Nomen est Omen

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von batrat, 20. September 2009.

  1. batrat

    batrat Wolpertinger

    http://www.faz.net/s/RubCD175863466...5BB60FFA14E6DDC813~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    "Danach kann der Vorname eines Kindes schon in der Grundschule schwere Bürde oder Startvorteil sein. Viele Lehrer hegten Vorurteile gegen bestimmte Namen, heißt es in der Studie, die die Oldenburger Erziehungswissenschaftlerin Astrid Kaiser betreute."

    Ich finde es auch furchtbar, wenn die Eltern ihrem Kind einen dieser jeweiligen Modenamen geben. "Kevin" z.B. ist für mich kein Name, sondern eine Diagnose bei den Eltern. :boese:
     
  2. maximilian

    maximilian Active Member

    Moin!

    Ich mich schon. Auch habe ich im Laufe meines Lebens schon vielfach die Erfahrung gemacht, dass Menschen sich im Lauf der Zeit ihrem Namen irgendwie anpassen. So sehr, dass ich in vielen Fällen den Namen sofort erraten kann. (Ich behaupte z.B., dass ich mit 80%iger Sicherheit eine Sabine als Sabine erkennen kann :) ).

    Dazu kommt natürlich, dass bestimmte Gesellschaftsschichten bestimmte Namen bevorzugen bzw. ablehnen. Bildungsbürger geben ihren Kindern einfach andere Namen als Langzeitsarbeitslose und wie wir alle wissen (oder zu wissen glauben) ist das Umfeld, in dem man aufwächst, in hohem Masse prägend.

    Und ja: Kevins sind geborene Verbrecher, zumindest dann, wenn sie irgendwo anders als in Irland auf die Welt gekommen sind :p

    Grüße, Maximilian (alter Römischer Vorname - damals noch kein Modevorname gewesen, sondern geerbt)
     
  3. maximilian

    maximilian Active Member

    Ja. Aber Menschen wie ich, die sich extrem an Äusserlichkeiten orientieren (und von uns gibt es sehr viele, glaube mir!), bilden sich ihr Urteil über Mitmenschen innerhalb weniger Sekunden. Da reichen manchmal zehn. Und das Urteil ist dann bleibend.

    Dabei spielen Aussehen und Name eine große Rolle. Ein nicht-irischer Kevin hat da nicht die allergeringste Chance. Wirklich gar keine. Wäre ich Richter (was ich nie sein könnte), dann würde ich bei einem der Kevin heisst oder einem, der wie dieser verurteilte Kinderschänder Marco aussieht, nicht einmal heucheln können, dass ich dem Plädoyer der Verteidigung auch nur das geringste Bisschen Aufmerksamkeit schenke. So einer ist schuldig, sobald er den Gerichtssaal betritt. Wäre ich Professor, dann wäre ein Kevin bereits durch die mündliche Prüfung gefallen, bevor er auch nur den Mund aufmacht. Einem Kevin (zum Glück hatte ich noch keinen) würde ich als Fluglehrer absichtlich falsches Zeug beibringen, damit er bestimmt niemals irgendeine Prüfung besteht :teufel:

    Und da ich nicht alleine bin, glaube ich auch an die oben zitierte Statistik. Manche Namen brandmarken einen einfach als geborenen Verlierer.
     
  4. MACaerer

    MACaerer Active Member

    Vorsicht, Satire :eek:)

    MACaerer
     
  5. maximilian

    maximilian Active Member

    Nachdem ich vorhin wieder eine Frau auf Schwäbisch nach ihrem Kind „Chantale” (vermute ich jedenfalls...) habe rufen hören, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Wie soll denn aus Kindern was werden, deren Eltern die Namen nicht aussprechen können, die sie ihnen ausgesucht haben ?

