Suche dringend was zum.....

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von lasim, 3. März 2003.

  1. lasim

    lasim New Member

    ...lesen! *gg*

    Hier is ja kein Mensch mehr unterwegs!
     
  2. Olley

    Olley Gast

    ein stückchen weiter links gibts die nachrichten zum lesen.

    Olley
     
  3. quick

    quick New Member

    les mal: ...

    Das Kuhfladenroulette

    Kurzgeschichte von Mike Bartel

    "Der Landwirt setzte ein bedeutungsschwangeres Gesicht auf und ließ die Kuh los. ?Rinne wah plü", schrie er in die gaffende Menge, worauf das Rind entsetzt zur Seite sprang. Das tut es normalerweise nicht, doch was war heute schon normal? Rinne wah plü, so etwas hört man so gut wie nie im Kuhstall, dachte die Bäuerin, die hilflos daneben stand. ?Rinne wah plü? Heute muss ein besonderer Tag sein", kombinierte sie messerscharf und lag prompt richtig. Angefangen hatte es schon damit, dass der Bauer am Morgen seine Lieblingskuh gewaschen und gekämmt hatte. Sogar einen Zopf hätte er ihr geflochten, wenn er nicht zu ungeschickt dazu gewesen wäre.

    Dann setzten sich die beiden Richtung Sportplatz in Bewegung. Die Kuh trug es mit Fassung und der Bauer seinen schönsten Anzug. ?Rinne wah plü" - die Worte hatte er heimlich im Stall geübt, um damit seiner Frau und Hunderten ungläubig dreinblickender Zuschauer imponieren zu können. Einige wenige wandten sich wissend ihren Nachbarn zu: ?Er meint: Nichts geht mehr."

    ?Und was will er damit sagen?", rätselten die völlig Unbedarften unter den Dorfbewohnern. ?Soll die Kuh auf die Schlachtbank?"

    ?Nein, auf die Spielbank", lachten die anderen.

    ?Ach so. Na dann", brummte es zurück.

    Selbst denen, die noch nie ein Casino von innen gesehen hatten, wurde nun langsam klar, dass sie in diesem Moment Augenzeugen eines tierischen Ausläufers des bekannten Glücksspiels wurden. Es handelte sich um nichts anderes als ein Kuhfladenroulette. Die Regeln sind leicht zu begreifen: Statt einer Kugel wird die Kuh zum Rotieren gebracht. Aber nicht dort, wo sie liegen bleibt, sondern dort, wo sie etwas fallen lässt, befindet sich das Glücksfeld. Alle Einsätze waren längst getätigt, als der Wiederkäuer sich widerwillig und - nach dem ersten kurzen Schrecken - ausgesprochen gemächlich in Bewegung setzte. Das Glück der Erde lag zu diesem Zeitpunkt nicht auf dem Rücken der Pferde, sondern im Darmausgang einer blöd vor sich hin glotzenden Kuh. Einige hundert Mark winkten dem Wettkönig, der auf das richtige Stück Rasen gesetzt hatte.

    Inzwischen schienen tatsächlich alle das Spiel begriffen zu haben. Nur nicht die Kuh. Die schritt gelangweilt, wenn nicht sogar desinteressiert die Zuschauerreihen ab, fast so wie es Staatsgäste bei militärischen Empfängen am Flughafen zu tun pflegen. Bloß langsamer, denn selbst ein dummes Rindvieh weiß, dass es - im Gegensatz zu Staatsgästen - anschließend nicht in einem Fünf-Sterne-Hotel dinieren wird. ?In meinen alten Stall komm' ich noch früh genug zurück", schien sie sich zu denken. Ein kleiner Junge krähte ?Mami, ich muss mal aufs Klo", doch die nervös wirkende Mutter rief ihn zur Ordnung und lauthals heraus: ?Nicht du sollst kacken, sondern die Kuh." Der Opa sah sie missbilligend an. ?Es ist halt doch nicht so einfach, mit Scheiße Geld zu verdienen", brummte er, ?und mit Kuhscheiße schon gar nicht." Das wiederum erzürnte den Vater, der intensiv aber erfolglos seine Kinder davon zu überzeugen versuchte, dass Scheiße im Urzustand aus dem Hintern einer Kuh, nicht aber als Wort aus dem Munde von anständigen Menschen zu kommen habe.

