Schweres Erdbeben in Süd-Asien

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von robdus, 26. Dezember 2004.

  1. robdus

    robdus warum gibt es Köln?

    Südasien im Ausnahmezustand

    Monsterwellen verwüsten mehrere Länder + Zahl der Toten steigt auf über 4.000 + Keine Angaben über deutsche Opfer + Hotline des Auswärtigen Amtes: 030-5000-1000

    Das weltweit schwerste Seebeben seit 40 Jahren hat eine Flutkatastrophe im Indischen Ozean mit unabsehbaren Folgen für mehrere Länder Südasiens verursacht. Die Zahl der Toten stieg auf mehr als 4.000, tausende Menschen wurden verletzt. Die Opferzahl dürfte aber noch erheblich anwachsen. Von der verheerenden Katastrophe betroffen sind insgesamt über eine Million Menschen in Indonesien, Thailand, Sri Lanka, Indien und Malaysia.

    Das Zentrum des Erdstoßes lag 40 Kilometer unter dem Meeresgrund vor der Insel Sumatra. Die Flutwelle, in der Region als Tsunami bekannt, erreichte ihre größte Gewalt jedoch 1.600 Kilometer weiter westlich in Sri Lanka und Südindien. Bis zu sechs Meter hohe Wellen rissen Bewohner von Küstenregionen, Fischer und Touristen mit sich fort. Mehrere tausend Menschen wurden noch vermisst. Am Sonntagmorgen kam es in Bangladesch zu einem weiteren schweren Erdbeben und einer neuen Flutwelle in Bangladesch.

    Nach Informationen der örtlichen Behörden wurden allein in Indien 1.200 Menschen von einer gewaltigen Flutwelle in den Tod gerissen. Unbestätigten Berichten zufolge sollen sogar 3.000 Menschen gestorben sein. Auf der östlich von Indien gelegenen Insel Sri Lanka kamen mindestens 2.134 Menschen ums Leben, rund 500.000 verloren ihre Unterkunft. In den Bezirken Muttur und Trincomalee waren die Krankenhäuser nicht mehr in der Lage, Verwundete aufzunehmen. In Indonesien erhöhte sich die Zahl der Toten auf mindestens 721.

    Urlaubsregionen Thailands schwer getroffen

    In Thailand brach die Flutwelle über mehrere Touristenregionen im Süden ein, wo tausende von Ausländern ihren Weihnachtsurlaub verbringen. Bisher wurden mindestens 168 Todesopfer gemeldet, mehr als 1.300 Menschen wurden verletzt. Auf einem Strand der Ferieninsel Phuket ertranken mindestens vier Touristen. Die Flutwelle war dort bis zu vier Meter hoch. Die Behörden befürchten, dass mehrere hundert Menschen ums Leben gekommen sind.

    Regierungssprecher Jakrapob Penkair sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Sonntag, am härtesten sei die wegen des Unwetters noch immer völlig unzugängliche Insel Phi-Phi zwischen Phuket und dem Festland betroffen. "Wir haben Grund zu der Annahme, dass allein dort mehr als 200 Menschen umgekommen sind." Viele hundert seien vermutlich auf See gekentert und würden vermisst. Laut örtlichen Medien wurden Spaziergänger direkt vom Strand ins Meer gerissen. Zum Zeitpunkt der Flutwelle befanden sich Augenzeugen zufolge auch mindestens 30 Boote mit Touristen auf dem Meer.

    In Phang Nga bei Phuket suchten die Menschen auf Hausdächern Zuflucht vor den Wassermassen. Unter den zahlreichen Verletzten im Krankenhaus Watcharat von Phuket waren nach Angaben eines Kliniksprechers auch viele ausländische Touristen aus den Hotels an den beliebten Stränden Kamala und Patong. Der Flugverkehr mit Phuket wurde eingestellt.

    Das Auswärtige Amt in Berlin hat einen Krisenstab eingerichtet und eine Hotline für Angehörige geschaltet: 030-5000-1000.

    Genaue Angaben, wie viele deutsche Touristen von der Katastrophe betroffen sind, lagen am Sonntagmittag noch nicht vor. Wie ein Sprecher mitteilte, steht das Auswärtige Amt in engem Kontakt mit den Touristikunternehmen TUI, Neckermann und anderen Reiseveranstaltern.

