Was romantisches?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von batsch, 16. Mai 2003.

  1. batsch

    batsch New Member

    Helft mir doch mal bitte: Ich soll 'n Mail schreiben wo was romatisches drinsteht, aber ich fürchte es geht nicht um den Apple II, Atari, Commodore und Amiga. Wer weiß was?
     
  2. batsch

    batsch New Member

    Neee, ich hab' für diese Ballade eben schon 0 Punkte bekommen;

    Der Fluch des Albatros


    Schaumgekrönte Wellen branden
    gegen Kap Kanaster an.
    Bald werd' ich dort wieder landen,
    wo dereinst mein Weg begann.


    Wind frischt auf, und mit dem Brausen
    fliegt mein Schiff in Richtung Watt.
    Schon gewahr' ich Entenhausen:
    Heißgeliebte Heimatstadt!


    Lichtbestreuter Hafen - endlich
    fährt mein Kurs mich an dein Kai.
    Vor mir wird die Skyline kenntlich
    - da erklingt von luv ein Schrei.


    Gellend klingt er, so als ginge
    grad ein Topgast über Bord.
    Mit dem nächsten Rettungsringe
    eile ich zum Unfallort.


    Doch das Meer liegt bleigegossen,
    niemand aus der Mannschaft fehlt.
    Über meinen Schreck verdrossen,
    hab' ich es dem Maat erzählt.


    "Was Euch eben so verdroß,
    das war der Ruf des Albatros.
    Wehe dem, der ihn vernimmt:
    Sein Schicksal ist vorausbestimmt."



    Kaum gehört, ist's schon geschehen,
    und das Unglück zieht herauf.
    Vor mir türmen sich die Seen
    bis auf Leuchtturmhöhe auf.


    Wie ein Jux der Elemente
    tanzt im Sund mein stolzes Schiff.
    Backbord drohen Felsenwände,
    steuerbord das Teufelsriff.


    Da, die Durchfahrt! Und es schießt rein;
    Gott hat uns den Weg gesucht.
    Vor uns muß die Insel Kniest sein,
    wir sind in der Gumpenbucht.


    Still verdümpeln kleine Wellen,
    denn der Sturm zog hier vorbei.
    Doch wie tausende Tschinellen
    hämmert wieder dieser Schrei.


    Wer verdenkt mir meine Rage,
    als ich seinen Ursprung such'?
    Auf der höchsten Takelage
    sitzt der Vogel wie ein Fluch.


    Und der Maat brüllt ängstlich: "Boss,
    er ist zurück, der Albatros!
    Zweimal wehe, wer ihn schaut.
    Sein Leben ist auf Sand gebaut."


    Ich vergesse Ruh' und Sitte
    - dieser Vogel macht mich krank -
    und betrete die Kajüte
    mit des Käpt'ns Waffenschrank.


    Knarrend öffnet sich die Türe
    und ermöglicht mir die Wahl
    aus dem glitzernden Spaliere
    voller kaltem blauen Stahl.



    Das Kaliber sei ein solches,
    daß vom Opfer nichts mehr bleibt,
    das die Federn dieses Strolches
    bis zum Erdtrabanten treibt.


    Gut gezielt: Ich expediere
    durch der Waffe langen Lauf
    diesem großen Unglückstiere
    eine Ladung Blei hinauf.


    Doch die brav getroffne Leiche
    stürzt herab wie ein Geschoß.
    Fragt mich nicht warum, ich weiche
    ihm nicht aus, dem Albatros.


    Weh mir Frevler, daß ich schoß
    den Schicksalsvogel Albatros!
    Dreimal wehe, daß ich traf!
    Dafür trifft mich des Schicksals Straf'!
     
  3. TOCAMAC

    TOCAMAC Alles wird gut.

    machs mit kreisler:

    Es ist traurig, wenn Liebe erkaltet,
    es ist furchtbar, wenn Liebe vergeht.
    Doch wie kann man von Liebe erwarten,
    daß sie immer und ewig besteht?
    Nur ich liebe jede auf immer,
    ganz ohne mir das Leben zu erschwern.
    Und ich werde geliebt ? und wie ich das mach,
    das will ich Ihnen jetzt erklärn:

    Bidla buh, bidla buh, bidla bing bang buh!
    Unsre Liebe war beinahe schon vergangen,
    da schlitzte ich die Kehle der Kathrein.
    Das heißt: Sie liebte mich, solange sie lebte,
    und wegen dem bisserl Schlitzen wird sie nicht böse sein.

    Bidla buh, bidla buh, bidla bing bang buh!
    Unsre Liebe hatte kaum noch angefangen,
    da nahm Jeanine eines Tag´s ein Aspirin.
    Also: Das war kein Aspirin, das war Strychnin,
    aber heute noch liebe ich Jeanine!

