Taufen oder nicht taufen ?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von batrat, 9. September 2010.

  1. batrat

    batrat Wolpertinger

    Das ist die Frage, die meine Frau und ich uns stellen. :confused:

    Der Kleine ist jetzt 15 Monate.

    Die Verwandtschaft drängt, es gibt zahlreiche Bewerber als Taufpatin und die meisten wollen halt ein Fest für die Familie. :rolleyes:

    "Denkt doch auch an die Kommunion und die Firmung, da steht er doch dann abseits, wenn alle Freunde Geschenke kriegen und feiern"

    Ich bin ja vor vielen Jahren ausgetreten, meine Frau ist auf dem Papier noch katholisch.

    Es nervt alles etwas und ich möchte fast nachgeben. Mein Sohn kann dann ja später selbst entscheiden, ob er austreten will. Ist ja ab 12 Jahren möglich.

    Wie seht ihr das ?
     
  2. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Ich bin gegen eine Zwangsrekrutierung, finde die Erwachsenentaufe am besten. Da ist jeder alt genug zu wissen, ob er das möchte. Ich bin zwangsrekrutiert und bereits mit 18/19 geflüchtet. Vermisst habe ich nie etwas.

    Lass Dich nicht von der Familie drängen, was anderes wäre es, wenn Deine Frau dies unbedingt wollte. Dann würde ich es machen lassen.
     
  3. batrat

    batrat Wolpertinger

    Meiner Frau gehts wie mir. Sie ist geneigt, dem "Druck" nachzugeben.
     
  4. vulkanos

    vulkanos New Member

    Ich krame mal in meiner theologischen Mottenkiste. Die Taufe ist ein Ritual, durch welches der Mensch, Kinder oder Erwachsene, in die christliche Gemeinschaft aufgenommen wird. Es wird auch der Hl. Geist herabgefleht, sich der Täuflinge zeit ihres Lebens anzunehmen. Wichtiger Punkt: die Aufforderung, dem Satan zu entsagen. Leider sind solche Feiern zu reinem Privatvergnügen verkommen.

    Anfang der 90er Jahre habe ich auf Wunsch einer Bekannten die Patenschaft für ihre Tochter angenommen. Es war eine ev. Haus- sprich also Privattaufe, gefolgt von Geschenken, Fressen, Saufen, blöden Reden. Das spezifisch Religiöse habe ich vermisst. Für die Eltern war es nur eine Proforma-Akt. Warum der Pfarrer nicht darauf bestanden hat, die Kleine in der Kirche zu taufen, bleibt mir unverständlich.

    Also, imho würde ich dem Druck der buckligen Verwandschaft nicht nachgeben. Wenn's nur eine oberflächliche Gaudi sein soll, wird sie diesem Geschehen nicht gerecht.

    "Denkt doch auch an die Kommunion und die Firmung, da steht er doch dann abseits, wenn alle Freunde Geschenke kriegen und feiern" ... Aha, es geht also um Geschenke, Feiern, Sich-nicht-ausgeschlossen-fühlen - ziemlich oberflächlich, würde ich meinen.

    Wenn deine Frau und du mit der Kirche kaum noch etwas gemein haben, dann wäre es ehrlicher und konsequenter, Eurem Sohne, wenn er das entsprechende Alter erreicht hat, selbst wählen zu lassen.
     
  5. maximilian

    maximilian Active Member

    Standhaft bleiben. Sonst stirbt der Schwachsinn nie aus.
     
  6. McDil

    McDil Gast

    Es ehrt dich, dass du dir Gedanken dazu machst. Leider sind diese "Sakramente" längst zu reinen Vorstellungen familiärer "Wohlanständigkeit" und Nachweis bürgerlicher Reputation verkommen. Man kann das Ganze durchaus unter diesem Gesichtspunkt passieren lassen - um des verwandtschaftlichen Friedens willen, oder eben nicht.

    Letztlich hängt nichts weiter davon ab, wenn man das "Eiapopeia vom Himmel" ohnehin nicht glaubt.
     
