Verzeichnisdienste

Dieses Thema im Forum "Hardware" wurde erstellt von gebbi, 26. November 2002.

  1. gebbi

    gebbi New Member

    Welche Dienste kann ich unter dem Programm "Verzeichnisdienste" ausschalten? Ich bin nur über DSL ans Internet gebunden, ansonsten habe ich kein Netzwerk. Was bedeuten eigentlich die einzelnen Dienste?

    AppleTalk
    BSD Configuration Files
    LDAPv2
    LDAPv3
    NetInfo
    Rendevous
    SLP
    SMB
     
  2. Usires

    Usires New Member

    Hallo auch&

    &ausschalten brauchst du eigentlich gar keinen der Dienste. Wenn Sie vom System nicht genutzt werden (weil keine entsprechenden Server vorhanden), dann belegen diese Dienste keinen Speicher oder reissen wertvolle Prozessorzeit an sich. Aber zur Erklärung:

    AppleTalk: Apples proprietäres Netz-Protokoll, hat nur noch eine geringe Bedeutung, weil immer weniger Geräte dieses Protokoll unterstützen und statt dessen auf TCP/IP setzen. AppleTalk wird in heterogenen Netzen aber immer noch sehr gern für File- und Printserver eingesetzt - denn die Konfiguration dieser Geräte ist auf einem Client sehr einfach.

    LDAP: Lightweight Directory Access Protocol. Ein zentraler Informationsdienst innerhalb eines Netzes. Kommerzielle LDAP-Anbieter sind beispielsweise Bigfoot, Four11 und Yahoo! People Search. In einer LDAP-Datenbank lassen sich in hierarchischer Form beliebige Informationen über eine Umgebung ablegen. Innerhalb von Firmen wären das beispielsweise Mitarbeiter- und Telefonlisten, Server- oder Druckerverzeichnisse. LDAP basiert auf der ISO-Norm X.500 und ist daher weit verbreitet.

    SLP: Steht für "Service Location Protocol", und ist eine Alternative der Internet Engineering Task Force (IETF) zu LDAP (siehe dort). Hat derzeit noch keine große Bedeutung im Netzbereich, wird es wohl auch nicht gewinnen. Im Gegensatz zu LDAP, bei dem ein Benutzer den LDAP-Server, dessen hierarchische Struktur und andere technische Daten zur Nutzung kennen muss, setzt SLP auf die automatische Erkennung von Netzdiensten innerhalb einer Umgebung. Auf den Clients ziehen sich SLP-Agenten die benötigten Informationen von allen verfügbaren SLP-Servern, so dass sich ein Anwender nur noch entscheiden muss, welche Informationsdienste er benötigt. SLP hat zudem einen wesentlich Ressourcen schonenderen Ansatz als LDAP (das trotz des Attributs "Lightweight" kein echtes Leichtgewicht ist).

    NetInfo: Ähnlich wie LDAP ist NetInfo ebenfalls eine hierarchische Informationsdatenbank, die zahlreiche Details über einen Rechner enthält. NetInfo wird vor allem auf Computern mit NeXTStep, OpenStep und Mac OS X Server eingesetzt. Unter anderem finden sich in einer NetInfo-Datenbank solche Angaben wie Useraccounts, Gruppenzuordnungen, E-Mail-Konfigurationen, Network Filesystem Verzeichnisse (NFS - nicht zu verwechseln mit Need for Speed ;) und Druckerfreigaben. Statt diese Angaben in einzelnen Konfigurationsdateien festzuhalten, wie es in vielen Unix-Derivaten wie Solaris und Linux der Fall ist, hält NetInfo diese Daten an einem zentralen Ort zusammen und können so sehr einfach innerhalb eines Netzes zur allgemeinen Verfügung gestellt werden.

    SMB: Server Message Block. SMB stammt ursprünglich aus dem Hause Microsoft und ist seit Windows 95 fester Bestandteil jeder Windows-Version. Im Wesentlichen handelt es sich um ein einfaches Sharing-Protokoll, mit dem ein beliebiger Rechner anderen Computern in einem Netz lokale Ressourcen wie einzelne Verzeichnisse und Drucker zur Verfügung stellen kann. SMB setzt auf anderen Netzprotokollen auf, funktioniert also in TCP/IP, Netware oder NetBEUI-Netzen. Für Unix-Betriebsysteme hat sich auf breiter Front der Open-Source-SMB-Server Samba durchgesetzt. Mac-OS X verzichtet allerdings auf dieses populäre Tool und stellt die SMB-Dienste mit den Bordmitteln von Darwin/FreeBSD. Microsoft hat SMB inzwischen in einer offenen Variante namens Common Internet File System (CIFS) als Standardvorschlag an die IETF (Internet Engineering Task Force) durchgereicht. CIFS soll irgendwann das bereits in die Jahre gekommene Hypertext Transport Protocol (HTTP) ablösen - wenn es nach den Redmonder Visionären geht.

    Rendezvous: Apples Open-Source-Implementation des ZeroConf-Standards. Dabei greifen Rendezvous-Applikationen wie beispielsweise iChat oder iTunes auf ZeroConf zurück und werden von anderen Rendezvous-Clients automatisch in einem Local Area Network (LAN) erkannt. Für mich die wohl vielversprechendste Entwicklung im Netzbereich der vergangenen Jahre - neben 802.11a (5-GHz-Wireless-LAN) hoffentlich einer der wichtigsten Trendsetter im Jahre 2003.

    So, die BSD Configuration Files überlasse ich jemand anderem,
    Usires
     

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