Versehentlich?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von pewe2000, 4. Januar 2011.

  1. pewe2000

    pewe2000 New Member

  2. maximilian

    maximilian Active Member

    In fast allen anderen Branchen würde ich da zustimmen, aber die Agrar- und Lebensmittelbranche hierzulande macht schon lang keine Profite mehr, die sich maximieren liessen (x mal Null bleibt immer Null, egal, wie groß x ist). Wer da nicht beim aller-aller-allergünstigsten Anbieter einkauft, kommt gar nicht auf schwarze Zahlen. Und das zieht sich natürlich genauso durch die Kette der Anbieter und Produzenten.

    Natürlich hat hier jemand kriminell gehandelt, indem er die Herkunft dieser Ölabfälle verschleiert hat. Von mir aus sollen sie den als abschreckended Beispiel nach China oder Rußland zur Weiterverarbeitung ausliefern. Helfen wird das aber nix, denn es geht bei all diesen Firmen ums nackte Überleben. Bei 18 Cent pro Liter Milch, oder was der Bauer aktuell bekommt („mein“ Bauer hat die Milchviehhaltung letzten Herbst endgültig eingestellt drum kenne ich den heutigen Preis nicht), darf eine Tonne Kraftfutter eben nicht mehr als 20 Euro kosten. Und dafür gibt es halt nur Abfälle aus der Raffinierie. Ganz einfach.

    Und ansonsten bestätigen solche Meldungen immer wieder aufs neue meinen bald dreisssigjährigen Entschluss, mich bei meiner Ernährung von tierischen Produkten fernzuhalten so gut es geht.
     
  3. McDil

    McDil Gast

    Solange Gelderwerb alle Mittel rechtfertigt sind solche Vorgänge systemerhaltend wichtig.:teufel:
     
  4. batrat

    batrat Wolpertinger


    Das mit dem ignoranten Verbraucher, der nach dem Motto "Geiz ist geil" seine Lebensmittel einkauft, stimmt schon.
    Trotz dieser Ignoranten bin ich aber der Meinung, dass minderwertige Lebensmittel ( z.B. das Steak, dass in der Pfanne zusammenschnurrt ) kein Problem sind, wenn es aber gefährliche, weil "vergiftete" Lebensmittel sind, dann hört meine Toleranz auf. :boese:

    Selbst wenn es noch so billig ist: Es darf nicht gesundheitsgefährdend sein. Dioxin hat in Eiern nix zu suchen.

    Traurig ist, dass den Verantwortlichen kaum etwas passieren wird. Ein paar tausend Euro Strafe, die vermutlich nicht einmal den Profit abschöpfen.
    Ein lebenslanges Berufs-bzw. Gewerbeverbot in der Lebensmittelbranche wäre die einzig richtige Strafe. Aber das ist wahrscheinlich grundgesetzwidrig. :meckert:
     
  5. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Wenn nicht in Lebensmitteln, wo denn sonst?

    Denk mal daran, wieviel Wohnraum so dann frei wird. Und dann an die sinkenden Mieten. Sowas ist doch irgendwie auch sozialverträgliches Ableben. :D
     
  6. maximilian

    maximilian Active Member

    Sind Dir vergiftete Baumwollfasern lieber? Da musst Du nämlich bald schon richtig teuer Kleider einkaufen gehen, wenn Du die nicht haben willst. Und Kontrollen gibt es da noch viel weniger, als bei den Lebensmitteln.
     
  7. batrat

    batrat Wolpertinger

    Da bin ich bis jetzt noch ahnungslos. :confused:
     
  8. maximilian

    maximilian Active Member

    Ins Blaue gegoogelt stösst man spontan auf Stellen wie diese (Hervorhebungen von mir):

    „...Schadstoffe in der Kleidung:

    Warum 100 Prozent Baumwolle längst nicht pure Natur ist

    Schwören Sie auch auf „100 Prozent Baumwolle“ bei Kinderkleidung? Selbst wenn „reine Baumwolle“ auf dem Etikett einer rosa Kinderbluse draufsteht, ist leider nicht „reine“ Baumwolle drin. In Wahrheit könnte das gute Stück z.B. folgendermaßen zusammengesetzt sein:
    Hier Klicken

