Ursache und Wirkung: Tod bei Brust OP

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Schaumberger, 21. Januar 2011.

  1. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Sexy Cora hat ihre sechste Brust OP nicht überlebt. Kaum 23 Jahre alt, ist sie ihrem Eifer erlegen, die Karriere, die unsere Gesellschaft einem Mädchen wir ihr bietet, weiterzuverfolgen.

    http://www.sueddeutsche.de/panorama...ellerin-stirbt-nach-sechs-brust-ops-1.1049211


    Daraus:
    "...Ihr Ehemann Tim sagte der Bild, die Familie habe sich am Morgen am Krankenbett versammelt, um Abschied von Cora zu nehmen. ..."

    Unser Boulevard ist doch fantastisch: Er schafft eine Bühne für deine Errungenschaften (5x dickere Möpse als alle anderen im Big Brother Haus) und sorgt auch bei unerwartetem Abtreten von dieser Bühne (jetzt mit 6x dickeren Möpsen als alle anderen auf dem Friedhof) noch für den medialen Begleitschutz der Hinterbliebenen.

    Und die sind so gefangen in ihren kleinen geistigen Gefängnissen das sie auch jetzt nicht verstehen wer in dem Trauerspiel, das sie ihr Leben nennen, die Regie führt. Sie spielen einfach immer weiter, egal ob sie den Helden oder Schurken, den König oder Bettler geben dürfen. Die Bühne ist alles!

    PS: Das hat zwar nicht wirklich was mit dem Thema zu tun, aber ich habe gerade an Alice Schwarzers Werbung für die Bild denken müssen...:kotz:
     
  2. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Ein absurdes Drama.
     
  3. Hop Singh

    Hop Singh New Member

    Und ich versteh´nicht, dass Männer diese aufgeblasenen Gummidinger schön finden.
    Dann lieber was hängendes, als diese aufgepfropften Gebilde.
     
  4. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Die Dame hat wohl in einem Milieu gearbeitet, das ein solches Schönheitsideal hat. Da kommt der Anpassungsdruck.

    Nur: Ohne die dämliche RTL-Show wäre sie genau so bedeutend geblieben wie Lieschen Müller.

    Insofern stellt sich wieder mal die Sinn- und Zweckfrage: Cui bono?
    Im Zweifel immer dem Chirurgen und seiner Entourage.
     
  5. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Aber bitte immer von vorne:
    Es ist recht einfach herauszufinden wer da am Anfang der Kette steht. Alle Unternehmen auf die wir so gerne schimpfen wollen am Ende doch nur eines: Gewinn machen. Den Gewinn machen Sie weil operierte Busen im Big Brother-haus oder auf auf einer Doppelseite einer Zeitung Interesse der Zuschauer und Leser generiert. Sicher, verlässlich und planbar.
    Nur wir Konsumenten machen diese Karrieren erst möglich: Wir kaufen, sehen, blättern und klicken wenn unsere Lieblingsdroge Sex & Crime lockt und verschaffen damit den Dealern ihre Einnahmen.*

    Zu gerne würde ich mich aus dem Spiel herausnehmen, aber es geht nicht, ich hab nicht nur den Artikel in der SZ angeklickt, ich hab auch noch dafür gesorgt das andere ihn anklicken. Nicht das sies nicht längst wüssten, aber zumindest bekommen die SZ Redakteure noch einmal bestätigt das sich Tittengeschichten auch in ihrem Blättchen lohnen.

    * Lustiges Gleichnis: Auch beim echten Drogenhandel sind die Bauern/Pflanzer nicht selten die ärmsten Deppen in dem Geschäft...
     
  6. McDil

    McDil Gast

    Müssen solche Silikonbeutel nicht als Sondermüll entsorgt werden?
     
  7. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Ja hat denn die Süddeutsche neuerdings auch ein Männer erfreuendes Bild auf Seite 3? Dann könnte ich sie doch abonnieren. :augenring

    Ich glaube nicht, dass wegen des Berichts der Süddeutschen über dieses Drama auch nur ein Mensch mehr diese Zeitung kauft.
     
  8. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Wahrscheinlich wird so eine Geschichte in der Printversion gar nicht erst auftauchen.
    Aber im Online Angebot steht sie, und da kann man ja genau analysieren welche Geschichten die meißten Klicks generieren. Und wenn man sich das Online Angebot der Zeitung (bleiben Sie Anspruchsvoll!) ansieht dann ist es recht offensichtlich das alles was irgendwie "Boulevardesque" daherkommt immer noch den Trumpf im Blatt darstellt.
     
  9. TomPo

    TomPo Active Member

    Aber ganz bestimmt sogar, und nach spätestens 15 Jahren auch wieder - denn länger sollen die nicht halten.
     
  10. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ffff. wie albern. Da wollte jemand nicht so aussehen, wie von Gott/Schicksal/Natur vorgesehen, unternahm etwas dagegen – und es geschah ein Unglück. Gießt ihr über Menschen die auf Autobahnen, während Fernreisen oder in U-Bahnhöfen umkommen auch so viel Häme aus?! Oder macht die Werbung, das Fernsehen, das Streben nach Luxus, etc. für verantwortlich?!
     
  11. maiden

    maiden Lever duat us slav

    ich überlege gerade wie sich Bahnfahrten mit dem Aufblasen von Brüsten vergleichen lassen
     
  12. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Quäle dein Köpfchen nicht länger. Hak’ es für dich ab als: »Versteh’ ich nicht, ist sicher Quatsch.« Damit können wir beide hervorragend leben.

    Und Aufblasen ist hier entlarvend. Kannst du allenthalben auch als »Versteh’ ich nicht, ist Quatsch« abhaken.
     
