Online-Macwelt für Geld?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von macixus, 18. August 2001.

  1. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Fast so was wie (noch) eine Umfrage...

    Habe mir überlegt, dass ich durchaus bereit wäre, statt des Macwelt-Hefts eine Online-Ausgabe zu abonnieren. Ja, für Geld und Passwort (wäre mir ca. 5 DM/Monat wert).

    Vorteile:
    - halber Preis gegenüber Jahresabonnement
    - statt Vertrieb mehr Redakteure und damit mehr "Mac"
    - müsste mir nur die Artikel downloaden oder online lesen, die mich wirklich interessieren, Rest muss ich gar nicht erst blättern;
    - spart Papier, Transport, Autobahnabnutzung, mehr Platz in den Schubladen etc.
    - Macwelt könnte durch Auswertung des Lese-/Downloadverhaltens gezielter für die Leser arbeiten (nicht von allem ein bißchen, damit jeder was davon hat und viele das Heft kaufen)
    -A k t u a l i t ä t (hört endlich der Unsinn auf, dass das im September herauskommende Heft die Nr. 12 hat ;)
    - Heft-CDs sind damit überflüssig (wie für die meisten online-Leser sowieso)

    Nachteile:

    - Nichtabonnenten erhalten die "schmale" Macwelt-online wie bisher auch (also paar News, paar Appetitmacher für den Heftkauf, ein Superforum)
    - der "taktile/haptische Reiz" einer Zeitschrift ist weg
    - keine Unterlage mehr für Tassen, Becher, Gläser
    - keine Notizzettel mehr für lesenswerte Tipps und Tricks
    - niemand mehr, dem man das Heft um die Ohren hauen kann (Kindern, Hunden, Katzen, Nachbarn, Fliegen, Mücken, Macwelt-Redakteuren;)
    - nichts mehr zum Angeben im Bus, Zug, Flugzeug, Schiff

    Ob sich so eine Idee "rechnet", müssen andere bewerten (Peter Mueller und Kollegen?). Will nur mal hören, ob sich meine MitMacGemeinde mit dieser Idee anfreunden könnte.
     
  2. joerch

    joerch New Member

    Würde sich meiner meinung nach auf jeden fall lohnen.
    Ich würde mitmachen !

    (aber nur wenn das forum wieder geändert wird)
     
  3. gratefulmac

    gratefulmac New Member

    Mann,ob das wirklich gut ist?
    So ne Zeitschrift ist ja ganz praktisch,wenn man mal was nachschauen will,was einen aktuell gar nicht so interessiert hat.Der "Da war doch mal was "- Effekt,die Kramerei und das Finden von Artikeln,die man gar nicht gesucht hat,fällt dann weg.
    Blättern ist ja auch ne ganz angenehme kinästhetische Wahrnehmung.Und Photos auf papier sind auch nicht zu verachten.
    Also ich finde beides besser Online u. Papier-Macwelt.

    eine gute Nacht noch frank
     
  4. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Ob das gut ist, war ja genau die Frage...
    Das, was du dagegen einwendest, sehe ich auch, kommt also zu den Nachteilen dazu.

    Aber die Vorteile sind deshalb noch nicht aufgewogen.

    Ebenfalls gute Nacht (und träum' was schönes, also von einem G4 MP mit Cinemadisplay :))
     
  5. i_mac_messer

    i_mac_messer New Member

    Nein! Ich konnte gerade in der Firma ein Projekt loswerden, wo es genau darum ging, Online-Dienste für Geld. Das macht doch nur die Sexindustrie. Wer das versucht, fällt auf die Fresse. Falls sich das irgendwie ausbreiten sollte, wird das Internet rapide zurückgehen.
     
  6. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    In die Schmuddelecke wollte ich keineswegs...Bin auch nicht sicher, ob jeder bei Online-Diensten gegen Geld auf die Fresse fällt. Ich denke mal, die überall "lauen" Zeiten sind bald Vergangenheit (s. Napster).

    Meine Idee ließe sich analog auch für "Spiegel" und "Süddeutsche" und und anwenden (der Konsument spart, der Produzent arbeitet direkter).
     
  7. DonRene

    DonRene New Member

    tatsache ist das die site hier auch geld kostet und ich denke über kurz oder lang werden diese dienste auch bei anderen geld kosten müssen, da sie sich sonst nicht rechnen.

    also etwa so du hast das mw abo und kommst hier auch in einen geschützten bereich. kein abo bleibt draußen.

    natürlich kann man sowas auch auf einer reinen "onlinebasis" betrieben.

    re
     
  8. i_mac_messer

    i_mac_messer New Member

    Klar, ein Argument bei uns in der Firma ist auch, daß Werbeeinnahmen im Web tendenziell rückläufig sind und man somit andere Finanzierungsquellen braucht. Möglicherweise wird das Web in Zukunft Geld kosten, aber mit dieser Vorstellung kann ich mich derzeit noch nicht anfreunden... Ich nutze z.B regelmäßig das Onlineangebot unserer Tageszeitung, habe aber kein Printabo. Wenn die Onlineversion zukünftig Geld kosten sollte, besorge ich mir lieber ein Printabo.
    Das Lesen dieses Postings ist übrigens auch kostenpflichtig. Also: Bitte mir pro gelesener Zeile 1 DM überweisen (jeder User einzeln)!!!
     
