SSD in Mac - optimale Systemeinstellungen ?

Dieses Thema im Forum "Hardware" wurde erstellt von Coolio, 24. Februar 2015.

  1. Coolio

    Coolio New Member

    Hallo!

    Eine SSD Solid State Disc funktioniert anders als eine herkömmliche HDD-Festplatte - z.B. bietet sie nur eine beschränkte Anzahl von Schreib-Zyklen an bevor die Speicherzellen ausfallen/nicht mehr benutzt werden können.

    Für Windows-Rechner gibt es zahlreiche Informationen, wie man das Windows-System einstellen soll um unnötige Schreibvorgänge zu unterbinden - und so die Lebensdauer einer SSD zu erhöhen.

    Für Mac-Rechner hab ich solche Informationen bisher nicht gefunden, auch hier im Forum nicht.
    Auch bei einem Anruf an der Hotline vom Apple-Support konnte man mir keine Infos/Tipps zu dem Thema geben ...

    Deshalb nun hier die Frage ins Forum: welche Systemeinstellungen sollte man in einem Mac anpassen/optimieren, wenn im Mac eine SSD vorhanden ist anstatt einer HDD?

    Bin gespannt auf alle Infos + besten Dank vorab!

    :confused: :confused: :confused: :confused: :confused: :confused: :confused: :confused: :confused: :confused:
     
  2. MACaerer

    MACaerer Active Member

    Mich würde doch sehr interessieren, welche Systemeinstellungen das bei Windows sein sollen, mit denen die Zahl der Speichervorgänge reduziert werden sollen. Für mich klingt das doch mehr nach Voodo als nach seriösem Informationen. Wenn Daten beim arbeiten mit dem Rechner entstehen müssen sie letztendlich irgendwann gespeichert werden und keine "Systemeinstellung" kann das in irgendeiner Form verhindern
    Was du machen kannst ist folgendes:
    -RAM genügend groß wählen, so dass keine Seitenauslagerungen auf die SSD stattfinden müssen.
    -SSD genügend groß wählen, so dass immer genügend freie Speicherbereiche vorhanden sind. Dadurch können immer andere Zellen für die Schreibvorgänge verwendet werden.
    -Anstelle einer Consumer-SSD mit MCL-Technik eine mit eMCL- oder SCL-Technik wählen. Diese SSDs können die drei- bis zehnfache Zahl der Schreibvorgänge ab. Kosten aber auch das drei- bis zehnfache.
    Ansonsten kann man im Regelfall davon ausgehen, dass eine SSD mindestens so lange lebt wie der übrige Mac.

    MACaerer
     
  3. Coolio

    Coolio New Member

    Hallo MACaerer,

    vielen Dank für Deine Antwort - sehr detailliert und tiefgehend. Wusste gar nicht, dass es bei SSDs diese Unterschiede gibt - man lernt bei diesem noch relativ 'neuen' Thema laufend dazu. :nicken:




    Systemoptimierung für SSDs unter Windows:

    dazu ein Google-Link:
    https://www.google.de/?gws_rd=ssl#newwindow=1&q=pc+für+ssd+optimieren

    ... in der Windows-Welt wird man alle Nase lang darauf hingewiesen - sonst wäre ich gar nicht auf diese Idee/Frage gekommen. War deshalb verwundert, dass es in der Mac-Welt kaum Hinweise zu dem Thema gibt?

    Ein Beispiel, das ich erinnere: wenn der PC in den Ruhezustand geht dann speichert der wohl den kompletten aktuellen Datensatz ab, d.h. er 'schreibt' ihn. Wenn man den Ruhezustand deaktiviert kann man das wohl vermeiden. Logisch - das hat dann wieder andere Nachteile ;-)




    Systemoptimierung für SSDs im Mac:

    Da SSDs immer noch relativ teuer sind möchte ich diese 'pfleglich' behandeln - also das 'Geld' treibt diese Frage nach Optimierung auch an (ich hab eine 500 GB SSD im Macbook, war ziemlich teuer - und die soll natürlich möglichst lange halten).
    Insofern auch Danke für Deine Tipps bzgl. Optimierung! Folgende Fragen hätte ich dazu noch:


    - RAM: wenn man im Gerät nur 1 SSD (also keine HDD zusätzlich hat) kommt das nicht zum Tragen, oder?


