Was sind das nur für gewissenlose Schweinehunde?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von pewe2000, 31. Januar 2011.

  1. pewe2000

    pewe2000 New Member

  2. maximilian

    maximilian Active Member

    Hab ich auch gerade gesehen. Weil Menschen nunmal so sind, werden Utopien à la Kommunismus auch nie funktionieren können. Nichtmal im aller-aller-allerkleinsten Rahmen.
     
  3. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Was hat das nun wieder mit Kommunismus zu tun. Manche Leute reagieren wirklich wie der Pawlowsche Hund; nur nicht mit Säbern.
     
  4. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Das ist mir jetzt auch ein klein wenig ein Rätsel, was das mit Kommunismus und den Utopien zu tun hat. Dieses Scheitern ist doch vielmehr eng mit der Kapitalistischen Mentalität verknüpft, dass zur Erwirtschaftung von Profiten eben auch Opfer in Kauf genommen werden müssen. Und dass ein solcher Beutelschneider möglicherweise, eventuell ein nicht so guter Mensch ist, aber trotz alledem ist ein solches Handeln komplett akzeptiert im kapitalistischen Umfeld.
     
  5. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Mir fehlt da im Bericht der Hintergrund. Wer steht hinter diesem Finanzierungssystem? Gibt es Verflechtungen und wenn ja welche?

    So bleibt es bei einer reinen Beschreibung. Schade. Das Thema verlangt nach mehr.
     
  6. maximilian

    maximilian Active Member

    Mikrokredite (http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite) entstammen einem sozusagen uralten Genossenschaftsmodell. bei dem die gegenseitige Hilfe und Unterstützung vor dem Profitstreben steht. So, wie das der Sozialismus für alle Bereiche fordert. Aber wie man sieht, werden Menschen mit der Zeit einfach gierig. Und was als gutgemeinte Hilfe anfängt, wird schnell zum Egoismus. Wie wir eben sind.
     
  7. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Eine atemberaubende Kausalität.
     
  8. McDil

    McDil Gast

    Es ist doch so: Offenbar waren die Geber der Mikrokredite frei in ihrer Entscheidung, diese Kredite an Großbanken zu verkaufen.

    So etwas darf eben nicht legal möglich sein.

    Wenn du eine Gesellschaft, in welcher der gesetzliche Rahmen solche (also nicht notwendigerweise alle) Kreditverkäufe reglementiert, als "kommunistisch" klassifizierst, dann wäre das eben Kommunismus. Auch gut.

    Hier geht es ja offenbar um Indien. Soviel ich weiß, treibt man dort die kleinen Bauern ganz bewusst in den Ruin, um ihnen ihr Land (soweit es ihnen überhaupt noch gehört) weg nehmen zu können, um insbesondere den Baumwollanbau zentralisieren zu können.

    Im Kapitalismus werden solche Entwicklungen gern als "alternativlos" wenn nicht gar "naturgesetzlich" hin gestellt. In Wirklichkeit sind sie eine perverse Enteignung armer Schichten, die erst durch korrumpierte "Eliten" ermöglicht wird und die Gesellschaft von Grund auf zerstört.
     
  9. maximilian

    maximilian Active Member

    Da missversteht Ihr (zumindest die von Euch, deren Beiträge meine Ignorierliste nicht vor mir verbirgt) mich irgendwie. Ich sage folgendes: Wenn eine einfache, genossenschaftlich organsierte Vergabe von Kleinkrediten, die nie auf Gewinnerzielung ausgerichtet war, schon an der Habgier Einzelner zugrunde geht, wie soll dann erst so etwas utopisches wie Sozialismus/Kommunismus funktionieren?
     
  10. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Natürlich muss eine Gemeinachaft vor solchen »Raubtieren« geschützt werden. Genau wie sie sich vor anderen Betrügern auch schützt. Dann wäre ein solches Verhalten solcherart nicht mehr geduldet und damit erheblich schwieriger durchzuziehen.
     
  11. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Solche - auch strafbewehrten - Normen gehören zu jeder Gesellschaft. Diese Normen spiegeln ihren Wertekanon wider.

    Und das hat mit Kommunismus nun überhaupt nichts zu tun.

    Es sei denn, dass einem die Springerpresse ihren Müll intravenös oder rektal verabreicht, damit es ungefiltert ins Gehirn reingepresst wird.
    Dann ist alles Kommunismus. Auch der Herbst wegen der rötlichen Blätter.
     
  12. McDil

    McDil Gast

    In einer Produktionsgenossenschaft mit solchen genossenschaftlich vergebenen Mikrokrediten darf nicht der "Direktor" oder wer auch immer in der Lage sein, solche Kleinkredite an Großbanken zu verscherbeln.

    Die Grundlage jeden Zusammenlebens sind Regeln.

    Eigentumsdelikte werden normalerweise (sogar ziemlich hart) sanktioniert. Nur weil irgend welche reichen Ganoven bestrebt sind, sich auf Kosten ihrer Mitgenossen noch mehr zu bereichern, kann man doch nicht die komplette Rechtsstaatlichkeit in Frage stellen.

    Natürlich wird es immer Leute geben, die bis an die Grenze des Erlaubten gehen, gerade deswegen darf nicht alles erlaubt sein.

    Kommunismus wäre in meiner Vorstellung eine Gesellschaftsordnung, in der jeder Mensch von Geburt an dieselben Chancen hat und weiterhin eine ausreichende Mindestversorgung auch dann gewährleistet ist, wenn jemand in folge mangelnder Begabung oder Krankheit oder was auch immer nicht in der Lage ist, sich dieses Einkommen durch eigene Arbeit zu verschaffen – also nicht eine Gesellschaft, in der alle dasselbe haben.
     
