Plan H oder Roß und Reiter

Dieses Thema im Forum "Software" wurde erstellt von Giadello, 27. Februar 2002.

  1. Giadello

    Giadello New Member

    Vorweg: die Ihr hier eintretet, laßt alle Hoffnung fahren - auf ein H- oder S- Problem.
    Ich habe eher Kompatibilitätsschwierigkeiten mit der Firmwareversion einiger Leute.
    Aber durch Patchen oder einen verborgenen Klick wird sich das nicht lösen lassen...

    Diese Leute haben eine ziemlich raffinierte Vorgehensweise entwickelt, die ich im folgenden kurz skizzieren möchte. Ich verspreche mir davon keinen größeren Nutzen als vielleicht den, das Problem mal ein wenig anzuheben und zu wenden, ... manches sieht dann ganz anders aus.
    Nennen wir es ein Rezept für das garantierte Recht-Haben.

    Voraussetzung für das Vorgehen, nennen wir es im folgenden Plan H, ist eine Differenz.
    Dieses Abweichen kann im Weltbild, in der politischen Analyse, den konsumierten Medien, der sexuellen Präferenz oder der iMac (I)-Farbe bestehen; Hauptsache, es ist da und kann auf einen Punkt gebracht werden.
    Sehr von Vorteil ist im folgenden, wenn man sich dieser Differenz nicht nur bewußt wird, sondern sich als Angehöriger einer kleinen, leider verfemten, nichtsdestotrotz im Besitz der alleinigen Wahrheit befindlichen Elite erkennt. Aber ACHTUNG! Diese Erkenntnis darf nie als solche nach außen transportiert werden! Erstmal ist Elite im Zuge der 68er Bewegung ein böses Wort geworden - erst seit den letzten Jahren der geistig-moralischen Wende muß man nicht mehr in den Keller gehen, um diese drei Silben zu formen. Dann muß man bedenken, daß das notwendige Einsehen der eigenen Überlegenheit durch den unqualifizierten Rest zwangsläufig zu Agressionen führt. Die Masse kann zwar nichts dafür, daß sie so beschränkt ist - aber sie ist es trotzdem.
    Also: man darf nicht einfach sagen: Ich weiß, daß .... Vielmehr sollte man dem Restintellekt
    des Gegenübers schmeicheln, wenn man ihn ein wenig auf die eigene Seite zieht und dann einen gemeinsamen Blick auf den Feind (DIE Medien, DIE Schwulen, DIE Afghanen, DIE Golffahrer, DIE Blueberry-Möger, DIE etc. ...)wirft. Das DIE ist wichtig. Insgeheim hat der Gegenüber nämlich schon längst gewußt, daß bei DENEN was im Argen liegt. Und wenn nicht der Gegenüber, dann nimmt man halt einen anderen.

    Einem Feind Aug in Aug gegenüberzustehen ist schwierig, zumal in der heutigen Zeit. Außerdem gibt es von allen Abnormalitäten auch so viele verschiedene Ausformungen, da wird eine direkte Konfrontation immer schwieriger. Auch ist eine Konkretion im Gespräch mit hoffnungs-
    vollen Prä-Eliten unbedingt zu vermeiden. Eine Festlegung provoziert Widerspruch, das liegt wahrscheinlich in den Genen.Ein gebrochener, prismatischer Blick auf den Gegenstand verschafft jene gedankliche Distanz, bei deren Überbückung man dann Überzeugungsarbeit bei
    den Elitenadepten leisten kann. Für den dummen Rest schafft die Distanz einen Abwehrwall, der das meiste draußen hält.

    Ein Beispiel:
    Eine kleine unschuldige Nation, nennen wir sie S (warum nicht, so viele schöne Dinge fangen mit S an ...) hat Ärger mit den Nachbarn. Zwar ist lange Zeit leidlich gut gegangen unter einer gemeinsamen Adresse J, aber irgendwann wollten die anderen Mietspartei nicht mehr den Müll raustragen und den Hausflur putzen. Der Haushaltsvorstand von S, Blockwart M, reklamiert die anderen Wohnungen für S, schließlich müssen ja hygienische Standards eingehalten werden. Daraufhin entbrennt ein erbitterter Nachbarschaftsstreit, S holte sich mehrere blutige Nasen (teilte aber auch ordentlich aus). Insgesamt lief es für S nicht so gut. Immerhin wollte man aber noch einen ungeliebten Untermieter A aus dem Haus haben, der mit seinen exotischen Koch-
    versuchen regelmäßig den Kohlgeruch aus dem Hausflur trieb. Das wäre auch fast gelungen, wenn nicht der Straßenbulle U mit der Anwohnervereinigung N aufgekreuzt wäre und S unter dem Vorwurf der Ruhestörung und Amtsanmaßung an weiterer hygienischer Tätigkeit hinderte. Angeblich seien auch Untermieter mit unveräußerlichen Rechten ausgestattet. Blockwart M wurde an einen der Heimat fernen Ort in H verbracht, ihm wird jetzt in einer ungleich unkomfortableren Umgebung der Prozeß gemacht.

