Schön zu sehen,

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von ughugh, 19. Juli 2003.

  1. ughugh

    ughugh New Member

    daß sich die Politiker mal wieder darauf einigen konnten, in erster Linie den kleinen Bürger - in diesem Fall Patient genannt - zu schröpfen und so weiter eine Ausbeutung des Gesundheitssystems durch Lobbyisten und Industrie zu ermöglichen.

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,257876,00.html

    :(

    Warum kosten die "Beitragssenkungsaktionen" am Ende eigentlich immer Geld?

    Die Riester-Rente (und das haben wohl die meisten gemerkt, sonst wäre sie erfolgreicher gewesen) war nichts anderes als ein kleiner Zuschuss des Staates zur freiwilligen Erhöhung des Rentenbeitrags um 4% - nur um den offiziellen Rentenbeitrag halbwegs stabil zu halten.

    Um den Kassensatz um etwa 1% zu senken, gelten in Zukunft 1-2% des Brutoeinkommens als Zuzahlung (ganz abgesehen von den heutigen Zuzahlungen schon). Irgendwie kommt man sich da doch verscheissert vor, denn Scheininnovationen, Gerätemedizin, Monopolpreise auf Medikamente und einer Ärzteschaft, die zum überwiegenden Teil (ich weiß, es gibt Ausnahmen) kaum noch wissen, wohin mit Ihren Einkünften - all das interessiert niemanden. Ist irgendwie wie mit dem Subventionsabbau - alle Denken an Kohle, und abgebaut wird dann die Eigenheimzulage, Normalsterbliche Denken an Bauern, und abgebaut werden ABM-Maßnahmen.

    Naja, ist ja nicht so, als wenn man was anderes erwartet hätte. Wieviele Gesundheitsminister hat die Lobby jetzt eigentlich schon aus dem Amt gedrängt?
     
  2. maiden

    maiden Lever duat us slav

    unabhängig davon, daß wieder mal eine Zeit angebrochen scheint, wo hektischer Aktionismus über sorgfältiger Überlegung steht, wären wir heute gerade auch im Gesundheitswesen einen riesigen Schritt weiter, wenn es diese Front der Betonköpfe und Pfründebewahrer aus Ärzteschaft und Pharmalobby nicht gäbe.
    Ich möchte mal wissen wieviele Milliarden an Verlusten auf deren Konto geht. Durch Abrechnungsbetrug, Verschreibung und Verkauf sinnloser und/oder überteuerter Medikamente.

    Ich wette, daß man mit den Summen das ganze Gesundheitswesen wieder mehr als flott bekäme.
    Für mich sind diese Typen die wahren Schuldigen.
    Weniger die Politik, die versuchen muß zwischen allen Interessengruppen hindurch zu jonglieren um nur ja keinem weh zu tun, weil der sonst ein mords Gezeter anfängt.
     
  3. immi666

    immi666 New Member

    ich scheiss drauf, bin momentan nichtmal versichert.
    neben der krankenversicherung ist auch die biv weggefallen.....
    ich zahle den ganzen scheiss, wenn ich geld dafür habe!
    vorher halt nicht.
     
  4. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    immi, du machst mir Sorgen: Erst keine Krankenversicherung und jetzt auch noch im MW-Forum unterwegs ... ;)
     
  5. oli2000

    oli2000 Rest-Optimist

    Früher haben wir immer gesagt bekommen: „Wenn’s dir hier nicht passt, dann geh doch nach drüben.“

    drüben 1988 = DDR
    drüben 2003 = Norwegen, Schweden, Dänemark …
     
  6. ughugh

    ughugh New Member

    Mir passts hier durchaus - nur mißfällt mir zusehends, was die Generation der Berufs-Politiker, die im Grunde nie was anderes gemacht haben - Hand in Hand mit Lobbyisten aus unserem Land machen - und meine Handlungsmöglichkeiten sich da arg in Grenzen halten.
     
  7. gratefulmac

    gratefulmac New Member

  8. ughugh

    ughugh New Member

    daß sich die Politiker mal wieder darauf einigen konnten, in erster Linie den kleinen Bürger - in diesem Fall Patient genannt - zu schröpfen und so weiter eine Ausbeutung des Gesundheitssystems durch Lobbyisten und Industrie zu ermöglichen.

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,257876,00.html

    :(

    Warum kosten die "Beitragssenkungsaktionen" am Ende eigentlich immer Geld?

    Die Riester-Rente (und das haben wohl die meisten gemerkt, sonst wäre sie erfolgreicher gewesen) war nichts anderes als ein kleiner Zuschuss des Staates zur freiwilligen Erhöhung des Rentenbeitrags um 4% - nur um den offiziellen Rentenbeitrag halbwegs stabil zu halten.

    Um den Kassensatz um etwa 1% zu senken, gelten in Zukunft 1-2% des Brutoeinkommens als Zuzahlung (ganz abgesehen von den heutigen Zuzahlungen schon). Irgendwie kommt man sich da doch verscheissert vor, denn Scheininnovationen, Gerätemedizin, Monopolpreise auf Medikamente und einer Ärzteschaft, die zum überwiegenden Teil (ich weiß, es gibt Ausnahmen) kaum noch wissen, wohin mit Ihren Einkünften - all das interessiert niemanden. Ist irgendwie wie mit dem Subventionsabbau - alle Denken an Kohle, und abgebaut wird dann die Eigenheimzulage, Normalsterbliche Denken an Bauern, und abgebaut werden ABM-Maßnahmen.

    Naja, ist ja nicht so, als wenn man was anderes erwartet hätte. Wieviele Gesundheitsminister hat die Lobby jetzt eigentlich schon aus dem Amt gedrängt?
     
