Rechtliche Frage: PodCasts und Musik?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von MacBelwinds, 14. November 2006.

  1. MacBelwinds

    MacBelwinds New Member

    Bei Webseiten muss man ja aufpassen, keine lizenrechtlich geschützte Musik länger als 30 Sekunden abzuspielen.

    Gilt das eigentlich auch für PodCasts? Oder dürfte man da z.B.ein gesamtes Konzert oder längere Ausschnitte daraus veröffentlichen, wenn etwa eine Schüler-Band die Musik bekannter Jazz-Größen spielt?

    Wir haben an meiner Schule nämlich öfter das Bedürfnis, Ausschnitte unserer Schüler-Musik mal im Stück anzubieten, wissen aber immer nicht, ob und wie wir die "30-Sekunden-Regel" überschreiten könn(t)en. :confused:
     
  2. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ruf doch mal bei der GEMA an und frage. Das ist bestimmt auch per E-Mail möglich.
     
  3. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Ohne Genehmigung gar nicht. Bereits für die Live-Aufführung an der Schule ist im Falle von zeitgenössischer Musik das Aufführungsrecht gemäß §19 II UrhG einzuholen. Rechte liegen bei der Gema, wie Convenant schon sagt. (Hab ich kürzlich erst für meine Frau anlässlich einer Schulveranstaltung recherchiert, eine brauchbare Quelle ist z.B. hier: http://www.uni-muenster.de/Jura.itm/hoeren/material/medienrecht_in_der_schule.pdf)

    Grüße, Maximilian
     
  4. MacBelwinds

    MacBelwinds New Member

  5. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Lest mal bitte den Bericht im neuen SPIEGEL auf Seite 51. Da wird einem schlecht. Es geht um solche und ähnliche Fälle und unsere beliebteste Berufsgruppe, die Anwälte, und zwar um Hardcore-Anwälte, die sich aufopfernd um Abmahnungen kümmern.

    :cry:

    Für ein paar Bildchen von Katie Price auf seiner privaten – na ja, wohl nicht ganz so privaten – Homepage, durfte ein 17-Jähriger etliche tausend Euro berappen. Ein winziger geklauter Ausschnitt aus einer Landkarte kostet schnell 1.000 Euro usw.
    Hoffentlich ist mit diesem Abmahnunwesen bald Schluß. Die Justizministerin möchte es jedenfalls. Was nicht heißen soll, daß jeder klauen kann, was und wo er will. Aber eine Verhältnismäßigkeit sollte schon gewahrt sein.

    :meckert:
     
  6. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Gute Justizministerin. Hoffentlich scheitert sie nicht genauso an der Anwalts-"Name einer Sizilianischen Gangsterorganisation" (den ich hier aus Angst vor finanziellen Konsequenzen lieber nicht nenne), wie ihre Vorgänger. Ich weiss wovon ich rede, denn ich habe auch schon ein Verfahren gegen so eine Abmahnbande ("Verein" genannt) geführt und leider (aber vorhersehbar, eine Krähe hackt der anderen schliesslich kein Auge aus) mit allen finanziellen Konsequenzen verloren :angry:

    Ansonsten müssen wir mal so einen Abmahner vom Gefängnisdach werfen (*), in diesem speziellen Fall wird vielleicht sogar Convenant für einen Moment in die andere Richtung schauen, oder ? :teufel:

    Ciao, Maximilian

    (*) Und wenn wir schon dabei sind, warum nicht gleich noch ein paar Spammer hinterehr - jeder von denen vernichtet in Summe viele, viele menschliche Lebensspannen, die mit Festplattenaufräumen vergeudet werden - ein Leben für ein anderes sagen schon die heiligen Bücher der Antike!
     
  7. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Das Stück hier hast Du auch gelesen? "...die in ihrem Podcast Musikwerke zu maximal 50% ausspielen" Das ist zwar ist den meißten Fällen mehr als 30 Sekunden, aber nicht in allen...

    Grüße, Maximilian
     
  8. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Mein Mitleid ist Dir ehrlich gewiß! Ich möchte jetzt nicht die Verbalinjurien posten, die ich für diese Purschen üblicherweise verwende.

    Mußte mich neulich einem Vergleich in einem Unterlassungsverfahren unterwerfen, der mir 460 Euro Anwaltskosten der anderen Seite auferlegte, obwohl ich alle Behauptungen durch insgesamt 79 Seiten Anhang beweisen konnte*. Nur war ein Teil dieses Beweismaterials bereits in anderen, noch nicht beendeten Prozessen anhängig und wurde deshalb gar nicht erst angeschaut.

    Grrrrrrrrr, wie ich Anwälte liebe. Gottseidank gibt es auch vernünftige, aber ihre Zahl erscheint mir persönlich zu niedrig.

    *4 Tage später setzte ich mich gegen diese Herrschaften durch und die müssen nun 1.250 Euro für meinen Anwalt bezahlen. Im Wohnungseigentumsrecht ist es so, daß die Parteien ihre Kosten selbst tragen. Nur bei grober Unbilligkeit ist jemand dran und die waren es in diesem Fall.
     
  9. Convenant

    Convenant Haarfestiger


    *kicher*

    War was?
     
  10. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Da würde sogar ich eine Ausnahme machen!

    :teufel:
     
  11. MacBelwinds

    MacBelwinds New Member

    Stimmt, das ist so dolle nicht. Naja, immerhin mehr als 30 Sekunden!
     
  12. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Die Vernunft haben die anderen sicher auch, aber die Raffgier ist stärker ausgeprägt.

    Andererseits kann man heutzutage leider einem jungen Menschen nichts anderes raten, als Jurist zu werden, denn so wie es aussieht, ist das hierzulande der einzige Beruf mit realistischen Zukuftsaussichten (nachdem bald die Zahnärzte von McZahn auf das Niveau von Friseursalons und Schnellrestaurants heruntergezogen werden).

    Ciao, Maximilian
     

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