Super 8 Filme digitalisieren?

Dieses Thema im Forum "Software" wurde erstellt von Appletalk, 23. September 2002.

  1. Appletalk

    Appletalk New Member

    Hallo Leute
    Hat jemand eine Idee wie ich Super 8 digitalisieren kann? Welche Hardware und/oder Software ist dafuer noetig? Geht es ueberhaupt als Privatanwender oder ist es besser in einem Studio machen zu lassen?

    Vielen Dank fuer Eure Antworten im voraus

    Appletalk
     
  2. Jansen

    Jansen New Member

    Hi.

    Grundsätzlich gibts zwei Möglichkeiten:

    1) unprofessionell aber billig und wenn richtig gemacht, durchaus gute Ergebnisse: abfilmen. Soll heißen, du projezierst das Bild mit einem möglichst guten Projektor (idealer weise frei einzustellende Bilder pro Sekunde) auf eine vernünftig reflektierende, weiße Fläche (ich benutzte ein spezielles Druckerpapier in A4) und filmst das ganze mit einer herkömmlichen MiniDV-Kamera ab. Dann via Firewire ins FCP (oder iMovie) und voila.

    2) digitalisieren lassen: beispielsweise hier http://www.verfilmstudio.de/. Oder wo auch immer. Die Ergebnisse sind (je nach Verfahren) gut bis sehr gut - und wenn du auf MiniDV digitalisieren läßt, auch nicht allzu teuer. Broadcast muss es, wie ich annehme, eh nicht sein...

    Grüße,
    Jansen
     
  3. Carsten

    Carsten New Member

    Besser wird das Ergebnis wenn man den Film nicht von der Leinwand sondern von einer Mattscheibe abnimmst.
    Habe mal eine Webseite gefunden die das ganz gut beschreibt. http://home.t-online.de/home/andreas.hennek/super8.htm

    Ich habe ein paar Filme mittels einer Mattscheibe abgefilmt und abgesehen von einem Flackern welches durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten des Projektors und der Kamera kommt, sind die Ergebnisse eigentlich recht ordentlich.
     
  4. Michel

    Michel New Member

    Tach, appletalk.

    Speziell das Angebot dieses "verfilmstudios" ist fast zu günstig, um wahr zu sein. Ich vermute sehr stark, dass die dort nicht Abtasten, sondern Abfilmen - was aber, wie schon oben gesagt, ganz gute Ergebnisse bringen kann. Schade, dass sie nix exaktes auf ihrer Homepage dazu sagen. Ich glaube, ich probier die mal aus ...

    Vor Jahren habe ich mal eine längere Filmspule abtasten lassen (das war irrwitzig teuer - zumal ich damals noch Student und knapp bei Kasse war) - das Ergebnis war ziemlich schrecklich, da ich (Idiot) verschiedenes Filmmaterial kombiniert hatte, das leicht unterschiedliche Schärfeebenen besaß. Die Dienstleister haben einfach am Anfang "scharf gestellt" und dann laufen lassen - mit dem Ergebnis, dass der Löwenanteil der Spule unscharf, wenn auch wunderbar gleichmäßig hell ist. Ich hätte den Film besser auseinandernehmen und gleiches Material kombinieren sollen - Nachregeln der Schärfe während der Überspielung wirkt sehr unangenehm, wenn es denn überhaupt gemacht wird ;-) - und natürlich ist so ein Auseinandernehmen bei einem Tonfilm tödlich, da der Ton auf dem Filmstreifen ja einige Zentimeter versetzt zum Bild liegt.

    Ich habe mir kürzlich diesen "Brähler-Glassscreen" gekauft, um über einen Umlenkspiegel per Rückprojektion abzufilmen (für die Bestellung bei Brähler würde ich die simple Variante (Screen und Spiegel) empfehlen - das zusätzliche Montagematerial ist sein Geld nicht wirklich wert - der Plexihalter der Mattscheibe z.B. lässt dieser viel zu viel Spiel.
    Wenn man ein bisschen Zeit hat, kann man sich bessere Halterkonstruktionen selber bauen.
    http://www.video-optik.de/glasscreen/index.htm

    Leider gibt es auch bei der Mattscheibe einen Hot-Spot (also einen helleren Lichtfleck im Inneren des Bildes), allerdings nicht so gravierend wie bei der Projektion auf eine Leinwand. Riesen-Vorteil der Mattscheiben-Lösung gegenüber Leinwand ist die höhere Lichtausbeute und das absolut verzerrungsfreie Aufnehmen, da man direkt in der Bildachse abfilmen kann.

