Ulrich Roski

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von 2112, 20. Februar 2003.

  1. 2112

    2112 Raucher

    Berlin (dpa) - Der Liedermacher Ulrich Roski verstarb in der vergangenen Nacht nach langer Krankheit im Alter von 58 Jahren in Berlin, teilten Freunde des Sängers der dpa mit.

    Schade. Gruß 2112
     
  2. Sunny

    Sunny New Member

    an den kann ich mich dunkel erinnern, War doch noch so ein echter "Liedermacher", gell?
     
  3. 2112

    2112 Raucher

    Genau. z.Zt. von Schobert und Black, Insterburg & Co etc.
    Gruß 2112 :)
     
  4. macfux

    macfux New Member

    Ach mensch....
    Ja, der hat echt intelligente, poetische und tzotzdem sehr witzige Texte gemacht.
    Die bekannteste Nummer war wohl "Des Podels Kern". Müßte irgendwo noch ne Platte haben *herumkruschtel* *noch mehr herumkruschtel*
    Na ja, beim Nächsten Umzug taucht sie auf.
     
  5. Dikaiosuenae

    Dikaiosuenae New Member

    Nach seinen Sachen hab ich vor ein paar Monaten vergeblich im Netz gesucht. Dieses Stück mit der Passage: "... nach Pilzen stand mir der Sinn" oder so ähnlich.

    Schade, dass er nichts mehr gemacht hat.
     
  6. Sunny

    Sunny New Member

    Nee - nicht Podels Kern - Pudels Kern (mit U)
     
  7. macfux

    macfux New Member

    schulligung, Tappfehler
     
  8. 2112

    2112 Raucher

    Ich geh im Walde bisweilen so für mich hin,
    nach schmackhaften Pilzen steht mir der Sinn.
    Schon ihre seltsamen Namen faszinieren mich,
    so wie Schlonz oder mulliger Knöterich.
    Dabei genieß ich auch noch die Waldesruh,
    bei alledem lief mir jüngst ein Zwergpudel zu.
    Ich muß gestehn obwohl das eher gegen mich spricht:
    Kinder und Kleintiere liegen mir nicht.
    Und dieser Pudel war wirklich lächerlich klein.
    Hau ab! rief ich, doch er wich mir nicht vom Bein.
    Und weil ich ihn doch irgendwie witzig fand,
    hab ich ihn feierlich Tarzan genannt.

    Ich dachte, heute abend gibt es Pilzragout,
    vielleicht reißt mir der Pudel einen Hirsch dazu.
    Schon vernahm ich ein gewisses Rascheln im Gras,
    mutmaßte Wildbret und rief Tarzan, faß!
    Es war kein Hirsch, es war ein Jäger im grünen Gewand,
    an dem sich allerlei Blattwerk befand.
    Sein Hut war merkwürdigerweise aus Stahl,
    bald kamen auch seine Kollegen in stattlicher Zahl.
    Immer mehr grüne Jungs traten durch das Geäst.
    Sie sahen alle gleich aus. Ich dachte Hier ist wohl n Nest.
    Sie waren schwer bewaffnet und ich hab mich gefragt
    seit wann man Hasen mit Maschinenpistolen jagt.

    Dann kroch einer aus dem Dickicht heraus,
    der sah wie der Oberjäger aus.
    Voller Würde, wies einem Anführer frommt,
    ich rief Tarzan, Ast weg, der Förster kommt.
    Ich begrüßte ihn zünftig mit Waidmannslust,
    doch er schrie: Tun Sie nicht so, als ham sie nicht gewußt,
    daß hier Manöver ist, also nenn Sie A einen Grund
    für Ihr Dasein und B, begründen Sie den Hund!
    Herr Förster, ich versteh Sie, Sie tun ja auch nur ihre Pflicht.
    Also A: Ich suche Pilze und B: Ich kenne den Pudel nicht.

