Verbieten oder verbannen ?!

Dieses Thema im Forum "Software" wurde erstellt von macixus, 29. April 2002.

  1. Harlekin

    Harlekin Gast

    @ Giadello

    "Siehst Du eigentlich noch die Fragen, die Deine Ausfuehrungen zwangslaeufig aufwerfen - nicht beantworten? Als da waeren:
    - Was war vor den Medien? Wer hat da den Ereignishorizont des Individuums bestimmt? "

    Ganz Bewusst sollen meine Beitraege auch Fragen aufwerfen und zum Hinterfragen anregen. In einem solchen Forum kann man auch gar nicht alles auf wissenschaftlicher Sachebene umfassend erlaeutern und diskutieren.
    Zumal unter den verschiedenen Schreibern ganz offenbar Kommunikationsprobleme aufgrund verschiedener Interpretation von Sprache bestehen, wie sich bei einigen immer wieder zeigt ...

    In fruehen Zeiten, bspw. der mittelalterlichen Dorfgemeinschaft, und auch noch frueher, der Stammesgemeinschaft, bestand die physikalische "Welt" des Einzelnen aus seinem Dorf, den Feldern drum herum, und als Eingrenzung des entfernten Horizontes Nachbardoerfer mit aehnlicher Sozialisation. Einmal im Jahr vielleicht reiste man in die Bezirksstadt. (Und die Bezirksstaedter aufs Land)
    Informationen von fernen Orten erhielt man durch Minesaenger, eigene Wanderschaft oder fernere Kriegsunternehmungen (z.B. Kreuzzuege), von denen ja die meisten nicht zurueckkamen.
    In aller Regel aber konnten die durch Dritte uebermittelten Informationen ferner Orte auf einer abstrakten Ebene verbleiben, da diese Ereignisse keine unmittelbare Relevanz fuer die eigene "Welt" hatten.

    Soziologisch interessant und festzuhalten ist aber, dass das Individuum nahezu den gesamten Informationsraum fuer die fuer dieses relevanten Informationen wie, Wetter, Ernte, wer mit wem, Besitzverhaeltnisse, Warenangebot und Qualitaet von Produkten, Produktionsweisen, Machtstrukturen etc. selbst direkt ueberpruefen konnte.
    Das bedeutet einen wichtigen qualitativen Unterschied, denn das Individuum war in den wichtigen Dingen nicht auf die Vermittlung durch Dritte (Medien) angewiesen. Seine Beurteilungen und Interpretationen konnte es faellen aus erster Hand.

    Gruss Harlekin

    .
     
  2. blitzkurier

    blitzkurier New Member

    ich zitiere Andy Warhol:

    "Ich mag Selbstbefriedigung. Das ist Sex mit jemandem den ich mag"

    das soll er echt gesagt haben
    ;o)
     
  3. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    s um die kaum noch erkennbare Hemmschwelle bei der Darstellung und Anwendung von Gewalt.

    Kaum ein Film bzw. TV-Serie, wo nicht mehrere Darsteller andauernd mit ihrer Knarre rumfuchteln, kaum ein "Erfolgs"-Game, bei dem zum "Gewinn" mal nicht Leute aus dem (virtuellen) Leben zu ballern sind ...

    Allen jugendlichen Gewalttätern ist eine Vorliebe für derartige Filme und Spiele gemeinsam.

    Meine Frage lautet:
    Soll man derartige Machwerke verbieten oder verbannen?

    Meine Teilantwort darauf:
    Verbieten wird kaum helfen. Jedes Verbot macht Verbotenes erst recht interessant.

    Helfen könnte hingegen ein "Verbannen", womit ich die Ächtung dieser Machwerke meine.

    Meiner Ansicht nach sollten wir dahin kommen, diese Machwerke als den Mist abzulehnen, der es tatsächlich ist. Und wo keine Nachfrage, da auch kein Angebot. So einfach könnte das sein...