  9. maiden

    maiden Lever duat us slav

    unabhängig davon, daß wieder mal eine Zeit angebrochen scheint, wo hektischer Aktionismus über sorgfältiger Überlegung steht, wären wir heute gerade auch im Gesundheitswesen einen riesigen Schritt weiter, wenn es diese Front der Betonköpfe und Pfründebewahrer aus Ärzteschaft und Pharmalobby nicht gäbe.
    Ich möchte mal wissen wieviele Milliarden an Verlusten auf deren Konto geht. Durch Abrechnungsbetrug, Verschreibung und Verkauf sinnloser und/oder überteuerter Medikamente.

    Ich wette, daß man mit den Summen das ganze Gesundheitswesen wieder mehr als flott bekäme.
    Für mich sind diese Typen die wahren Schuldigen.
    Weniger die Politik, die versuchen muß zwischen allen Interessengruppen hindurch zu jonglieren um nur ja keinem weh zu tun, weil der sonst ein mords Gezeter anfängt.
     
  10. immi666

    immi666 New Member

    ich scheiss drauf, bin momentan nichtmal versichert.
    neben der krankenversicherung ist auch die biv weggefallen.....
    ich zahle den ganzen scheiss, wenn ich geld dafür habe!
    vorher halt nicht.
     
  11. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    immi, du machst mir Sorgen: Erst keine Krankenversicherung und jetzt auch noch im MW-Forum unterwegs ... ;)
     
  12. oli2000

    oli2000 Rest-Optimist

    Früher haben wir immer gesagt bekommen: „Wenn’s dir hier nicht passt, dann geh doch nach drüben.“

    drüben 1988 = DDR
    drüben 2003 = Norwegen, Schweden, Dänemark …
     
  13. ughugh

    ughugh New Member

    Mir passts hier durchaus - nur mißfällt mir zusehends, was die Generation der Berufs-Politiker, die im Grunde nie was anderes gemacht haben - Hand in Hand mit Lobbyisten aus unserem Land machen - und meine Handlungsmöglichkeiten sich da arg in Grenzen halten.
     
  14. gratefulmac

    gratefulmac New Member

  15. turi

    turi New Member

    Ich hätte da noch ne' Frage, weil's grad' so passt.
    Als hochpreisgewohnter Schweizer habe ich vorgestern in Griechenland eine Packung Aspirin gekauft. Einfach so, als Reserve.
    Es ist wirklich Apsirin® von Bayer, originalverpackt, 20 St. 0,5 mg.
    Diese Packung kostete 50 Cent.

    Das hat mich umgehauen, und da fragte ich dann ahnungsvoll auch gleich noch nach Ponstan 500. Es sind 15 Einheiten drin (hier in der Schweiz nur 12 Stück) und diese Packung kostet 1 Euro und 49 Cent.

    Dann müssten diese Medikamente doch auch bei euch in Deutschland so billig sein.
    Stimmt das?

    Morgen Montag gehe ich in eine Apotheke und erfrage die Schweizer Preise für diese Sachen. Wahrscheinlich muss ich mir dann schnell zwei von diesen günstig beschafften Aspirins verabreichen.
     
  16. mal wieder ein kleines update des "Kompromisses" zwischen Regierung und Opposition.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,258014,00.html

    So, nun sei die ketzerische Frage erlaubt, was das ganze Gebilde soll.

    Bei 1,4% welche die Beiträge maximal sinken sollen (und wahrscheinlich wirds noch nichtmal das) gelten gleichzeitig 2% des Bruttoeinkommens als Vakant - kann man doch gleich der Einfachheit halber die Krankenkassenbeiträge auf 15% anheben. Sieht nicht so schön aus, spart aber wenigstens Verwaltung.

    Die "Einsparungen" der Industrie bestehen darin, wenig nutzbringende Medikamente in die Festpreisbindung einzubeziehen (wenn sie wenig nutzen, warum werden sie überhaubt zugelassen?) und nicht verschreibungspflichtige medikamente werden aus dem Leistungskatalog gestrischen (oh weh, das ist deren Ruin) - einsparung: 1 Millarde (Bei welchem handelsvolumen?) - allerdings nur unter der Vorraussetzung, daß die Industrie die patenphalanxgeschützen Medikamente nicht einfach teurer macht, und sich so ihr Küchlein wieder verwollständigt.

    Die Einsparungen der Krankenkassen bestehen darin, das Sterbegeld zu streichen ... ähhh ... Moment, das ist ja auch eine Patienteneinsparung - aber mit einer Einsparung in der Verwaltung sei ja nicht zu rechnen, meint die Ministertante. So ist recht, da ja nicht damit zu rechnen ist, bürden wir diesen Anteil einfach einer anderen Gruppe auf, die keine Lobb hat - kann man ja auch verstehen, wir brauchen Betriebskrankenkassen mit 370 Mitgliedern, die dann über den Ausgleichstopf aufgepäppelt werden.

    Grob vereinfacht heißt das nichts anderes, als daß im Moment von den 20 Milliarden geplahnter "Einsparungen" 19 Milliarden am Patienten hängenbleiben - und die werden eigentlich nicht "Eingespart" sondern schlicht "umverteilt" - und das auch nicht mit einem Einstieg in den Ausstieg des Partnerschaftlichen Solidarprinzieps zwischen AG und AN.

    So jetzt gehe ich kotzen.
     
  17. maiden

    maiden Lever duat us slav

    ich auch.
    Was ich mich andauernd frage: Warum sind trotz allermöglichen Einsparungen, Streichungen und Kürzungen die Ausgaben für Medikamente immer weiter kräftig gestiegen?
     

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