    Aha, kenn Sie nicht, ham Sie wohl vorher nie gesehn,
    wie? Die Masche kenn wir, alle Mann ins Glied, wir gehn!.
    Welches Glied? frag ich, doch er donnert nur barsch:
    Ich stell hier die Fragen, also vorwärts, Marsch.
    Die Grünen stelln sich wirklich auf in Reih und Glied.
    Ich frag einen von ihnen als uns der Förster nicht sieht,
    was denn das Laub an ihren Klamotten soll.
    Darauf antwortet er mir geheimnisvoll:

    Wenn wir so mit den Blättern im Unterholz stehn,
    kann der Feind uns im Wald überhaupt nicht sehn
    und weil er uns alle für Büsche hält,
    tappt er in die Falle und schon ist er umstellt.
    Ich lache herzlich. Dann seh ich am Wegesrand
    ein paar Pilze und hab sie schon fast in der Hand,
    als mich eine Stimme laut Vorsicht! warnt,
    Das sind welche von uns, als Morcheln getarnt!

    Wir marschieren weiter und kommen sehr schnell
    zu einem großen Gebäude, wie es scheint ein Hotel,
    denn die Angestellten in diesem Haus
    sehn wie frisch gebadete Liftboys aus.
    Man bringt uns zu einem Herrn in schmucker Livreè,
    ich such nach Trinkgeld, weil ich denk, das ist der Portier.
    Der Förster zischt: Sie spinnen wohl, das ist der Major!
    und stellt uns dem geschniegelten Herren vor:
    Streunender Pudel und verdächtge Person.
    Der Major sagt scheißfreundlich: Nimm Platz mein Sohn.
    Ich nehm an, er glaubt, daß ihn jetzt Papi nenn,
    sag aber Hoppla, Kumpel, seit wann duzen wir uns denn?

    Da raunzt er Auch noch frech werden, wie?
    Also raus mit der Sprache, was is mit dem Vieh?
    Er schnüffelt hier rum, da ist doch was faul.
    Der Pudel knurrt und ich sag Tarzan, halts Maul!
    Tarzan, das klingt wie ein Codewort, der Major hört so was gern.
    Er triumphiert Ein feindlicher Agent, jawoll!
    Das ist des Pudels Kern!

    Er ruft sein Ministerium an, weil er denkt,
    er hat den Spionagering Tarzan gesprengt.
    Und während der Major noch telefoniert,
    wird der Pudel gefesselt und abgeführt.
    Dann redet er wieder auf mich ein,
    wer meine Hintermänner und Drahtzieher seien.
    Nenn Sie ein paar Namen, das ist doch nicht schwer!
    Ich denk nö, und sag ein paar Pilznamen her.
    Den ruppigen Stiesel, den scheuen Kalmück,
    den Nonnenschwengel, den sämigen Lück,
    den schleimigen Widerling und zum Schluß
    die Stinkmorchel, Phallus Impudicus.

    Der Major notiert sich die Namen und flucht,
    weil er die Burschen vergeblich im Fahndungsbuch sucht.
    Um Zeit zu gewinnen, nimmt er auch mich in Arrest,
    der Raum ist schön dunkel und bald schlafe ich fest.
    Mir träumt von einem Scharmützel im Wald,
    von einer Schlacht gegen Pilze, es donnert und knallt.
    Ich selbst bin der Feldherr und rufe im Traum:
    Seid nicht feige, Leute, laßt mich hintern Baum!

    Dann werd ich geweckt und zum Major geführt.
    Der hat unterdessen meinen Pudel dressiert.
    Er macht Männchen, holt das Stöckchen und kuscht,
    kurzum, sein Charakter ist völlig verpfuscht.
    Ihr Hund, sagt der Major macht sich ganz gut.
    Ja, denk ich, er hat schon Manieren wie ein Rekrut.
    Er fährt fort: Der Verdacht hat sich übrigens zerstreut,
    Sie können gehen Junger Mann, hat mich sehr gefreut!
    Mich nicht! sag ich herzlich und ruf Tarzan, wir gehen!
    Doch ich seh nur einen begossenen Pudel da stehn,
    der nicht mit mir gehen will, mir liegt auch nichts dran,
    weil ich Hunde eigentlich sowieso nicht leiden kann.
    Seit damals läßt der Wald mich kalt, ich sitz lieber in der Diskothek,
    ich ess Pilze aus der Dose und geh Zwergpudeln aus dem Weg.

    Gruß 2112 :)
     
  9. Dikaiosuenae

    Dikaiosuenae New Member

    @2112

    Super! - Vielen Dank!

    Gibt es das auch als MP3?
     
