So kann es nicht mehr weitergehen!

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Mekki Messer, 21. Mai 2003.

  1. Mekki Messer

    Mekki Messer New Member

    Tagtäglich die gleichen Sprüche, die bis in sozialdemokratischen Kreisen verfangen:

    "So kann's nicht weitergehen. WIR leben über unsere Verhältnisse."

    Mit WIR sind in aller Regel diejenigen gemeint, die eh' schon jeden Euro dreimal umdrehen müssen: Auf Sozialhilfe Angewiesene, Kranke, Arbeitslose, Alte ...

    Es soll Leute geben, die über einen Hungerjob mit ein paar Hundert Euro monatilch Ihr Dasein fristen müssen. Und während Tarifverhandlungen immer wieder das gleiche Spektakel: neoliberale Fuzzies echauffieren sich über "unverschämte" Gewerkschaften, stellen Erschwerniszulagen für Nachtarbeiter u.ä. in Frage, manche missgönnen gar unverhohlen dem Arbeitnehmer sein Einkommen. Als ob es in den letzten Jahren je einen nennenswerten Reallohnzuwachs bei Arbeitern und Angestellten gegeben hätte!!

    Die Diskussion über die Einkünfte gewisser Industriebosse wird hingengen vernachlässigt. Offensichtlich leben diese nicht über ihre Verhältnisse.

    Spiegel online:

    Trotz Nullrunden für Beschäftigte, Stellenstreichungen, Kurssturz und Gewinnrückgang werden in vielen Unternehmen Gehaltserhöhungen für die Bosse großzügig verteilt.
    Während bei Arbeitern und Angestellten vielerorts immer weniger auf den Lohnzettel steht, werden monatlich 131 Prozent mehr auf das Konto des DaimlerChrysler-Chefs Jürgen Schrempp eingezahlt. Auch seine zwölf Vorstandskollegen ließen sich diese satte Gehaltserhöhung vom Aufsichtsrat genehmigen. Jeder Daimler-Vorstand kassierte zuletzt im Durchschnitt 3,9 Millionen Euro.

    DaimlerChrysler verlor zwar im vergangenen Jahr 39 Prozent des Börsenwerts. Die Spendierfreudigkeit in eigener Sache wurde dadurch nicht gebremst. Eine Erhöhung der Bezüge von Aufsichtsratsmitgliedern um 50 Prozent auf 75.000 Euro ist geplant. Das Gehalt von Aufsichtsratschef Hilmar Kopper soll sogar auf 250.000 Euro pro Jahr verdoppelt werden. "Im Vergleich mit anderen Dax-Unternehmen bekommen unsere Aufsichtsräte wenig", sagte Schrempp auf der Hauptversammlung am Mittwoch vor 8500 Aktionären.

    Negative Ergebnisse hatte auch der Versicherer Allianz zu vermelden. Die gut bezahlten Allianz-Manager mussten im vergangenen Geschäftsjahr den ersten Verlust seit dem Zweiten Weltkrieg verbuchen. Das Minus betrug 1,2 Milliarden Euro. Der Versicherer notiert derzeit so niedrig wie zuletzt vor 15 Jahren. In der Chefetage der Allianz wurden dennoch Gratifikationen verteilt. Der Versicherer zeigte sich 2002 spendabel und ließ die Bezüge der Vorstandsmitglieder auf durchschnittlich 1,58 Millionen Euro klettern.

    Scheinbar bescheidener zeigte sich Josef Ackermann, Vorstandssprecher der Deutschen Bank. Ackermann erhielt zuletzt 6.948.135,07 Euro, während sein Vorgänger Rolf-E. Breuer noch reichlich mit acht Millionen Euro 2001 entlohnt wurde. Der Deutsche-Bank-Boss zählt dennoch zu den bestbezahlten Managern Deutschlands. Einbrüche beim Unternehmensergebnis haben daran nichts geändert. Neben Ackermanns Gehalt ist auch die schlechte Geschäftsentwicklung im Jahresabschluss der Deutschen Bank nachzulesen. Das operative Ergebnis vor Steuern lag 2002 mit 1,8 Milliarden Euro unter dem Wert von 2,2 Milliarden Euro im Vorjahr.

