Übertragung der Nutzungsrechte ... ?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Macian, 20. Januar 2005.

  1. Macian

    Macian New Member

    'n Abend !

    Also, ich hatte meinen ersten offiziellen Gestaltungsauftrag (Signe & Schriftzug für eine Firma)

    Nun wollte ich ein Dokument anfertigen, in welchem ich die Nutzungsrechte der Firma gewähre. - Ich weis aber gar nicht, was da alles rein muss.

    Kann jemand helfen ? Vielleicht gibt es eine Art Muster ... oder es ist ein Jurist anwesend... ?!;) :klimper:
     
  2. maiden

    maiden Lever duat us slav

    derartige Auskünfte erteilt u. a. der für Dich zuständige Berufsverband. Die haben dort sicher Musterverträge.
     
  3. Macian

    Macian New Member

    Kostet das was ?
     
  4. maiden

    maiden Lever duat us slav

    Keine Ahnung. Frag doch mal nach. Üblicherweise kostet die Mitgleidschaft. Verdi erteilt übrigerns auch Auskünfte. Und sicher gibt es darüber jede Menge Literatur.
     
  5. petervogel

    petervogel Active Member

    warum extra dokument?

    sowas schreibst du auf die rechnung. letztendlich hängt die höhe deiner vergütung ja auch von den eingeräumten nutzungsrechten ab.

    bei mir sieht das auf der rechnung z.b. so aus:

    - buy out. alle rechte für gegliche nutzung ohne zeitliche beschränkung.
    - nutzung im deutschsprachigen raum für ein jahr/ 3 jahre/ 5 jahre
    - nutzung regional für anzeigen, flyer und ähnliches für 1 jahr. nutzung für plakate, citylights und ähnliches erfordert eine seperate vergütung.

    warum schwierig, wenn es auch einfach geht. so lange der kunde nicht mercedes benz heisst würde ich nicht mit extra papierkram anfangen. das ufert sonst in extra verwaltungsaufwand aus.
    bin zwar kein grafiker, aber ich kenne einige und die machen es auch so.
     
  6. Macian

    Macian New Member


    Ja, klar. Aber ich möchte (sowie der Kunde) sicher gehen. Und ich wollte ja auch nicht extra Aufwand betreiben. Aber ein Dokument mit einem kleinen Text und der Unterschrift des Urhebers und des Nutzungsberechtigten sollte schon sein.

    Gruß !
     
  7. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    @ Macian

    Ihr müsst euch zunächst einmal über Art, Ort und Umfang des/der Nutzungsrechte im Klaren sein.

    Soll dein Kunde zur einfachen oder ausschließlichen Nutzung berechtigt sein? Soll er deine Arbeit einmalig oder mehrmalig verwenden dürfen, für einen oder mehrere Zwecke?

    Sollen die Rechte in Deutschland, Europa, andernorts oder weltweit gelten?

    Wenn dies alles geklärt ist, genügt bereits eine schriftliche Vereinbarung wie diese (Beispiel):



    Nutzungsrechtsvereinbarung

    zwischen

    Macian (Adresse)

    und

    Kunde XY (Adresse)

    Von Macian wird Kunde XY gegen Zahlung eines Honorars in Höhe von xxxx (zzg. MwSt., falls du umsatzsteuerpflichtig bist) ein einfaches urheberrechtliches Nutzungsrecht an der am xx.xx.xxxx gelieferten Grafik "Erpelkeule süß-sauer" zum werblichen Abdruck in dem Flyer "Jade-Lestaulant Düsseldolf" :cool: (Auflage: 2000 Expl.) eingeräumt.

    Alle weiteren Nutzungsrechte verbleiben beim Urheber und sind gesondert abzulösen.

    Ort, Datum, Unterschriften


    Ich schicke dir gleich noch eine PDF-Datei mit Regelungen für Bild und Wort, die du vielleicht hilfsweise auf deinen Bereich übertragen kannst.
     
  8. Macian

    Macian New Member


    Danke Macmacfriend !

    PDF-Datei ist angekommen. Hilft mir sehr.


