Organisiertes Kapital keine Steuern

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Harlekin, 24. Juli 2002.

  1. Harlekin

    Harlekin Gast

    Heute geht durch die Medien:

    Muenchen ist Pleite, weil das dort ansaessige Organisierte GrossKapital, BWM, HypoBank und andere, keine Gewerbesteuern mehr zahlen muss.
    Im Gegenteil musste das Muenchener FinanzAmt fuer das letzte Jahr noch 500 Mill. Euro an das Verbrechen zurueckzahlen.

    Auf der anderen Seite plant das Regime den weiteren Abbau von Sozialleistungen und eine Verschaerfung der Versklavungsmechanismen fuers einfache Volk.
    Vermarktet wird diese neue Kampagne unter der Corporate Identity "Hartz Kommission".
    Geplant sind offenbar kuerzungen des Arbeitslosengeldes bzw. Aenderungen der BerechtigungsVoraussetzungen, wer nicht jeden befohlenen Job annimt, Sklavenarbeit zu Billigkonditionen, soll letztlich keinerlei Sozialleistungen, weder Arbeitslosengeld, noch Sozialhilfe, mehr erhalten.

    Harlekin

    .
     
  2. klapauzius

    klapauzius New Member

    Nichtstun' nicht die Bohne zu tun.

    Aber mach das mal einem Autoverkäufer klar......
     
  3. klapauzius

    klapauzius New Member

    Und das bei den Mieten :))))))))
     
  4. klapauzius

    klapauzius New Member

    Und ? Sind daran die Arbeitslosen schuld oder wie ?

    Ihr stellt euch arbeitslos wohl als das Paradies auf Erden vor. Ich glaube, ihr täuscht euch da ziemlich.

    P.S.: Ich persönlich war noch nie arbeitslos, aber hab auch wirklich keinen Bock drauf.
     
  5. terkil

    terkil Gast

    Bin selber entrechteter und geknechteter Lohnsklave. Das kapitalistische Ausbeuterregime stiehlt mir fast 50% meines kargen Lohnes. Und das soll dann die "soziale Gerechtigkeit" sein oder was....
     
  6. Harlekin

    Harlekin Gast

    @ Akiem

    "kohle fürs nichtstun", genau das erleben wird ja permanent bei den Mafiosis aus Politik und Kapital, Ron "der stets grinsende Millionenabzocker" Sommer laesst gruessen.
    (Nur als Beispiel, man koennte dieses Forum noch mit anderen Namen vollschreiben und auch auf andere Abzocken und Korruptionen etc. eingehen)

    Was bedeutet "kohle fürs nichtstun" eigentlich fuer uns Normalsterbliche?
    Soll das heissen, dass der Mensch sein Recht auf Leben erst legitimieren muss?
    Wer entscheidet darueber, wer leben darf und wer nicht, ueber Arbeits- und Lebensbedingungen?
    Etwa diejenigen, die herrschende Klasse, die sich auf Kosten der uebergrossen Mehrheit die Taschen vollstopft?
    Entscheiden die wenigen, welche fast alles besitzen, darueber, welche Arbeit welchen Wert und wer diese zu welchen Bedingungen auszufuehren hat?

    Nur die duemmsten Sklaven fuegen sich in diese Logik, weil sie zu schwach sind ihre Stimme zu erheben.

    Harlekin
    . seineKalaschnikovimDunkelnzerlegenuebend .

    .
     
  7. terkil

    terkil Gast

    Der Dax ist jetzt auf 3300 gefallen. Meine Altersversorgung ist futsch !

    ICH WILL DIE WELTREVOLUTION ! UND ICH WILL SIE JETZT !!!



    WER MACHT MIT ?
     
  8. 12 Monate bzw. 360 tage, wenn man unter 45 ist - maximal.

    Das ist keine Frage von Mathematik, sondern von Politik.
     
  9. Haegar

    Haegar New Member

    Tja, eine Kollegin hat ihr Erbe von der Oma an der Börse in den Sand gesetzt, kein Scherz....