    In diesem Moment blieb die Kuh regungslos stehen. Sie kaute nicht mal mehr, sondern hielt Maul und Augen fest geschlossen. Einige Leute unterhielten sich darüber, ob Kühe im Stehen schlafen, wie viele Stunden das wohl dauern würde und wie lange sie es ohne zu Kacken aushalten könnte. Etliche frühere Stadtmenschen schüttelten verwundert den Kopf. Einige unterhielten sich über den Tierschutz. An manche Ohren drang der Satz ?Auch die Würde eines Rindviehs ist unantastbar."

    Die Organisatoren pinkelten sich vor Aufregung schier in die Hosen, doch das hätte auch nicht geholfen, weil selbige nicht wie der Rasen in Felder unterteilt waren, auf die man hätte Geld setzen können. Nach zwei Stunden kam man überein, das nächste Mal diese Kuh nicht mehr zu nehmen. Nach zweieinhalb Stunden erschien jemand, der sich als Mitglied von Greenpeace zu erkennen gab und die Kuh aus der Nähe sehen wollte. Nach drei Stunden beschloss man, das Roulette auf andere Art und Weise als durch einen Kuhfladen zu beenden. Weil praktisch alle ein paar Mark auf eines der Felder gesetzt hatten, fand sich aber kein neutraler Mensch, der die Sache zu Ende hätte bringen können.

    Jemand rief im Rathaus an. Der Bürgermeister musste her. Er war ein intelligenter Mensch. So fand er auch gleich die ideale Lösung. Alle gingen glücklich und zufrieden nach Hause. Zuvor aber mussten sie ein Versprechen abgeben: Sie durften keiner Menschenseele verraten, wie der Bürgermeister das Kuhfladenroulette ohne Kuhfladen beendete. Und bisher hielten sich alle daran. Vier oder fünf haben das Geheimnis sogar schon mit ins Grab genommen. Rinne wah plü."
     
  4. Andi_R

    Andi_R New Member

    jetzt is sie ne Zeit lang beschäftigt, das hat sie jetzt davon ;-)
     
  5. desELend

    desELend New Member

    Schönes Wetter, weit zu blicken , hohes Gras und nichts zum lesen.
     