    Die Elite weiß natürlich, daß M unschuldig ist. Das steht aber so nicht in den Zetungen, jedenfalls den meisten. Und das wiederum ist eine gute Ausgangsposition für die Anwendung des Planes H.
    Man sagt nicht M ist unschuldig. Nein, viel besser ist er ist so lange unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist. Damit steht man auf juristisch ziemlich unangreifbaren Boden - sollte der Prozeß irgendwann mit einem Schuldspruch zu Ende gehen, war das Gericht eben vorein-
    genommen, nicht zuständig oder schlichtweg Teil der Weltverschwörung.
    Mit dieser Unschuldsvermutung kann man nun aber alle anderen Meinungen dem Erdboden gleichmachen. Wer wird es noch wagen, gegen einen heligen juristischen Grundsatz zu opponieren? Daß Meinungen immer nur Meinungen sind, und zwar persönliche Einstellungen, die geändert, umgestoßen oder mit ins Grab genommen werden können - daß sie wichtig sind, um die Welt ein wenig besser greifen zu können, aber keine rechtsverbindlichen Urteile, darüber sollte man besser schweigen.
    Daß auch das eigene, das elitäre Weltbild sich aus lauter Meinungen zusammensetzt, muß bis aufs Blut bestritten werden. Schließlich ist das die einzig richtige, das Wissen, die Wahrheit.

    Merke: immer schön die Distanz wahren! Die Medien (der anderen) sind Propagandainstrumente, nur die eigenen sind Quellen reiner Information. Die Meinungsfreiheit ist immer zuerst die eigene - und sie wird permanent verletzt !
     
  2. Ich muß gestehen, daß ich zwar ungefähr begreife, worum es Dir geht - aber nicht so richtig nachvollziehen kann, was Du jetzt eigentlich mit diesem Traktat sagen willst :)
     
  3. harald

    harald New Member

    ääähhhh,....................................................................................................................
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    ......................................................................................................................tjaaa,
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  4. Michel

    Michel New Member

    Giadello, du hast garantiert Recht.
     
  5. Giadello

    Giadello New Member

  6. quick

    quick New Member

    @ harald

    BITTE: ein paar ........ weniger !!!

    DANKE
     
  7. Ja, das war der Teil, den ich verstanden habe :) ... aber wen Du jetzt warum meinst, da fehlt mit der Gaul ... ähh, der Reiter :) ... naja, ist wahrscheinlich nicht wirklich wichtig.
     
  8. Giadello

    Giadello New Member

    Grad so wichtig, wie's Dir grad ist.
    Ich fand zekos Grundeinstellung etwas problematisch, einerseits mal wieder seiner Milosevicphilie zu frönen, dies aber anderseits unter dem Deckmantel einer allgemeinen "Entrüstung" zu tun und dabei das ganze hübsch zu vernebeln.
    Macixens Wunsch nach mehr Deutlichkeit konnte ich gut nachvollziehen, aber dabei lehnt man sich natürlich aus dem Fenster...

    Naja, ... und wenn ich erst am Schwadronieren bin ... ;) dann gehen halt manchmal die Pferde mit mir durch, dann schaue ich lauter Gäulen in die Freßöffnungen, dann können mich keine zehn Pferde halten, etc ...
     
  9. Peter Mueller

    Peter Mueller Administrator Mitarbeiter

    Oder wenigstens ein paar manuelle Zeilenschaltungen....
     
  10. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Da geht es Ihnen wie Herrn J. aus K.
     
  11. Naja - im Grunde hat er ja irgendwo recht - unsere Propaganda ist in etwa genauso brauchbar wie die der anderen - selbst wenn sich einige medien um objektivität bemühen (und die meisten tuen es nicht) - so haben sie halt ihre Grenzen.

    Ob nun der Balkankaiser dafür das beste Beispiel ist, sei dahingestellt.
     
  12. RaMa

    RaMa New Member

    j aus k???

    hmm ich glaub den kenn ich ;-))
     
  13. Giadello

    Giadello New Member

    Ugh:
    Ich weiß nicht so recht ... ich sehe nicht alles als Propaganda an, was mich erreicht.
    Propaganda ist, wenn mich Leute mit einer dünnen Faktenlage, diversen rhetorischen Spitzfindigkeiten und einer Prise Moral von ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen suchen.
    Früher war der gute Slobo ein schlechtes Beispiel, heute ist es George W. Meiner MEINUNG nach. Anderes Dafürhalten ist mir manchmal willkommen, manchmal egal, je nach Stimmung. Was mir sauer aufstößt, sind jedoch a) Blutreden und b) moralische Jongleurstückhen, die mir (und anderen) weismachen wollen, wie richtig gedacht wird. Und dann werde ich zum Roßtäuscher bzw. Pferdeflüsterer ;) ...
     