    Das sind nur drei Beispiele, die einen Trend belegen. Die Auswertung von Geschäftsberichten der im Dax vertretenen Unternehmen verdeutlicht das Missverhältnis zwischen hohen Manager-Gehältern und schlechter Unternehmens-Performance. Nach Angaben des "Handelsblatts" sind die Gehälter deutscher Spitzen-Manager demnach im vergangenen Jahr durchschnittlich um vier Prozent pro Kopf gestiegen. Der Börsenwert der 30 Dax-Unternehmen ist hingegen gleichzeitig um durchschnittlich 40 Prozent gesunken. Jedes zweite im Dax notierte Unternehmen belohnte dennoch seine Vorstände mit höheren Bezügen.

    Mit ihren astronomischen Gehältern scheinen sich deutsche Manager ein Beispiel an Übersee nehmen zu wollen. Dennoch sind sie im Vergleich zu ihren Kollegen aus den USA momentan noch zu "bemitleiden". Michael Dell erhielt 2001 das stattliche Gehalt von 236 Mio. Dollar.


    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,243989,00.html

    Wohl wahr - wir leben über unsere Verhältnisse.

    MM
     
  2. maiden

    maiden Lever duat us slav

    vor Monaten war schon mal berichtet worden, daß in manchen Chef-Etagen die Spitzengehälter um teilweise bis 181 Prozent steigen - teilweise regelmäßig.

    Und es sind immer die Abzocker und Absahner, die von den Belegschaften Verzicht, Flexibilität und Risikobereitschaft fordern.
    Sie selbst gehen natürlich kein Risiko ein. Wenn der Laden im Dutt ist, gibts gar noch fette Abfindungen.
    Steuerflucht-, und Beschiß sind an der Tagesordnung. Gute Anwälte lohnen.
    Gute Vorbilder für uns alle.
     
  3. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Vielleicht überrascht es dich, wenn dir einer dieser neoliberalen Fuzzis und Gewerkschaftskritiker sowas von Recht gibt, was den oben zitierten Passus betrifft.

    Allerdings kann die Lösung des heraufziehenden Staatsbankrotts nicht darin bestehen, den "Bossen" zu nehmen und den "Geknechteten" zu geben. Das wird selbst bei deren Wahnsinnsbezügen bei weitem nicht ausreichen.

    Was ich bei den Gewerkschaften und anderen neulinken Fuzzis vermisse, sind Vorschläge

    - wie man der Vergreisung unserer Gesellschaft entgegenwirkt
    - wie man das unbezahlbare Gesundheitssystem bezahlbar macht
    - wie man es hinkriegen will, weiterhin die längsten Ausbildungszeiten, den längsten Urlaub und den frühesten Ruhestand zu finanzieren und dabei Wirtschaftswachstum zu vergrößern
    - wie das Wunder vollbracht wird, gleichbleibende Sozialleistungen bei geringerem Bruttosozialprodukt zu finanzieren
    - wie man davon wegkommt, dass inzwischen 60 Prozent des Bundeshaushalts für Sozialleistungen und Kreditzinsen (noch nicht mal -tilgung!) "draufgehen" und trotzdem "führende Wirtschaftsnation" mit wachsendem Wohlstand zu bleiben.

    Solange ich da weiter nichts von den neulinken Fuzzis höre bleibe ich neoliberaler Fuzzi.
     
  4. Haegar

    Haegar New Member

    Hi,
    bei all dem, frage ich mich, wo eigentlich der gesunde Menschenverstand hingekommen ist? Wohl nicht mehr bei den Bossen, egal bei den Konzernen oder bei den Gewerkschaften.