  9. eman

    eman New Member

    Ein interessanter Vorschlag. Ich denke genau so wird (soll) die Zukunft aussehen. Online-Angebot billiger als das Heftangebot. Druckware nur noch für exklusiven Lesegenuss, der natürlich etwas teurer ist, da Druckkosten entstehen, Materialkosten für Papier und eine Abgabe für den damit anfallenden Müll ist bestimmt auch nicht mehr weit. Darauf steuern wir zu. Aber zum jetztigen Zeitpunkt wird das noch nicht funktionieren. Siehe "Pay-TV": Ist auch nicht der große Renner. Die Leute mögen es eben nicht, für alles noch mal zusätzlich zahlen zu müssen. Zusätzlich deswegen, weil TV und Internet auch so schon etwas kosten. Das vergisst man immer leicht, gerade wenn in der Öffentlichkeit Begriffe wie "Free-TV" (was ist daran "kostenlos"?) und "kostenloser Download" (Napster-Debatte) kursieren. Um überhaupt in's Internet zu kommen, hat man bereits eine ganze Menge Geld für Geräte, Anschluss und Freischaltgebühren bezahlt. Dazu kommen Onlinekosten, Telefon- oder Kabelgrundgebühren, Flatratekosten, etc.
    Das ist so, als ob man für den Supermarkt erst Eintritt zahlen müsste, um darin etwas kaufen zu dürfen. "Pay-for-Content" wird sich erst durch Anschluss- oder Endgerät-Sponsering durchsetzten. So wie bei den Handys. Hätten dort alle Mobiles die tatsächliche Summe gekostet, könnte man heute ungestört im Zug fahren ;-)

    Kostenloses Internet für alle!
    Was jetzt noch wie eine Übertriebene Forderung klingt, kann bald schon die realistische Grundlage für Online-Business sein. Das Konsum-Paradies wartet schon ;-)
     
  10. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    s Händchen genommen werden und dann durch's Netz-Paradies "geleitet", häßliche Vorstellung.

    Ich zahle "gern", wenn ich dafür den erwarteten Gegenwert erhalte in Form von fundierten Artikeln, Tests, Tipps etc., ohne das Gefühl, von im Hintergrund aktiven "Sponsoren" gegängelt zu werden.

    P.S: Dein "ungestörtes Zugfahren" war Schmunzelextraklasse:)
     
  11. gratefulmac

    gratefulmac New Member

    Gestern hat mir ein händler in einem mobilfunkladen erzählt, das die Firmen mit SMS mehr Umsatz u.Gewinn machen, als mit der normalen Telefonitis.
    Da ist mir klar geworden,das online -dienste dagegen sehr preiswert sind. ( Kosten sind ja in den oberen Beiträgen schon aufgeführt worden )
    Kostendeckend arbeiten ist ja richtig , aber wie oben schon geschrieben wurde, für alles im Netz bezahlen,wohin ja die gierigen Gedanken der Industriegiganten gehen,kommt nicht in Frage.Das Web ist der erste gesellschaftliche Raum ,in dem Menschen global u.direkt kommunizieren können und das muß uns erhalten bleiben.
    Die Interessen der Industrie mögen ja Andere sein.
     
  12. baltar

    baltar New Member

    Nicht alles sollte man Online bzw.
    Papierlos machen.

    Ein Printmagazin hat etwas was eine
    Onlineausgabe NIE haben wird.

    Eine Seele....

    MfG
     
  13. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Von "für alles bezahlen" war nie die Rede, das Netz als globale Community muss selbstredend erhalten bleiben!

    Mir geht es um spezifische Angebote, für die ich auch bezahlen würde, wenn die (bereits genannten) Vorteile (die immer vorhandenen) Nachteile überwiegen.

    Bei Macwelt z.B.:
    halber Online-Preis im Vergleich zum Heft, dafür doppelter "Nährwert" an Information und Aktualität. Das wäre mir Geld wert.
     
  14. eman

    eman New Member

    "Kostenlos...für alle" ist natürlich überspitzt formuliert. Es ließen sich aber andere Wege finden. Sodass man in Zukunft unmerklich eine geringe Gebühr für den Dauerconnect bezahlt. So ähnlich wie z.B. die Wasser- oder Müllgebühr. Stellt euch vor wir müssten bei jedem Umzug erst mal einen billigen Müllabholdienst suchen, Preise vergleichen, pro Kilogramm abrechnen, auf dem Land gebe es keine Pauschalabholung der Tonnen, wir müssten unter verschiedenen Mülltonnen-Marken auswählen, unsere eigene Mülltonne kaufen, die müsste aber kompatibel mit dem Müllwagen sein und je mehr Geld man hat, desto mehr Müll könnte man abholen lassen, etc. Das wäre zwar möglich aber würde unser Leben mit zusätzlichem Stress belasten. Bei Kanalgebühren, etc, haben wir uns längst an pauschale Abwicklungen gewöhnt. Und mit dem Internet wird es in Zukunft nicht anders sein. Von dort aus wird uns das jetztige Vorgehen umständlich und albern vorkommen.
    Ich wäre jedenfalls eher bereit für spiegel-online etc Geld zu zahlen, wenn Internet-Anschluss eine Grundvoraussätzung wäre. So, wie der Weg zum Kiosk gegeben ist, und ich nicht für jeden Meter erst Maut zahlen muss (obwohl, das kommt ja jetzt ;-)) um dort dann meinen Spiegel kaufen zu können. Die Staßenbenutzungs- und Reinigungsgebühr sind schon getilgt.
    Es ist eine generelle Frage, ob man Kommunikationsmittel in Form von Zeit abrechnen und zu einer Ware machen soll, wie es jetzt der Fall ist oder ob man für die Inhalte bezahlt? Ich denke Kommunikation sollte immer frei und kostenlos bleiben, wärend eher die Inhalte die Waren sein müssten.....
     
