Tipp: Tolle Tasche von der Tanke

Dieses Thema im Forum "Hardware" wurde erstellt von mikrokokkus, 7. November 2004.

  1. mikrokokkus

    mikrokokkus New Member

    Neben meiner MacCase-Tasche, die etwas voluminös ist, war ich schon einige Zeit auf der Suche nach einem so genannten Sleeve, mit dem ich mein 12''-Powerbook in der regulären Aktentasche transportieren kann.
    Die üblichen Verdächtigen (Tucano Second Skin, Crumpler School Hymn, Crumpler The Gimp, LMP zahara, usw.) hatte ich schon angeschaut und war mit keinem so richtig zufrieden.
    Im Web fanden sich diverse positive Berichte von einer Shinza ZeroShock, die aus "Temperfoam" besteht, einem Material, das auch für Protektoren in Motorradbekleidung eingesetzt wird.
    Dummerweise ist dieses Teil nur in den USA erhältlich: Wartezeit, hohe Kosten für den Versand und keinerlei Rückgabemöglichkeit bei Nichtgefallen waren die Faktoren, die mich von einer Bestellung abhielten.
    Auf der Webseite von Shinza war aber glücklicherweise der Name des Herstellers herauszufinden (Danke, Shinza ;-)): Elecom. Auf der Webrecherche nach einer Telefonnummer der auf der Webseite genannten Elecom Deutschland GmbH stellte sich heraus, dass man das Sleeve für 20 Euro beim AralStore.de unter dem klangvollen Namen "Elecom Soft Bag" bestellen kann.
     
  2. mikrokokkus

    mikrokokkus New Member

    Nach prompter Lieferung hielt ich die aufs erste Befühlen wenig weiche "Soft Bag" in Händen. Wie die bekannten Neoprentaschen ist das Elecom-Sleeve mit dehnbarem Nylongewebe kaschiert und gibt unter Druck seltsam langsam nach. Ein Zweiwege-Reißverschluss öffnet die Tasche so weit, dass man sie komplett aufklappen kann, verhindert aber gleichzeitig, dass das Powerbook bei geschlossenem Reißverschluss auf dem Schieber steht (für mich ein Problem bei der Crumpler The Gimp, deren Reißverschlussschieber zudem sehr groß ist…).
    Dicke, ebenfalls mit Nylon kaschierte Gummilippen hinter den Reißverschlüssen vermeiden zuverlässig ein Zerkratzen des geliebten Aluminiums.
    Das Powerbook hat ein bisschen Luft, jedoch wird ein Herumrutschen bereits nach 2 Minuten dadurch verhindert, dass der Computer ein wenig in den Temperfoam einsinkt. Ein praktischer Henkel aus eingenähtem Nylonband macht das Herausnehmen des Sleeves auch aus vollgepackten Aktentaschen einfach – eine Idee, die ich von anderen Sleeves nicht kenne. Man kann den Nylonhenkel aber auch drin lassen und die Tasche vollständig schließen.
    Ich war ganz angetan – die gelobten Shock-absorbierenden Fähigkeiten wollte ich aber doch irgendwie testen…
     
  3. mikrokokkus

    mikrokokkus New Member

    Meine Neuerwerbung sollte gegen einen von Powerbook-Usern viel gekauften Vertreter der Familie der Sleeves antreten: eine Tucano Second Skin aus ca. 4mm starkem Neopren.
    Längeres Suchen nach zerbrechlichen Gegenständen, auf die ich erstens fürderhin würde verzichten können, die zweitens in mehrfacher und sozusagen normierter Ausfertigung in meinem Haushalt vorhanden waren und drittens in die besagten Taschen passen mussten, führte zwangsläufig zu den Behältnissen, in denen mein bevorzugtes Getränk geliefert wird: Flaschen für das gelobte "Tannenzäpfle" der badischen Staatsbrauerei Rothaus.
    Ihrer eigentlichen Bestimmung würden die Pfandflaschen wohl nicht mehr zugeführt werden können, aber für die Wissenschaft müssen schließlich Opfer gebracht werden…
     
  4. mikrokokkus

    mikrokokkus New Member

    …war einfach: Die Flaschen wurden, um ein Zerschneiden der Sleeves zu verhindern, jeweils in gleiche(!) Plastiktüten gehüllt und in die Taschen gesteckt.
    Ein Metermaß, an den Rahmen der Küchentür gestellt, sollte über die erreichte Fallhöhe der Sleeves zum gefliesten Boden Auskunft geben, wobei ich selbige in 5cm-Schritten erhöhte. Beim Fallenlassen stellte ich zum Teil durch mehrere Versuche aus der gleichen Höhe sicher, dass die Flaschen wirklich vollständig seitlich auftrafen. (Herzlichen Dank an dieser Stelle auch an meine Nachbarn ;-))
     
