Philosophie Lounge II (Krieg USA / Europa ?)

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Harlequin, 20. Mai 2003.

  1. Harlequin

    Harlequin Gast

    Von einem trolligen Mitglied dieses Forums wurde folgendes zur Diskussion gebracht:


    Wir gehen jetzt mal davon aus und tun so, als ob hier ernsthaft eine Frage gestellt wurde.
    Beleuchten wir die Aneinanderreihung der Worte mal ganz sachlich.


    Als erstes faellt auf, dass zwei Fragen aneinander gereiht werden, welche offenbar in einen Kausalzusammenhang gestellt werden. Diese Annahme muss aber reine Spekulation bleiben, da beide Aussagen nicht in ihrem suggerierenden Kontext ohne verbindende Kernaussage und Erlaeuterung daherkommen.
    Dem Leser bleibt also nur zu erraten, was der Autor dieser Saetze eigentlich meint.
    Den zweiten Satz zumindest koennte man isoliert behandeln und fuer sich ausfuehrlich untersuchen, er bildet eine in sich abgeschlossene Aussage bzw. Fragestellung.
    Die Intention des Autors ist aber vermutlich im Kontext zu fragen;
    Wenn Europa gegen die USA einen Krieg fuehren und diesen gewinnen wuerde, wuerde dies dann das Ende des US Imperialismus bedeuten?
    So zumindest interpretiere ich die Fragestellung und von dieser Interpretation moechte ich im weiteren ausgehen.


    Aus aussagenalgebraischer und begrifflich logischer Sicht ergibt die Fragestellung keinerlei Sinn, weswegen eine Antwort unmoeglich ist. Diese kann bestenfalls in einer Aufschluesselung der der Fragestellung zugrundeliegenden Verwirrung bestehen.

    Die offenkundigste Unsinnigkeit besteht in der enthaltenen Annahme, dass Imperialismus mit Imperialismus bekaempft werden koenne.
    Wuerde ein europaeischer Imperialismus den US Imperialismus (militaerisch) besiegen, bestuende ja der Imperialismus fort.
    Insoweit evident.
    Die Denkweise bzw. praeziser formuliert Assoziationsweise des Autors impliziert demnach offenbar ein chauvinistisches Moment, naemlich dass ein national von den USA ausgehender boeser Imperialismus den berechtigten (eigenen) europaeischen Interessen gegenueber steht, die wiederum nicht als imperialistisch identifiziert werden.

    Das Problem an diesem Assoziationsmuster ist einmal mehr ein begriffliches.
    Was eigentlich ist Imperialismus und vor allem: Wer sind die handelnden imperialistischen Subjekte, wer ist "USA" und "Europa"?

    Dem chauvinistischen Grundmuster des Autors folgend, identifiziert er "USA" und "Europa" als homogene Subjekte, dem "WIR" und "DIE (anderen)".
    Er unterstellt also, dass alle Menschen in Europa (oder dessen Nationalstaaten) auf der einen Seite und den USA auf der anderen, verbunden durch gemeinsame Interessen, gemeinschaftliche Subjekte bilden.
    Also archaischen Instinkten folgend nach dem Muster, mein Rudel, Dein Rudel etc.

    Und genau hierin liegt das kapitale Missverstaendnis im Erkennen der gesellschaftlichen Verhaeltnisse.
    Die selben Paesse und Fahnen unter denen Menschen leben, sollen auch genau diese Assoziation suggerieren.

    Tatsaechlich ist aber die Welt heute anders und komplexer strukturiert.
    Die Verlaufslinien unterschiedlicher Interessenslagen bilden sich nicht horizontal von Rudel zu Rudel, sondern vertikal, rudeluebergreifend von oben nach unten.
    Der Besitz aller Werte dieser Welt ist nicht aufgeteilt und raeumlich begrenzt auf die jeweiligen Gebiete von Rechts- oder Kultur- Raeumen unter ihren eigenen Fahnen, sondern diese ueberschreitend global.

