was soll ich eigentlich noch essen?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Haegar, 28. Mai 2002.

  1. Haegar

    Haegar New Member

    tja, eine gute Frage...

    werde aber in Zukunft weiterhin wohl eher bei den Bio-lebensmittel zugreifen als bei den billigen Discount-Lebensmittel, da dort vermutlich noch viel mehr gepanscht, gestreckt, etc wird.
    Aber ratlos ist man doch! Auch die Ökobauern eine Mafia...
     
  2. danilatore

    danilatore Moderatore Mitarbeiter

    ... seit dem ich weiss, dass in einer biomöhre nur die HÄLFTE an vitaminen drin ist als in einer "normalen" möhre, können mir diese ökohippies den buckel runterrutschen.

    dieses "BIO" auf der packung ist die reine verarsche.

    demeter?
    *tsts*
     
  3. Haegar

    Haegar New Member

    woher hast du denn diese info mit den vitaminen?
     
  4. >>dieses "BIO" auf der packung ist die reine verarsche.<<

    Da hast Du auf alle Fälle recht - jedes Verbandssiegel stellt höhere Ansprüche.

    Was den Rest betrifft - hast Du dafür irgendwo Belege, ist das mehr Dein persönliches Empfinden, weil der Möhre die Geschmacksverstärker fehlen, oder hast Du die Vitamine einzeln gezählt? ;)
     
  5. Singer

    Singer Active Member

    "wie haltet ihr das jetzt und in zukunft?"

    Mal so, mal so. Heute gehe ich zu Edeka um die Ecke und kaufe für wenig Geld viel Zeug, morgen zum Bioladen um die andere Ecke und mache es entsprechend anders herum. Da kommen dann beide, das ökonomische und das ökologische Gewissen, zu ihrem Recht.
    Bei Edeka schaue ich auf das Herkunftsland der Produkte. Dinge, die von weit her kommen, kaufe ich nicht, wenn es einheimische Alternativen gibt. Nicht, daß ich Patriot wäre - es geht mir nur um die Transportwege. Wein aus Chile, Kalifornien oder Australien beispielsweise.

    Obst und Gemüse aus dem Bioladen in kleineren Mengen, da erstens teurer und zweitens aus naheliegenden Gründen nicht so lange haltbar.

    Erdbeeren (u.a.) gab es in meiner Kindheit aus dem Garten, den die Großeltern bestellten. Mann, was war das eine Enttäuschung, als ich das erste mal gekaufte aus einer dieser blauen Schalen gegessen habe!

    Einen Garten und viel Zeit müßte man haben...
     
  6. danilatore

    danilatore Moderatore Mitarbeiter

    ... das mit der möhre kam im TV.
    gruss d.
     
  7. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    30 km für ne Bio-Reval?!? Das glaube ich dir nie und nimmer!
     
  8. Haegar

    Haegar New Member

    genau! schreckliche bilder!
    ...seit BSE mal den ganzen Umfang der "Fleischproduktion" von Aufzucht, Transport und Verarbeitung der Tiere gezeigt wurde, habe ich mich vom Fleisch- und Wurstkonsum eh verabschiedet!
     
  9. caMi

    caMi New Member

    So, da ich wohl der einzige Landwirt mit Macintosh bin muß ich mich stellen, Rede und Antwort stehen:

    - ich bin aus Überzeugung konventioneller Landwirt, ich habe mich lange beraten lassen (Ökoverbände, andere Biobauern). Ich bin der Meinung, die landwirtschaftlichen Flächen intensiv zu nutzen und dafür andere Flächen der Natur komplett zu überlassen. Landwirtschaftliche Flächen sind grundsätzlich keine reine "Natur" mehr, auch nicht die "Bio-Flächen".