    Wenn ich z.B. lese, dass der DGB jetzt eine Kampagne gegen die Agenda 2010 (welch ein Wort...) starten will, die 5 Mill. € kostet, da wird mir schon wieder schlecht. Wäre ich Gewerkschaftsmitglied, würde ich mich fragen, ob meine Beiträge da wirklich sinnvoll sind.

    Denke, beide Seiten plus Politik bedürfen Reformen...
     
  5. maiden

    maiden Lever duat us slav

    wie man der Vergreisung der Gesellschaft begegnen will?
    Mehr poppen vielleicht?
    Verzeih, aber die Frage kann Dir keiner beantworten. Es ist schlicht eine Entwicklung, die sich durch keine Regelungen aufhalten läßt. Da sind Dynamiken am Werke, die man nicht steuern kann.
    Mehr Kinder machen kann ja auch keine Lösung sein. Die Bevölkerungszahl durch Zuzug von Ausländern erhöhen kann auch keine Lösung sein. Leben eh schon zu viele Menschen auf dem Haufen.

    Bezahlbares Gesundheitswesen?
    Die Abzocker an die Kandarre nehmen. Ärzte, die bescheißen sollen ihre Zulassung verlieren. Wozu brauchen wir bald doppelt so viele Medikamente wie ein Franzose? Warum gibt die Pharmaindustrie jedes Jahr Beträge für die Werbung aus, die den Haushalt mancher Drittweltländer übersteigen? Wer bezahlt das letztlich? Warum so viele unnütze Präparate?

    Leider ist die Pharma- und Ärztelobby an Einsicht arm und im Abzocken groß. Und unsereins braucht für jeden Mückenschiß ein Medikament.

    Ausbildungszeiten zu lang? Nun, ich würde sagen - nein. So manchem ist auch die Zeit zu kurz. Außerdem kann bei entsprechenden Leistungen auf zwei Jahre verkürzt werden. Unsere Ausbildung zählt zu den besten weltweit und so soll es bleiben.

    Und schließlich sind wir nicht die einzigen, die derzeit zu knabbern haben. Es wird auch wieder besser. Wobei ich auch keine Lösungen parat habe. Natürlich nicht, denn wo sich selbst die sogenannten Experten nicht einig sind, aber jeder und jedes nur auf den eigenen Vorteil bedacht ist.

    Allerdings weiß ich mit Sicherheit, daß der sogenannte Neoliberalismus eindeutig der Holzweg ist. Die negativen Auswirkungen kann man bei unseren "Freunden" übern teich wunderbar bewundern. Schönen Dank auch, aber dann ist zappenduster. Wer glaubt, alles regele sich von allein erkennt nicht, daß alles nur zum Vorteil weniger geregelt wird und zum Nachteil aller anderen.
     
  6. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Ich habe mich schon gefragt: und wann kriegt er die Kurve zu unseren Freunden jenseits des Atlantik? Aber du hast mich nicht enttäuscht. Danke.

    Zum restlichen Text:
    ich sehe da bei dir nichts als den ausgestreckten Zeigefinger "sollen doch die anderen machen" (die Abzocker, die Lobbyisten, die Reichen, die...).

    Und zum besten Ausbildungssystem der Welt sage ich mal lieber nichts - das kann man hier oft genug in dem einen oder anderen Beitrag geniessen. Doch, eins sage ich trotzdem noch: wenn sich Leute wie der MacELCH mit Frau entschliessen, diesem Land den Rücken zu kehren, dann sagt das meines Erachtens mehr als 1000 PISA-Kommissionen...

    Und zuletzt: das Öffnen altlinker Mottenkisten aus dem Beginn der Industrialisierung wird uns nicht helfen, sondern weiter schaden. Die berühmte Agende ZwanzigZehn, die wie erwartet jetzt schon bis zur Unkenntlichkeit mottenzerfressen wird, ist nur der BEGINN weitreichender Reformen und hilft uns vielleicht bis 2005 - aber selbst das werden wir nicht erleben.
     