    P.S. Nur um das schon mal klarzustellen: ich behaupte hier nicht, dass jeder, der derartige "Spiele" daddelt, ein potentieller Amokläufer ist. Mir geht's schlicht darum, eine Art Selbstzensur des Geschmacks (wieder) aufleben zu lassen und zu "Mist" Mist sagen zu können.

    Unseren Kindern und uns allen zuliebe.
     
  4. airwalk

    airwalk New Member

    verbieten und verbannen?
    nein nein .. wir sind ja nicht mehr im mittelalter, hexen- und bücherverbrennungen .. werke des teufels! wäre in meinen augen ein rückschritt.

    meiner meinung nach liegt wohl in solchen verhaltensweisen sehr sehr sehr viel in der familie und in der erziehung .. die games sind eine virtuelle welt, in welche es einfach ist sich zu flüchten. werden die kids richtig erzogen, mit selbstbewusst sein, werden sie gelobt und geschätzt, gibt man ihnen verantwortung und liebe .. dann, ja dann. dann können sie auch noch soviel gamen und gewalt-filme schauen .. die eltern müssen den kindern die differenzierung, und die moral beibringen. den games und den filmen die schuld zu geben ist wohl ein bisschen sehr zu einfach. aber wohl der leichteste weg, der sündenbock, der grad zur hand ist. das elternhaus .. daran liegt viel!
     
  5. MacELCH

    MacELCH New Member

    Ich bin da ein bisschen kompromißloser und meine:

    Die Gesellschaft so wie sie ist verdient die Individuen die in ihr Leben.

    Ein Verbot bringt nicht weiter, es sitzt in den Hirnen, es muß eher ein Umdenken geschehen.

    Vielleicht ein wenig überspitz formuliert, wir sind die Früchte unserer Leistungsgesellschaft, wer nicht mithalten kann fliegt raus - man muß mit dem Strom fließen und so weiter. (keine Zeit jetzt für tiefsinnige Postings)

    Wer hat doch gleich Wickert's Buch mit den Moralvorstellungen gelesen ? Ich kam nicht dazu nur fällt mir dies in diesem Zusammenhang gerade ein.

    Gruß

    MacELCH
     
  6. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    >verbieten und verbannen?<
    Nee nee, schon genau lesen, bitte. Da steht mit Absicht kein "und", sonder ein ODER dazwischen. Und das verbieten nichts bringt, habe ich selbst schon gesagt.

    Den Schwarzen Peter so mir nichts dir nichts bei den Eltern abzuladen, halte ich für einen zu einfachen (und bequemen) Weg aus der Misere.

    "Ich knalle gern Leute vom Monitor, daran sind meine Eltern schuld"? Da ist schon was dran, aber wir reden hier von den 12-17 jährigen, denen man schon einen gewissen Eigen-Verstand zutrauen sollte.
     
  7. airwalk

    airwalk New Member

    egal ob verbieten und/oder verbannen .. beides ist in meinen augen falsch und bringt nicht wirklich was.

    der einfachste weg finde ich, ist die schuld den games und der gewalt in filmen zu geben ... meiner meinung nach ist es KEIN einfacher und bequemer weg, die schuld bei den eltern zu suchen .. denn wir werden (unteranderm) von der erziehung, den eltern geprägt .. daher liegt viel daran (ich sag ja nicht, es seien nur die eltern schuld .. ich sage es liegt viel daran).
     
  8. >>Allen jugendlichen Gewalttätern ist eine Vorliebe für derartige Filme und Spiele gemeinsam. <<

    Der Typ war auch Fußballspieler - vielleicht hat ihn das ja Aggresiv gemacht.

    Vor 15 jahren waren es noch Rollenspiele, jetzt sind es halt Computerspiele - und natürlich haben jugendliche gewalttäter diese Vorliebe gemeinsam - das ist aufgrund der Verbreitung wohl nicht überraschend - trotzdem ticken nicht alle möglichen Spieler aus.

    Psyschich labile Personen rasten so oder so irgendwann aus - selbst, wenn sie nur im SchachClub sind - deswegen macht Schach nicht agressiv.