  15. eman

    eman New Member

    Manche Korkenzieher haben übrigens auch eine Seele.

    (wenn die Spirale so geformt ist dass sie längs einen Hohlzylinder bildet, nennt man diesen eine Seele. Sehr interessant, da sie Seele somit als der Hohlraum, das Nichts, angesehen wird...)
     
  16. MacELCH

    MacELCH New Member

    shared' , was ja eigentlich nicht im Sinne des Erfinders ist :0 !

    Es gibt aber auch die Moeglichkeit ein Pauschalangebot fuer saemtliche oder eine Vielzahl der Fachjournale zu nehmen, der auch nicht Benutzerlimitiert ist. Kann beispielsweise ueber die IP Nummer geregelt werden. Und allein die Bereitstellungskosten fuer dieses Angebot kostet die MPG (Max Planck Gesellschaft) ein paar Millionen.

    Prinzipiell waere ich fuer ein Online Magazine gegen Bezahlung, allerdings glaube ich kann man es sich derzeit noch nicht richtig leisten. Erst wenn es selbstverstaendlich ist ein Internet Anschluss zu haben, kann man ueber so einen Schritt nachdenken.

    Gruss

    MacELCH
     
  17. Patrick Peters

    Patrick Peters New Member

    Netter Gedanke, aber die vielen Werbepop-ups zur Finanzierung schrecken mich jetzt schon.

    Außerdem ist einer der Vorteile auch ein Nachteil, wenn du dir nur das downlädts, was dich interessiert, kann das nicht besonders horizont-fördernd sein. Oft seh in ner Zeitschrift nen Artikel, wo ich erst nach dem Durchlesen sage "Das war ja doch interessant", sowas fällt beim Online-Modell weg....

    Außerdem herrscht im Internet sowieso die "alles-kostenlos" Denke. Wenn man schon online ist, kann man sich die informationen auch per Hand raussuchen, wieso zahlen? Das geistiges Gut eben auch ein Gut ist, ist vor allen im Internet wohl ein befremdlicher Gedanke. Aber vielleicht ändert sich das ja noch irgendwann mal...

    Gruß Patrick
     
  18. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Das ist ja möglicherweise ein weiterer Vorteil, dass der jeweilige Online-Dienstleister k e i n e WerbePopups mehr braucht, weil ihn die Nutzer ja bezahlen. Sehe ich wie eman: für den Inhalt zahle ich.

    Dieses "alles für lau" wird sich vermutlich schneller ändern (müssen), als uns allen lieb ist. Nach der Bauchlandung vieler eFirmen und der Rückkehr "alten" Denkens (i.S. das muss sich ja auch rechnen) müssen hier andere Wege beschritten werden. Die Frage ist nur: wie sage ich's meinem Kinde (dem verwöhnten User)?!

    @all
    Danke für die hochinteressante Diskussion. Ist weit mehr als "small talk". Aber bei diesem Forum bin ich ja nichts anderes gewohnt ;)
     
  19. Patrick Peters

    Patrick Peters New Member

    Ja aber wie teuer wird das ohne Werbung???

    Ne Macwelt kostet 10,- mit Werbung, wie teuer die ohne ist, weiß ich zwar nicht, aber garantiert mehr als du und ich dafür bezahlen würden. Wie teuer wäre jetzt ein Online-Mag ohne Werbung, Sachen wie testgeräte, Messefahrten usw. das fällt ja auch an wenn man online publiziert. Zudem wollen die Redakture auch leben und Gewinn muß ja auch was abfallen, Samariter sind wir alle nicht.....

    Ich kann mir zur Zeit nicht vorstellen das für 5,- im Monat ein regelmäßiges, aktuelles Magazin ohne Werbung im Internet überleben kann. Ich laß mich aber sehr gerne vom gegenteil überzeugen.

    Gruß Patrick
    P.S. joh, ist ne schöne Diskussion
     
  20. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    s bei Macwelt jemand, der sowas schon mal angedacht hat, wie teuer so was sein müsste, damit sich's für den Verlag rechnet?

    Kann da Peter Mueller was dazu sagen (ohne dass wir unter die betriebswirtschaftliche "Bettdecke" der Macwelt blinzeln wollen)?
     

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