SSD vs. HDD

Dieses Thema im Forum "Hardware" wurde erstellt von lucas_berlin, 25. November 2009.

  1. lucas_berlin

    lucas_berlin New Member

    Moin, moin - Macianer,
    was haltet Ihr von SSDs anstatt der herkömmlichen, beweglichen Festplatten?


    • Habt Ihr schon Erfahrungen gemacht?
    • Lohnt sich der Umstieg?
    • Welche Modelle sind empfehlenswert?

    Habe "gehört", dass das bald kommende Apple-Tablet (oder wie auch immer es heißen wird) ohnehin auf diese Technik setzen wird.
    Warum also nicht auch in "normalen" Macs, wie MacBook, MacBook Pro, iMac u.s.w. einsetzen...

    Stromsparend, geräuschlos und schnell - was will man mehr? :)
     
  2. John L.

    John L. Active Member

    Was will man mehr..? Größen, die mit den derzeitigen 2,5" Festplatten halbwegs vergleichbar sind und nicht das 10-fache kosten..! ;-))

    Wenn Dich die Thematik interessiert, in der zweitneuesten c't (müßte Nr. 24 sein) ist ein recht interessanter und auch sehr ausführlicher Artikel drin.

    Greetz,
    John L.
     
  3. DominoXML

    DominoXML New Member

    Hi,

    ich habe Intel SSD's im Server und inzwischen mein MBP 2007 mit einer Samsung 256 GB SSD ausgestattet.

    Der Unterschied beim täglichen Arbeiten (Booten MBP bis Login ca. 20 s mit 10.6.2) ist durch die hohe Geschwindigkeit bei verteilten Zugriffen derart frappierend, daß ich jedes mal denke mein iMac ist defekt wenn ich diesen für die Büroarbeit starte.

    Leider machen diverse SSDs (z.B. bestimmte OCZ Modelle) beim Mac Schwierigkeiten.

    Der Preis und die verfügbaren Kapazitäten sprechen natürlich gegen die SSD.

    Ich denke gerade darüber nach die 1 TB Daten auf meinem iMac zum großen Teil auf einen Server auszulagern und dann eine Samsung SSD einzubauen anstatt den iMac zu ersetzen. Von der Rechenleistung her reicht er für die Büroaufgaben dicke, verbraucht sehr wenig Strom und hat ein mattes Display.

    Just my 2 cents.

    LG

    Volker
     
  4. AndreasG

    AndreasG Active Member

    Gegen SSD spricht auch, dass über die Langzeitstabilität der Daten in den Flash-Zellen, vor allem den MLC's, also wo pro Zelle nicht nur 0 und 1, sondern noch Zwischenzustände gespeichert werden, noch kaum Erfahrungen vorliegen.

    Und leider muss man extrem aufpassen, was man kauft: Es gibt derzeit eigentlich nur eine SSD, die wirklich extrem schnell (und extrem teuer) ist: Nämlich ein Modell von Intel. Alle anderen werden mit steigendem Füllgrad immer langsamer und sind vor allem beim Schreiben längst nicht so schnell, wie selbst billigste Harddisks. Das hängt mit der noch nicht ausgereiften Controller-Technologie zusammen, die das sog. Wear Leveling implementieren muss, zusammen. Das ganze steckt noch ziemlich in den Kinderschuhen, was man daran erkennt, dass Firmware-Upgrades für SSD durchaus üblich sind. Firmware-Updates für einen Datenspeicher? Sowas gab und gibt es für Harddisks nur im absoluten Extremfall. Habe ich selber noch nie erlebt.

    Ich befürchte, dass die Flash-Technologie immer mehr vor die Hunde geht, weil der Consumer-Markt auf biegen und brechen immer noch mehr Bytes pro Chip fordert, egal, wenn dabei die Qualität auf der Strecke bleibt. Der Kunde merkt das ja eh nicht, denken sich die Hersteller. Folge: Minderwertige Chips, natürlich Made in China. Und da der durchschnittliche Anwender ja nicht mal Backups seiner Daten erstellt, könnte das grosse Jammern später vermehrt zu hören sein, dass ganze Bestände z.B. von Familien-Fotos und -Filmen ins Daten-Nirvana verschwunden sind...

    Will sagen: Vorsicht vor der SSD-Hype. Man muss wissen, was man kauft und welche Daten man einer SSD, aber auch einer HD anvertraut. Ein intelligentes Backup-Konzept wird mit steigender Verbreitung der SSD meines Erachtens noch viel wichtiger als vorher.

    Gruss
    Andreas
     
  5. DominoXML

    DominoXML New Member

    Hallo Andreas,

    es ist wichtig all diese Nachteile zu nennen. Für Einsatzbereiche wie Videoschnitt etc. bei denen die Speicherbereiche ständig überschrieben werden sind SSD IMHO nicht geeignet.

