Sind Bayern tendenziell fremdenfeindlicher?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Kissmekate, 12. Dezember 2004.

  1. Kissmekate

    Kissmekate New Member

    Habe eine Woche vergrippt zuhause gelegen und mich gelangweilt durch den TV gezappt. Wirklich seltsam: bei 46 Kanälen fiel mir immer wieder auf, daß ausschließlich Bayern 3 permanent Sendungen morgens, mittags, abends gegen "Multikulti" und gegen EU-Beitritt ausstrahlte, gerne auch v.a. mit (ausgewählten?) Ausländern (die sich selbst kritisierten) in Diskussionsrunden. Irgendwie kommt mir das bizarr vor: Wieso haben anscheinend nur die Bayern so massiv ein Problem mit Zugezogenen/Fremden???
    Jetzt lese ich in der FAZ, daß Stoiber sich persönlich gegen die türkischen Horden werfen will.
    Offen gesagt ich verstehe die Vehemenz bei dieser Angelegenheit nicht. Wer A sagt muß auch B sagen und z.B. konsequent die Türken nachhause schicken, wenn er seinen eigenen Worten Glauben schenkt. Irgendwie schaudert's mich, wenn ich solche Sprüche lese, mit der Türkei würden Mafia, Terror und Krankheiten nach Deutschland kommen. Erinnert mich irgendwie an jahrhundertalte alte Sprüche, wo das Böse immer von den Juden ausgehen sollte.

    KmK
     
  2. oli2000

    oli2000 Rest-Optimist

    Ist eben das bayerische Staatsfernsehen. Ich glaube aber nicht, dass die Bayern an sich mehr Probleme mit Ausländern im Allgemeinen und Türken im Besonderen haben als die Leute in den meisten anderen Bundesländern.

    Probleme mit „Multikulti“ haben eher die Menschen in unterentwickelten, strukturschwachen Gegenden, obwohl es dort so gut wie keine Zugezogenen gibt.
     
  3. sepp

    sepp New Member

    saupreiss judäischer!

    sepp
     
  4. Macziege

    Macziege New Member

    Die fusskranken Römer können auch ganz lieb sein, vor allem, wenn sie etwas von dir wollen.
     
  5. maceddy

    maceddy New Member


    Frag mal Armenier was sie von Türken halten, kannst auch mal Kurden befragen.


    maceddy

    der mit dem G5 Dual 2.0
    und seinem neuen Spielzeug "EyeTV"
     
  6. Kissmekate

    Kissmekate New Member

    Was hat das jetzt mit BR3 und Bayern zu tun???
    Oder siehst du einen ethnischen Zusammenhang zwischen Bayern und Armeniern/Kurden??

    Ich denke wenn andere uns mit solch überzeugenden "Argumenten" konfrontiert hätten wie du, dann wären wir nach Auschwitz und Dachau weder in der EU noch wiedervereinigt.
     
  7. disdoph

    disdoph New Member

    Also ich selbst bin jetzt nicht unbedingt der Fan von Multikulti. Wenn ich wo hinfahr, muss ich mich auch an die Gepflogenheiten dieses Landes halten und das erwarte ich auch von denen die zu uns kommen. Hat irgendwas mit Höflichkeit zu tun, oder?

    Bin übrigens auch Bayer!

    :)

    Tom
     
  8. uwevo

    uwevo New Member

    Ist ja herrlich Dein Vergleich. Gut, dann wären wir nicht in der EU, und? Was haben wir davon außer Kosten und oft sinnlose Vorschriften?? (Stell Dir vor, die Engländer leben noch!!)
    Haben wir in den guten, alten Bundesländern, etwa Vorteile von der sogenannten "Wiedervereinigung" Kannst Du mir ---einen--- nennen (ich bin manchmal Egoist, weißt Du)???? Außer Kosten und sinnloses, dummes Geschwätz ist doch nichts, oder sehe ich das falsch? Hast Du mal überlegt, woher die ganze Problematik in old-Geramny eigentlich kommt?
    Und noch was: Geh mal nach Türkenien und führ Dich dort so auf, wie die Türken (nicht alle, sicher) bei uns. Ich denk mal, daß Deine Wohnung hier dann frei wird, weil Du sie nicht mehr brauchen würdest.
    Ach ja, ich komme auch aus Bayern...

