Nieten und Gierhälse

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von maiden, 27. September 2005.

  1. maiden

    maiden Lever duat us slav

    Siemens entdeckt bei übernommener VA-Tech Millionenverluste


    http://www.heise.de/newsticker/meldung/64308

    2002/2003 haben sich 13 Topmanager von Siemens noch 28 Millionen Euro als Boni und Weihnachtsgeld in die eigenen Taschen gestopft. Ein paar Monate später mußten wegen nötiger Einsparungen leider ein paar Arbeitsplätze vernichtet werden.

    Heute entdecken die Top-Manager Millionenverluste und morgen werden ein paar Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz verlieren um diese Verluste zu kompensieren.

    Da frage ich mich, wann man diesen offensichtlich inkompetenten Gierhälsen endlich den verdienten Arschtritt verpaßt und sie davonjagt.
     
  2. henusode

    henusode New Member

    das wird nicht nötig sein. sie werden mit überzeugendem ernst die verantwortung übernehmen und die entlassungen als notwendig für das überleben der firma (und die vielen arbeitsplätze) bezeichnen.
     
  3. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    Wer sollte den das sein, der ihnen den Tritt verpasst? Die Aktionäre sicher nicht, denn die profitieren ja davon, wenn die Unternehmen "verschlankt" und im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig gemacht werden.
    Ein Manager hat mal mit leidender Miene vor laufenden Kameras geäußert, welchen seelischen Kummer ihm die Streichung von Arbeitsplätzen bereitet. Da sind die paar Millionen Bezugserhöhung wahrscheinlich nötig, um den Schmerz zu lindern. Das Gesetzt des globalen Marktes fordert halt Profitmaximierung. Da muss man Kolateralschäden in Kauf nehmen.
    Es erinnert mich ein wenig an die Zeit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert. Es hat damals eine Weile gedauert, bis einsichtige Unternehmer wie z.B. Robert Owen gemerkt haben, dass es die Produktivität und den Absatz steigert, wenn man die Arbeiter gut behandelt, anstatt sie auszubeuten. Diese Einsicht scheint in neuerer Zeit wieder zu schwinden auf unserem Weg zum Neokapitalismus, wie ihn Union und FDP anstreben.
    Wenn sich dieser Weg durchsetzt, können wir in Deutschland bald - wie jetzt schon in den USA - die Armen von den Reichen am Lächeln unterscheiden.
     
  4. Pahe

    Pahe New Member

    Es wäre doch so einfach:
    Den Hüter aller angebissenen Äpfel als Beispiel genommen und 1 € Jahresgehalt Fixum für Geschäftsführer und Vorstände und alles andere Gewinn-/Verlustabhängig. Wenn dann 5% vom Gewinn vereinbart wird, sind auch 5% vom Verlust zu tragen. Entlastung gibt es erst, wenn die Haftung erfüllt ist.
    Dazu Haftung nach dem Ausscheiden innerhalb der Verjährungsfrist von 4 Jahren für später entdeckte Verluste.

    Ein derartiges Gesetz ist längst überfällig um wenigstens der Verfassung Genüge zu tun denn kleine Selbständige und Personenfirmen haften für alles.
     
  5. Napfekarl

    Napfekarl Napfkuchen-Erfinder

    Uiuiui, jetzt quirlst Du aber einiges zusammen... Von Firmenphilosophie über Politik hin zur Sozialversicherung.

    Eins dazu: Egal, wer an der Regierung ist, die Armen erkennst Du bereits heute an ihrem Lächeln. Oder zahlt die gesetzliche Krankenversicherung seit neuestem Zahnersatz zu 100%?
     
  6. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    Nun ja, was Robert Owen und andere damals begonnen haben, war ein wichtiger Schritt auf das zu, was im 20. Jahrhundert bei uns als soziale Marktwirtschaft bekannt und weltweit bewundert wurde. Langsam entfernen wir uns wieder davon und Union und FDP wollen es beschleunigen, wie mir scheint.

    Die Frage halte ich für rethorisch. Aber sieh's mal so: wenn die Krankenversicherung in die Verantwortung und Möglichkeit jedes Einzelnen gestellt wird - und darauf steuert die FDP zu, wenn ich es richtig verstehe -dann lächeln vielleicht immer weniger Menschen. :)
     

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