unsere arbeitslosen sind plegmatisch,

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von akiem, 6. Juli 2004.

  1. akiem

    akiem New Member

    die zukünftigen sowieso.

    >>>"Um Jobs zu sichern, müssen auch mal 50 Stunden pro Woche gearbeitet werden", erklärt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann."<<<

    wann brennen die solchen typen endlich die bude an?
     
  2. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Der Zimmermann hat nun mal ’ne selten blöde Art, eine neue RAF herbeizuwünschen.

    ;(
     
  3. sursulapitchi

    sursulapitchi Member

    'Ne Schlafcouch, ein neues PB mit Airport am Arbeitsplatz

    und ich wäre auch bereit zu den 50 Stunden auch noch am Wochenede zu bleiben. Verstopft doch nur die Strassen, wenn jeder nach der Arbeit nach Hause fährt! ;(
     
  4. maiden

    maiden Lever duat us slav

    er hat ja nicht gesagt, wessen Jobs er meint. Wohl die der Bosse. Und deren Gehälter und Bezüge.
     
  5. Macziege

    Macziege New Member

    Habe fast mein ganzes Leben zu diesen Konditionen gearbeitet. So schlimm war das nun auch wieder nicht!

    Klaus
     
  6. Ollimac

    Ollimac New Member

    Was ist an einer 50 Stunden Woche unnormal ???
    Und wenn ich dazu meinen Job behalte, wo ist das Problem ??
     
  7. maiden

    maiden Lever duat us slav

    wenn Du Deinen Job behältst. Und genau das garantiert Dir keiner dieser Schwätzer - kann auch nicht.

    Flexibilität, Leistung und Risikobereitschaft sind die Lieblingsforderungen solcher Herren. Selbst gehen sie kein Risiko mehr ein, sahnen fette Bezüge und Abfindungen ab und geben Dir den Arschtritt, wenn´s mal nicht so gut läuft. Selbst dann, wenn sie selbst die größte Verantwortung für den Mißerfolg zu tragen hätten. Aber das ist ihnen fremd geworden.
    Erfolge und Gewinne werden privatisiert, Mißerfolge und Verluste werden sozialisiert.
     
  8. akiem

    akiem New Member

    1. ist nichtmal arbeit da für 30 stunden
    2. wird kein arbeitsplatz durch 50 stunden langfristig gesichert
    3. verlangen sie 50 stunden ohne lohnausgleichung und ohne zusicherung
    das arbeitsplätze erhalten werden
    4. sind die ersten abschlüsse für 42 stunden schon gemacht, ohne dass die arbeitsplätze zugesichert wurden. die betriebsräte die da zugestimmt haben gehören zum teufel gejagt, oder ihre gehaltszettel veröffentlicht.

    das beispiel 42 stunden ohne lohnausgleich und ohne zusicherung der arbeitsplätze der grössten deutschen garnspinnerei, kam gestern ausführlich in der ard.

    das ist gutsherrenart und erpressung 1. güte.
     
  9. maiden

    maiden Lever duat us slav

    mir ist auch noch nicht klar, wie durch Mehrarbeit Arbeitsplätze gesichert werden sollen. An mangelnder Produktivität leiden wir ja nicht - eher an mangelnder Nachfrage. Und es ist eben eine Weisheit des Lebens, daß es weder unbegrenzte Nachfrage noch unbegrenztes Wachstum geben kann.
     
  10. MacDragon

    MacDragon New Member

    Ich kann Dir schon zustimmen. Aber ich sehe diese Entwicklung als einen Anfang, hier mal ein paar Strukturen aufzubrechen, die falls diese Strukturen weiter bestehen bleiben, allen den Job kosten wird. Ich rede nicht von einer Thatcher, aber von Maßnahmen, die die Staatsverschuldung reduzieren (und das kann nur bei den Sozialausgaben passieren) und den Willen der Unternehmer stärkt, auch mal wieder ein paar Leute einzustellen, statt alle anderen 50 Stunden arbeiten zu lassen.

    Das Problem dabei ist halt nur, diese Dinge wird uns alle was kosten und deswegen mittelfristig keine erhöhte Nachfrage bringen. Das heisst auch, dass jeder seinen Lebensstandard auf dem Stand von heute einfrieren muss und mit keiner Steigerung rechnen kann. Und man muss als junger Mensch Vorsorge treffen, statt zu konsumieren. Die Nachfrage wird also so oder so eher sinken in den nächsten Jahren bis sich hier die Reformen und Einsicht durchsetzen, dass etwas passieren muss. Dies ist natürlich superschwer und kaum zu akzeptieren. Andere Länder wie Finland und Schweden haben jedoch ähnliches bereits hinter sich gebracht.
     
  11. iGelb

    iGelb New Member

    Miau.
     
  12. maiden

    maiden Lever duat us slav

    Blöderweise besteht das Bestreben der Industrie aber schon lange nicht mehr darin, viele Menschen in Arbeit und Brot zu bringen, sondern menschliche Arbeitskraft überflüssig zu machen. Und daran werden sinkende Sozialausgaben und sinkende Belastung der Unternehmen nichts ändern.
     