    Eine Augenzeugin auf einer thailändischen Ferieninsel sagte der dpa: "Es sieht hier aus wie nach einem Wirbelsturm. Viele westliche Touristen aus meinem Hotel werden noch vermisst. Die Flutwelle hat Boote auf das Hotel geschleudert. Am Strand liegt eine dicke Schlammschicht und es stinkt hier fürchterlich. Ich weiß zur Zeit nicht, wie ich hier wegkommen soll."

    Wegen der Flutkatastrophe hat TUI alle in den nächsten Tagen geplanten Reisen nach Sri Lanka, auf die thailändische Insel Phuket und auf die Malediven gestoppt. Geplant sei zudem, alle Reisen bis zum 31. Dezember abzusagen. Die Maschinen würden trotzdem nach Südasien fliegen und alle TUI-Urlauber mit nach Deutschland nehmen, die ihren Urlaub abbrechen möchten. "Wir sind gerade dabei, weltweit Informationen zusammenzutragen", sagte ein Sprecher am Sonntag in Hannover. Die Kommunikation sei allerdings "extrem schwierig". TUI habe bis zum Sonntagmittag zwar alle Reiseleiter vor Ort erreicht, die aber selbst noch nicht alle Gäste erreicht hätten. Daher gebe es noch keine Angaben zu möglicherweise betroffenen deutschen Touristen. Auf den Malediven scheine den TUI-Reisenden nach dem derzeitigen Erkenntnisstand nichts passiert zu sein, so der Sprecher.

    Tote auch in Malaysia

    Aus Malaysia wurden zehn Tote gemeldet, darunter auch mehrere Ausländer. Hier brach die Flut über die Ferieninsel Penang herein. Eine gewaltige Flutwelle überrollte am Sonntag auch die Inselgruppe der Malediven westlich von Sri Lanka und richtete schwere Verwüstungen an. Unklarheit bestand noch über das Schicksal von Hunderten von Touristen, die sich zum Teil am Stand aufhielten. Die Hauptstadt Male stand weitgehend unter Wasser, der Flughafen wurde geschlossen. Zahlreiche Touristen-Bungalows wurden fortgeschwemmt. Ein britischer Tourist starb vor Schreck, als der Tsunami auf ihn zuraste.

    Es sei der schlimmste Tsunami gewesen, der je die Malediven heimgesucht habe, erklärte die nationale meteorologische Behörde. Sie warnte alle Einwohner und Touristen davor, sich in der Nähe der Küste aufzuhalten, da in den nächsten Stunden ein weiterer Tsunami erwartet werde.

    Mindestens zehn Nachbeben auf Sumatra

    Auf der indonesischen Insel Sumatra, wo das Epizentrum lag, gab es nach Behördendarstellung mindestens 157 Tote. Das Beben um 2.00 Uhr (MEZ) hatte nach Messungen amerikanischer Seismologen eine Stärke von 8,9 und war damit das schwerste seit 1964 sowie das fünftschwerste seit 1900. Mehrere Nachbeben erreichten die Stärke von 7,0.

    In der sehr stark betroffen Provinz Aceh auf Sumatra flüchteten Menschen in Panik aus ihren Häusern, als mehr als 5 Meter hohe Wellen auf die Dörfer zu rollten. Gebäude seien zusammengebrochen und Brücken schwer beschädigt worden. Strom und Telefonverbindungen seien ausgefallen. Zahlreiche Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten, so dass das ganze Ausmaß der Katastrophe noch nicht abzuschätzen war. Seismologen registrierten mindestens zehn Nachbeben nach dem ersten Erdstoß.

    Beben und neue Flutwelle in Bangladesch

    Anschließend hat ein schweres Erdbeben der Stärke 7,3 am Sonntag den Süden von Bangladesch erschüttert. Die Küsten wurden von einer gewaltigen Flutwelle überschwemmt. Das Epizentrum des Bebens lag nach offiziellen Angaben rund 1.000 Kilometer südlich der Hafenstadt Chittagong im Golf von Bengalen. Über Schäden und die Zahl der möglichen Opfer gab es keine Informationen.

    (N24.de, dpa, AFP, AP)
     
  2. robdus

    robdus warum gibt es Köln?

    Die örtlichen Behörden gehen mittlerweile von 8.000 Opfer aus.
     
  3. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    Glaub bitte nicht, dass fehlende Antwortpostings bedeuten, dass uns dieses Unglück nicht interessiert oder berührt. Die meisten werden sich bestimmt über Radio, TV und Web wie du informieren, zumal auch Touristen aus Europa unter den Opfern sein sollen.
     