  7. maximilian

    maximilian Active Member

    Verwandtschaftlicher Friede funktioniert so, wie jeder andere Friede auch: Ich lasse meine Verwandschaft in Ruhe und sorge dafür, dass meine Verwandtschaft mich in Ruhe lässt. Z.B. indem ich sie nicht zur Kindstaufe einlade, die ohnehin nicht stattfindet.
     
  8. vulkanos

    vulkanos New Member


    Bist du in deinem biblischen Alter noch Papi geworden?:biggrin:
     
  9. Xtreme

    Xtreme New Member

    Vorab: Ich bin Christ.
    @ Maximilian: Es würde mir nie einfallen einen Atheisten "schwachsinnig" zu nennen, nur weil er nichts glaubt oder glauben kann.

    Gott wird euer Kind nicht weniger lieben, wenn es kein Kirchenmitglied ist. Gott liebt euch, auch wenn ihr ausgetreten seid oder "Karteileichen". Gott hätte gerne Beziehung zu euch – mit oder ohne "Mitgliedschaft" ist ihm vollkommen gleichgültig.

    Zitat Albert Schweizer:
    Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.
    Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.

    Herzliche Grüße und Gottes Segen für eure Entscheidung
    Xtreme
     
  10. batrat

    batrat Wolpertinger

    Es ging da wohl mehr um den Glauben und nicht um den Menschen.

    Und sorry: Ich halte den christlichen Glauben, genauso wie den Islam und das Judentum für Schwachsinn !
     
  11. vulkanos

    vulkanos New Member

    Wie gut kennst du diese drei Religionen, um dir ein solches Pauschalurteil erlauben zu können? Ich kann verstehen, wenn die eine oder andere Glaubensrichtung aus diesen oder jenen Gründen abgelehnt wird, aber sie in Bausch und Bogen als Schwachsinn abzukanzeln, zeugt von einer gehörigen Respektlosigkeit gläubigen Menschen gegenüber, da sie für schwachsinnig gehalten werden.
     
  12. batrat

    batrat Wolpertinger

    Ich habe mich mit allen 3 genannten Religionen beschäftigt. UNd als nüchtern denkender Mensch kann man zu keinem anderen Schluss kommen, als dass diese Religionen ein grosser Hokuspokus sind, der in erster Linie genutzt wird, um Menschen in Diesseits gefügig zu machen.

    Falls es Gott doch gibt, dann soll er sich bei mir mal vorstellen. Dann frage ich ihn, was sich bei der Krankheit meines Vaters denn gedacht, dieser Sadist. :meckert:
     
  13. vulkanos

    vulkanos New Member

    Einerseits gebe ich dir recht, aber andererseits haben diese Religionen den Menschen auch einen gewissen Halt gegeben, gerade in Situationen, wo es keine Hoffnung mehr gab, sondern nur den nackten Glauben an ... ? Nicht umsonst haben sie sich so lange gehalten.

    Diese Frage, warum Gott - so es ihn gibt - all das unverschuldete Leid zulässt, ist eine der großen unbeantworteten theologischen Fragen. Es gibt keine Antwort drauf. Auch meine Eltern sind elendlich an Krebs zugrunde gegangen, und außerdem hat der Sensenmann meine Mizpoche fast zur Gänze ausgelöscht.

    Gottes Wille? (alles, was geschieht, sei sein Wille, spekulieren die Theologen). Schicksal? Pech? Der natürliche Lauf der Dinge? Ich habe keine Antwort darauf und aufgehört, mich mit diesen sinnlosen Fragen weiter zu quälen. Es langt.

    Wenn ich über die Schwelle trete, werde ich erkennen, ob ich in das ewige dunkle Vergessen falle oder mich in einem anderen Seinszustand wieder finde.
     
  14. MACaerer

    MACaerer Active Member

    Naja, mit der Androhung von Gottes Strafen haben es die geistlichen und weltlichen Führer der Menschheit Jahrhunderte lang geschafft ihre Schäfchen bei der Stange zu halten. Das hat auch funktioniert, obwohl die Fürsten von Gottes Gnaden die weniger Begnadeten gnadenlos ausgenutzt und unterdrückt haben (man beachte den Wortwitz). Bei den meisten der heutigen Christen funktioniert es heut zu Tage nicht mehr ganz so gut, aber man hat ja flugs andere Unterdrückungsmethoden gefunden. Im Islam dagegen scheint es immer noch prächtig zu funktionieren.