  5. mikrokokkus

    mikrokokkus New Member

    Ab einer Höhe von etwa 50 Zentimetern waren die Auswirkungen des unterschiedlichen Materials deutlich sicht- und hörbar: Die Tucano hüpfte nach dem Aufprall leicht nach und klang "glasiger", während die ZeroShock einfach liegen blieb.
    Ein dumpfes Klirren nach einem Sturz aus 80 cm Höhe machte die Grenzen der Tucano deutlich:
     
  6. mikrokokkus

    mikrokokkus New Member

    Nach dem Ausscheiden des Neopren-Sleeves bei 80 Zentimetern Höhe, beschloss ich ab ca 1,30 Metern die Schritte auf 10 cm zu erhöhen. Leider kann ich euch nicht sagen, wann die ZeroShock an ihre Grenzen stößt – ihr Inhalt blieb bis zum Erreichen der Zimmerdecke (Raumhöhe 2,60 Meter) unversehrt!

    Dummerweise stellte sich kurz danach heraus, dass die zu bringenden Opfer höher waren, als ich zu Beginn erwartet hatte. Die Tucano Second Sleeve trägt deutliche Male der Tortur: Sie ist an der Stelle, die dem wiederholten Aufprall ausgesetzt war, aufgeplatzt – wohlgemerkt nicht zerschnitten, denn die Plastiktüte, in die ich vorsorglich die Flaschen gesteckt hatte, waren ganz geblieben. Ursprünglich wollte ich den Verlierer ja zurückschicken, was nun nicht mehr möglich ist.
    Nun verwende ich sie halt für so genannte "High Risk Environments" (z.B., wenn man morgens den Zug nehmen muss, mit dem die Schule für Erziehungshilfe in den Jahresausflug fährt …) und stecke dann einfach das Powerbook in die Tucano und dieses Päckchen dann in die ZeroShock.
     
  7. macmercy

    macmercy New Member

    LOL

    So kann man sein Wochenende auch rum kriegen...

    Nix für ungut - so viel Gedanken um die richtige Book-Hülle hab ich mir noch nie gemacht. Meistens gings darum: Wie finanziere ich überhaupt ein Book...
     
  8. snowmac

    snowmac New Member

    knallharter Tester:party:
     
  9. Florian

    Florian New Member

    Klasse, mikrokokkus! So gestaltet man einen wissenschaftlichen Versuchsaufbau. Hut ab - und danke für den Erkenntnisgewinn - selbst unter eigenen, pekuniären Opfern.

    Gruß,
    Florian
     
  10. danilatore

    danilatore Moderatore Mitarbeiter

  11. typneun

    typneun New Member

    ist das ganze eine bewerbung an die MACWELT? ;)

    cooler test, der "zäpfletest". :cool:
     
  12. Singer

    Singer Active Member

    Sehr schöne Fleißarbeit! Glatte 1.
     
  13. Rotweinfreund

    Rotweinfreund + Jevers Liebhaber

    mikrokokkus' Posts haben mich sehr erheitert.
    Coole Idee.
    Die Tasche würde mir auch gefallen.
     
  14. daimeon666

    daimeon666 New Member

    Hmm, schade.
    Das iBook ist n halben Zentimeter zu groß dafür.
     
  15. mikrokokkus

    mikrokokkus New Member

    Ihr habt gut lachen – hätte ich gewusst, dass der Test teurer als ein paar Cent Flaschenpfand werden würde, hätte ich es gelassen …

    Und nochmal: Die Zeroshock ist wirklich empfehlenswert!

    Daimeon: Ich glaube nicht, dass das iBook zu groß für das Sleeve ist. Wie gesagt, hat das 12'' Powerbook ein bisschen Luft und außerdem ist das Material der Elecom-Tasche etwas dehnbar. Auf der shinza.com-Seite gibt es auch irgendwo einen Review eines iBook-Besitzers, in dem steht, dass das iBook "snugly" reinpasst…
     
  16. iGelb

    iGelb New Member

    1000 Dank für den Testbericht und den guten Tipp. Schick das Ding doch mal an Tucano und die andere Firma! :cool:
     
  17. daimeon666

    daimeon666 New Member

    ah, das muss ich überlesen haben.
    Ich hab mich nur an den Innen-Maßen der Tasche bzw den Außenmaßen des iBooks orientiert.

    Ach, im Zweifelsfall ausprobieren, gell?
     

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