    Ich Spiele diese Dinger seit ich laufen kann - und habe trotzdem bisher weder Eltern, noch Leher noch anderweituge "Feinde" hingemeuchelt - es liegt immer an der Person selbst - nicht an den Spielen.

    Und Ächtung führt im Allgemeinen nur zum Gegenteil - nämlich, daß es interessant wird. Und ich für meinen Teil daddel gerne mal ne Runde Castle Wolfenstein 2 oder Doom oder sonnst irgendeinen EgoShooter (keine Ahnung, was der Attentäter so gedaddelt hat) - und finde für meinen Teil die Telletubbies ziemlich Geschmacklos und verdummend.

    Und solange die Kinder nicht selbst "Mist" sagen, hast Du sowieso verloren - und das werden sie nicht. Wobei man bei 19 Jahren wohl kaum noch von "Kind" sprechen kann.
     
  9. >>Den Schwarzen Peter so mir nichts dir nichts bei den Eltern abzuladen, halte ich für einen zu einfachen (und bequemen) Weg aus der Misere.<<

    Es ist - gerade in der westlichen Welt - anscheinend momentan Mode, allen Möglichen die Schuld zu geben - den Lehern, dem Schulsystem, den Eltern, der Erziehung, der schlechten Kindheit, der Umweltverschmutzung. Es ist anscheinen üblich geworden, für alles und jedes erstmal einen Schuldigen bzw. verantwortlichen zu finden, anstatt selbst die verantwortung zu übernehmen.

    Auf das Naheliegenste zu kommen, nämlich die Schuld schlicht beim Täter zu suchen, darauf kommt man anscheinend gar nicht mehr.
     
  10. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    s Leere laufen. Trotzdem die Frage an dich (stellvertretend für viele andere hier): könnte es für dich ein "Spiel" geben, bei dem du sagst "jetzt reicht's" ?

    >Und solange die Kinder nicht selbst "Mist" sagen<
    Das ist genau der Punkt, auf den ich abziele.

    Und warum sagen sie das nicht?
    Weil die Eltern "versagt" (?) haben? Weil sonst Freunde verloren gehen?
    Weil man dann nicht mehr "dazugehört"?
     
  11. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    >"Erfurt" war vor 3 Tagen und wir sind wieder bei der "Tagesordnung"
    Täglich verhungern 100.000 Menschen und wir sind wie immer bei der Tagesordnung.

    >Soll man derartige Machwerke verbieten oder verbannen?
    Im Zweifelsfall verbieten. Die Zensur hat schon immer großartige Dienste geleistet, wenn es darum ging, die Menschen zu einem Besseren zu bewegen.

    >Allen jugendlichen Gewalttätern ist eine Vorliebe für derartige Filme und Spiele gemeinsam.
    Wie überraschend! Wenn also ein Jugendlicher aggressiv ist, dann spielt er aggressive Spiele und schaut gewalttätige Filme. Und gegen Kopfschmerzen hilft das Verbieten von Kopfschmerztabletten.

    >Unseren Kindern und uns allen zuliebe.
    Fahren wir alle möglichst viel mit dem Auto, unternehmen Flugreisen in ferne Länder verballern ordentlich Energie und Rohstoffe und ermöglichen auf diese nette Art den nachfolgenden Generationen so ein reizvolles: Wer hat denn noch Resourcen-Suchspiel.

    Ich bin übrigens Ego-Shooter Spieler und großer Splatter/Horror Film Fan!
     
  12. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    >die Schuld schlicht beim Täter suchen<
    Doch, komme ich auch drauf. Aber das ist eine schicke Steilvorlage für alle, die meinen "ist ein Irrer und Irre hält keiner auf".

    Mag sein. Aber schon den Zugang zu Waffen kann man schwieriger machen.
     
  13. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Schuld hat diesmal nicht der Bossa Nova (Manuela), sondern der Regenwald. Wussten die Erfurter bloss noch nicht.
     
