die rasche Verbesserung aller Produktionsinstrumente, durch die unendlich erleichterte Kommunikation alle, auch die barbarischsten Nationen in die Zivilisation. Die wohlfeilen Preise ihrer Waren sind sind die schwere Artillerie, mit der sie alle chinesischen Mauern in den Grund schiesst, mit der sie den hartnaeckigsten Fremdenhass der Barbaren zur Kapitulation zwingt. Sie zwingt alle Nationen, die Produktionsweise der Bourgeoisie sich anzueignen, wenn sie nicht zugrunde gehen wollen; sie zwingt sie, die sogenannte Zivilisation bei sich selbst einzufuehren, d.h. Bourgeois zu werden. Mit einem Wort, sie schafft sich eine Welt nach ihrem eigenen Bilde.

    Fortsetzung folgt . . .

    .
     
  19. maiden

    maiden Lever duat us slav

    und irgendwie scheint er Recht zu haben.
     
  20. quick

    quick New Member

    (aus »Der Weg nach Tycho«, einer Sammlung von Artikeln über die Vorgeschichte der Lunarischen Revolution, veröffentlicht 2096 in Luna City)
    Für Dan Halbert begann der Weg nach Tycho in der Hochschule ? als Lissa Lenz ihn bat, ihr seinen Computer zu leihen. Ihrer war defekt und sie hatte keine Chance, ihr Semesterprojekt erfolgreich abzuschließen, wenn sie sich keinen anderen leihen konnte. Es gab niemand, den sie zu fragen wagte, außer Dan.

    Das brachte Dan in ein Dilemma. Er musste ihr helfen ? aber wenn er ihren seinen Computer lieh, hätte sie vielleicht seine Bücher gelesen. Nicht nur, dass es viele Jahre Gefängnis bedeuten konnte, jemand seine Bücher lesen zu lassen ? die Idee selbst entsetzte ihn zuerst. Wie allen war ihm seit der Grundschule beigebracht worden, dass Bücher mit anderen zu teilen abscheulich und falsch war ? etwas, das nur Piraten tun würden.

    Und es war wenig wahrscheinlich, dass er der SPA ? der Softwareprotektions-Aufsichtsbehörde ? entgehen würde. Im Software-Unterricht hatte Dan gelernt, dass jedes Buch einen Copyright-Überwacher hatte, der der Zentralen Lizenzierungsstelle berichtete, wann und wo es gelesen wurde, und von wem. (Diese Informationen dienten zum Fangen von Lesepiraten, aber auch zum Verkauf von persönlichen Interessenprofilen an den Handel.) Sobald sein Computer das nächste Mal ins Netz ging, würde die Zentrale Lizenzierungsstelle alles herausfinden. Als Besitzer des Computers würde er die härteste Strafe bekommen ? da er sich nicht genügend Mühe gegeben hatte, das Verbrechen zu verhindern.

    Natürlich wollte Lissa seine Bücher gar nicht unbedingt lesen. Vielleicht wollten sie den Computer nur, um ihre Projektaufgabe zu schreiben. Aber Dan wusste, dass sie aus einer Mittelklassefamilie kam und sich schon die Studiengebühren kaum leisten konnte ? geschweige denn all die Lesegebühren. Seine Bücher zu lesen war womöglich ihre einzige Möglichkeit, ihren Abschluss zu machen. Er verstand ihre Lage; er selbst hatte sich verschulden müssen, um all die wissenschaftlichen Artikel zu bezahlen, die er las. (10% dieser Gebühren gingen an die Forscher, die die Papiere schrieben; da Dan eine akademische Karriere anstrebte, konnte er hoffen, dass seine eigenen Forschungspapiere, wenn Sie häufig zitiert würden, ihm irgendwann genug einbringen würden, um seine Schulden zurückzuzahlen.)

    Später würde Dan erfahren, dass es eine Zeit gab, als jeder in die Bibliothek gehen und Zeitschriftenartikel, ja sogar Bücher lesen konnte, ohne zu zahlen zu müssen. Es gab unabhängige Gelehrte, die Tausende von Seiten lasen, ohne Bibliotheksstipendien der Regierung zu benötigen. Aber in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts hatten sowohl kommerzielle wie nicht auf Gewinn ausgerichtete Zeitschriftenverleger begonnen, Zugriffsgebühren zu erheben. Im Jahr 2047 waren Bibliotheken, die allgemeinen freien Zugriff auf wissenschaftliche Literatur anboten, nur noch eine ferne Erinnerung.