  14. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Huuuuuch *grusel*
    Sollte ich mit Giadello einer Meinung sein?! Ob das gut geht? ;-)
     
  15. Giadello

    Giadello New Member

    ... bloß nicht auf's falsche Pferd setzen *wieher*. ;)
     
  16. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Mein "Hatatlita" bäumte sich auf, kaum war er mit den Zügeln zu bändigen. Nur meinem gewaltigen Schenkeldruck war es zu verdanken, dass er sich doch noch fügte...
    *sichentfernendesHufgeklapper*
     
  17. ughugh

    ughugh New Member

    Hies der Gaul nicht Hatatitla?

    @gigi :) ... hast sicherlich recht - aber aufgrund der Tatsache, daß unsere Journalisten auch nicht mehr wissen, als wir bzw. das was ihnen irgendwelche Regierungen erzählen ist auch das, was bei uns kommt eine ziemlich dünne Faktenlage - es gab beispielsweise keine unabhängigen Journalisten in den Kampfzonen des Afghanistankrieges, die amerikanische Regierung hat ein eigenes Ministerium für Desinformation, Verbündete werden erst im Nachinein informiert - wenn überhaubt - und am 11.9 wurde es ziemlich offensichtlich, als man auf allen Kanälen 48 Stunden lang nur noch verzweifelte Moderatoren sah, die versuchten darüber hinwegzutäuschen, daß man eigentlich gar nichts wirklich weiß ... da wurde jedes Gerücht schnell zur Tatsache erklährt, um überhaubt etwas senden zu können - und schon im Golfkrieg hat die amerikansiche Regierung nachhaltig bewiesen, daß es ihr auf Wahrheit erst in 3 oder 4 Linie wichtig ankommt.
    Propaganda ist manchesmal vielleicht ein etwas hartes Wort - aber man sollte unsere Medien schon mit vorsicht genießen - nicht der Medien (auf unser Mediensystem bin ich eigentlich ziemlich stolz) sondern eher ihrer Quellen wegen - aber im Grunde entspricht ein Großteil der Informationspolitik (auch der medien) durchaus Deiner Defenition von Propaganda - nur halt nicht immer so offensichtlich wie es noch vor 50 Jahren geschah - oder so plump wie es Hussein immer wieder gerne probiert. Politiker unseres Kulturkreises machen es nicht anders (Beispiel: Solidaritätszuschlag - nur damit es nicht Steuererhhung heisst - oder aktueller: "negativer Gewinn" für Verluste) - nur verpacken sie es - geschult durch Imageberater - hübscher.
     
  18. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    @ugh
    Nichts gegen Old Schmetterhand und seine Mähre ;-)

    Wann war das, was Du über die Journalisten sagst, je anders? Und was ist "Wahrheit"? Wer bestimmt darüber?

    Ich meine, dass wir bei aller (oft sogar gebotenen) "Desinformation" heute besser informiert sind als je eine Generation vor uns. Eine kühne These, ich weiß, aber "beweise" mal das Gegenteil...
     
  19. ughugh

    ughugh New Member

    Wann war das, was Du über die Journalisten sagst, je anders? Und was ist "Wahrheit"? Wer bestimmt darüber?

    Ja, war es - es gab mal eine Zeit, da haben Journalisten über das berichtet, was sie gesehen und erlebt haben. Das ist noch gar nicht so lange her - der Vietnamkrieg ist dadurch zu einem nicht unbeträchtlichen Teil beeinflußt worden. Wenn dort ein Journalist über Vorkommnisse berichtete, war das wesentlich glaubwürdiger, weil die meisten einer unabhängigen Presse angehörten.
    Heute ist - gerade in Zeiten wie diesen - der Journalismus zu einer Verlesestelle für die Nachrichten geworden, die man ihm noch großzügigerweise zur verfügung stellt - nachprüfbar (selbst für die Journalisten) sind die Informationen nicht wirklich, weil es eben keine verlässliche Quelle gibt.
     
  20. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    @ugh
    Hmmmm - könnte es sein, dass Du die Vietnam-Journalisten ein wenig verklärst, weil deren Ansichten Deinen Ansichten entsprachen?

    Klingt gehässiger als es gemeint ist...Wohl jeder hat sich dabei ertappt, dass er den Journalisten und Leitartikel am besten/am "wahrsten" findet, der seiner Überzeugung am ehesten entspricht. Womit ich dann auch bei der Henne-Ei-Frage angekommen bin: was kommt zuerst - der "wahre" Journalist, der meine Überzeugung ändert oder eine geänderte Überzeugung, die sich den entsprechenden Journalisten sucht?!

    Beispiel: Ich vermute mal, dass Peter Scholl-Latour nicht zu Deinen "Lieblingsjournalisten" zählt. Aber genau der war wohl am längsten an allen Schauplätzen, von denen es etwas zu berichten gab. Nimmst Du seine "Zeugenaussagen" als "Wahrheit"?
     

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