  14. Singer

    Singer Active Member

    Hallo, macixus!

    Tja - Deine Worte: "Und wo keine Nachfrage, da auch kein Angebot". Das wär schön. Aber die Nachfrage nach derartiger Unterhaltung besteht seit Generationen. Was spielte sich im Collosseum ab? panem et circenses - man nannte es Spiele. Wie brutal geht es bei Karl May zu - wer erinnert sich an den Tod von Santer? "Der Struwwelpeter" - prost Mahlzeit. "Cowboy und Indianer" oder "Krieg" dürften wir wohl alle gespielt haben, als wir klein waren.

    Ich schätze, das ist in unserem Kulturkreis eine Konstante. Nicht der Sanftmütige wird zum Helden erklärt, sondern der Gewinner. Und an dieser Nachfrage orientiert sich dann das Angebot.

    Haben wir eine Instanz, die zu den Gewaltidealen der Medien ein Gegenideal anbietet? Eine Moral der Friedfertigkeit beispielsweise?

    Wir sind natürlich derart von medialer Vermittlung - dem Angebot - umgeben wie keine Generation vor uns. Möglicherweise nimmt das Angebot überhand - und Einfluß auf das Verhalten der Menschen. Aber was ist zu tun? Es haut in eine Kerbe, die in unserem Kulturkreis schon langelange besteht.

    Diese Zwischenfälle wie der in Erfurt häufen sich - wahrscheinlich aus einer Vielzahl von Gründen. Ich habe in solchen Zusammenhängen immer ein Mißtrauen monokausalen Erklärungsversuchen gegnüber.

    Wer kann verbieten oder berbannen? FSK? Regelmäßige Aufklährung der Eltern, z.B. durch Kindergartenpersonal und Lehrer, wäre vielleicht nicht schlecht. Es kann, denke ich, keine Institution Fehler in der Erziehung grade biegen, die im Elternhaus begangen werden. Aber wer soll das kontrollieren?

    Ich glaube, wir sind da machtlos - aber das soll uns nicht vom Nachdenken abhalten. Und nicht davor, uns selbst ein Verhalten anzugewöhnen, das schlicht auf netten Umgang miteinander beruht. Quasi als Beispiel für die Kids.

    Singer
     
  15. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Autobahn-Steinewerfer'-Phänomen, das plötzlich in Serie aufgetaucht ist."

    emans Analyse deckt sich weitgehend mit deiner (und meiner). Trotzdem
    habe ich das Bedürfnis, was zu tun und zu bewirken und weiß nicht recht was.
     
  16. Holloid

    Holloid New Member

    Ich glaube das Problem liegt nicht bei irgendwelchen Spielen...Ich denke das ein 19 Jähriger Gym. schon mit umgehen kann.Die Frage die sich mir stellt ist, warum ist ein Mensch bereit ,sein und anderes Leben zu nehmen, nur weil er nicht das Abitur machen kann.Wer setzt Jugendliche so unter druck....Das die verzweiflung oder der Glauben (Terroristen) soweit geht das dass eigene Leben nicht mehr zählt....und natürlich der Opfer..das erschreckt mich .......und macht mich ratlos...
    Aber das einfache Schema Gewaltspiele = Gewalt ist nicht der richtige Ansatz.
     