    Es gab natürlich Mittel und Wege, die SPA und die Zentrale Lizenzierungsstelle zu umgehen. Aber auch das war illegal. Einer von Dans Kommilitonen im Software-Unterricht, Frank Martucci, hatte sich ein verbotenes Debugging-Werkzeug besorgt und zum Überspringen des Copyright-Überwachers verwendet, wenn er Bücher las. Aber er hatte zu viele Freunde eingeweiht und einer von ihnen verriet ihn gegen Belohnung an die SPA (hoch verschuldete Studenten waren leicht zum Verrat zu verleiten). 2047 saß Frank im Gefängnis, nicht wegen Raublesens, sondern wegen dem Besitz eines Debuggers.

    Dan würde später erfahren, dass es eine Zeit gab, als jeder Debugging-Werkzeuge besitzen durfte. Es gab sogar freie Debugging-Software auf CD und im Netz. Aber einfache Benutzer fingen an, sie zum Umgehen der Copyright-Überwacher zu nutzen, und schließlich urteilte ein Richter, dass dies ihr wichtigster Gebrauch in der Praxis geworden war. Das bedeutete, dass sie illegal waren; die Entwickler der Debugger kamen ins Gefängnis.

    Programmierer benötigten natürlich noch immer Debugging-Werkzeuge, aber 2047 vertrieben die Händler nur noch nummerierte Exemplare, und nur an amtlich lizenzierte und verpflichtete Programmierer. Der Debugger, den Dan im Software-Unterricht benutzte, war durch einen eigenen Firewall abgeschirmt, so dass er nur für Übungsaufgaben verwendet werden konnte.

    Es war auch möglich, die Copyright-Überwacher zu umgehen, indem man einen veränderten Systemkernel installierte. Dan würde schließlich dahinterkommen, dass es um die Jahrhundertwende freie Kernel, ja sogar ganze freie Betriebssysteme gegeben hatte. Aber nicht nur, dass sie illegal waren, genau wie Debugger ? auch wenn man einen besaß, konnte man ihn nicht installieren, ohne das Root-Passwort seines Computers zu wissen. Und das würde einem weder das FBI noch der Microsoft-Support verraten.

    Dan folgerte, dass er seinen Computer nicht einfach an Lissa ausleihen konnte. Aber er konnte auch nicht ablehnen, ihr zu helfen, denn er liebte sie. Er genoss jede Gelegenheit, mit ihr zu sprechen. Und dass sie sich gerade an ihn mit der Bitte um Hilfe gewandt hatte, konnte bedeuten, dass sie ihn auch liebte.

    Dan löste das Dilemma, indem er etwas noch Undenkbareres tat ? er lieh ihr den Computer und verriet ihr sein Passwort. Das bedeutete, wenn Lissa seine Bücher las, würde die Zentrale Lizenzierungsstelle denken, dass er sie selber las. Es blieb ein Verbrechen, aber die SPA würde es nicht automatisch herausfinden. Sie würde es nur herausfinden, wenn Lissa ihn verriet.

    Sollte die Hochschule jemals herausfinden, dass er Lissa sein eigenes Passwort gegeben hatte, wäre es natürlich das Ende seines und ihres Studiums gewesen, ganz gleich wofür sie es verwendet hatte. Schulpolitik war, dass jeder Eingriff in die Überwachungsmaßnahmen des studentischen Computergebrauchs ein Grund für Disziplinarmaßnahmen war. Es spielte keine Rolle, ob man etwas Schädliches machte ? das Delikt bestand darin, es den Administratoren zu erschweren, einen zu überprüfen. Sie gingen davon aus, dass dies bedeutete, dass man etwas anderes Verbotenes tat, und sie nicht zu wissen brauchten, was es war.

    Normalerweise wurde man dafür nicht der Hochschule verwiesen ? nicht direkt. Stattdessen wurden einem die Computersysteme der Universität gesperrt, so dass man unvermeidlich in allen Fächern durchfiel.

    Später würde Dan erfahren, dass diese Art von Hochschulpolitik erst in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts begonnen hatte, als Studenten in großer Zahl anfingen, Computer zu verwenden. Vorher hatten die Universitäten eine andere Haltung zum Benehmen der Studenten; sie bestraften Aktivitäten, die schädlich waren, nicht solche, die bloß Verdacht erregten.