  7. Haegar

    Haegar New Member

    ...also bezgl. der Pharma- und Ärtzelobby stimme ich Maiden zu, die Punkte stimmen meiner Meinung nach.
    Lösungsansatz hier wäre wirklich, wenn die Krankenkassen die Verträge direkt mit den Ärtzen machen könnten und nicht über die Kammern, genauso sollt der Patient die Rechnung einsehen und unterzeichnen können.
     
  8. Risk

    Risk New Member

    Hallo lieber Macixus,

    es grummelt in mir wenn ich das alles lese.

    Die Gewerkschaften sind eine Interessengemeinschaft der Arbeitenden in den verschiedenen Branchen.
    Sie haben zuerst einmal die Interessen der Mitglieder zu vertreten.
    Dann kommt (erst) die Gesellschaftspolitische-Verantwortung.

    Wenn ich durch unseren Betrieb gehe und mit den Kollegen spreche bekomme ich sehr wohl einen Eindruck über die Stimmung an der Basis.

    Da ist allen klar das sich was ändern muß.
    Aber es sollen sich alle beteiligen.

    Warum gibt es immer Bereiche die ausgeklammert werden.

    Das allein macht die Kollegen wütend.

    Bis Samstag

    risk
     
  9. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Geht mir auch so, wenn ich nicht "das", sondern so manches Mottenrezept lese...

    Aber zur Klarstellung:

    Ich halte Gewerkschaften durchaus für eine wertvolle Einrichtung. Sie gehen mir nur dann auf den Sack, wenn sie "per ordre de mufti" über die Köpfe der Gewerkschafter vor Ort betriebsinterne Vereinbarungen kippen, nur damit die "reine Lehre" erhalten bleibt.

    Es kommt ja nicht von ungefähr, dass den Gewerkschaften die Mitglieder davonlaufen. Die wenigsten Arbeitnehmer sind gewerkschaftlich organisiert, aber die Gewerkschaften meinen immer noch, sich auf die "Massen der Werktätigen" berufen zu können, wenn sie ihre Klamottenkisten und Trillerpfeifen auspacken. Wenn von Lobbys die Rede ist, dann sind sie eine der größten und unbeweglichsten.

    Umfragen zeigen sehr wohl, dass die Bevölkerung sehr wohl reformbereit ist und sich "beteiligen" würde. Aber man müsste halt wissen, wo die Reise hingeht. Ob's der Kanzler weiß?
     
  10. terkil

    terkil Gast

    Die Lösung all dieser Probleme ist eigentlich relativ einfach: Vollbeschäftigung !

    Wenn alle 4,5 Mio Arbeitslosen Arbeit hätten und in die Sozialversicherung einzahlen würden, wären die Probleme zwar nicht vollständig gelöst, aber wir bräuchten keine "Jahrhundertreformen" die nach 3 Monaten schon im Papierkorb landen.

    Bei der Arbeitsvermittlung im Arbeitsamt sollte man das Wort "Zumutbarkeit" streichen. In Deutschland gibt es keine Arbeit mehr, die unzumutbar ist. Es ist dem arbeitslosen Dipl. Ing. zuzumuten, daß er übergangsweise, bis sich ein Job als Dipl. Ing findet, mal für ein paar Monate bei Burger King Bulletten brät. Aber nach heutigen politisch korrektem Sprachgebrauch ist das ja "Neoliberalismus".

    Und dieses Sozialneid-Gefasel kann ich auch nicht mehr hören. Die bösen Kapitalisten-Schweine usw.

    Rezzo Schlauch von den Grünen verdient als "Mittelstandsbeauftragter" der Bundesregierung 17 000 Euro pro Monat.

    Und, äääääähhhhh, wozu brauchen wir eigentlich einen "Mittelstandsbeauftragten" ?
     