    Jetzt weis ich, wie ich das Teil schreibe. Beste Dank ! *festdiehandschüttel*
     
  9. Agent Orange

    Agent Orange New Member

    Nutzungsrechte ist ein heikles Thema. Prinzipiell gilt aber, dass Du der geistige Eigentümer bist und darauf hast Du sogar auf Lebzeit ein Copyright. Selbst wenn Du die Nutzungsrechte komplett abgeben würdest, könntest Du z.B. nach 10 Jahren kommen und die Hand aufhalten. Theoretisch zumindest. Ich würde das von einem Anwalt klären lassen, wie da die genaue Sachlage ist. Das reicht ja, wenn Du es einmal klärst. Für weitere kunden kannst Du dann immer wieder darauf zurück greifen.
    Prinzipiell würde ich die Nutzungsrechte unbegrenzt an den Kunden weitergeben. Da gehen Dir zwar einige Scheine durch die Lappen, aber Du hast später keine Scherereien.
    "Der hat das aber länger als vereinbart...ausgemacht war nur auf Printmedien, sie haben es aber im Internet benutzt..." wenn Du verstehst was ich meine.
    Ab zum Anwalt, klären, fertig.
     
  10. Macian

    Macian New Member

    Okay, werde ich machen. Obwohl es sich in diesem Fall un ein uneingeschränktes Nutzungsrecht handelt. D.h. der Kunde kann es überall einsetzen, darf aber nichts verändern.

    Dank dir !
     
  11. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Wenn du die Nutzungsrechte komplett abgibst,handelt es sich um das sogenannte ausschließliche Nutzungsrecht. Dies bedeutet im Klartext, dass du als Urheber selber keine Nutzungsrechte mehr an deinem Werk besitzt, also ohne Zustimmung deines Kunden keinem Dritten weitere Rechte hieran einräumen darfst. Die Nutzungsrechte behälst du nur, wenn du dem Kunden lediglich ein einfaches Nutzungsrecht eingeräumt hast.

    Was jedoch in allen Fällen beim Urheber verbleibt, sind die sog. Urheberpersönlichkeitsrechte (Recht auf Urheberbenennung am Werk etc.).

    Oder meintest du die Bestseller-Regelung etc.?
     
  12. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

  13. Macian

    Macian New Member


    Oh gott ! Also ich meine das anders, aber weis wahrscheinlich nicht wie dies heißt.

    Ich möchte dem Kunden das Recht geben, es in Werbungen, Internet, Dokumenten, etc. verwenden zu können. Jedoch möchte ich alle sonstige Rechte am Logo vorerst behalten.

    Das ganze mache ich eh' nur für den Kunden, damit er etwas in der Hand hat. Denn der Kunde ist ein guter Bekannter. Es geht eher darum, dass er es im Falle eines Falles vorweisen kann, dass er das Recht der Nutzung hat.

    Danke für die Links, Macmacfriend. Ich habe gerade einen ehemaligen Mitschüler angerufen, dessen Vater ist Anwalt. Der kann mir sicher auch helfen.
     
  14. graphitto

    graphitto Wanderer

    Man kann auch mit Kanonen auf Spatzen schießen.

    Ich kläre Nutzungsrechtsfragen zuallererst mit meinen Kunden, und zwar im Vorgespräch. Also, was will er damit anstellen, für welche Medien wird das Produkt benötigt etc. Solange diese Fragen vorab geklärt sind, braucht es meist keinen Anwalt.

    Ansonsten gilt das von MMF Gepostete in Sachen AGBs, Vordrucke etc.

    gruß
     
  15. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    Keine Sorge, du musst keine Fachterminologie verwenden und auch kein Jurastudium absolvieren Du kannst den Vertrag ruhig so aufsetzen, wie dir der Schnabel gewachsen ist, also (vgl. oben) bspw. so:


    Nutzungsrechtsvereinbarung

    zwischen

    Macian (Adresse)

    und

    Kunde XY (Adresse)

    Von Macian wird Kunde XY gegen Zahlung eines Honorars in Höhe von xxxx (zzg. MwSt., falls du umsatzsteuerpflichtig bist) ein einfaches urheberrechtliches Nutzungsrecht an der am xx.xx.xxxx gelieferten Grafik "Erpelkeule süß-sauer" zum werblichen Abdruck in dem Flyer "Jade-Lestaulant Düsseldolf" (Auflage: 2000 Expl.) eingeräumt. Ferner darf es zu Werbezwecken im Internet und weiteren Druckmedien verwendet werden.

    Grafische oder textliche Änderungen unterbleiben.

    Alle am Logo, Grafik und Text nicht eingeräumten Nutzungsrechte verbleiben bei Macian und sind gesondert abzulösen.

    Ort, Datum, Unterschriften
     
  16. Macian

    Macian New Member



    Ich danke dir und den anderen wie verrückt ! *allezusammenumarmenwill*

    @Macmacfriend
    Ich denke das müsste reichen - Glück gehabt ! Wollte schon meine Fachoberschule für Gestaltung und Technik abbrechen und eine juristische Laufbahn einschlagen. :D
     

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