    - SSD gross genug wählen: ich habe, wie gesagt, 500 GB, so dass sich für mich auch die Frage stellt ob Partitionierungen sich da positiv oder negativ auswirken? Dazu konnte mir bisher keiner verlässlich/logisch nachvollziehbar beantworten. Hast Du dazu eine Idee? Selbst der Mac-Support gibt dazu keine Tipps.
    ... könnte man sich ja vorstellen, dass das Partitionieren den Wear-Levelling-Mechanismus (den SSDS wohl haben) irgendwie beeinflußt - sei es positiv? Oder negativ? ... wie gesagt - alles noch unbeantwortet für mich bisher...


    - Profi-SSD statt Consumer: interessanter Hinweis, wusste ich gar nicht. Wegen des (noch) höheren Preises werden einfache 'Konsumenten' in ihren Geräten sowas wohl leider nie vorfinden, vermute ich ;-0


    - 'Defragmentierung' ? Macht das Sinn auf einer SSD? Ist mit 'Neu-Schreib-Vorgängen' verbunden


    - 'Virenschutz-Scans' ? etc. - die ja auch alle 'Schreib-Vorgänge' auslösen.


    Auch da bin ich zu keinen befriedigend abwägenden Antworten zwischen den jeweiligen Vor- und Nachteilen gekommen bisher. Vielleicht gibt's ja noch neue Hinweise irgendwann hier im Forum. Wäre neugierig, darüber mehr zu erfahren...

    Gruß + Dank nochmal

    Coolio
     
  4. MACaerer

    MACaerer Active Member

    Doch. Das System verwendet einen virtuellen RAM, der dann verwendet wird wenn der physikalische RAM nicht mehr ausreicht. Das heißt Teile des Systems oder sonstiger Daten werden auf das Boot-Laufwerk geschrieben. Das findet natürlich um so öfter statt, je kleiner der RAM ist.
    Ich persönlich halte von Partitionierung gar nichts. Das ist auch nicht nötig, weil das MacOs eine ausgeklügelte Benutzerverwaltung hat. Wie die Verwaltung von Partitonen bei einer SSD gehandhabt wird weiß ich leider auch nicht. Hängt vermutlich auch von der SSD-Firmware ab.
    Naja, der Hinweis auf eine Profi-SSD war nicht ganz ernst gemeint. Bei benutzertypischen Anwendungen hält eine Consumer-SSD in der Regel mindestens so lange wie der restliche Mac.
    Fragmentierung ist bei einem der modernen Dateisystem wie NTFS oder JHFS+ kein Thema. Das Dateisystem sucht beim Neu anlegen bzw. erneut speichern immer einen unbenutzten und zusammenhängenden Speicherbereich, so dass es normalerweise zu keiner Fragmentierung kommt. Das kann allenfalls passieren, wenn der Datenträger schon sehr voll ist und keinen unbenutzten Speicher mehr hat
    Virenschutz ist zumindest derzeit beim Mac kein Thema. Das kann sich natürlich ändern, daher ist es wichtig, dass man die Szene entsprechend beobachtet. Viel kritischer ist das einfangen sonstiger Mal-Ware, beim unvorsichtigen Umgang mit Dateien aus unbekannten Quellen. Dagegen ist auch der Mac nicht gefeit, aber dagegen hilft ein Viren-Scanner nur bedingt.

    Gruß
    MACaerer
     
  5. Coolio

    Coolio New Member

    Hallo MACaerer,

    besten Dank für die schnellen und kompetenten Infos! :biggrin:


    Bzgl. 'RAM': ja, klar, hatte ich nicht richtig 'auf dem Schirm': der RAM ist ja ein eigener/selbständiger Speicher-Baustein, unabhängig von der SSD. Ich hab in meinem Mac 8 GB so dass ich annehme, dass der in den meisten Fällen ausreichen sollte.