    Weiterhin ist das Preis-Leistungs-Verhältnis weiterhin unterirdisch.

    Für meinen Einsatzbereich (Programmierung, Büroarbeit etc.) sehe ich keine Nachteile bei der Haltbarkeit, beim Einsatz im Notebook durch die hohe Resistenz gegen Stöße und Erschütterungen eher eine Vorteil. Backup ist eh Pflicht.

    Empfehlenswert sind nur bestimmte teuere Modelle.
    Somit machen SSDs für den "normalen" User kaum Sinn.

    Ich möchte deine fachkundige Aufzählung der Probleme noch um den Punkt TRIM ergänzen. Was als "Heilmittel" für SSD Nachteile im Moment verkauft wird steckt leider noch in den Kinderschuhen. So bin ich Apple nicht böse, daß sie bei dieser Innovation warten bis die Technik ausgereift ist. (Selbst Intel hat hier massive Probleme).

    Somit kann ich trotz meiner Begeisterung keine allgemeine Empfehlung für SSD Festplatten aussprechen, möchte aber auf meine auf keinen Fall verzichten.

    LG

    Volker

    Edit: Eine sehr schöne Zusammenfassung zum Thema SSD findet sich hier: http://www.hardmac.com/articles/298/page1
     
  6. lucas_berlin

    lucas_berlin New Member

    Habe da auch noch was Interessantes gefunden:
    http://www.macmagazin.de/7627/

    Ich denke zum "Spielen", also Internet und Kleinkram (Steuern, Word-Kram u.s.w.), wäre eine SSD schon von Vorteil (wenn man sich den Preis einfach wegdenkt, könnte man sich von Mama oder Papa auch schenken lassen :biggrin: ).
    Ein noch leiseres MacBook, extrem schneller Zugriff auf die "Pillepalle-Daten" und diversen Programme, keine beweglichen Teile, möglicherweise auch längere Akku-Laufzeit, klingt doch alles fein...

    Jetzt muss man nur doch die richtige Platte finden.
     
  7. DominoXML

    DominoXML New Member

    Das es zuweilen Probleme mit der Mac Firmware bzw. OSX gibt würde ich schauen, daß ich auf der sicheren Seite bleibe.

    Bei Apple werden die Samsung Modelle mit 128 GB und 256 GB verbaut. Das war der Grund warum ich die Samsung 256 GB für mein MBP gewählt habe.

    Ich habe noch eine Intel X-25 in meinem Mini getestet bevor sie in den Server gewandert ist. Ebenfalls sehr empfehlenswert.

    Die Samsung ist etwas ausgewogener und hat das bessere Preis-Leistungs Verhältnis.
    Geht es um IO und paralleles Lesen und Schreiben von vielen kleinen Datenpaketen ist die Intel momentan unangefochten die Nummer eins.

    Intel und Micron sind Partner, deshalb nehme ich an, daß die nächste Genereation bereits in den Startlöchern steht.

    http://www.hardmac.com/news/2009/12/04/micron-has-high-expectations-for-ssds

    Um diese SSD's "auszureizen" braucht es aber SATA 6 GBit.
     
  8. DominoXML

    DominoXML New Member

    Ich gehe davon aus, daß die Meisten hier mein Vorhaben für Blödsinn halten (und auch ich habe so meine Zweifel).
    Trotzdem werde ich das Projekt angehen. Mir ist mein iMac einfach zu träge.
    An der CPU/GPU liegt es nicht.

    Start:

    > 1 TB Daten auf dem iMac. (1,5 TB Platte) Freier Speicher 300 GB

    - Gekauft WhatSize 9 € (zur Analyse von "Speicherfressern")

    1. Löschen alter Downloads, OS oder sonstiger Images => Freier Speicher 590 GB

    2. Löschen nicht mehr benötigter VM's + archivieren uralter Projekte auf dem Server => freier Speicher 790 GB

    3. Identifizieren von Mehrfacharchiven und Mehrfachsicherungen, sowie Unmengen von Projektzwischenständen, welche keinen Wert mehr haben => freier Speicher 1000 GB

    4. Löschen von Testprogrammen oder alten Versionen welche nicht mehr im Einsatz sind. => freier Speicher 1020 GB (Belegt 382 GB)

    5. Verschieben des Ordners "für alle Benutzer" auf den Server => 348 GB belegt

    6. Noch mal aufgeräumt = > 330 GB belegt

    Aktuelle iTunes Bibliothek 200GB, davon 160 GB Videos.

    Wenn ich nur die Videos auslagere habe ich ca. 80 GB auf einer 250 GB SSD frei.
    Es stellen sich folgende Fragen:

    a) Reicht das oder bin ich dann immerzu am "Schaufeln" ?
    b) Ist die Aufrüstung eines Geräts von 2006 für über 500 € wirklich sinnvoll.