  4. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    Im Moment, zumal dort jetzt Nacht ist, herrscht ein ziemliches Durcheinander. Vielleicht kannst du morgen, wenn die Hilfsorganisationen ihre Infrastrukturen etwas aufgebaut haben und verlässlichere Infos an die Herkunftsländer gelangt sind, unter der Sondernummer des Auswärtigen Amtes (s. o., Tel. 030/5000-1000) versuchen, näheres zu erfahren.
     
  5. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    Das hat doch nichts mit „langweilen“ zu tun. Du, ich, jeder kann von einer Sekunde zur nächsten in eine ähnliche Situation kommen.
     
  6. MacELCH

    MacELCH New Member

  7. Rotweinfreund

    Rotweinfreund + Jevers Liebhaber

    Ist das furchtbar.
    habe gerade erst zusammenhängende Infos und Berichte gesehen.
    Tausende von Toten.
    Unvorstellbar.
     
  8. robdus

    robdus warum gibt es Köln?

    Hier gibt es auch weitere Informationen und Spendeninfo
     
  9. TOCAMAC

    TOCAMAC Alles wird gut.

    Komisch, da muß schon etwas Spektakuläres passieren, daß gespendet wird. Na ja, im Kongo oder im Sudan wird leise gestorben, da hat man ja nichts davon...

    :ring:

    Bei Erdbeben und anderen Naturkatastrophen ist es leicht, ein Riesengeschrei zu machen, weil man sowieso nichts dagegen tun kann, aber bei Kriegen, in denen zigtausende von Menschen sterben, dreht man sich lieber weg und hofft auf den nächsten medienwirksamen Tsunami, um risikolos den Gutmensch geben zu können...
     
  10. MacELCH

    MacELCH New Member

    [sarkasmus on]Im Kongo, Sudan gibt es auch weniger Touristen und die paar europäische Helfer sind doch selber Schuld wenn Ihnen was passiert [/sarkasmus off]
     
  11. TOCAMAC

    TOCAMAC Alles wird gut.

    Tja, das ist wohl das Problem. Da gibts keinen Strand und keine Luxusressorts, die, ach Du Scheiße, kaputtgehen können - nur Wilde...

    :ring:
     
  12. Rotweinfreund

    Rotweinfreund + Jevers Liebhaber

    Krieg ist einziges und alleiniges Machwerk von Menschen.
    Darin sehe ich schon einen Unterschied zu Naturkatastrophen.
     
  13. TOCAMAC

    TOCAMAC Alles wird gut.

    Eben, unsere handgemachten Katastrophen interessieren uns bei weitem weniger als das Unvermeidliche...
     
  14. Rotweinfreund

    Rotweinfreund + Jevers Liebhaber

    selbst Schuld.
    :auchsarkasmus:
     
  15. Rotweinfreund

    Rotweinfreund + Jevers Liebhaber

    … ich meine damit etwas polemisch die Menschheit.
     
  16. aoxomoxoa

    aoxomoxoa New Member

    naturkatastrophen auch.
     
  17. Rotweinfreund

    Rotweinfreund + Jevers Liebhaber

    … na, darauf habe ich gewartet.
    kannst über Nacht mal eine schlüssige Beweisführung eruieren, wie ein Seebeben dieser Stärke von Menschen verschuldet wird.
    El Kaida gilt nicht.
    Alle anderen Schlüsse gern.

    N8
     
  18. aoxomoxoa

    aoxomoxoa New Member

    ... das ist doch ganz einfach. macht- und geldgeile menschen interessiert doch die umwelt nicht. aber das thema ist viel zu komplex um es in einem forum abzuhandeln .... hier ist eine nette seite: brandaktuell.

    http://www.malediven.at/elninjo.htm
     
  19. p.i.t.

    p.i.t. Ural-Silber

    da muss man wohl zwischen naturkatastrophen und naturkatastrophen unterscheiden. "global warming" mit all seinen folgen ist wohl mittlerweile überall als menschenverursacht akzeptiert worden. bei einem seebeben sehe ich hingegen den zusammenhang noch nicht ganz.
     
  20. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Eine Atombombe in den San Andreas Graben geworfen würde wohl zu einem größeren Erdbeben führen. Ansonsten sind Erd- oder Seebeben kaum durch Menschen verursachbar.

    Nicht sehr schlau ist es, in erdbebengefährdeten Zonen eine dichte und leichte – sprich nicht erdbebensichere – Bebauung vorzunehmen.

    Das mit der Bebauung gilt aber genauso für Hochwasserzonen wie auch in der Nähe von aktiven Vulkanen.
     

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