    m.f.g. -uwevo
     
  9. MäccerNichtRum

    MäccerNichtRum New Member

    @kissmekate

    zu deiner Frage mit dem BR 3 und Bayern……………es ist doch schon fast traditionell so, dass dort wo alles "gut" läuft die Angst am tiefsten sitzt.
    Sprich dort wo am wenigsten Erfahrung mit Multikulti besteht werden auch nur die Nachteile über die Medien wahrgenommen was in den anderen Bundesländern so vor sich geht.
    Und die armen Bayern haben doch immer Angst, dass es mit ihnen wirtschaftlich irgendwann mal wieder bergab gehen könnte. Und die Gefahr geht bei denen anscheinend davon aus, wenn sie zu sehr in das geschehen in gesamt Deutschland oder der EU einbezogen werden. Die haben einfach angst, dass sie nicht ewig so eingenbrödlerisch vor sich hin machen können. So ein Durschnittsbayer hat ja schon Bedenken wenn mal ein Berliner, Schwabe, Leipziger oder sonstwer aufkreuzt. Was soll man also erwarten wenns um gänzlich andere Nationen geht:eek: :D
    Will damit nur sagen, dass in Deutschland immer die am lautesten schreien, die am wenigsten betroffen sind und die wenigste Erfahrung haben………ich mein was haben die Bayern schon mit der Wiedervereinigung am Hut, die haben doch bis heute noch nix mitgekriegt ausser das es nen solibeitrag gibt oder mal zwei leute mit befremdlicher Aussprache plötzlich in irgendner Firma da unten arbeiten. Solche Dinge erlebt man natürlich z.B. in Berlin, Thüringen, Hessen oder wo auch immer ganz anders-hautnaher und vor allem erfahrungsreicher und dadurch mit sicherheit auch toleranter, da man sich über alle Veränderungen, gute und schlechte, viel bewußter ist. Und ich denke genauso verhält es sich mit Fragen wie dem EU Beitritt der Türkei oder anderen sogenannten "Ausländerfragen". Ich mein es ist ja auch offensichtlich, dass die meisten in Deutschland lebenden Ausländer sich nicht in Bayern befinden und auch nicht in den Neuen Bundesländern und dennoch sind die Stimmen aus diesen Gebieten zu solchen Themen immer am lautesten. Und dadurch sind meiner Meinung nach die meisten Meinungen dieser Leute hauptsächlich auf Unwissenheit, mangelden Informationen, mangelnde Erfahrung und vor allem mangelnder Bereitschaft sich mit solchen Themen überhaupt fundiert informiert und objektiv auseinanderzusetzen, gegründet.
     
  10. mymy 13

    mymy 13 New Member

    Ich glaube, daß die Skepsis dem Fremden gegenüber flächendeckend verteilt ist. Vielleicht wird es z.B. hier in Hamburg nicht so offen ausgespielt, in den Köpfen steckt es trotzdem. Selbst in klassischen Einwandererländern, wie den USA und Australien (mit den Asiaten, habe es vorort miterlebt) oder ehemaligen Kolonialmächten, wie England und Frankreich, die uns einige hundert Jahre Erfahrung mit dem Zusammenleben anderer Kulturen vorraus haben, ist das Problem massiv vorhanden. Es ist also eher ein menschliches, als ein regionales Phänomen.
    Es kommt immer dann verstärkt wieder raus, wenn Ängste (berechtigt oder nicht) aufkommen oder eben von unverantwortlichen Politikern und Medien geschürt werden.
    Das ist gesellschaftlich geförderte Brandstifterei und wir können nur hoffen, daß es dieser Gesellschaft bald wieder besser geht, damit es nicht zu sehr eskaliert.
     
  11. sepp

    sepp New Member


    GENAU!

    schleich die saupreiss berlinerischer

    liebe grüsse
    vom armen bayern
    sepp
     
  12. ab

    ab New Member

    Bin ich ein Bayer? fragte er sich im Spiegel. Und wenn ich ein Bayer bin, sind dann alle Bayern so wie ich?

    Er haderte mit sich selbst, als er in Grosshadern in die Bahn stieg, um zum Marienplatz zu gelangen.

    Sind das hier auch alles Bayern? wunderte er sich, als ihn ein, ihm völlig unbebekannter, recht dunkelhäutiger Mensch mit Servus! begrüsste.