    Lissa verriet Dan nicht an die SPA. Seine Entscheidung, ihr zu helfen, führte schließlich zu ihrer Heirat und führte sie auch zur Infragestellung dessen, was man ihnen als Kindern über Piraterie beigebracht hatte. Das Paar begann, über die Geschichte des Urheberrechts zu lesen, über die Sowjetunion und ihre Einschränkungen des Kopierens, sogar die ursprüngliche amerikanische Verfassung. Sie zogen nach Luna um, wo sie andere trafen, die sich ebenfalls dem langen Arm der SPA entzogen hatten. Als 2062 der Aufstand von Tycho begann, wurde das allgemeine Recht zu lesen schnell eines seiner Hauptziele.

    Anmerkung des Autors

    Der Kampf um das Recht zu lesen hat schon begonnen. Auch wenn es 50 Jahre dauern mag, bis unsere heutige Lebensweise in Vergessenheit geraten ist ? die meisten der konkreten Gesetzen und Vorgehensweise, die ich oben beschrieben habe, sind bereits vorgeschlagen worden ? entweder von der Clinton-Regierung oder von Verlegern.

    Es gibt nur eine Ausnahme: die Idee, dass das FBI und Microsoft die Root-Passwörter der PCs für sich behalten. Das ist eine Extrapolation des Clipper-Chips und ähnlicher Key-Escrow-Vorschläge der Clinton-Regierung, kombiniert mit einer langfristigen Tendenz: Computersysteme werden in zunehmendem Maße so eingerichtet, dass sie Operatoren aus der Ferne Kontrolle über die Leute geben, die den Computer wirklich verwenden.

    Bei der SPA ? die Abkürzung bedeutet in Wirklichkeit Software Publisher's Association ? handelt es sich derzeit nicht um eine offizielle Polizeieinheit. Inoffiziell verhält sie sich wie eine. Sie fordert die Menschen auf, ihre Kollegen und Freunde zu denunzieren; genau wie die Clinton-Regierung befürwortet sie eine Politik der kollektiven Verantwortlichkeit, wo Computerbesitzer das Copyright aktiv durchsetzen müssen, wenn sie nicht bestraft werden wollen.

    Die SPA bedroht derzeit die kleinen Internet-Provider, indem sie von ihnen verlangt, der SPA die Überwachung all ihrer Benutzer zu erlauben. Die meisten Provider geben nach, wenn sie bedroht werden, weil sie es sich nicht leisten können, sich gerichtlich zu wehren (Atlanta Journal-Constitution, 1. Oktober 1996, D3). Mindestens ein Provider, Community ConneXion in Oakland (Kalifornien), wies die Forderung zurück und wurde tatsächlich verklagt. Die SPA soll die Klage vor kurzem fallen gelassen haben, aber sie wird die Kampagne mit Sicherheit auf diverse andere Arten fortsetzen.

    Die beschriebenen universitären Sicherheitsrichtlinien sind keine Erfindung. Beispielsweise zeigt ein Computer einer Universität in der Gegend von Chicago folgende Nachricht an, wenn man sich einloggt (die Anführungszeichen sind Teil des gezeigten Texts):
    »Die Benutzung dieses Systems ist nur autorisierten Benutzern gestattet. Alle Aktivitäten von Personen, die dieses Computersystem ohne Berechtigung oder in Überschreitung ihrer Berechtigung benutzen, unterliegen der Überwachung und Aufzeichnung durch den Rechnerbetrieb. Im Verlauf der Überwachung von Personen, die dieses System unsachgemäß benutzen oder im Verlauf von Wartungsmaßnahmen können auch die Aktivitäten von autorisierten Benutzern überwacht werden. Jeder, der dieses System benutzt, stimmt dieser Überwachung ausdrücklich zu und nimmt zur Kenntnis, dass der Rechnerbetrieb im Falle, dass diese Überwachung mögliches Beweismaterial für illegale Aktivitäten oder die Verletzung von Richtlinien der Universität aufdeckt, das im Rahmen der Überwachung gesammelte Beweismaterial der Universitätsverwaltung und/oder den zuständigen Polizeibehörden zur Verfügung stellen kann.«

    Das ist ein interessanter Umgang mit dem Fourth Amendment, dem Grundrecht auf Schutz vor willkürlicher Durchsuchung und Überwachung: Praktisch alle im Voraus zu zwingen, auf ihre diesbezüglichen Rechte zu verzichten.

    mfg
    Q
     

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