Teure Operationen nur noch bis 75

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von gothaer 100, 3. Juni 2003.

  1. gothaer 100

    gothaer 100 New Member

    http://www.abendblatt.de/daten/2003/06/03/173137.html

    Wie treffend beschrieb doch Andreas Hoffmann in der Süddeutschen Zeitung vor einigen Wochen die Diskussion um die Gesundheitsreform: "Man hat in diesen Tagen das Gefühl, Wasser beim Sieden zu beobachten - überall tauchen Blasen auf."
     
  2. spock

    spock New Member

    - so etwas wurde vor Jahren bereits diskutiert, ein hoher Krankenkassenvertreter sagte damals "die zwei letzten Jahre im Leben eines Menschen sind die teuersten" ;

    auch die sukzessive Verschlechterung der Leistungen in der gesetzlichen Krankenkasse ist doch letzten Endes das gleiche - nur anders verpackt :

    - wer arm ist, stirbt halt früher.....

    - wer sich bessere Medizin leisten kann, lebt länger....


    Das ist jetzt schon Realität, nur Ulla Schmidt will es nicht zugeben .

    ... man will ja wiedergewählt werden....

    der frühere Ärztekammerpräsident Villmar hat in diesem Zusammenhang vor 4-5 Jahren den Vorwurf erhoben, die Politik und gesetzliche Krankenkassen strebten ein "sozialverträgliches Frühableben" an und wurde dafür laut beschimpft - heute wissen wir, der Mann hat recht...

    in England ist eine Nierentransplantation für gesetzlich Versicherte ab 65 nicht mehr von der Versicherung gedeckt, der graue Star wird nur an einem Auge operiert - das reicht ja auch aus usw.

    in Deutschland werden Sehilfen kaum noch bezahlt - gutes Sehen ist halt "Luxus"
    - länger zu leben wird bald auch Luxus werden ;
    die Rentenversicherung wird´s freuen.........

    schönes neues Deutschland dank Schröder und Ulla Schmidt (die beide mit Sicherheit privat versichert sind......)
     
  3. deumel

    deumel New Member

    Was ich bei aller Schimpferei über die Reformversuche der Regierung vermisse sind Alternativen. Alle schreien so nicht, aber es kommen keine eigenen Vorschläge. Die meisten Bürger haben noch nicht kapiert wie katastrophal die Situation wirklich ist, das derzeitige System von Krnaken-, Renten- und Sozialsystem ist am Ende. Es wird seit Jahren künstlich am Leben erhalten, weil sich keine Regierung traut etwas zu ändern. Denn einer Regierung die die nötigen rdaikalen Reformen gemacht hätte, wäre bei der nächsten Wahl weg und das will keiner. Also ergeht sich alles in endlosen Spiralen von Schuldzuweisungen und Blokaden. Die bestehenden Probleme anzuerkennen und zu lösen, dass traut sich keiner. Die jetztige Regierung muss jetzt handlen, weil die Rezepte der vergangen Jahre nicht mher fruchten. Eigentlich hätten die jetzige Diskussion schon vor zehn Jahren geführt werden müssen. Ich für meinen Teil rechne nicht damit noch einen stattliche Rente zu erhalten, die über das Niveau der Sozialhilfe hinausgeht.
     
  4. gothaer 100

    gothaer 100 New Member

    Die Probleme existieren ja nun nicht erst seit 1998. Die Bundesregierung lässt sich aus meiner Sicht nur bedingt für die gegenwärtige Misere verantwortlich machen. Auch die besten Gesetze können nichts daran ändern, dass die Verluste der gesetzlichen Krankenkassen wachsen, wenn die Arbeitslosigkeit steigt. Auch enthalten die Reformvorschläge der Gesundheitsministerin mittlerweile ja durchaus "realistischere" Einschätzungen...

    Das Problem ist nur - und da gebe ich dir recht - dass sowohl Schmidt als auch Schröder bisher an der Realität vorbei Versprechungen gemacht haben, die sie jetzt nicht einlösen können.

    PS:
    http://www.weltrevolution.net/index.htm
     
  5. macNick

    macNick Rückkehrer

    Ich hab's neulich schon mal in einem anderen Thread erleutert:

    Es gibt keine Kostenexplosion im Gesundheitswesen!!!

    Wieso nicht? Der Anteil der "Gesundheitskosten" am BSP ist seit Jahrzehnten zwischen 10 und 11% stabil. Der Grund für die immer höheren GKV-Beiträge ist das Ausbluten der Solidargemeinschaft durch die Shareholder-Value-Philosophie der Wirtschaft: Wurden vor 30 Jahren noch über 70% des BSP als Löhne und Gehälter an die Bevölkerung ausgeschüttet, so sind es heute nur noch etwa 65%.
    Das heißt stark vereinfacht: Während vom Gesamtvermögen des Volkes mehr und mehr als Gewinn in den Kassen der Unternehmen und Aktionäre landet, sinkt der Anteil der für die Berechnung des GKV-Beitrages relevanten Auszahlungen an die Versicherten. Immer mehr Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger müssen von der Solidargemeinschaft subventioniert werden, während immer weniger Leute das Geld dafür bereitstellen können.
    Und das hat weder was mit der Überalterung, noch mit Kompromissunwilligkeit der Beschäftigten im Gesundheitswesen zu tun, sondern einfach nur mit langjährig (und parteiunabhängig!) verfehlter Wirtschaftspolitik, die zugunsten kurzfristiger Kursgewinne die langfristigen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sträflich ignoriert.
    Eine Ulla Schmidt kann einem in dieser Situation mit ihrer geradezu rührenden Anhnungslosigkeit fast leid tun...

    Übrigens sind die letzten zwei Jahre im Leben eines Menschen tatsächlich die teuersten, das gilt aber besonders für schwerkranke junge Patienten, die vor ihrem Tod weitaus größere Kosten verursachen, als der alte Mensch, der therapeutisch oft einfach "abgeschrieben" wird.
     
  6. Haegar

    Haegar New Member

    ...noch besser: "Logans Run" (lief in D unter dem Titel "Flucht ins 23. Jhd.)

    Nach 30 Jahren Lebenszeit erlischt die Lebensuhr, man wird in das "Karusell" gebracht und dort umgebracht äh.....zur Wiedergeburt geleitet!

    ;)
     

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