    Die Frage des echt-bayerischen beschäftigte den armen Bayern immer intensiver, und er kam zum Schluss: Wenn ich mir über meine bayerische Identität so unsicher bin, wie soll ich da mit all den Fremden aus Hamburg, Berlin oder Frankfurt zurechtkommen?

    ab
     
  13. MäccerNichtRum

    MäccerNichtRum New Member

    Och sepp, ich sagte doch vorsichtig der Durchschnittsbayer:klimper: Das bedeutet jeder der sich nicht dafür hält kann sich jederzeit da ausnehmen, habs nämlich nicht so mit Veralgemeinerungen, da ich selbst genug Bayern kenne die anders drauf sind:klimper:
    Das Thema meinerseits bezog sich da doch eher hauptsächlich auf die Repräsentanten eures Freistaates;) die nun mal wie Herr Stoiber zum Beispiel oder teilweise dubiose Sendungen des BR 3 laute Töne spucken und gelegentlich nicht ganz klare Bilder sehen:rolleyes: Sprich nach aussen wird da schon ein Eindruck vermittelt der dem von kissmekate angesprochenen Thema entspricht und das halte ich für sehr unglücklich, wenn eine ganze Region einen Ruf wegbekommt, der nur zu widerlegen ist indem man die persönliche Erfahrung mit einzelnen Menschen dort macht.
    Bedeutet zusammengefasst, ich finde das bayern auf politischer und medialer Ebene extrem fragwürdig vertreten wird (und ja das ist sicher auch woanders der Fall) und das nicht nur nach aussen eine bestimmte Meinung schürt, sondern zu einem gewissen Teil auch viele Leute die in Bayern leben in ihrer Meinung stark beeinflusst und wie ich eben festgestellt habe von vielen auch einfach nicht weiter hinterfragt wird.
    Naja jedenfalls muss man sich da nicht persönlich angegriffen fühlen wenn man nicht dazu zählt und umgekehrt, falls man bewusst dazu zählt erst recht nicht, weil man dann ja zu seiner Meinung stehen kann.
    Soll heissen wenns um Bayern geht meint keiner im speziellen genau den sepp:klimper:
    Und wenns um Berlin geht dann halt ich das auch nicht für meinen Namen oder meine Person
    :klimper:
     
  14. mymy 13

    mymy 13 New Member

    Ich mische mich mal ein, um mit meiner Allgemeinbildung zu prahlen. Sepp bezieht sich da auf einen Witz, der mit dem Wortspiel endet: "Saupreiß japanischer". Also wohl eher spassig gemeint, oder??? Norditalienischer Brezelfetischist!:D
     
  15. MäccerNichtRum

    MäccerNichtRum New Member

    jo, hab ich doch auch nich anders aufgefasst das:)

    Dachte da eher an die Unterschrift "der arme bayer sepp", das klang mir so in ansätzen ein wenig nach unterschwelligem schmollen, kann mich aber auch täuschen:)
    und da dacht ich mir mal sowas will ich gar nich erst aufkommen lassen:klimper:
     
  16. disdoph

    disdoph New Member

    @MäccerNichtRum
    Das was Du da ausführst führt ja auch zu dem am Anfang beschriebenen Problem. Mann darf eben nicht alle über einen Kamm scheren, auch uns Bayern nicht. ;)

    Wobei ich nochmal sagen möchte, dass Multikulti meiner Meinung nach nicht die Lösung sein kann. Gäste haben sich als Gäste aufzuführen, was natürlich nicht heissen soll, man soll seine Wurzeln vergessen. Niemand, zumindes fast niemand, wird sich aufregen, wenn alles in geregelten Bahnen läuft.

    Näher möchte ich mich jetzt nicht dazu äussern, sonst bin ich evtl. gleich als Rasist gebrandmarkt.

    Grüsse!

    von Tom
    (der sich eigentlich für sehr tollerant hält)


    :)
     
  17. DasBo

    DasBo New Member

    Um auf die Ursprungsfrage zurück zu kommen: NEIN! Augsburg z. B. hat die höchste Ausländerquote Deutschlands und die Stimmung dort ist bei weitem nicht so angespannt, wie in manch anderer Stadt mit "Little Istanbul" oder ähnlichem...
    Der Bayer an sich ist zwar nicht verschwenderisch mit seiner Nächstenliebe, aber immerhin farbenblind. Ich persönlich habe sogar eine Nordrhein-Vandalin geehelicht und wurde nicht in Stammesfehden verwickelt...
     