  13. McDil

    McDil Gast

    Man muss doch sein eigenes "so sein" nicht unbedingt als gottgegeben sehen, um es zu akzeptieren. Mir ist alleine die Vorstellung unerträglich, dass ein OP-Team an einem gesunden Körper herumschnippelt - nur, um einen Spleen weg zu operieren.

    Andererseits . . . solange die Wirtschaft davon profitiert . . .
     
  14. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Mir fällt auf, dass ich hier immer länger brauche, mich dazu durchzuringen, ’nen Kommentar zu schreiben.

    Mir ist das zu flach. Zu normal. Zu … angepasst. Als Mensch muss man nicht immer alles akzeptieren, hinnehmen, schlucken, annehmen, einstecken. Auch nicht das Aussehen. In meiner Welt darf man an sich selbst herumschneiden oder andere daran herumschneiden lassen, um sich einer Vorstellung anzunähern. Man darf sich gerne tätowieren lassen, mit glühenden Eisen ornamentieren, mit Rasierklingen narben lassen. Wer eine definierte Vorstellung von seinem Körper hat, der hat in meinen Augen jedes Recht dazu, ihn dahin zu verändern. Und natürlich ist da ein Risiko. Wie überall im Leben, wenn man etwas möchte, was nicht ungefährlich ist.

    Ist das nun nicht genau das, was du immer bekämpfst? Alles auf Konsum und Wirtschaftskraft zu reduzieren? Und nun führst du es selbst an. Und wenn es dir nur als coole zynische Bemerkung erschien, du reduzierst solches Handeln auf eine rein kapitalistische Lesart. Du schränkst dein Sehen selbst darauf hin ein.

    *Ich war so frei und hab’ deine Ellipsis korrigiert.
     
  15. ermac

    ermac Member

    Hier mal was von Erich Kästner das zum Thema passt……

    Die sogenannten Klassefrauen

    Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen?
    Plötzlich färben sich die Klassefrauen,
    weil es Mode ist, die Nägel rot!
    Wenn es Mode wird, sie abzukauen,
    oder mit dem Hammer blau zu hauen,
    tuns sie's auch und freuen sich halbtot.

    Wenn es Mode wird, die Brust zu färben
    oder - falls man die nicht hat - den Bauch...
    wenn es Mode wird, als Kind zu sterben
    oder sich die Hände gelb zu gerben
    bis sie Handschuh'n ähneln, tun sie's auch.


    Wenn es Mode wird, sich schwarz zu schmieren,
    wenn verrückte Gänse in Paris
    sich die Haut wie Chinakrepp plissieren,
    wenn es Mode wird, auf allen Vieren
    durch die Stadt zu kriechen, machen sie's.

    Wenn es gälte, Volapük zu lernen,
    und die Nasenlöcher zuzunähn
    und die Schädeldecke zu entfernen
    und das Bein zu heben an Laternen
    morgen könnten wir's bei ihnen seh'n.


    Denn sie fliegen wie mit Engelsflügeln
    immer auf den ersten besten Mist.
    Selbst das Schienbein würden sie sich bügeln!
    Und sie sind auf keine Art zu zügeln,
    wenn sie hören, daß was Mode ist.

    Wenn's doch Mode würde, zu verblöden!
    Denn in dieser Hinsicht sind sie groß.
    Wenn's doch Mode würde, diesen Kröten
    jede Öffnung einzeln zuzulöten,
    denn dann wären wir sie endlich los.
     
  16. batrat

    batrat Wolpertinger

    Wenn ich U-Bahn fahre, dann meist um in die Arbeit zu kommen. Ich kann das nicht einfach sein lassen. Ich muss in die Arbeit. Meinetwegen auch mit dem Auto. Gleiches gilt für meine Kollegen, viele kommen mit der Bahn aus Augsburg usw. nach München zum Arbeiten.
    Pendeln ist hier also eine Notwendigkeit. Es geht nicht ohne.

    Schönheits-OPs sind dagegen entbehrlich.
     
  17. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Es sei denn, dass sie rekonstruktiv sind, z. B. nach Unfall oder entstellernder Krankheit oder tatsächliche Missbildungen beseitigen.
    Wer von uns will eine 2. Nase schon mitten auf der Stirn haben. Auf der Handfläche geht ja noch. Da lässt sich auch diskret die Nase putzen. Aber auf der Stirn .....?
     
  18. batrat

    batrat Wolpertinger

    Ja natürlich, aber diese Art von OPs meint man in der Regel nicht, wenn man von Schönheits-OPs spricht.
     
  19. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ne, ich hab’ keine Lust, das noch deutlicher auszuformulieren. Man muss sich so weit nicht öffnen. Es genügt, wenn man »Normalmensch« bleibt, mit dem berühmten »gesunden Menschenverstand«.

    Lehn’ dich nicht auf, bleib wie alle anderen, finde dich ab. Brav.
     
  20. McDil

    McDil Gast

    Die "Schönheitsoperationen", von denen hier die Rede ist, sind insofern ein kapitalistisches Phänomen als es dabei um sehr viel Geld geht, und Geld soll ja bekanntlich immer fließen.
    Die Körpermodifikationspraktiken von Naturvölkern oder den Hochkulturen früherer Epochen mögen eher religiös oder kulturell motiviert gewesen sein. Heute ist es ein Geschäft und ich will das gar nicht weiter werten.

    Ich hänge nicht an deren Verfassung, sondern werde auch künftig ganz nach Lust und Laune ihre Anzahl variieren und Leerzeichen, also Zeichen der Leere, zwischen ihnen einstreuen!
     

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