    Und warum die Kevins so viel furchtbarer sind als alle anderen Kinder, kann sich der Amateurpsychologe in mir so erklären: Dieser Name kam damals auf, als der Film „Kevin - Allein zu Haus” (und diverse Nachfolger) im Kino groß rauskamen.
    Menschen, die sich ein rotzfreches und unangepasstes Früchtchen wie diesen Hauptdarsteller wünschten, wählten ihrem Nachwuchs diesen Namen und gaben sich alle Mühe (offenbar mit Erfolg), ihn zu sowas zu erziehen...

    Grüße, Maximilian
     
  6. maximilian

    maximilian Active Member

    Wie immer liegt der goldene Weg irgendwo in der Mitte, oder? Es kann doch auch nicht sein, dass der Lehrer die kleine Siobhan und die kleine Deirdre das ganze Jahr nicht aufruft aus Angst, sich schon wieder ob der falschen Aussprache der Namen zu blamieren ... und ihnen dann am Jahresende eine Fünf für Mitarbeit ins Zeugnis schreiben muss. In Irland nennt schliesslich auch niemand seine Tochter „Walpurgis”.

    Wenn aber nun mal die Kevins die Statistik der Sitzenbleiber und vorzeitigen Schulabgänger anführen? Das kann doch kein Zufall sein...
     
  7. maximilian

    maximilian Active Member

    Huetzutage? Immer schon!

    Hier ist übrigens die Arbeit, auf die sich der genannte Artikel bezieht: http://www.kinderforschung.uni-oldenburg.de/download/Masterarbeit_JuliaKube_Vornamensstudie.pdf
    Sieht mir einigermassen seriös recherchiert aus und der Fragebogen (hinten im Text) ist auch nicht auffällig suggestiv gehalten, um den Kevins dieses Landes absichtlich eine aufs Maul zu hauen (auch wenn ihre Eltern das verdient hätten :p).
     
  8. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Wie hat schon Oscar Wilde gesagt: »The surface is all the truth.«
     
  9. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    An unserer Schule gab es mal ein Mädchen namens Euphemie von ... :augenring
    Für diesen Namen war nicht mal eine Abkürzung möglich. Thorben, Kevin oder Dario-Max klingen dagegen schon recht angenehm.
     
  10. maximilian

    maximilian Active Member

    Moin!

    Das ist aber keine Äusserlichkeit. Der Name, den ein Kind von seinen Eltern ausgesucht bekommt, fasst in einem (mehr oder weniger) kurzen Wort zusammen, aus welchem familiären Hintergrund es kommt. Und dass dieser hauptsächlich für die Prägung und Entwicklung von Kindern verantwortlich ist, gilt doch wohl als gesicherte Tatsache, oder?

    Grüße, Maximilian
     
  11. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ja, ein großes Bündel sich selbst erfüllender Prophezeiungen. Wahrscheinlich ist darum auch der Zweifel Kern meines Wesens.
     
  12. batrat

    batrat Wolpertinger

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,669533,00.html


    "In diesem Jahr landeten Hannah und Lukas bei den Neugeborenen auf Platz zwei. Auf Rang drei folgen Leonie und Jonas.

    Zu den bundesweiten Top Ten gehören bei den Mädchen drei weitere Namen mit dem Anfangsbuchstaben L: Lena, Lea und Lilly. Ihre Popularität aus dem Vorjahr halten konnten Anna, Emma, Emily und Marie. Bei den Jungen gehören noch Luka, Paul, Felix, Maximilian , Fynn, Tim und Ben zum Spitzenfeld."


    Lilly ? Emily ? Fynn ?? Ben ? Emma ?? :augenring

    Bitte das Sorgerecht entziehen !! :eek:


    @maximilian : Du bist wieder im Trend :biggrin:
     
  13. maximilian

    maximilian Active Member

    Wie schon seit über 2000 Jahren. Wobei ich in meinem Alter +/- 20 Jahre wirklich der einzige bin, den ich kenne. Und für "Fynn" alleine sollten die Stockhiebe als Bestrafung wieder eingeführt werden.
     
  14. batrat

    batrat Wolpertinger

  15. maximilian

    maximilian Active Member

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