  6. quick

    quick New Member

    s?
    Zurück im Zimmer versuchte ich mich dieser Gummipest zu entledigen. Leider waren inzwischen die Lakritzschnecken in der Sonne geschmolzen und über mein Kleingeld und die vier Ein-Dollar-Noten, die ich auf meinem Tisch zu liegen hatte, gelaufen. Das hätte ich ja noch verkraftet, aber die fließende Lakritzsoße hatte schon die Beine der Homer-Simpson-Kunststoff-Figur erreicht, die neben den Dollar-Noten steht. Homer stand nun bis zum Knie im Dreck und es sah fast so aus, als ob er sein Gesicht verzieht, und gleich irgendwie zu brüllen beginnt. Ich versuchte, ihn zu retten, und hob ihn an. An seinen Füßen zogen sich nun lange schwarze Fäden, als ob ich ihn in ein Käsefondue mit schwarzem Käse getunkt hätte. Ich versuchte, ihn irgendwie zu befreien und verklebte mir die zuvor bereits verbrannten Finger. Lakritz scheint im flüssigen Zustand ziemlich aggressiv zu sein, denn die Bemalung der Figur war unter Lakritzeinwirkung abgelöst worden. Leider bemerkte ich zu spät, daß die widerliche Lakritze von der einen und die glibbrigen Marshmallows von der anderen Seite sich an das Häufchen mit den Mini-Milky-Ways näherten. Dort scheinen sich diese beiden Produkte ungehemmt verbunden zu haben. In deren Mitte quollen die Mini-Milky-Ways auf und drohten zu platzen, was ich nun bemerken durfte. Noch ehe ich ihnen meine ganze Aufmerksamkeit widmen konnte, fingen sie in der Tat an zu platzen und verschandelten den Raum, indem sie sich schön homogen verteilten. Die schöne Rauhfasertapete war nun leicht braun-beige gesprenkelt.
    Draußen nahm das Geschrei zu, als ob es ein erstes Todesopfer gegeben hätte, und ein flüchtiger Blick zeigte mir, der ich hier oben mit anderen Problemen beschäftigt war, daß ich mein Auto nun ganz vergessen konnte, und mich bald auf die Suche nach Wagen 50 machen durfte. Ich beschloß, mich so schnell, wie irgend möglich dieser unerquicklichen Substanzen zu entledigen, und griff nach den intakt aussehende Resten der Lakritzschnecken und des Lakritzkonfektes, die ich, ebenso wie die Anzahl Lutscher, unter dem Getöse der platzenden Mini-Milky-Ways aus dem Fenster in Richtung Hof beförderte. Dort sollen doch die Tauben oder die Kinder oder sonstwer das Zeug fressen. Verdammt, dieses Gummizeug rühr' ich nie wieder an, schwor ich mir, und müllte getrennt. Die Tüte, in der das Zeug war, verbrannte ich, die Reaktionsprodukte versuchte ich, über die Toilette der Kanalisation zuzuführen und den erbärmlichen Rest warf ich in die Tonne hinter dem Haus.
    Ich bestellte mir telefonisch eine Taxe, nahm meinen Geldbeutel und wollte diesen Ort des Grauens verlassen. Außerdem mußte ich mir ja ein neues Auto suchen.
    Das Geschrei vor dem Haus hatte sich gelegt und die Feuerwehr hatte die rosarote Kanalschaumkrone, die mich irgendwie an Bierschaum erinnerte, fast entfernt. Der Abschleppwagen, der offenbar für die Reste meines Autos zuständig war, stellte sich auch schon ein. Als ich endlich in die Taxe stieg, sah ich die Silhouette eines aufsteigenden Vogels mit riesiger Spannweite, der irgendwie die Form einer Taube hatte.
     
  7. lasim

    lasim New Member

    @ quick:
    danke! klasse!
     
  8. macion

    macion New Member

    aber, aber Michael, ts ts ts *gg*
     
  9. lasim

    lasim New Member

    das könnte schon fast ein Haiku sein....
     
  10. gratefulmac

    gratefulmac New Member

    das kann doch kein Mensch lesen.
     
  11. quick

    quick New Member

    gibt es noch menschen?
     
  12. desELend

    desELend New Member

    :)-) hi marion ... weiss auch nicht was inmich gwfahren ist, wohl der frühling.

     
  13. Tambo

    Tambo New Member

    nein, es gibt nur noch google-übersetzungen ;-)
     
  14. susan123

    susan123 New Member

    Noch munter?
     
  15. Tambo

    Tambo New Member

    klick mich hier gleich raus, muss noch für morgen was vorbereiten....
    das war mein gruss für quick, morgen ;-)
    na ja munter wäre was anderes....
     
  16. susan123

    susan123 New Member

    Ok,dann gute Nacht!!
     
  17. Tambo

    Tambo New Member

    ja dann wach noch gut über die schlafenden, gute Nacht
     
  18. susan123

    susan123 New Member

    Nein ich gehe jetzt auch ins Bett. Muss morgen wieder früh raus.
     
  19. smilincat

    smilincat New Member

    falls Du auch klassisches Papier akzeptierst: Eugen Egner : " Die Eisenberg Konstante"
    oder sein "Tagebuch eines Trinkers"

    ansonsten Max Goldt (wenn's kurz vor dem Einschlafen / oder nach dem noch-nicht-aber-dann-doch-Aufwachen sein soll)

    und wenn Du Rotwein magst und Zeit hast:
    Wehmut?
    Lust?
    Humor?
    Ein verschobenes Lächeln ( Convi, ich habe korrigiert für DICH!) in der Weise das Du schmunzeln kannst und Dich freust weiterzulesen: R. Gernhardt in seinen Geschichten, ansonsten in seinen Gedichten und Illustrationen

    in Liebe an das geschriebene Wort: nevertrustasmilincat
     
  20. smilincat

    smilincat New Member

    allerdings bin ich keineswegs belesen!
    Ich mag' das eben.

    smilincat
     

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