    *frohdasichnichtaufdenaktienhypemitaufgesprungenbin*
     
  10. RaMa

    RaMa New Member

    nixda revolution...aktien kaufen bis zum erbrechen...jetzt wo sie so billig sind...
     
  11. grufti

    grufti New Member

    ...womit denn, Karl Otto, Karl Otto, wo mit denn...?
     
  12. 7miles

    7miles New Member

    ...das Problem ist doch die fehlende Alternative zum blanken Kapitalismus. Jahrelang hat man die Probleme totgeschwiegen und die Sozialromantik gepredigt, nebenbei das Volk nach Strich und Faden beschissen und seine Schäfchen ins Trockene gebracht...und langsam bricht alles zusammen. Ich trau mich gar nicht in die Zukunft zu blicken: Korruption, Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung+ Katastrophen - wie soll ich eigentlich meiner Tochter Werte vermitteln, wenn sie genau damit dann der Arsch ist? Mir persönlich geht es (noch) recht gut, aber ich bekomme manchmal echt Angst. UND WIR LASSEN ALLLEEESSSS MIT UNS MACHEN!!! Da wird dann nur wieder mal endlos mit Menschen diskutiert, die von jenem oder welchem Problem überhaupt nicht betroffen sind und gaaanz tolle Lösungen parat haben....oh man, ich muß jetzt aufhören, sorry für mein gelaber...aber ich habe das Gefühl, ich bin gar kein Mensch mehr, sondern nur noch Zielgruppe...
     
  13. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Ein Gespenst geht um in Europa...nee, doch nicht, im Forum geht es wieder mal um...

    Und ich hatte schon befürchtet, Harlekin hätte sein Handbuch des revolutionären Humanismus verlegt. Aber er hat's wiedergefunden und so ist auch mal wieder was Lustiges zu lesen - von schrecklichen Großkapital bei der Knechtung einer Großstadt und seiner darbenden Bewohner.

    Der absolute Schenkelklopfer ist aber "das Regime" bei der "Verschärfung der Versklavungsmechanismen fürs einfache Volk"...Ich sehe es vor mir, auf dem Isarfloss bei Bier und Humptablasmusi, wie es sich im Schweisse seines Angesichts in die Riemen stemmt, die Peitsche auf dem ausgemergelten Rücken erduldend...*brüüüüll*

    Und dann grinst noch dieser fiese Hartz um die Ecke und droht "genießt diese Floßfahrt, denn bald lasse ich das Wasser aus der Isar und das Bier aus dem Faß und dann hat es sich mit dem schönen Sklavendasein..."

    Harlekin for President! *bauchhalt*
     
  14. grufti

    grufti New Member

    schau, das war doch noch nie anderst. Nur daraus sind unsere ganzen Religionen entstanden. Den armen Teufeln hat man lediglich die Hoffnung auf eine ewige Glückseeligkeit zugestanden. Und gleichzeitig mit der ewigen Finsternis in der Hölle gedroht, wenn sie sich nicht in ihr Schicksal fügen. Erfolgreiche Massenbändigungsmittel.
    In Europa funktioniert das jetzt halt nicht mehr.

    Vergleiche nur die Lebensumstände deiner Großeltern mit den deinen. Dann ist das schon nicht mehr ganz so entsetzlich schlimm. In kleinsten Schritten geht es in Europa ja doch voran. Wir können unsere Volksvertreter wählen und abwählen. Nur dadurch geht es weiter. Bei uns ist noch sehr vieles ungerecht, ganz zweifellos. Und daran muss ganz intensiv gearbeitet werden.