  13. MacDragon

    MacDragon New Member

    Full ACK. Ich sehe das ja hier in China. Kaum das Melonenstück gefressen, plumpst die Schale schon auf den Boden einfach so. Überall Dreck und kein einziger Mülleimer (einfach fallen lassen ist ok). Die Überbeanspruchung der Natur interessiert hier jedoch leider keine Sau. Ich sach denen dann jedes Mal das China schon jetzt gut die Hälfte des Ölverbrauches der USA hat. Deutschland gerade mal ein Fünftel. China ist aber Entwicklungsland!!! Klar dass das so nicht weitergehen kann!! Hier heisst es aber, erstmal kaputt machen, dann heile machen.

    Bewegen müssen wir uns aber trotzdem. Ich hoffe jedenfalls, das ein neues Modell Deutschland gefunden wird, welches halt nicht diese Unausweichlichkeit der existenziellen Härte jedem seiner Bürger vorbetet. Nur kann man nicht warten bis das eintritt. Pragmatismus a la UK usw. ist gefragt.
     
  14. MacDragon

    MacDragon New Member

    Aus der FTD in diesem Zusammenhang
    Kommentar von Münchau


    Financial Times
     
  15. benjii

    benjii New Member


    Also wenn ich auch mit dem wenigsten, was du zuletzt hier im Forum gepostet hast, einverstanden war - diese Stellungnahme trifft's, akiem.

    Die Erpressung und das Spiel mit den Leuten, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben, zum Wohle des Profits ist zynisch. Und du hast Recht - ein Grundproblem ist nicht, dass zu wenig gearbeitet wird, sondern dass nicht mehr genug Arbeit da ist.

    So einen Beitrag hätte ich, ehrlich gesagt, nicht von dir erwartet.
     
  16. maiden

    maiden Lever duat us slav

    Angst ist es. Man hat in Deutschland es geschafft, ein Angstklima zu verbreiten. Und jetzt ist es soweit, daß man fast alles fordern kann, weil die Leut Schiß haben.

    Wenn die Großmäuler des Neoliberalismus und Klugscheißer der Sabine-Christiansen-Laberrunden nur auch nach den Regeln lebten, die sie von anderen fordern. Aber man hört nurmehr den geistigen Dünnschiss fettsubventionierter Abfindungsabsahner und Eigeneinkommensmaximierer, die alle Nase lang eine andere Sau durchs Dorf treiben.
     
  17. Ollimac

    Ollimac New Member

    Ich sehe da noch ein anderes Problem, welches in der Qualifikation der Leute liegt. Bei uns in der Firma macht man sich jetzt schon Gedanken wo man in 10 Jahren noch die Spezialisten herbekommen sollen, die wir brauchen.
    Über das Thema redet keiner, alle versuchen kurzfristig die Leute in ein Beschäftigungsverhältnis zu bekommen. Langfristig denkt da keiner, aber stimmt dann ist die nächste Wahl ja schon vorbei und man ist eventuell eh nicht mehr an der Regierung, also eh egal.

    Nur haben wir in 10 Jahren hier gar nichts mehr, nicht mal die Arbeiten, die sich in Deutschland noch halbwegs kostendeckend durchführen lassen nämlich Forschung, Entwicklung und diverse Hochtechnologiethemen.

    Ich bin wirklich gespannt was dann passiert.
     
  18. benjii

    benjii New Member

    Ja, maiden, stimmt, es ist das Klima der Angst, das die Leute stumm werden lässt.

    Ein guter Artikel übrigens in SPIEGEL ONLINE über die Hartz-Reformen - viele Arbeitslose wissen gar nicht, was da auf sie zukommt. Der Artikel heißt denn auch folgerichtig: Mit dem Bodyguard zum Arbeitsamt

    Zitate:

    Damit ist fraglich, ob die so genannten Effizienzgewinne durch intensivere Betreuung der Arbeitslosen und ihre schnellere Vermittlung so rasch eintreten, wie von Clement erwartet. Denn offen ist, woher die Arbeitsplätze kommen sollen.

    Besonders krass ist die Lage im Osten des Landes. Dort klagen die Verantwortlichen: Schnellere Vermittlung sei schon deshalb absurd, weil es nichts zu vermitteln gibt. Mecklenburg-Vorpommerns Arbeitsminister Helmut Holter (PDS) moniert, Arbeitslose würden durch die Kürzung staatlicher Hilfen und minimierte Chancen auf einen Job immer stärker unter Druck gesetzt: "Große Unternehmen von Steuern zu befreien und Arbeitslose zum Verkauf ihrer Lebensversicherungen zu zwingen, bedeutet eine soziale Schieflage, die nur als abgrundtiefe Ungerechtigkeit bezeichnet werden kann."

    Es scheint so, als würde mal wieder nicht die Arbeitslosigkeit, sondern die Arbeitslosen bekämpft.
     
  19. akiem

    akiem New Member

    soso mit dem wenigsten? was für ein dünnschiss.

    nenn doch einfach mal ein paar beispiele.
    da du ja mit der mehrzahl meiner themen und postings dann nicht einverstanden bist, dürfte das ja ein leichtes für dich sein. aber diese frage hast du ja vor tagen schon nicht beantwortet als es um die em ging.
     
  20. maiden

    maiden Lever duat us slav

    bei vier millionen Arbeitslosen und weniger als zwei millionen offenen Stellen kann man sich leicht ausrechnen, wie sich die Jobsuche eines Teils der Arbeitslosen auswirken wird.
     

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