    Das international organisierte Kapital, welches die weltweiten Werte zunehmend global kontrolliert, setzt sich personell aus US Amerikanern genauso wie aus Europaeern und anderen zusammen.
    Diese Menschen bilden als Gemeinschaft ein handelndes Subjekt, jenseits aller nationalen Grenzen.
    Auf der anderen Seite hat ein Arbeitsloser in Detroit mehr gemeinsam mit einem Sozialhilfeempfaenger aus Neukoelln, als mit den Grossaktionaeren der US Oel- und Ruestungs- Mafia.
    Wie die meisten Wissen, nennt man das wissenschaftlich "Klasseninteresse".

    Da ein handelndes Subjekt also durch ein Klasseninteresse und nicht eine "Volksgemeinschaft" determiniert wird, ist die Eingangsfrage wie folgt zu kommentieren:
    1. Einen Krieg USA vs. Europa wird es nicht geben, da es hierfuer keine oekonomische Basis bzw. Interessenslage der fuer einen solchen in Frage kommenden Subjekte gibt.
    2. Mit dem Imperialismus ist dann schluss, wenn global die Klasse der Nichtbesitzenden die Klasse der Besitzenden oekonomisch beseitigt haben wird.

    .
     
  2. quick

    quick New Member

  3. batsch

    batsch New Member

    _____________________________________________
    Packungsbeilage: Achtung, die Lektüre von Agnoli und Gramsci
    kann bei simplen Gemütern zu schwerem Hirnriß führen. Fragen
    sie bitte ihren Bewährungshelfter oder Sozialtherapeuthen.
     
  4. henningl

    henningl Bei den Verwirrten

    Und dann beginnt das Spiel wieder von vorn

    :confused:

    Die vorher Nichtbesitzenden sind nach der Beseitigung der Besitzenden
    die neuen Besitzenden.
    Und als Menschen werden sie sich auch wie eben solche verhalten.
    :(

    h.
     
  5. terkil

    terkil Gast

    Bist echt Kult, Alter ! Highfive !!!

    http://www.lonestar-berlin.de/terkil/harle.htm

    Denke bei der Basecap an VK 15,00 Euro. Läßt sich billig in Vietnam produzieren das Teil. Kostet dann im EK nur 0,10 Euro.

    Geiz ist doch geil oder ? Die Näherinnen in Vietnam verdienen nur 1,00 Euro am Tag. Ein Arbeitstag hat bei denen noch 10 Stunden !

    Von dem Verdienst mit den Basecaps kauf ich mir dann ein hypergeiles 300 qm Studio-Loft in den Hackeschen Höfen. Und ne Harley, made in USA.

    Is doch echt ne supergeile Welt..........

    :rolleyes:
     
  6. grufti

    grufti New Member

    >Von einem trolligen Mitglied dieses Forums wurde folgendes zur Diskussion gebracht: <

    trollig oder drollig?
    Bevor das nicht restlos geklärt ist, lese ich demonstrativ nicht weiter.
    So.
     
  7. maiden

    maiden Lever duat us slav

    terkil
    Erfahrener Benutzer

    war echt zu schwer, gell?
     
  8. quick

    quick New Member


    du hast auch immer probleme:D

    http://www.cosa-herzklopfen.de/produkte.html


    .
     
  9. grufti

    grufti New Member

    @quick, danke!
    Nun weiß ich endlich, wer damit gemeint war.
     
  10. quick

    quick New Member

    bitte!


    Lassen wir uns überraschen, wie es in Zukunft bei den Hirsels weiterhirselt.






    ;)
     
  11. goaconmactor

    goaconmactor New Member

    1. Einen Krieg USA vs. Europa wird es nicht geben, da es hierfuer keine oekonomische Basis bzw. Interessenslage der fuer einen solchen in Frage kommenden Subjekte gibt.