    - ich bin ja so froh, daß es die Bio-Bauern erwischt hat, denn
    schwarze Schafe gibt es immer, auch bei den Bios. Wäre das in einem konventionellen Betrieb passiert, wäre die Kühnast hocherfreut vor die Kameras getreten und hätte mit dem Knüppel draufgeschlagen. So wie in der BSE-Zeit. Wären die Flieger 18 Monate früher in die Türme geflogen, hätte sich kein Schwein um BSE gekümmert. Der Witz ist, daß die industrieellen Geflügelhalter (drei Hähnchen zehn Mark) von dieser Krise profitierten während die Rinderhalter (von allen erzeugten Masttieren die mit Abstand natürlichste Haltung) gelitten haben. Übrigens gab es einen BSE-Untersuchungsbericht im Auftrage der Bundesregierung. Ich habe ihn noch nicht gefunden. Aus gutem Grunde, denn die Hauptverantwortlichen für diese Krise sind in den Ministerien und Verwaltungen zu finden, Bio oder nicht Bio spielt da gar keine Rolle.
    Im übrigen sind auch konventionelle Nahrungsmittel biologisch.

    - die meisten Schweinereien passieren tatsächlich im vor- und nachgelagerten Bereichen der Futtermittel- und Lebensmittelindustrie. Ich denke, hier spielen auch Schmiergelder eine große Rolle (auch unsere Bauernlobby hält da die Hand auf und vertritt nicht immer die Meinung der praktizierenden Bauern). Das kleine Bäuerlein hat in der Regel gar keine Zeit sich mit irgendwelchen komplizerten Machenschaften abzugeben, meistens sind Bauern dazu auch ganz einfach zu naiv.

    - warum werden wir eigentlich immer älter trotz ungesundem Lebensstil (Alkohol, Bewegungsmangel, Rauchen, Schönheitsoperationen, keine echte funktionierende Gemeinschaft (mobbing...) mehr) ?

    Ich muß jetzt weiterarbeiten, später vieleicht mehr, könnte eine ganze Woche schreiben

    caMi
     
  10. Haegar

    Haegar New Member

    stimmt genau, weil man da die Antibiotika gleich gratis mit dazu bekommt!
    ;-)
     
  11. caMi

    caMi New Member

    Stimmt eben nicht! Leider habe ich zur Zeit keine Zeit aber ich werde noch die Informationsquelle nachliefern:

    Vegetarier leiden nämlich öfter an Antibiotikaresistenzen als Fleischesser.
    Warum? Weil Vegetarier oft viel rohe Kost essen und Fleischesser mehr gekochtes und gebratenes = fast frei von Keimen. Desweiteren werden wirklich nur äußerst selten Antibiotika in Fleischproben gefunden.
    Ich produziere Milch und überprüfe vor jedem Milchverkauf ob sich Antibiotika in der Milch befindet, diese müssen nämlich selbstverständlich bei kranken Tieren eingesetzt werde, die Milch wird dann über einen vorgeschriebenen Zeitraum verworfen. Auch Biobetriebe setzen Antibiotika ein. Die Molkereien untersuchen übrigens auch jede angelieferte Milch auf Antibiotika. Falls sich einmal durch einen Irrtum eine Probe als positiv herausstellen sollte, bedeutet das für mich eine Bußgeld von ca. 3000¬ .
    Desweiteren werden in Tierhaltungen Resistenztests in regelmäßigen Abständen durchgeführt und obwohl es sich bei den eingesetzten Mitteln oft um sehr alte Antib. handelt, treten nur sehr selten Resistenzen auf.
    Ich bin übrigens in meiner Jugend zwei Jahre lang mit Antibiotika wegen einer Akne behandelt worden ohne das auch nur einmal ein Resistenztest gemacht worden ist. Auch während Krankenhausaufenthalten sind diese bei mir nie durchgeführt worden.
    Massentierhaltung? Großküchen wird nicht selten zur Auflage gemacht, nur Eier aus Käfighaltung zu verbrauchen da diese weniger mit Salmonellen behaftet sind. In Freilandhaltung in Scheiße und Matsch stehende, aasfressende Hühner (von toten Mäusen bis..) weisen nämlich nicht selten hohe Salmonellenzahlen auf.
    Die Meinung von Akiem und H. beruhen nicht auf Wissen sondern sind nur Ausdruck einer gesättigten Gesellschaft. Was nicht stimmt ist die Kommunmikation zwischen Verbrauchern und Landwirten. Diese wird zu großen Teilen von der Lebensmittelindustrie bestimmt.

    caMi
     
  12. caMi

    caMi New Member

  13. rmweinert

    rmweinert New Member

    ... und mir, als Pommesbudenangestellter geht's gut, weil ich täglich Burger, Pommes und Cola zu mir nehme :) is wie Medizin!