    Persönlich berührt mich viel mehr, dass es uns immer weniger interessiert, wie erbärmlich und menschenverachtend Menschen im 21. Jahrhundert in anderen Kontinenten klaglos dahinvegetieren, sofern sie nicht verhungern. Es wäre schon überdenkenswert, weshalb "wir" überwiegend nur jammern, obwohl wir das Glück hatten, dem kleinen Prozentsatz der Weltbevölkerung anzugehören, dem es eigentlich unverschämt gut geht.

    grufti
     
  15. grufti

    grufti New Member

    dem terkil sein Wahlplakat hat mir aber schon gefallen. Den hätte ich gleich gewählt, wenn er angetreten wär. Der hat auch immer so gute Ideen und bringt die so einleuchtend und behutsam rüber. Der ist keiner von diesen Phrasendreschern.
    Und den Solidaritätszuschlag hätte er als Allererstes sowieso abgeschafft.
    Und die Sklaverei natürlich auch.
    :))
     
  16. Patrick Peters

    Patrick Peters New Member

    Was soll diese Recht auf Leben-Nummer???

    Das mach ich ja niemanden streitig, aber ich habe auch nicht vor jemanden sein Recht auf Leben zu finanzieren.....

    Wenn Sozialleistungen kürzen für dich heißt, Leuten das recht auf Leben streitig zu machen, würd ich mal drüber nachdenken das Sozialleistungen nicht vom Himmel fallen. Da arbeiten Leute wie ich für und wenn ich da schon Abgaben bezahle möchte ich sie an die Leute abgegeben sehen, die im Gegenzug bereit sind was dafür zu tun.....

    Wer selber sagt er will nichts tun, ok..... Aber dann zu erwarten das sein Lebensunterhalt vom Staat gezahlt wird ist dreist. Immerhin opfere ich indirekt Zeit meines eigenen Lebens um Sozialabgaben zu bezahlen.... Errinnert mich an die Lebensweise von Viren....

    Gruß Patrick
     
  17. Harlekin

    Harlekin Gast

    @ Patrick Peters

    Recht auf Leben, Menschenrechte, sind keine "Nummer", es sei denn man ist bereits derart defaitistisch, dass man das Thema nur noch durch infatile Reflexe ertraegt.

    Wie kommst Du darauf, dass das Recht auf Leben von Deinen "Finanzierungen" abhaengig waere, da kann doch etwas in dieser Denkweise nicht stimmen.
    Untersuchen wir das mal:
    Jeder Mensch hat das naturgegebene Recht auf Leben und unversehrtheit, dieser Grundsatz zieht sich durch alle Philosophien und aus diesen entstandenen Religionen und findet seine Bekraeftigung auch in den humanistischen, ethischen Grundsaetzen unseres Kulturkreises in der Epoche der Post-Aufklaerung.
    Konkret bedeutet dieses Menschenrecht, dass jeder Mensch das Recht haben sollte, unabhaengig seiner durch Geburt determinierten sozialen Stellung, seine grundlegenden Lebensbeduerfnisse aus dem ihm umgebenden natuerlichen Lebensraum zu befriedigen.

    Du argumentierst "...wuerde ich mal darueber nachdenken, dass Sozialleistungen nicht vom Himmel fallen".
    Da gebe ich Dir natuerlich vollkommen Recht.
    Aber warum bedarf es ueberhaupt "Sozialleistungen"?, diese Frage muss doch erst einmal zentral gestellt werden.

    Erstens sind die kapitalistischen Verhaeltnisse derart, dass wer nicht als Teil der besitzenden Klasse oder mit dieser kollaborierenden Kaste der Mafia Funktionaere, wie Politiker, Justiz, dem Regime dienenden oder zumindest sich diesem unterordeneten, angehoerend geboren wird, ohne (nennenswerten) Besitz ist.
    Wissenschaftlich teilt man zwei Klassen ein; Die ueber die Produktionsmittel (und alle Werte wie Grund und Boden etc.) verfuegen und diejenigen, welche nicht.

    Die kapitalistische Klasse schafft Verhaeltnisse, unter denen sich die Nichtbesitzenden erst durch die Unterordnung unter das Diktat der buergerlichen Rechtsnormen ihr Recht auf Leben "verdienen" muessen.
    Da aller Grund und Boden und grossen Werte privatisiert sind, hat das Individuum nicht die Moeglichkeit artgerecht und frei sein Leben und Auskommen zu gestalten.
    Ihm bleibt die Wahl als moderner Sklave zu funktionieren oder zu sterben.

