Produkt Platzierung - ganz unaufdringlich

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von vulkanos, 7. November 2010.

  1. vulkanos

    vulkanos New Member

    In Stieg Larssons Trilogie "Millennium" - ich las nur 'Verdammnis' - werden Apple Computer immer wieder im Text erwähnt.

    Nun habe ich mir die drei DVDs gekauft und war erstaunt, wie oft diese Rechner im Film zu sehen waren, teilweise mit Nahaufnahmen der Tastatur des Apple Pro. Es wurde nicht einmal die Mühe unternommen, das leuchtende Apfel-Logo zu retuschieren.

    Was natürlich die Frage aufwirft, ob nicht der Regisseur mit Apple ... na ja, den Rest kann man sich ja denken, oder?

    Apropos Millennium-DVDs: Nach Mankell und Larsson habe ich nun endgültig die Schnauze voll von diesen brutalen Schwedenkrimis :kotz::kotz::kotz:. Die Trilogie ist bei eBay bis zum 14.11. zu ersteigern. Will jemand meinen eBay-Namen wissen?
     
  2. McDil

    McDil Gast

    Hab sie alle drei teils gelesen, teils gehört, teils gesehen (iTunes Ausleihe ;) )

    Ob Apple dafür gezahlt hat weiß ich nicht. Es ist ja in vielen Filmen immer wieder so gewesen, dass die "Guten" einen Mac haben. Liegt vielleicht an der Mac-Präsenz in der "Kreativ-Branche".

    Was die Brutalität angeht, sind die skandinavischen Krimis m.E. nicht auffälliger als X-beliebige andere Krimis/Thriller etc.

    (Wart mal bis die Russen-Krimis kommen . . . die Russen sind zur Zeit bloß noch zu sehr mit ihrer Realität beschäftigt!)
     
  3. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Naja, wenn sie im Film die Apple Rechner zeigen ist das wenigstens nah an der Vorlage. Larsson beschreibt in seinen Büchern den Rechner seiner Heldin in allen Einzelheiten (was immer ein Fehler ist da sich die als so toll beschriebenen Spezifikationen schon ein Jahr später eher rührend wirken...).

    Leider nicht die einzige Schwäche dieses Larsson. Diese Bücher sind so unendlich viel zu lang(-weilig) und werden gegen Schluss hin immer schlechter. Ich bin viel zu neugierig und schaffe es nicht ein Buch über das ich mich ärgere einfach aufzuhören, da ich trotz allem wissen will wies ausgeht. Bei der MilleniumsTrilogie resultierte das in ungezählte Stunden dröge bis dämliche Krimi-Unterhaltung (Wobei der erste Band in meinen Augen wirklich noch OK ist..)

    Falls du aber den Skandinaviern noch eine Chance geben willst: Ich fange gerade an Krimis von Jo Nesbø zu lesen. Die kommen fast an Mankells Wallander hin und sind, obwohl der Kommissar sämtliche Klischees skandinavischer Krimiprotagonisten erfüllt (Alkoholiker, deppressiv, geschieden,kurz: "issues"), durchweg gut geschrieben und konstruiert. Das habe ich bei Hakan Nesser, Larsson und Arne Dahl zuletzt sehr vermisst (Viel zu viel an den Haaren herbei gezogener Firlefanz).

    Hier also meine ganz persönliche Favoritenliste skandinavischer Krimiautoren:

    1. Henning Mankell
    2. Jo Nesbø
    3. Arne Dahl (Wechselhaft, mal toll, mal fruchtbar)
    4. Hakan Nesser (hab ich nur ein Buch gelesen, das war grottig)
    5. Stieg Larsson (Die Milleniums Trilogie fing ja nett an, aber dann wurde es wirklich nur schwer verdaulich)
    :)
     
  4. McDil

    McDil Gast

    Es ist einfach diese Vielschreiberei. Wenn heute ein Trivial-Autor mit irgendwas Erfolg hat, dann muss er offenbar gleichsam zwanghaft anfangen, wie ein Automat ständig neue Bücher auszuwerfen. Und wo soll bitte die Substanz dafür her kommen?
     
  5. maximilian

    maximilian Active Member

    Heute? Goethes Werk füllt auch ein ganzes Brett im Regal. Um nur einen von gestern zu nennen.

    Was soll so ein Autor auch sonst machen, wenn nicht schreiben? Nur in der Karibik am Strand liegen und Cuba Libres durch den Strohhalm saugen ist doch arg eintönig. Hier hat so ein Bestsellerautor (einstmals ein Studienkollege von mir!) ein paar Gedanken übers Schreiben ins Internet gestellt: http://www.andreaseschbach.de/schreiben/schreiben.html

    Und bei der Liste der Skandinavischen Krimis/-autoren oben fehlt mir noch Peter Hoeg, der mit "Fräulein Smillas..." den einzigen Skandinavischen Krimi geschrieben hat, der meine Zustimmung findet.
     
  6. McDil

    McDil Gast

    Da redest du aber von einem Lebenswerk aus sechs Jahrzehnten ungefähr. Goethe war auch nie in Existenznot, brauchte also nie "für Brot" zu schreiben. Ein absoluter Glücksfall für die Literatur. Er war wohl auch einer der letzten großen "Universalgelehrten", etwa neben Lichtenberg oder Humboldt. Eine Ausnahme in vielerlei Hinsicht.

    Das sind wohl die Erfahrungen eines Autors, der eben nicht das Glück(?) hat, in den Bestsellerlisten ganz oben zu schwimmen. Und hier meine ich Glück ganz im wörtlichen Sinne, wie Lotto, denn viele dieser Elaborate verdienen keineswegs ihren Verkaufserfolg. (und da muss ich nicht mal den Sarrazin bemühen)

    Das ist ein guter Krimi. Auch gut verfilmt worden.
    Hast du mehr von Hoeg gelesen?
     
  7. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Du musst das doch nicht so eng sehen. Krimis sind ja sozusagen das Youtube der Literatur, einmal geguckt, kurz amüsiert, weg damit....Ich habe da nicht so hohe Ansprüche ;)

    Gerade wenn man öfters welche liest merkt man doch das sich hier die meißten Autoren aus derselben Schublade bedienen. Entscheidend ist dann wie geschickt sie das Altbekannte neu zusammensetzen.
     
  8. McDil

    McDil Gast

    Da hast du im Prinzip schon recht. Aber in Sprachniveau und Handlungsrahmen sowie in der Ausgestaltung der Charaktere und der authentischen Wirkung der Schauplätze gibt es doch beachtliche Unterschiede.
     

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