    Adelheit warf ich in die Donau,
    gleich nach Dürrenstein, niemand hat´s gesehn.
    Und auch sie wird mir verzeihn, denn grad bei Dürrenstein
    ist die Donau doch so wunderschön...

    Bidla buh, bidla buh, bidla bing bang buh!
    Also was kann eine Frau da noch verlangen?
    Nach dem Tod hab ich sie stets noch mehr verehrt.
    Kam der Tod auch etwas schnell - das ist nur originell,
    und bis heut? hat sich noch keine beschwert.

    Zum Beispiel:
    Lola mit der Engelsmienen legt ich auf die D-Zug-Schienen.
    Lilli, lene und Marianne starben in der Badewanne.
    Lies´l schloß den Lebenswandel durch ein großes Ziegelstand´l.
    Lustig ist die Jägerei ? Lotte war im Weg dabei,

    Bidla buh, bidla buh, bidla bing bang buh!
    Unsre Liebe war kaum älter als zwei Stunden,
    da stieg ich auf den Turm mit Rosmarie.
    Bei Yvonne hab ich vergessen, den Gashahn abzudrehn,
    und die Blumenspenden flossen wie noch nie!


    Bidla buh, bidla buh, bidla bing bang buh!
    Nur die Sonja wollte mich versichern lassen.
    Also das ärgerte mich sehr.
    Das hat mich so verdrossen, ich hab sie schnell erschossen,
    und heute lieb´ ich sie nicht mehr.

    Aber Anneliese hätt die Krankheit überwunden,
    leider trank sie die falsche Arznei.
    Und Friede hatte satt das Leben, wollte selbst dem Tod sich geben,
    selbstverständlich half ich ihr dabei.

    Bidla buh, bidla buh, bidla bing bang buh!
    Aber heute hab ich eine Frau gefunden,
    ganz bestimmt die schönste Frau der Welt!
    Und jetzt darf ich´s nicht verpassen,
    mir die Messer schleifen z´lassen,
    und dann muß ich die Pistolen
    vom Pistolenputzer holen,
    eine Sense muß ich borgen.
    Das Arsen, das kommt erst morgen,
    und ein kleines Tomahawk´l,
    für die Leich´ brauch ich ein Sack´l,
    auch ein´ Besen hätt ich gern,
    um die Knochen aufzukehrn,
    das Petroleum, das hab ich schon bestellt!
    Bidla buh, bidla buh, bidla bing bang buh!
    Schöne Frauen kosten sehr viel Geld!
     
  4. Singer

    Singer Active Member

    Was romantisches?

    VORSICHT, KUNST:

    Wer allzu romantisch veranlagt ist, stürzt sich nach der Lektüre des folgenden, von Liliencron stammenden Gedichts ins offene Messer:



    Der Maibaum


    Wir liebten uns. Ich saß an deinem Bette
    und sah auf deinen todesmatten Mund.
    Dein Auge suchte mich an irrer Stätte:
    Hörst du den Sensenschnitt im Wiesengrund?
    Und Pfingsten rings. Die Stadt war ausgeflogen
    in hellen Kleidern und im Frühlingshut,
    wir waren um den schönsten Tag betrogen,
    o Tag, sei gnädig ihrer Fieberglut.
    Zu deinem Haupte bog, zu deinen Füßen
    bog sich ein grünes Birkenbäumchen vor,
    sie sollten dich vom heiligen Leben grüßen,
    ein letzter Gruß dir sein am schwarzen Tor.
    Ich hatte gestern sie für dich geschnitten,
    an einer Stelle, die dir wohlbekannt,
    zu der wir ausgelassen oft geschritten,
    an der wir oft gesessen Hand in Hand.
    An jenem Ort steht eine alte Weide,
    vor Neid und Sonne unsre Schützerin,
    da ist es still, und überall die Heide,
    am Ginster zittert die Libelle hin.
    Ein Wasser schwatzt sich selig durchs Gelände,
    ein reifer Roggenstrich schließt ab nach Süd,
    da stützt Natur die Stirne in die Hände
    und ruht sich aus, von ihrer Arbeit müd'.
    Weißt du den Abend noch, wir saßen lange,
    ein nahendes Gewitter hielt uns fest
    an unserm Weidenbusch, du fragtest bange,
    es klang so zag: Und wenn du mich verläßt?
    Sieh zu mir auf, beschirmt von Birkenzweigen,
    ich war dir treu, wir haben uns geglaubt.
    Aus Wüsten zieht auf Wolken her das Schweigen,
    die Sense flirrt, und sterbend sinkt dein Haupt.
     
  5. batsch

    batsch New Member

    Danke Singer, das klingt doch schon mal gut....
     
  6. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    *röchel*
    *lebenaushauch*
     

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