  18. MäccerNichtRum

    MäccerNichtRum New Member

    @disdoph

    versteh deinen standpunkt schon, natürlich zieht das ganze auch probleme mit sich.
    aber eben zu dem punkt gäste sollen sich wie gäste aufführen……………das ding ist doch, dass man halt die generation die jetzt hier aufwächst nicht wie gäste behandeln kann, weil sie es einfach nicht sind, sondern einfach mal in deutschland geborene junge leute mit nem anderen kulturellen hintergrund.
    und da kann man doch nicht so ansetzen, dass man an die menschen erwartungen stellt wie an touristen.
    das wär halt alles ein bisschen vereinfacht.
    zumal sich ja einige deutsche da auch nicht viel nehmen, ich mein wie sich da einige als touristen im ausland aufführen ist ja ab und zu auch nicht erste sahne und man erwischt sich ab und zu dabei wie man sich schon für die mitschämt:D
    oder auch einige deutsche aussteiger die sich im ausland niederlassen, da kann man auch nicht gerade von einer anpassung als gast an die beispielsweise spanische kultur sprechen;)
    naja ist eben alles wie überall, einige wollen sich nicht bis zu nem gewissen grad anpassen, andere schon. und zudem gibt es auch einige bereiche in denen eine gewisse anpassung von anfang an stark erschwert wird.
    in anderen bereichen wiederrum erscheint sie gar nicht notwendig, weil es für die menschen auch ohne gut funktioniert und sie es dadurch nicht als notwendigkeit erachten.

    soll heissen, klar ist es nicht optimal wie es bisher gelaufen ist, weder für deutsche noch für die ausländischen mitbürger. nur ist es eben auch so, dass diese dinge die gerade in den medien diskutiert werden keine wirklichen lösungsansätze darstellen und ziemlich vereinfacht werden, so nach dem motto wenn die sozusagen gezwungen werden deutsch zu lernen bevor sie hierher kommen oder irgendwelche anderen vorraussetzungen erfüllen müssen, dann klären sich die restlichen fragen zu sozialer integration schon von allein. naja das ist eben einfach naiv. in den niederlanden gibt es diese maßnahmen schon seit einer weile und man kann dort gut beobachten, dass das sicher kein besonders guter lösungsansatz war oder grosse änderungen herbeiführt.
    und von daher kann man diese ganze diskussion in den medien und auf politischer ebene, eben nur als populistisch einstufen und so eine art von stimmungsmache auf bildzeitungsniveau ist einfach ziemlich daneben.
     
  19. disdoph

    disdoph New Member

    @MäccerNichtRum

    Ja, da geb ich Dir auch recht. Das mit Deutsch lernen .... kann es nicht nur sein. Es wurden tausende Ausländer, z. B. Russlanddeutsche, reingeholt ohne ein stimmiges Konzept bzw. ohne rechtige Vorbereitung. Nun haben sich richtige Gettos gebildet und es kommt dadurch zu Problemen vielschichtiger Art, es fehlt einfach der Anschluss.

    Wobei das mit dem Deutschlernen grundsätzlich nicht so schlecht ist. Mein Sohn kommt nächstes Jahr in die Schule und ich hab mich schon etwas umgehört und auch Lehrer in meinem Bekanntenkreis. Es ist einfach Fakt, dass bei einem gewissen Anteil von ausländischen Kindern (die nicht richtig Deutsch sprechen) die anderen auch auf der Strecke bleiben, da nicht mehr genung Zeit bleibt. Eine Verbesserung in dieser Richtung wär das dann zumindest.

    Bezüglich des Gastrechtes ob bei uns oder wo anders hast Du eigentlich auch recht. Aber jede Gesellschaft hat ihre Regeln/Gesetze und an die sollte bzw. HAT sich auch jeder der sich in dieser Gesellschaft befindet zu halten. War eher so gemeint.

    Letztendlich löst sich das Problem vielleicht nach ein paar Generationen von selbst.

    Sepp lebt übrigens wie ich im tiefsten Niederbayern und wir sind halt etwas 'besonders'. Ich glaube Du hast seine Äußerungen zu ernst aufgefasst.
    :D
    Grüsse!

    Tom
     
  20. MäccerNichtRum

    MäccerNichtRum New Member

    och nö, denk ich eigentlich nicht:) so wirklich ernst nehm ich hier im forum eigentlich gar nix.
    ich sehs als unterhaltungsplattform und gelegentliche tipps wenn der mac mal nicht funzt wie er soll oder man jemand anderem da nen stück weiterhelfen kann:)
    seh das hier als nichts ernsthaftes, da muss man leuten schon persönlich gegenübersitzen;)
    wahrscheinlich kommt hier öfter mal irgendwas nen bißchen anders rüber als es gemeint ist, da muß man dann halt drüber wegsehen:)
     

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