  17. Josef S.

    Josef S. New Member

    Alle Kulturen kennen gesellschaftliche Erwartungshaltungen. Auch dieses Forum zum Beispiel hat seine konsensuellen Regeln der Kommunikation: nichts schreiben, was verletzen oder eigentlich doch sehr bekannte Regeln des Anstands verletzen könnte. Anders: Kinder hören die Worte Das tut man nicht." Und zwar ohne jede Begründung. Ganz dogmatisch. Das geradezu schon bewußtlose Einhalten dieser Regeln befähigt sie später zum einigermaßen konformen Leben in einer Gesellschaft, die auf diese Konformität angewiesen ist. Das heißt, auch diese Gesellschaft kennt Tabus, und zwar zu Recht. Zuweilen werden sie sogar strafrechtlich untermauert (Inzestverbot u.a.). Und genau so ließe sich auch mit anderen Schlechten Angewohnheiten" verfahren: Tabuisierung, die auch über eine freiwillige Selbstkontrolle eines jeden Individuums funktioniert..
    Eine Gesellschaft, die gerade wie die deutsche mit einer ungeheuren Anzahl politischer Tabus belegt ist, sollte doch damit keine Probleme haben, auch Quakes und anderen Mist so zu behandeln, also per Konsens zu ächten.
    Das geht nicht in 24 Stunden.
    Der liberale Einwand, eine Kausalität zwischen virtuellern Shootern und handfesten Taten sei nicht einwandfrei herzustellen, läßt sich leicht vom Tisch wischen: Die Beweislast liegt bei den Liberalen, nicht bei den Dogmatikern, denn ein Dogma erreicht nichts anderes, als einen Streit zu schlichten, der ohne Dogma nicht zu beenden ist.
    In diesem Sinne: Das tut man nicht."
    Wem diese Lösung zu langwierig ist oder wem sie zu wenig systematisch vorkommt, der muß vorerst auf die juristische Lösung des Problems zurückgreifen.
     
  18. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    >freiwillige Selbstkontrolle eines jeden Individuums<
    Das ist auch mein Begehr - wer dazu (noch) nicht selbst in der Lage ist, muss den entsprechenden Input über Eltern und Schule erhalten.

    Ich kann nachvollziehen, was du mit "Dogma" und "Tabu" meinst. Es sind allerdings Reizwörter, die allein deshalb - fürchte ich - das Gegenteil von dem bewirken, was wir für notwendig erachten.

    Danke für deine klaren Worte.
     
  19. maiden

    maiden Lever duat us slav

    ich bin sehr wohl der Meinung, daß Verbote etwas bringen. Schließlich haben wir in anderen Bereichen auch Verbote und leben ganz gut damit. Wie sähe es bspw. im Straßenverkehr aus, wenn jeder machen könnte was er will.

    Ich habe es schon geschrieben: Wer Filme, Trailer, Spiele, Videos oder Reportagen die sich durch übertriebene Darstellung von Gewalt oder gar deren Verherrlichung auszeichnen druckt, sendet, vertreibt, soll mit zeitlich befristetem Sende- oder Erscheinungsverbot bestraft werden können. Die halbherzigen Rügen des Presserates taugen nix. Ein solches Verbot sollte auch für Publikationen gelten, die bewußt die Unwahrheit verbreiten. Die Verantwortlichen der Volksverdummung müssen persönlich haftbar zu machen sein.
    Man darf die Welt nicht den Dummen überlassen.
     
  20. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    >Sicher gab es auch früher Amokläufer. Aber ich befürchte, dass solche Dinge durch mediale Hysterie zunehmen werden.

    Ich glaube nicht, dass es heutzutage so viel mehr Amokläufer gibt (Bezogen auf die Gesamtweltbevölkerung) als noch vor 100 Jahren. Ich finde es auch grandios überzogen jetzt solch ein Gewese darum zu machen. Ein jeder Politiker hat jetzt super Ideen, das Gewaltproblem zu lösen und fühlt sich bemüßigt dies alles vor den gierigen Kameras unserer Mediengesellschaft auszubreiten. Ein einziges grosses Haufenscheissen! Dieses Erfurter Ereignis ist doch nur eine logische Konsequenz des Leistungsdenkens. Schneller, höher, weiter, mehr Tote. Entweder sind wir in der Lage einen glaubwürdigen Gegenentwurf zum allgegenwärtigen: Leistung muss sich wieder lohnen und Profit heiligt alle Mittel zu präsentieren, oder wir werden mit den Konsequenzen klarkommen müssen. Unser Problem ist nicht die mangelnde Leistungsbereitschaft, eher das Gegenteil.
     

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