  10. Florian

    Florian New Member

  11. 2112

    2112 Raucher

    Berlin (dpa) - Der Liedermacher Ulrich Roski verstarb in der vergangenen Nacht nach langer Krankheit im Alter von 58 Jahren in Berlin, teilten Freunde des Sängers der dpa mit.

    Schade. Gruß 2112
     
  12. Sunny

    Sunny New Member

    an den kann ich mich dunkel erinnern, War doch noch so ein echter "Liedermacher", gell?
     
  13. 2112

    2112 Raucher

    Genau. z.Zt. von Schobert und Black, Insterburg & Co etc.
    Gruß 2112 :)
     
  14. macfux

    macfux New Member

    Ach mensch....
    Ja, der hat echt intelligente, poetische und tzotzdem sehr witzige Texte gemacht.
    Die bekannteste Nummer war wohl "Des Podels Kern". Müßte irgendwo noch ne Platte haben *herumkruschtel* *noch mehr herumkruschtel*
    Na ja, beim Nächsten Umzug taucht sie auf.
     
  15. Dikaiosuenae

    Dikaiosuenae New Member

    Nach seinen Sachen hab ich vor ein paar Monaten vergeblich im Netz gesucht. Dieses Stück mit der Passage: "... nach Pilzen stand mir der Sinn" oder so ähnlich.

    Schade, dass er nichts mehr gemacht hat.
     
  16. Sunny

    Sunny New Member

    Nee - nicht Podels Kern - Pudels Kern (mit U)
     
  17. macfux

    macfux New Member

    schulligung, Tappfehler
     
  18. 2112

    2112 Raucher

    Ich geh im Walde bisweilen so für mich hin,
    nach schmackhaften Pilzen steht mir der Sinn.
    Schon ihre seltsamen Namen faszinieren mich,
    so wie Schlonz oder mulliger Knöterich.
    Dabei genieß ich auch noch die Waldesruh,
    bei alledem lief mir jüngst ein Zwergpudel zu.
    Ich muß gestehn obwohl das eher gegen mich spricht:
    Kinder und Kleintiere liegen mir nicht.
    Und dieser Pudel war wirklich lächerlich klein.
    Hau ab! rief ich, doch er wich mir nicht vom Bein.
    Und weil ich ihn doch irgendwie witzig fand,
    hab ich ihn feierlich Tarzan genannt.

    Ich dachte, heute abend gibt es Pilzragout,
    vielleicht reißt mir der Pudel einen Hirsch dazu.
    Schon vernahm ich ein gewisses Rascheln im Gras,
    mutmaßte Wildbret und rief Tarzan, faß!
    Es war kein Hirsch, es war ein Jäger im grünen Gewand,
    an dem sich allerlei Blattwerk befand.
    Sein Hut war merkwürdigerweise aus Stahl,
    bald kamen auch seine Kollegen in stattlicher Zahl.
    Immer mehr grüne Jungs traten durch das Geäst.
    Sie sahen alle gleich aus. Ich dachte Hier ist wohl n Nest.
    Sie waren schwer bewaffnet und ich hab mich gefragt
    seit wann man Hasen mit Maschinenpistolen jagt.

    Dann kroch einer aus dem Dickicht heraus,
    der sah wie der Oberjäger aus.
    Voller Würde, wies einem Anführer frommt,
    ich rief Tarzan, Ast weg, der Förster kommt.
    Ich begrüßte ihn zünftig mit Waidmannslust,
    doch er schrie: Tun Sie nicht so, als ham sie nicht gewußt,
    daß hier Manöver ist, also nenn Sie A einen Grund
    für Ihr Dasein und B, begründen Sie den Hund!
    Herr Förster, ich versteh Sie, Sie tun ja auch nur ihre Pflicht.
    Also A: Ich suche Pilze und B: Ich kenne den Pudel nicht.