  11. joerch

    joerch New Member

    vor allem brauchen wir mal echte reformen, und nicht dieses egoistische rumgestöhne - weniger stunden - gleiches geld... wie wäre es denn liebe arbeitnehmer + gewerkschafter, wenn ihr aus loyalität zu den arbeitssuchenden auf mehrere stunden wochenarbeitszeit verzichtet -> ohne vollen lohnausgleich....
    wenn acht arbeiter auf eine stunde verzichten, gäbe es theoritisch für einen arbeit.
    Ich kenne betriebe da werden so viel überstunden gemacht, das die frauen und kinder per telefon die männer anrufen und fragen, wann kommst du mal wieder nach hause ?
    Jeden tag zehn stunden... das kann es ja wohl auch nicht sein, die jenigen die arbeit haben - sind m.e egoistisch, weil sie nicht auf einen cent verzichten, und die egoistischtsten dabei sind die sch*** gewerkschaftler.
    So, nun könnt ihr auf mich einschlagen...
    joerch der arbeitssuchende :mad:
     
  12. cosmoaufarbeit

    cosmoaufarbeit New Member

    ein guter Vorschlag. Den hab ich schon mal gemacht als es bei der ach so wirksamen Liberalisierung des Strommarktes zur Freisetzung von Arbeitnehmern bei meinem damaligen Arbeitgeber kam. Die Jupijunior Geschäftsführerfraktion teilte fröhlich und dynamisch mit das von den 130 Arbeitnehmern ungefähr 40 übrigbleiben. Weil ja die Strompreise dermaßen in den Keller gehen. Da hab ich mal gefragt ob wir nicht die Stunden pro Nase reduzieren um Arbeitsplätze zu halten. Kann aber sein das ich kroatisch oder sonstwie gesprochen habe, danach kam nichts.Selbst der Betriebsratsvorsitzende hat nichts zu diesem Thema gesagt. Die Mehrheit der Arbeitnehmer auch nicht, ach möge doch der Kelch an mir vorbeigehen und alles so bleiben wie es ist. Ich bin jedenfalls weg. Und die Strompreis sind ja heute auch dermassen niedrig.:mad:
    cosmo
     
  13. joerch

    joerch New Member

    @cosmo...
    genau das meine ich - solange die säcke nicht selber betroffen sind - ist denen nur der eigene vorteil wichig - was interessiert mich das arbeitslose pack...

    @akiem - ich geb dir das spritgeld um den dicken "wictigen" gewerkschaftler mit deinem geländewagen um euer firmen-terrain zu jagen // darf ich mitfahren ???
     
  14. terkil

    terkil Gast

    Das kannst du ja mal den Arbeitnehmern bei Verdi erzählen. Weil die fast pleite sind, wird da auch in großem Stil Personal "abgebaut".

    Mit betriebsbedingten Kündigungen usw.

    Und frag mal diesen komischen Bsirske nach seinem Gehalt ! Schätze mal, das wird auch so um die 15 000 18 000 Euro liegen. Natürlich bei voller sozialer Absicherung bis zum Jahr 2100 für ihn und seine gesamte Family.

    Die Gewerkschaften habens gerade nötig, andere an den Pranger zu stellen. Sie sind selbst nicht besser !
     
  15. mymy 13

    mymy 13 New Member

    Es ist wunderbar, wie in fast jeder Diskussion der Ball von der einen Seite des Netzes (Gewerkschaften), zur anderen Seite (Großunternehmer) gespielt wird und dabei das Netz (Mittelstand) nur zu gerne übersehen wird. Letztendlich schafft der Mittelstand die meisten Arbeitsplätze, zahlt die höchsten Steuern und ist die geringste soziale Belastung. Bricht der also weg, und da ist er gerade bei, haben wir hier bald Verhältnisse wie in Argentinien. Subventions- und Abschreibungskürzungen treffen Großunternehmen nur maginal, die können durch Abwanderungsdrohungen bzw. wirklicher Abwanderung, im Sinne der Globalisierung darauf reagieren.
    Es ist schön und richtig eine Lobby zu haben, aber wenn diese Lobbies nur noch zu Erhaltungsmaschinen ihrer eigenen Pfründe verkommen, schaden sie ihren eigenen Leuten.