    Egal, ich habe schon mal einen IcyDock 2,5'' nach 3,5'' Einbaurahmen, eine 256 GB Samsung SSD und ein Macpower Gehäuse für die 1,5 TB Platte bestellt.

    Wenn es jemanden interessiert dokumentiere ich gerne den Umbau und die Ergebnisse.

    LG

    Volker
     
  9. Singer

    Singer Active Member

    Ich bitte darum!

    :nicken:
     
  10. DominoXML

    DominoXML New Member

    Hi,

    eigentlich eine unchristliche Zeit, aber nachdem die Familie früh zu Bett ist habe ich mein Werkzeug herausgeholt und den iMac zerlegt.

    Eigentlich bin ich mit meinem iMac immer noch sehr zufrieden, was mich aber stört sind bestimmte Ladezeiten:

    - Booten bis Login: 38s

    - Login, Start von Safari (Top Sites) bis zum ersten Aufruf einer Internet-Seite: 30s (wird u.a. ein DB-Service und die Scanner-Tools geladen).

    - Öffnen des aktuellen Jahrbuches mit hunderten von Fotos: 3min 7s

    Ich hänge ein paar Bilder und die XBench Daten vor dem Umbau an.
    Momentan läuft die Time Machine-Rücksicherung.

    LG

    Volker
     

    Anhänge:

  11. DominoXML

    DominoXML New Member

    Hier die versprochenen Werte und ein paar Beobachtungen:

    - Booten bis Login: 20s :)

    - Login, Start von Safari (Top Sites) bis zum ersten Aufruf einer Internet-Seite: 5s (wird u.a. ein DB-Service und die Scanner-Tools geladen). :biggrin:

    Hier macht sich die deutlich bessere Performance bei Random- bzw. gleichzeitigen Zugriffen (Stichwort launchd) bemerkbar.
    Im XBench File für die SSD unter Disk Test / Random könnt ihr die Vergleichswerte nachschlagen.

    - Öffnen des aktuellen Jahrbuches mit hunderten von Fotos: 1min 58s :confused:

    Hier hatte ich mir eigentlich noch mehr erhofft. Der Flaschenhals scheint wohl mehr in der Effizienz des (single threaded?) Programmes zu liegen. Hier würde eher eine 3Ghz CPU, welche es für den Sockel 775 meines iMac nicht gibt, oder eine 64 Bit GCD Anwendung helfen.
    Siehe Screenshot der Festplattenaktivität Laden des Jahrbuchs.

    Nun wollte ich noch etwas über die Charakteristik erfahren und folgenden Fragen klären:

    - Bricht die Performance bei sehr großen Files ein?
    - Wie schnell ist mein Gbit-Ethernet Netz?
    - Ist die Tatsache, daß mein iMac nur Sata 1,5 Gibt besitzt eine große Einschränkung?

    Hierzu habe ich über das Netzwerk eine sehr große Datei (6,8 GB) und dann eine etwas kleinere (1,5 GB) über das Netzwerk auf meinen iMac kopiert.

    Bei der sehr großen Datei erreichte ich zunächst über 85 MB/s, welche nach einiger Zeit Einbrach und dann sich bei ca. 63 MB/s stabilisierte, um anschließend nochmals auf gut 55 MB/s herunter zu gehen.
    (Vorderer Teil des Grafen im Screenshot Performance Netzwerk.)
    Im hinteren Teil des Graphen seht ihr die Performance währen des Kopiervorgangs der 1,5 GB Datei.

    Nun habe ich noch den Frevel begangen und die gleiche Datei mehrfach kurz hintereinander überschrieben. Im Screenshot Performance Netzwerk 2 seht ihr die auf gut 60 MB/s reduzierte Schreib-Performance. (Welche aber immer noch locker auf dem Niveau der 3,5'' Platte liegt). Ein komplettes Einbrechen wie bei billigen SSD habe ich aber weder hier noch bei der baugleichen Samsung in meinem MBP beobachten können.

    Diese kurze Messungen sind keine wissenschaftliche Auswertung, unterstützen aber die allgemeine Empfehlung MLC-SSD nicht für den exzessiven Videoschnitt einzusetzen (ständiges löschen und überschreiben großer Bereiche), obwohl theoretische Schreibraten von jenseits der 200 MB/s locken. SLC SSD sind leider noch viel zu klein und zu teuer.

    Trotzdem bin ich von meiner Entscheidung pro SSD überzeugt.
    Da die älteste SSD im Server gerade ein Jahr alt ist, ist es zu früh ein Fazit bezüglich des Dauereinsatzes zu ziehen.

    BTW: Der Server fährt einen Mix aus SSD und normalen Platten. Sozusagen das Beste aus beiden Welten. ;)

    LG

    Volker
     

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