    Bzgl. 'Partitionierungen' auf einer SSD:
    Das hab ich als 'Windows-Erbe' mitgenommen, dass ich Daten immer separat vom OS speichere - wenn Windows abrauscht und Neuinstalliert werden muß sind ja beim PC schnell auch alle Daten weg - weshalb diese 2-geteilte Partitionierung für OS und Daten empfohlen wird. Dass der Mac da wesentlich unkomplizierter ist hab ich erst nach dem Umstieg 'gelernt'. Bin im Moment noch gewohnt mit Partitionen zu arbeiten - mal sehen, wie sich das noch entwickelt. Die Frage wie Partitionen sich bei einer SSD auswirken (negativ? positiv? egal?) halte ich mal im Auge, vielleicht ergeben sich mit weiterer Verbreitung von SSDs da noch Infos? ...


    Bzgl. 'Haltbarkeit' einer SSD:
    Also wenn die so lange halten, wie der übrige Mac auch dann ist alles ok/unproblematisch. Aktuell wird man ja mit den Infos 'beschränkte Haltbarkeit durch häufige Schreibzyklen' in den Medien 'ver-sorgt' (zumindest in Bezug auf Windows-Systeme las ich das öfter) und 'sorgt' sich dann entsprechend. Umso besser, wenn das nicht nötig ist :nicken:


    Bzgl. 'De-Fragmentierung':
    Klingt ja gut, dass die aktuellen Systeme da clever vorgehen.
    ? Ist 'JHFS+' das, was man aktuell bei Yosemite auf dem Mac hat? Ich erinnere bisher nur "HFS" bzw. "HFS+".
    Dass NTFS das auch macht wusste ich nicht - ich dachte, das speichert eher 'spontan wo es gerade ist'. Die vielen De-Fragementierungs-Hinweise die man bekommt beziehen sich dann wohl eher darauf wenn die Platte schon ziemlich voll ist und auch NTFS dann 'splitten' muss, vermute ich.


    Bzgl. 'Virenschutz-Scans':
    Auch das ist ein Windows-Erbe bei mir: war völlig überrascht, dass man auf Mac (ziemlich) sicher ohne Schutz ins Internet gehen kann - wäre mir bei Windows nie in den Sinn gekommen, denn lt. Statistik hat ma ja ca. alle 10 Minuten einen Viren-Angriff (hab ich mal gelesen). Bin gespannt, wie das mit der zunehmenden Verbreitung von Apple-Sachen mit iOS und OSX sich weiter entwickeln wird.


    OK, soweit noch Infos von mir. - Bin jetzt 'beruhigt', dass ich scheinbar nix wichtiges hinsichtlich Pflege der (teuren) SSD im Mac übersehen habe - und kann entspannt weiter in die Tasten drücken :D

    Insofern besten Dank nochmal für alle Infos und Hinweise!


    Viele Grüße

    Coolio
     
  6. MACaerer

    MACaerer Active Member

    Also noch mal ganz kurz:

    8GB RAM ist schon eine ganze Menge und reicht für normale Anwendungen locker aus. Du kannst ja mal in die Aktivitätsanzeige gehen (Dienstprogramme) und dir die Speicherbelegung ansehen. Wichtig ist der "Verwendete Swap". Wenn da "0" steht oder nur wenige MB bist du auf der sicheren Seite.

    Die Tatsache, dass es mit Moment keine bekannten Mac-Viren gibt ist lediglich eine Momentaufnahme. Das kann sich also kurzfristig ändern, zumal der Marktanteil des MacOs ständig zunimmt. Leider gibt es derzeit keinen wirklich empfehlenswerten Viren-Scanner für den Mac. Die vorhandenenen richten u. U. mehr Schaden an als etwaige Viren.

    JHFS+ ist die offizielle Bezeichnung für das von Apple verwendete Dateisystem MacOs extended (journaled).

    Partitionieren um Daten und System zu trennen ist in der Windows-Welt sehr verbreitet, das ist mir bekannt. Aber beim Mac ist es eher kontraproduktiv, da der Mac System und Benutzerdaten fein säuberlich trennt. Wie erwähnt weiß ich nicht wie eine SSD Partiitonen verwaltet. Aber falls das genau so funktioniert wie bei einer HDD, also die Partitionen für sich verwaltet werden, ist das eher ungünstig, weil man dem Dateisystem einen Teil des freien Speichers entzieht.