    MACaerer
     
  15. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Vor einiger Zeit sah ich im Fernsehen eine Frau, die einen Flugzeugabsturz mit zig Toten überlebt hatte und dafür Gott dankte. Solche Leute möchte ich immer anschreien warum denn ihr Gott die anderen hat verrecken lassen. Ob das nur Heiden waren oder wenn es Christen waren, dass sie vielleicht nicht so fest glaubten und deshalb vom lieben Gott zerstückelt wurden?

    Zahlreiche Kinder erkranken jedes Jahr an Krebs (für mich einer der besten Beweise für die Nichtanwesenheit eines wie auch immer gearteten Gottes) und wenn eines davon gesundet, danken die Eltern wieder Gott. Absolut lächerlich das Ganze. Wenn er für die Heilung herhalten muss, dann bitteschön aber auch für die Erkrankung. Und konsequenterweise auch verfluchen im Nichterfolgsfall und nicht auf den in solchen Fällen herbei gezauberten „Gottes unerforschlichen Ratschluss“ hereinfallen. Den liebe ich besonders, muss mich bei Beerdigungen lange vor ihrer Zeit Gestorbener zusammen reißen, wenn ich solch einen Bockmist höre.
     
  16. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    Durch die katholische bzw. evangelische Taufe wird ein Mensch Mitglied in der entsprechenden Gemeinschaft. Das bedeutet, er muss später Kirchensteuer zahlen. Und taufen, bloß damit er später wieder austreten kann... :shake:

    Der Druck der Familie ist meistens groß, das kann ich verstehen und da liegt auch der Punkt, wo in der Regel die Entscheidung getroffen wird: den familiären Frieden zu erhalten.

    Geschenke zu Kommunion oder Konfirmation halte ich für kein gutes Argument. Wenn die Konfirmanden und Kommunikanten ihre Geschenke bekommen, kann man dem ungetauften Sünder ja auch was schenken, dass er vor den Gerechten nicht so nackt dasteht. :)

    Und: wenn er religionsmündig ist, kann er sich ja selbst entschließen, sich taufen zu lassen.
     
  17. McDil

    McDil Gast

    In unseren säkularen Zeiten dienen sämtliche kirchlichen Anlässe nur der Geschäftemacherei. Glaube an eine herrschende Religion stand dem Geldverdienen noch nie im Weg.
     
  18. vulkanos

    vulkanos New Member

    Wie gesagt, es ist absolut sinnlos, diese Fragen zu stellen. Wie meine Wiener Cousine, Spezialistin für Oströmisches Kirchenrecht, räsoniert: Man muß akzeptieren, dass es in dieser Welt höchst ungerecht zugeht - und zitierte dabei Stephen Hawking.

    Gott greift nicht in diese Welt ein, meinen einige desillusionierte Theologen. Der Mensch habe die völlige Freiheit, aus dieser Welt einen l(i)ebenswerten Ort für alle oder eine globaliserte Sch...e zu schaffen. Dann aber kann Gott sich das Prädikat eines liebenden Gottes abschminken. Die Menschheit zu lieben, aber sich entspannt zurücklehnen, wie sie sich systematisch zerstört.

    Aber das sind Gedanken eines Menschen. Irgendwo steht in der Bibel, dass Gott Gedanken denkt, die Mensch nicht erfassen kann - oder so ähnlich.
     
  19. maximilian

    maximilian Active Member

    Dann unterscheiden wir uns eben in diesem Punkt. Für mich ist jede Art von religiös organisiertem Glauben Unsinn. Und echte Religionsfreiheit ist für mich die Freiheit von den Religionen. Mit Atheismus hat das bestenfalls am Rande zu tun.
     
  20. Macmolle

    Macmolle Member

    Ich würde mir etwas Hintergrundwissen aneignen, und anschließend die bucklige Verwandtschaft fragen was die Taufe überhaupt bedeutet.
    Wahrscheinlich wird dir keiner eine vernünftige Erklärung abgeben können.
    Lies mal hier:http://de.wikipedia.org/wiki/Taufe
     

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