Suggestion: Farbmanagement in Photoshop

Dieses Thema im Forum "How to..." wurde erstellt von oli2000, 23. Februar 2004.

  1. oli2000

    oli2000 Rest-Optimist

    Alle Jahre wieder, eigentlich immer, wenns ans Einrichten einer neuen Photoshop-Version geht, stellt sich die Frage: Wie treffe ich die richtigen Einstellungen fürs Farbmanagement? Welche Arbeitsfarbräume sind wofür am besten geeignet, was tue ich, wenn ich parallel Web- und Printjobs zu laufen habe, wie gehe ich mit fremden Bildern um, die ein Profil enthalten?

    Und warum ist in dem „Über Photoshop CS“-Dialog mit Befehlstaste die Big Electric Cat nicht mehr dabei, statt dessen dieses gruselige „Dark Matter“?
    ;)

    Vielleicht kann jemand man ein How-to zu obigen Punkten verfassen, ich wäre echt dankbar dafür. Wenn eine(r) (suj?) sich die Zeit nähme und hier was reinstellt, dann lösche ich diesen Thread.

    Sonst nicht so hilflos

    -Oli
     
  2. MANN_ffm

    MANN_ffm New Member

    Die richtigen Farbeinstellungen in Photoshop CS für 60er Raster:
    RGB: ECI-RGB.icc
    (findet man unter http://www.eci.org)
    CMYK: ISO Coated
    findet man unter http://www.eci.org
    Graustufen: Schwarze Druckfarbe - ISO Coated
    Wird wie das CMYK-Profil geladen, Photoshop Farbeinstellungen lädt sich den Schwarzauszug aus diesem Profil
    Schmuckfarbe: eigener Tonwertzuwachs
    aus 40 mach 53 und aus 80 mach 89

    Farbmanagement-Richtlinien:
    RGB: Eingebettete Profile beibehalten
    CMYK: Eingebettete Profile beibehalten
    Graustufen: Eingebettete Profile beibehalten
    +die nachfolgenden drei Checkboxen aktivieren

    Konvertierungsoptionen
    Modul: Apple CMM
    Priorität: relativ Farbmetrisch
    +Tiefenkompensierung aus, Dither verwenden ein

    erweiterte Einstellungen
    keine Häkchen in den Checkboxen
     
  3. MANN_ffm

    MANN_ffm New Member

    Die richtigen Farbeinstellungen in Photoshop CS für 60er Raster:
    RGB: ECI-RGB.icc
    (findet man unter http://www.eci.org)
    CMYK: ISO Coated
    findet man unter http://www.eci.org
    Graustufen: Schwarze Druckfarbe - ISO Coated
    Wird wie das CMYK-Profil geladen, Photoshop Farbeinstellungen lädt sich den Schwarzauszug aus diesem Profil
    Schmuckfarbe: eigener Tonwertzuwachs
    aus 40 mach 53 und aus 80 mach 89

    Farbmanagement-Richtlinien:
    RGB: Eingebettete Profile beibehalten
    CMYK: Eingebettete Profile beibehalten
    Graustufen: Eingebettete Profile beibehalten
    +die nachfolgenden drei Checkboxen aktivieren

    Konvertierungsoptionen
    Modul: Apple CMM
    Priorität: relativ Farbmetrisch
    +Tiefenkompensierung aus, Dither verwenden ein

    erweiterte Einstellungen
    keine Häkchen in den Checkboxen
     
  4. bus

    bus New Member

    Die Funktion ist Adobe-spezifisch.

    Tiefenkompensierung Aus bewirkt:

    Wenn die Quelle einen tieferen Schwarzpunkt als das Ziel hat, schnurren alle dunkleren Schwarzwerte der Quelle zusammen auf das Niveau des höher gelegenen Ziel-Schwarz. Dann geht in diesem Bereich alle Zeichnung verloren.

    Wenn die Quelle einen höheren Schwarzpunkt als das Ziel hat, entsteht kein richtiges Schwarz in der Ausgabe. Statt dessen wird das Schwarz der Quelle gleichsam farbmetrisch im Ziel abgebildet. Die Tiefen werden blass.

    Darum besser: Tiefenkompensierung Ein.

    Update: Will man dagegen einen Schwarzkanal farbmetrisch 1:1 aus 4c in Graustufen übersetzen, so muss TK aus sein.
     