    Die Zahl der Schreibzyklen der Zellen in einer Comsumer-SSD liegt zwischen 5.000 und 10.000. Das hört sich im ersten Moment wenig an, aber da die Firmware die Daten aufteilt und immer andere Zellen zum speichern verwendet ergibt sich (in der Regel) eine Lebensdauer von mindestens genau so lange wie bei einer Festplatte. Das wird bei der Betrachtung einer SSD immer gerne vergessen, dass eine Festplatte auch nicht ewig hält. Der Preis für eine SSD wird sich über kurz oder lang bei den derzeitigen Preisen für eine Festplatte einpendeln, also kein Grund zur Panik.
    Eine SSD sollte wenn möglich so ausgelegt sein, dass immer noch mindestens 20% frei sind. Das verhindert, dass die einzelnen freien Zellen zu oft beschrieben werden.

    MACaerer
     
  7. Coolio

    Coolio New Member

    Hallo MACaerer,

    prima, Danke nochmal für die interessanten Infos! :nicken:


    Bzgl. RAM:
    Der 'Swap' ist bei mir tatsächlich auf 0 - sehr erfreulich.


    Bzgl. Viren auf Mac:
    Ja, je mehr aus OSX vorhanden sind auf der Welt um so interessanter ist das ja für Hacker dafür was zu 'programmieren'/sich damit zu beschäftigen. Im Moment komme ich mit Norton Symantec ganz gut klar, hält sich schön im Hintergrund.


    Bzgl. Partitionen auf SSD:
    Als ich bei Apple anrief war ich erstaunt, dass die auch nix dazu wussten wie SSD und Partitionierungen sich zueinander verhalten. Der Mac bietet ja diese Funktion auch an (Partitionieren), wäre von daher sinnvoll/naheliegend, wenn die sich damit auskennen würden.
    Werde mal die weitere Entwicklung an Infos/neuen 'Learnings' zu SSDs in der Zukunft abwarten ... oder diese Frage bleibt eben eine der "ungelösten Fragen der Menschheit" :cool:


    Also in diesem Sinne für heute nochmal besten Dank und Gruß!

    Coolio :D
     
  8. MACaerer

    MACaerer Active Member

    Wie die Partitionen intern verwaltet werden ist Sache der Firmware in der SSD. Und die ist wiederum Betriebsgeheimnis des SSD-Herstellers. Für das Dateisystem ist eine SSD eine BlackBox und was da intern abläuft interessiert das MacOs nicht, solange die sATA-Befehle richtig umgesetzt werden. Kein Wunder, dass Apple im Detail nicht weiß und auch nicht wissen will was die Firmware macht, zumal jeder Hersteller da sein eigenes Süppchen kocht.

    MACaerer
     
  9. Coolio

    Coolio New Member

    Hallo MACaerer,

    sehr interessante Info. Dann ist also auch deshalb keine 'Global-Aussage' von Apple zum Thema 'Partitionen auf SSDs' zu erwarten (und das erklärt auch, warum die beim Anruf so überraschend 'uninformiert' waren) - sondern dann müsste man sich für Infos also an den Hersteller der jeweiligen SSD wenden ... :O

    Werde das insofern mal in Erinnerung halten - falls ich mich weiter für das Thema interessiere (bin da durchaus neugierig es zu verstehen) - und mich dann ggfs. mal an einen bzw. den SSD-Hersteller wenden...

    Viele Grüße nochmal

    Coolio :)
     
  10. Babblu0

    Babblu0 New Member

    Ich habe eine mehrere Jahre alte ext. Festplatte von Iomega, siehe Photos, heißt HDD2TP mit der P/N (was immer das ist) 31795100. Seit ein paar Wochen:














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    Zuletzt bearbeitet: 14. April 2015
  11. MACaerer

    MACaerer Active Member

    P/N steht für Part Number, also eine andere Bezeichnung für Serien-Nummer.
    Aber Fragen darf man schon was dein Beitrag mit dem obigen Thema zu tun hat.

    MACaerer
     

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