    Man könnte doch der Concorde zu neuer Daseinsbereichtigung verhelfen, indem auf den USA ein riesiger Parkplatz gebaut wird … und n Superdupermarkt.
    Gibt massig Arbeitsplätze in Europa. Die Kassiererinnen lasssen wir auch einfliegen!
     
  12. Harlequin

    Harlequin Gast

    Eben nicht. Denn es heisst dort:
    die Klasse der Besitzenden oekonomisch beseitigen

    Das bedeutet, dass die Klasse als oekonomisches Phaenomen oekonomisch beseitigt wird, nicht die zu einer Klasse gehoerenden Personen oder die Personen nur ausgetauscht werden.
    Es geht also um die Aenderung oekonomischer Verhaeltnisse und nicht um Personen.

    .
     
  13. Lesen: Emmanuel Todd: Weltmacht USA.
    Der Krieg zwischen Europa und den USA findet schon längst statt. Das ist der wahre Wirtschaftskrieg.

    Nicht diese infantilen und omnipotenten Bühnenbilder mit Tarnkappenbombern und Flugzeugträgern gegen einen Gegner, der keiner ist.

    Sollen die Amis doch mal einen richtigen Krieg gegen China führen. Sie würden sich wundern.
     
  14. henningl

    henningl Bei den Verwirrten


    Ich habe Dich schon verstanden und die Theorie
    auch, allein mir fehlt der Glaube.
    :(

    Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt:)

    h.
     
  15. terkil

    terkil Gast

    Ja, wenn man die Besitzenden ökonomisch beseitigt, dann sollte man auch die Ökologie nicht vergessen.

    Das heißt (streng wissenschaftlich betrachtet), dass man bei der Beseitigung der Besitzenden eben auch die ökologischen Aspekte dieser Beseitigungsaktion nicht aus den Augen verliert.

    Ökologie ist eben sehr wichtig (bei der Beseitigung der Besitzenden Menschen). Ja, es geht tatsächlich um Menschen.

    Ja, das ist wirklich Zynismus pur, oder ? Nein, ich erkenne deutlich die Sprache des Unmenschen.

    Harlekin, ich glaube Du bist ein Nazi.......
     
  16. Ich bin für aristokratischen Sozialismus: 1 Million EUR für alle.
     
  17. Harlequin

    Harlequin Gast

    Taeglich sterben 100.000 Menschen an Hunger, der Kapitalismus ist nicht zuletzt deswegen gescheitert.
    Es macht wenig Sinn diesem gescheiterten System weiter anzuhaengen und den Blick rueckwaerts zu wenden, es bleibt der Menschheit gar nichts anderes uebrig, als nach gerechten Loesungen zur Ueberwindung von Hunger, Krieg und anderer Verbrechen zu streben.

    .
     
  18. quick

    quick New Member



    Welthungerhilfe


    @ H.
    wenn du noch "etwas" geld ueber haben solltes ...



    Q
     
  19. Harlequin

    Harlequin Gast

    Mein gesamtes privates Vermoegen (ausser dem Lebens- und Arbeits- notwendigen) habe ich bereits in Projekte gegen das Verbrechen gesteckt, falls Du das meinst.

    Aber darauf kommt es auch weniger an. Viel wichtiger und effektiver ist der aktive Widerstand gegen das Verbrechen und ein Leben fuer Alternativen.
    Kleinbuergerliche Existenz und bequeme Ignoranz habe ich schon lange hinter mir gelassen.
    Was ist mit Dir, falls Du noch etwas Leben in Dir ueber haben solltest . . .
    ;)

    .
     
  20. batsch

    batsch New Member



    Waren deine 3 Jaguars, von denen du neulich sprachst:

    1: Lebensnotwendig
    oder
    2. Arbeitsnotwendig


    Wenn 2., wie hast du die Fuzzis vom FA davon überzeugt?


    Ansonsten Urbi, Orbi, Amen Amen
     

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