    * 73 Prozent Baumwolle
    * 2 Prozent Polyacryl
    * 8 Prozent Farbstoffe
    * 14 Prozent Harnstoff-Formaldehydharz
    * 3 Prozent Weichmacher
    * 0,3 Prozent Optische Aufheller

    Die Auszeichnung auf dem Etikett ist trotzdem völlig legal, denn dort müssen nicht etwa die Bestandteile des fertigen Kleidungsstückes angegeben sein, sondern lediglich die verwendeten textilen Fasern. Die so genannte „Veredelung“ von Textilien durch Bleichen, Färben oder knitterfreie Ausrüstung mithilfe von Chemikalien ist jedoch nur ein Teil des Schadstoffproblems.

    Baumwolle wird überwiegend in Monokultur angebaut und ist daher stark durch Schädlingsbefall bedroht. Deswegen werden die Baumwollpflanzen bis zur Ernte bis zu 25-mal mit Pestiziden behandelt. Vor der Ernte werden sie dann noch mit einem Entlaubungsmittel besprüht, damit alle Blätter abfallen, bevor eine Erntemaschine die Früchte mit den Samenhaaren pflücken kann. Durch die Verarbeitung der Baumwolle werden diese Schadstoffe zwar deutlich reduziert, aber eben nicht vollständig entfernt...
    “

    Da gab es immer wieder mal ein kurzes Auflodern zum Thema in der Presse, aber so richtig ins Bewusstsein vorgedrungen ist das offenbar immer noch nicht. Und was aus den Feldarbeitern wird, die täglich in der Pestizid- und Entlaubungsmittelwolke stehen, interessiert ohnehin niemanden.
     
  9. batrat

    batrat Wolpertinger

    Ich werde bis auf weiteres keine Baumwolle essen. :D


    Sarkasmus hilft vielleicht. :cry:
     
  10. maximilian

    maximilian Active Member

    Sarkasmus hilft vielleicht, Polyacryl hilft bestimmt :p (solange es noch Öl dafür gibt, danach wieder Tierfelle, aber mit den oben bereits angesprochenen Problemen.)
     
  11. McDil

    McDil Gast

    Speziell zur Dioxin-Problematik. Artikel

    Ein etwas relativierender Artikel . . .

    Soll doch jeder diejenigen Lügen glauben, die ihm zusagen.:augenring
     
  12. nanoloop

    nanoloop Active Member

  13. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Im Leben nicht!

    Umgekehrt – dass man Teureres Billigerem zu mischt – passiert nicht!
     
  14. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Überleg doch mal, nanoloop, das ist doch kaum glaubhaft, dass durch ein simples Versehen ein mit gefährlichem Gift versehenes Industriefett in einen Futterkreislauf gelangen kann. Da müsste schon eine ganze Reihe von Fehlern geschehen sein. Jede Firma, die mit beiden Fetten hantiert, wird sich doch entsprechend abgesichert haben – nein MUSS!
     
  15. McDil

    McDil Gast

    Da wäre ich mir nicht so sicher. Ein Griff und *schütt* . . oh herrje, hoffentlich hat's keiner gesehen . .

    Was für eine Arbeitsmoral die neoliberale Beschäftigungspolitik wohl hervor bringt?
     
  16. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Aber ich muss nun weder Nestlé noch Müller was ins Bettelkäppchen werfen, oder?!
     
  17. McDil

    McDil Gast

    Link

    Und vielleicht sollte man über aller berechtigten Aufregung nicht vergessen, weswegen es eine Mehrheit gibt, die auf allerbilligste Lebensmittel angewiesen ist.
     
  18. pewe2000

    pewe2000 New Member

  19. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Das stinkt nach Vorsatz. Auf keinen Fall auf Fahrlässigkeit.

    Nun müsste mal der StA ran, ist aber weisungsabhängig. Vielleicht wird da die StA Itzehoe gebremst?
     

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