    Entschuldigt den obigen Tennisaphorismus, mir fiel nichts besseres ein.

    Ein wirklich genervter roter Kleinkapitalist!
     
  16. Hape

    Hape New Member

    Vergreisung der Gesellschaft: Ab sofort muß schon mit vollendetem 70sten Lebensjahr bei Rot über die Straße gegangen werden .... bist du für Lebenszeitgrenzen ? ;)

    Gesundheitssystem: Bitte ein paar der über 300 Krankenkassen abschaffen und wieder alle in das Gesundheitsystem einbinden - meint keine Privatversicherungen mehr für Reiche und Beamte !

    Bezahlen von Sozialleistungen und Abbau der Schulden: Ab sofort sollte wieder alle Steuern zahlen, z. B. auch die großen Firmen, die sich so erfolgreich darum drücken.

    Gehaltsverzicht hat die letzten 10 Jahre nicht einen Arbeitsplatz geschaffen !

    Grüße von einem altlinken Fuzzi ... :)
     
  17. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Na, da grüße ich doch mit seelsorgerischen Grüßen jauchzend zurück!

    Nichts eint Katholiken und Linke so sehr wir ihr Glauben ("Fuzzi-Connection").

    Dann glaub' mal schön, dass die von dir erwähnten Tröpfchen den Stein nässen bzw. die Schafe auf der Weide fett machen.

    Ich aber sage: es wird Heulen und Zähneklappen sein.

    :)
     
  18. terkil

    terkil Gast

    Im "Osten" wird ja jetzt wohl demnächst gestreikt, um in der Metallindustrie dort ebenfalls die 35-Std.-Woche durchzusetzen.

    Das läuft dann wahrscheinlich so, daß die Arbeitgeber sagen, ok., hier habt ihr die 35-Std.-Woche und wir haben unsere Ruhe.

    Im konkreten Fall in einem Kleinbetrieb mit 10 Arbeitern läuft das dann so, daß der Chef sagt, ok., dann führen wir jetzt die 35-Std-Woche ein, das kostet den Betrieb soundsoviel Geld. Also müssen 2 Leute gehen, die werden gefeuert. Die Arbeit von den 2 Gefeuerten erledigen die restlichen eben mit, notfalls mit Überstunden.

    Den Gewerkschaftern ist das egal. Da wird nach Schema F ideologisch argumentiert und fertig. Das sind Leute, die wären schon mit dem Managment eines Tante-Emma-Ladens total überfordert. Aber das ist ja egal. Sie haben bei der Gewerkschaft einen gutbezahlten und sicheren Job und wollen ihn natürlich behalten. Und so geht das halt immer munter weiter.

    In ein paar Jahren wird es das "Sozialsystem" wie wir es heute haben, nicht mehr geben. Wir werden so oder so ein total leistungsorientiertes "amerkanisches System" bekommen, das ist jetzt schon sicher.

    Und jeder, der schon mal in den USA war und dort mal ein paar Wochen mit dem Auto unterwegs war, weiß, daß die "kleinen Leute" dort mindestens genauso gut leben wie wir.

    Wenn wir das "Sozialsystem" so wie es jetzt ist, behalten wollen, müssen wir eben alle 20% mehr Steuern zahlen. Aber das will ja auch keiner.

    Weil: Geiz ist doch so geil !
     
  19. Hape

    Hape New Member


    Ich bin mir sicher, daß die Tröpfchen bzw. Tropfen was ändern könnten - allein sie fallen nicht! Deswegen befürchte ich auch das Heulen und Zähneklappern ... :(
    Glauben wir noch etwas an eine gute Veränderung ! ;)
     
  20. Hape

    Hape New Member

    :confused:

    Wenn alle bezahlen würden, müßten es sicher keine 20 % sein!
     

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