    Kurzfassung Abfilmen mit (DV-)Kameras:

    Anti-Verwackelung auf jeden Fall ausschalten,
    wenn möglich, manuellen Weißabgleich durchführen (der automatische W. macht die Bilder zu kalt),
    wenn möglich, verschiedene Blenden-/Belichtungseinstellungen ausprobieren,
    wenn möglich, manuelle Scharfstellung ...

    auf jeden Fall das Bild nicht über den Camcorder beurteilen, sondern einen Monitor anschließen!

    Zum Flackern/Flimmern:
    Super-8 läuft mit 18 B/sek. (bzw. 24 B/sek., falls man eine bessere Tonqualität haben wollte, die ollen Doppel-8-Filme liefen mit 16 B/sek. - aber das nur am Rande). PAL-Video läuft mit 25 B./sek.

    Das alles sind aber nicht die praktisch verwertbaren Bildfrequenzen (ich beschränke mich jetzt mal auf PAL und Super-8 mit 18 B/sek.):
    In Wahrheit läuft PAL-Video mit 50 (Halb-)bildern pro Sekunde. Filmprojektoren kommen auf ähnlich hohe Werte, da jedes Einzelbild während der Projektion durch eine zwei- oder dreiflügelige Blende abgedunkelt wird (also: Bild 1, dunkel, Bild 1, dunkel, Bild 1, dunkel, Bild 2, dunkel, usw.).
    Für 18 B./sek.-Super-8-Material kommt man beim Dreiflügelprojektor also auf tatsächliche 54 B/sek. Durch die vier Bilder Unterschied zum PAL-Video entsteht leider ein Helligkeits-Pumpen.
    Wenn man jetzt die Projektionsgeschwindigkeit stufenlos runterregeln könnte (auf 16 2/3 B/sek), käme man auch beim Projektor auf 50 Bilder und im Idealfall würde das Pumpen verschwinden.

    Auf vielen Homepages wird beschrieben, dass man das mit einem Steckdosen-Dimmer machen könnte - leider klappt das aber nur bei bestimmten Projektoren. Ich habe mir mit einem solchen (wahrscheinlich Billig-)Dimmer, der nebenbei ein Brummen erzeugt, lediglich eine neue 17 Euro-Projektionslampe zerblasen. Die Laufgeschwindigkeit konnte ich damit überhaupt nicht beeinflussen, da mein Elmo-Projektor offenbar einen Gleichlaufkondensator besitzt. Entweder läuft er mit exakt 18 Bildern oder gar nicht.

    In meiner Not habe ich tief durchgeatmet, die Kiste geöffnet und auf gut Glück einen der drei Drehpotis verstellt - zufällig den, der die Laufgeschwindigkeit reguliert. Danach einfach ohne Film projeziert und so lange nachgeregelt, bis das Flimmern auf dem Monitor verschwand. Fabelhaftes Ergebnis!

    Ein großer Haken
    an der ganzen Sache ist, dass die DV-Kamera Schwierigkeiten mit dem Farb-, Kontrast- und Helligkeitsumfang des Super-8-Bildes hat (auf der oben zitierten Homepage kann man das ganz gut an dem Suppenteller sehen, dessen Weiß leicht überstrahlt aussieht - trotzdem ist es immer noch ein brauchbares Ergebnis). Möglicherweise kann man hier mit einem Graufilter noch bessere Qualität erzielen - das habe ich aber noch nicht ausprobiert.

    Ein kleiner Haken
    ergibt sich, wenn du Tonfilme mit den o.g. 16 2/3 Bildern laufen lässt - der Ton läuft halt langsamer und klingt tiefer - das ist bei Sprachaufnahmen aber gar nicht so schlimm, wie man denkt - probiers einfach aus. Nur: bekannte Musikstücke sollte man nach Möglichkeit nachvertonen.

    Michel
     
  5. Robert

    Robert New Member

    Nicht ganz billig aber professionell kopiert Dir die Firma Berola in Forchheim Deine Filme auf DV-Kassetten http://www.berola.de
    Ich habe jedenfalls beste Erfahrungen gemacht und kann Dir dieses Kopierwerk nur empfehlen.
    Gruss, Robert
     
  6. Appletalk

    Appletalk New Member

    @ Alle
    Vielen Dank fuer die hilfreichen Antworten. Dieses Forum ist so enorm hilfreich. Vielen Dank nochmal.

    Appletalk
     

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