  5. RSC

    RSC ahnungslose

     
  6. Sisco

    Sisco New Member

    Es gab einmal -ISOcoated sb - Auf Auflagenpapier gemessen
    -ISOcoated bb - Auf schwarz gemessen
    beides sind Standard`s von 2002-2003 und sind inzwischen veraltet.
    ISOcoated ist der neuste Standard den die ECI empfiehlt als Grundeinstellung für den CMYK-Arbeitsfarbraum in Photoshop. Dieses Profil gilt für Offsetdruck auf glänzend und matt gestrichenem Papier.
    Dieses Profil sollte auch auf jedem Proof (für Offsetdruck) neben dem Fogramedienkeil stehen da es sonst kein Rechtsverbindliches Proof ist. (Ohne Medienkeil ist ein Proof
    kein Proof.)
    Es gibt noch weitere Profile:
    - ISOwebcoated.icc Papiertyp 3, gl. gestrichen Rollenoffset (LWC), 60/cm,-FOGRA28L
    - ISOuncoated.icc Papiertyp 4, ungestrichen weiß Offset, 60/cm, FOGRA29L -
    ISOuncoatedyellowish.icc Papiertyp 5, ungestrichen leicht gelblich Offset, 60/cm, FOGRA30L

    http://www.eci.org
    http://www.fogra.org

    Gruß

    Sisco
     
  7. Tambo

    Tambo New Member

    das sind die jeweiligen "Über"-fenster der betaversionen
     
  8. Agent Orange

    Agent Orange New Member

    Rein Erfahrungsgemäß würde ich auf ein Farbmanagement komplett verzichten!
    Was "optimales" gibt es eigentlich nicht. Das würde nur dann funktionieren, wenn Du IMMER auf dem gleichen Drucker, dem gleichen Proofer, dem gleichen Papier und der gleichen Druckmaschine drucken würdest. Eingebettete Farbprofile immer übernehmen und das Bild dann ohne Farbprofil absichern. Wir arbeiten seit Jahren so und haben überhaupt keine Probleme damit!

    Für Webjobs gilt im Prinzip das Gleiche. Du weißt nicht, mit welchem Monitor der "Kunde" arbeitet. Also kannst Du das Farbmanagement auch hier knicken. Genauso hat jeder "Kunde" die Helligkeit und den Kontrast im besten Fall auf sein optimales Farbempfinden eingestellt und das hat mit sicherheit nichts mehr mit Deinem ursprünglichen Bild zu tun.

    Hier sind meine Einstellungen:
     
  9. SOM2

    SOM2 New Member

    kann da nur zustimmen.
    bringt garnix ausser man arbeitet immer mit den selben endgeräten.

    einzige was man braucht ist
    monitor-farbprofil.(beim monitortreiber dabei)

    eventuell
    CMYK: euroscale coated v2.

    das wars schon
     
  10. suj

    suj sammelt pixel.

    Deine Einstellungen sind wo? ;)

    Wir machen das auch so: Profile übernehmen aber NIE mit abspeichern.
    Unsere Proofer werden den ganzen Tag gemessen, überwacht und gepflegt, daher sind unsere Proofs absolut verbindlich.

    Und wenn ausgeliefert wird, liegt solch ein Proof bei mit Kontrollstreifen, dann weiss die Druckerei was Sache ist.

    :)

    es funktioniert ;)
     
  11. Agent Orange

    Agent Orange New Member

  12. simsalabim

    simsalabim Gast

    Hallo.
    Deine Empfehlung gilt wohl kaum für Grafiker, die zwischen Fotograf und Lithobude an den Bildern rumschrauben müssen, oder?
    Simsalabim
     
  13. artvandeley

    artvandeley New Member

    Najaaaa, wenn ihr intern damit klarkommt soll´s mir Recht sein.Never change a winning team. Sobald ihr rausgeht oder woanders drucken lasst, kommt ihr mit euren untagged-Teilen aber nicht weit.

    Und klar sind Monitore bei jedem anders eingestellt, aber soll ich jetzt etwa darauf Rücksicht nehmen dass irgendwer zu doof ist seinen Moni zu profilieren? Adobe Gamma kann ja wohl jeder an seinem PC bedienen. Also ich find´s schon wichtig, dass die jpegs ( Wohlgemerkt Pixel..bei flash und so seh ich´s ja ein) bei mir auf dem Schirm so aussehen wie ich will. Alles andere kann ich zwar nicht beeinflussen, ist aber nicht mein Problem.