  13. maximilian

    maximilian Active Member

    Dafür sind Menschen einfach zu unterschiedlich. Chancen hin oder her, es hat einfach nicht jeder die Anlagen, um Professor für theoretische Astrophysik zu werden.

    Für mich ist Kommunismus eine Gesellschaftsordnung, in der es gar keine Veranlassung für das Streben nach und das Vermehren von Privatbesitz gibt. In der an jeder Strassenecke ein Fahrradständer steht, aus dem man sich für seinen Weg ein Fahrrad nimmt, um es am Ziel wieder abzustellen. Und in dem man unaufgefordert die Kette des ausgeliehenen Gemeinschaftsfahrrades ölt, wenn sie trocken ist. In der man morgens aufsteht um zur Arbeit zu gehen, und dort bis Büroschluss und wenn nötig auch länger arbeitet, obwohl man dafür in keiner Weise bezahlt wird. Einfach weil man gerne seinen Beitrag leistet. Aber solange es Menschen gibt, die sich sogar an Hilfskrediten für Bedürftige bereichern (weil irgendeine Gesetzeslücke die Möglichkeit dafür schafft) - und von diesen genügen ganz wenige - kann es nie funktionieren. Und genau das ist mein Punkt.

    Schon vor längerer Zeit habe ich übrigens auch ein Angebot für die Geldanlage in solche Mikrokredite bekommen (ich glaube über Greenpeace). Da stand ganz groß (und nicht irgendwo im Kleingedruckten versteckt), dass solche Kredite nicht als Geldanlage im klassischen Sinn zu sehen sind, sonden eher als zweckgebundene Spende, die man im optimalen Fall zurückbekommt, wenn sie nämlich ihren Zweck erfüllt hat. Aber wie gesagt, mit der Spezies Mensch ist sowas leider nicht zu machen.
     
  14. pewe2000

    pewe2000 New Member

    So ist es leider! Ich wäre ja schon zufrieden, wenn wir nicht gar zu sehr verarscht würden und die Einkommensunterschiede nicht so gewaltig wären. Eine echte Demokratie gibt es hier nicht, ziemlich weit davon entfernt ist das was bei uns abläuft. Klar, wenn man es wieder mit anderen Ländern vergleicht, sieht es demokratisch aus.
     
  15. McDil

    McDil Gast

    Ich bestreite nicht, dass ein solches "kommunistisches Zusammenleben" eine positive Utopie ist, zu deren Verwirklichung die Evolution menschlichen Verhaltens noch ein Stück Weges vor sich hat. Sollte man ein solches Ziel deswegen aus den Augen verlieren?
    Es gibt nämlich nach meiner Überzeugung keine andere langfristige Perspektive für die Menschheit. Die Alternative, so wie sie sich in diesen Jahren anbahnt, ist eine Entwicklung hin zu grenzenloser Bereicherung einer Minderheit von Feudalherrschern und einer in Unwissenheit, Armut und Elend gehaltenen Mehrheit von unfreien Heloten – ein Zustand, der wieder irgendwann in einem Blutbad enden muss.
     
  16. maximilian

    maximilian Active Member

    Man kann es gerne im Auge behalten, sollte aber keine weiteren Versuche unternehmen, es ausgerechnet jetzt zu immanentisieren. Manchmal muss man einfach aus Fehlern der Geschichte auch lernen können.

    Fast alle anderen Säugetiere gibt es auf diesem Planeten länger als uns. Selbst scheinbar sanfte, grasfressende Herdentiere (weiss ich als langjähriger Pferdehalter) sind völlig frei von Altruismus. Der ist nichtmal in Ansätzen vorhanden. Eher riskiert man eine Kolik durch Überfressen, als dass man einen Rangniederen an seinen Futtertrog lässt. Da es diese Tiere schon mindestens 50 Millionen Jahre länger gibt als uns, deutet alles darauf hin, dass purer Egiosmus gute Zukunftsperspektiven bietet.
     
  17. McDil

    McDil Gast

    Dann frage ich mich jetzt, wozu es den Verstand beim Menschen gebraucht hat.

    Als-Nüsse-Bananen-und-Käferfresser hätten wir eine bessere Prognose.
     
  18. McDil

    McDil Gast

    1.Aus Solidarität entsteht Nutzen und Wohlbefinden für alle.

    2.Aus Entsolidarisierung und "Selbstvorsorge" entsteht Reichtum für Wenige und Armut und Hoffnungslosigkeit für Viele.

    Es ist schwer nachvollziehbar, was eine Mehrheit von Menschen dazu bringt, diejenigen politischen Kräfte zu wählen, die für eine Verstärkung der Entsolidarisierung angetreten sind.
     
  19. batrat

    batrat Wolpertinger

    Die Natur des Menschen vielleicht ?
     
  20. maximilian

    maximilian Active Member

    Ja. Dieselbe Strategie, die bisher das Überleben unserer Spezies sichergestellt hat. Und der vielgepriesene Verstand, der uns angeblich von den Tieren unterscheiden soll (was ich ohnehin bezweifle, denn nach meiner Anschauung sind die nur unwesentlich weniger schlau als wir), funktioniert nur, solange er es warm, trocken und reich an Nahrung hat. Zwei Tage Überschwemmung und schon wird gemordet und geplündert, als hätten wir nie den aufrechten Gang erfunden (siehe New Orleans damals).
     

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