    Aha, kenn Sie nicht, ham Sie wohl vorher nie gesehn,
    wie? Die Masche kenn wir, alle Mann ins Glied, wir gehn!.
    Welches Glied? frag ich, doch er donnert nur barsch:
    Ich stell hier die Fragen, also vorwärts, Marsch.
    Die Grünen stelln sich wirklich auf in Reih und Glied.
    Ich frag einen von ihnen als uns der Förster nicht sieht,
    was denn das Laub an ihren Klamotten soll.
    Darauf antwortet er mir geheimnisvoll:

    Wenn wir so mit den Blättern im Unterholz stehn,
    kann der Feind uns im Wald überhaupt nicht sehn
    und weil er uns alle für Büsche hält,
    tappt er in die Falle und schon ist er umstellt.
    Ich lache herzlich. Dann seh ich am Wegesrand
    ein paar Pilze und hab sie schon fast in der Hand,
    als mich eine Stimme laut Vorsicht! warnt,
    Das sind welche von uns, als Morcheln getarnt!

    Wir marschieren weiter und kommen sehr schnell
    zu einem großen Gebäude, wie es scheint ein Hotel,
    denn die Angestellten in diesem Haus
    sehn wie frisch gebadete Liftboys aus.
    Man bringt uns zu einem Herrn in schmucker Livreè,
    ich such nach Trinkgeld, weil ich denk, das ist der Portier.
    Der Förster zischt: Sie spinnen wohl, das ist der Major!
    und stellt uns dem geschniegelten Herren vor:
    Streunender Pudel und verdächtge Person.
    Der Major sagt scheißfreundlich: Nimm Platz mein Sohn.
    Ich nehm an, er glaubt, daß ihn jetzt Papi nenn,
    sag aber Hoppla, Kumpel, seit wann duzen wir uns denn?

    Da raunzt er Auch noch frech werden, wie?
    Also raus mit der Sprache, was is mit dem Vieh?
    Er schnüffelt hier rum, da ist doch was faul.
    Der Pudel knurrt und ich sag Tarzan, halts Maul!
    Tarzan, das klingt wie ein Codewort, der Major hört so was gern.
    Er triumphiert Ein feindlicher Agent, jawoll!
    Das ist des Pudels Kern!

    Er ruft sein Ministerium an, weil er denkt,
    er hat den Spionagering Tarzan gesprengt.
    Und während der Major noch telefoniert,
    wird der Pudel gefesselt und abgeführt.
    Dann redet er wieder auf mich ein,
    wer meine Hintermänner und Drahtzieher seien.
    Nenn Sie ein paar Namen, das ist doch nicht schwer!
    Ich denk nö, und sag ein paar Pilznamen her.
    Den ruppigen Stiesel, den scheuen Kalmück,
    den Nonnenschwengel, den sämigen Lück,
    den schleimigen Widerling und zum Schluß
    die Stinkmorchel, Phallus Impudicus.

    Der Major notiert sich die Namen und flucht,
    weil er die Burschen vergeblich im Fahndungsbuch sucht.
    Um Zeit zu gewinnen, nimmt er auch mich in Arrest,
    der Raum ist schön dunkel und bald schlafe ich fest.
    Mir träumt von einem Scharmützel im Wald,
    von einer Schlacht gegen Pilze, es donnert und knallt.
    Ich selbst bin der Feldherr und rufe im Traum:
    Seid nicht feige, Leute, laßt mich hintern Baum!

    Dann werd ich geweckt und zum Major geführt.
    Der hat unterdessen meinen Pudel dressiert.
    Er macht Männchen, holt das Stöckchen und kuscht,
    kurzum, sein Charakter ist völlig verpfuscht.
    Ihr Hund, sagt der Major macht sich ganz gut.
    Ja, denk ich, er hat schon Manieren wie ein Rekrut.
    Er fährt fort: Der Verdacht hat sich übrigens zerstreut,
    Sie können gehen Junger Mann, hat mich sehr gefreut!
    Mich nicht! sag ich herzlich und ruf Tarzan, wir gehen!
    Doch ich seh nur einen begossenen Pudel da stehn,
    der nicht mit mir gehen will, mir liegt auch nichts dran,
    weil ich Hunde eigentlich sowieso nicht leiden kann.
    Seit damals läßt der Wald mich kalt, ich sitz lieber in der Diskothek,
    ich ess Pilze aus der Dose und geh Zwergpudeln aus dem Weg.

    Gruß 2112 :)
     
  19. Dikaiosuenae

    Dikaiosuenae New Member

    @2112

    Super! - Vielen Dank!

    Gibt es das auch als MP3?
     
  20. Florian

    Florian New Member

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