    Es gibt viele Druckereien,Verlage und Agenturen die Wert auf CM legen und auch genaue Guidelines dazu haben. Relativ uncool dann mit nem Fragezeichen im Gesicht da zu stehen.

    Übrigens ein weit verbreiteter Irrtum, man könne in PS das Farbmanagement ausschalten. PS rechnet dann einfach ein eigenes generiertes Profil dazu. Ergebnis ist nur noch weniger Kontrolle. Dann doch lieber die von Sisco und Mann beschriebene Einstellungen verwenden, und in die jeweiligen Profile für die Weitergabe konvertieren.
     
  14. suj arbeitet

    suj arbeitet dtp seelsorge

    also, ich sietze hier in einer "Lithobude"

    Und was CM angeht, keine Sorge... :D wir sind Mitglied bei eci.org und wissen schon was wir tun.

    Die großen Verlage und Druckereien mit denen wir zusammenarbeiten kommen bestens mit unseren Daten zurecht.

    Wir stehen am Ende der Kette, das ist vielleicht der Untersched.
     
  15. Giacomo Seingalt

    Giacomo Seingalt New Member

    Das liegt wohl eher daran, wie Verlag und Druckereien mit ICC-Farbmanagement umgehen. Es gibt einfach noch zu viele "ewig gestrige", die nur langsam beginnen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen - oder lieber immer noch "an den Rädchen schrauben" wollen.

    Es gehört zu meinen beruflichen Aufgaben, Daten von Anzeigen für insgsamt über 100 Publikationen gängigen Massenjournalismus zu erstellen.
    Liest man die Druckvorgaben der Verlage, so sind in praktisch bei allen Produktionen deren Systeme auf "eingebettete Profile ignorieren" eingestellt.
    Ich vermute daß das daran liegt, dass sie zu viele Probleme und Reklamationen mit den eingebundenen Profilen irgendwelcher ICC-Volltrottel hatten.

    Dennoch kann ICC-Farbmanagement bei diesen Publikationen durchaus sinnvoll und qualitätssteigernd eingestzt werden - wenn man jeweils publikationsspezifische Daten anlegt. Gerade die großen Auflagen werden oft mit Tiefdruckverfahren gedruckt. Besonders hier macht eine ICC-Anpassung Sinn, denn der Farbraum im Tiefdruck ist deutlich kleiner als im Offset; außerdem stehen einem bei Anzeigen nicht die "nachträglichen" Anpassungen zu Verfügung wie bei anderen Druckproduktionen.

    Bei Anzeigen-Anpassungen gehe ich daher also wie folgt vor:

    1. Das verlagseigene ICC-Profil besorgen. Sehr gute Quelle Druckunterlagen online. Hier findet man praktisch alle am deutschen Zeitschriftenmarkt verwendeten ICC-Profile.

    2. Alle verwendeten Pixelbilder im Photoshop mittels "In Profil konvertieren ..." anpassen und als eigene Datei ohne Einbindung von Profilen wieder abspeichern. Dadurch wurden die Bilder an den jeweiligen Ausgabe-Farbraum angepasst. Wichtig: Relativ Farbmetrisch verwenden.
    Bevorzugtes Dateiformat: TIFF ohne LZW.

    3. In Quark XPress 7 entsprechenden Ausgabestil anlegen: Zunächst mittels des ICC-Profils einen neuen Farbstil für die Ausgabe anlegen.
    Dann einen neuen Ausgabestil unter Verwendung des neuen Farbstils anlegen. Komprimierung auf "Automatisch ZIP/JPEG niedrig" und Bikubisches Downsampling auf 305 dpi für Graustufen und Farbbilder, 1200 dpi für Monochrombilder einstellen. Dadurch wird eine hohe Qualität bei gleichzeitig akzeptalen Dateigrößen für das PDF erzielt. "Überprüfung" auf "PDF/X-3 einstellen".

    4. Die angepassten Bilder in das Dokument neu einsetzen. Angenehm ist, dass QXP 7 die Einstellungen des ursprünglichen Bildes übernimmt (Skalierung, Drehung, Position usw.)

    5. Mit "PDF exportieren ..." unter der Auswahl des erstellten Ausgabestils ein PDF generieren. Fertig.
     

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