    In diesem Konflikt, wissenschaftlich Klassenkampf genannt, dienen die durch den Kapitalismus etablierten buergerlichen Rechtsnormen dazu, dass notwendig werdende "Sozialleistungen" (der Begriff ist schon pervers) nicht etwa aus dem Profit des Kapitals bezahlt (das waere ja unwirtschaftlich), sondern natuerlich auch noch der Allgemeinheit aufgebuerdet werden.
    Das soll u.a. dazu dienen, dass die Sklaven sich auch noch untereinander bekaempfen, statt ihren Blick auf das eigentliche Problem zu lenken.

    Ferner dienen die Verschaerfungen der sozialen Verhaeltnisse den Herrschenden dazu, die Existenzangst des Individuums zu erhoehen, dieses in einen permanenten Ueberlebenskampf zu zwingen und somit Widerstand nach Moeglichkeit erst gar nicht aufkommen zu lassen.
    Arbeitslosigkeit und soziale Deklassierung sind bewusst erzeugte Instrumentarien der kapitalistischen Diktatur.

    Harlekin

    .
     
  18. ughugh

    ughugh New Member

    Denkfehler:

    Arbeitlosengeld ist keine Sozialhilfe - man kann Arbeitslosengeld nur erhalten, wenn man zuvor in den Solidartopf eingezahlt hat. Insofern lebt man nicht "auf anderer Leute kosten" sondern nimmt eine Versicherungsleistung in Anspruch, die man zuvor durch Zahlung von Beiträgen erwirkt hat. Ist im Grunde nicht anders als eine Hausrats- oder Lebendsversicherung, nur mit dem Unterschied daß ich mir das eine aussuchen kann und das andere nicht.

    Und was Sozialhilfe betrifft - klar es gibt Leute, welche das ausnutzen, genauso wie es Unternehmer gibt, die Steuerschlupflöcher über alle Maßen ausnutzen - beide handeln im Grunde legal, wenn vielleicht auch moralisch fragwürdig. Über beides Ärgere auch ich mich, aber damit muß man in so einem System leben, und ich für meinen Teil bin ziemlich Stolz darauf, in einem politischen Umfeld leben zu dürfen, das soetwas wie Sozialhilfe kennt - schneller als man denkt, kann man selbst darauf angewiesen sein, und ich trage gerne mit meinem Teil dazu bei.
     
  19. Patrick Peters

    Patrick Peters New Member

    Hab nicht von Arbeitslosenhilfe geredet, sondern es ging um "kohle fürs Nichtstun"

    Das ein gutes Soziales Netz in einem Staat ne gute Sache ist, darüber braucht man sich nicht zu unterhalten....

    Gruß Patrick
     
  20. Patrick Peters

    Patrick Peters New Member

    Ich möcht grade um diese Uhrzeit keine Grundsatzdiskussion anfangen, schon gar nicht mir dir, da wir meinungstechnisch sehr weit auseinander driften.

    Ich halte Menschenrechte nicht für ne Nummer. Auch kann mir vorstellen das es in einer Friede-Freude-eierkuchen-Welt angenehmer wäre, da leben wir aber nicht. Die Menschheit ist offenbar grundlegend egoistisch und auf den eigenen vorteil bedacht.

    Klar, schöner ginge es allemal, aber auch als Kapitalismushasser muß man zugeben das "alle-sind-gleich"-Systeme daran scheitern, daß Menschen nunmal nicht gleich sind.

    Ums auf den Punkt zu bringen: Ich kann mir auch was besseres vorstellen, aber ich lebe nunmal in dieser Welt, um genau zu sein in Deutschland. Ich hab mich hier ins System eingelebt und wenn jemand anderes die Vorteile dieses Systems nutzt ohne selbst was einzubringen, find ich das nicht ok. Ich weiß, das dieser jemand vielleicht einfach nur leben will, er hat ja auch das Recht dazu. Hatte ein Mordopfer auch..... Leider läufts aber anders....

    Gruß Patrick
     

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