    Mike
     
  14. Performator

    Performator New Member

    Ja, warum sind eigentlich die landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr ökologisch? Kann es nicht auch an der jahrzehntelangen Aufbringung von hochkonzentrierten Pestiziden und Mineraldüngern liegen?
    Klar, jetzt ist es also eh schon Wurscht: also weiter so? Mit nichten.
    Auch ich leg lieber ein paar Euro mehr auf den Tisch, um diejenigen zu unterstützen, die nicht Kunstdünger und sonstige Chemie dem Naturkreislauf zuführen.
    Und - komisch - aber dein Karottenbeispiel kenne ich genau anders: Weil die Ökorübe sich selbst gegen Schädlinge verteidigen muß und keinen Chemiebodyguard hat, baut sie Substanzen wie Acetylsalicylsäure (=Aspirinwirkstoff)auf, um sich zu schützen. Wie nicht nur die Schulmediziner und Bayer Leverkusen, sondern auch einige nicht ganz so verbohrte Homöopathen wissen, ist eine kleine Menge davon sogar lebensverlängernd.
    OK, die Konservierungsstoffe, die man in Massenlebensmitteln mitschluckt, halten Dich auch länger am Leben, aber in welchem Gesundheitszustand?
    Genug gemault, auch die konventionelle Landwirtschaft hat Möglichkeiten, die Chemie so dosiert einzusetzen, daß sie sich nicht hochdosiert in den Pflanzen oder Tieren ablagert, z.B. durch integrierten Pflanzenschutz. Aber Dir als Landwirt, der so fortschrittlich denkt, daß er einen Mac benutzt brauche ich das ja wohl nicht zu sagen.
    Ach ja: Wenn mein Arzt zu mir sagt, daß da und da nur ein Antibiotikum hilft, muß er mir schon Rede und Antwort stehen und Alternativvorschläge bringen. Denn noch so eine dieser schlauen Statistiken besagt, daß auch bei Ärzten der Anteil an unfähigen Vertretern nicht geringer als bei anderen Berufsständen. Und da ist dann schon mal so ein bequemes Allzweckantibiotikum gleich verschrieben.
     
  15. Haegar

    Haegar New Member

    ...da könnte ich dir aber sehr viele andere Seiten präsentieren:
    z.B. http://www.uni-giessen.de/~gk1415/veg-leben.htm

    Möchte aber hier auch klarstellen, dass es natürlich überall schwarze Schafe gibt und nicht alle Bauern (ob konventionell oder "öko") diesen kriminellen Praktiken frönen...
    Aber einige Kommentare von dir nerven mich schon ("Die Meinung von Akiem und H. beruhen nicht auf Wissen ...", woher nimmst du dir diese Freiheit für diese Behauptung?)oder z.B. "...Rinderhalter (von allen erzeugten Masttieren die mit Abstand natürlichste Haltung)".
    Ich weiß ja nicht wie deine Rinder gehalten werden, aber was bei manchen Großbauern abgeht, hat leider nix mehr mit natürlicher Haltung zu tun...
    Und deine Reaktion über die Künast ist doch dieselbe! Wenn ich jetzt schon wieder den Sonnleitner vom Bauernverband höre, der die Künast dafür verantwortlich macht, also da hört es bei mir wirklich auf!
    Anstatt zu versuchen, wirklich gemeinsam die Zustände zu verbessern, geht es nur wieder um gegenseitige Schuldzuweisungen, Häme und Verteidigung alter Politik, wie leider anscheinend überall :-(
     
  16. danilatore

    danilatore Moderatore Mitarbeiter

    <<<noch nie die haltung und aufzucht auf einem biohof gesehen?>>>

    .. von möhren?

    nö.
     
  17. danilatore

    danilatore Moderatore Mitarbeiter

    <<<noch nie einen tiertransport auf einem autobahnrastplatz gesehen?>>>

    ... doch. na und?
    meinst du die viecher vom biohippi werden nicht so verfrachtet?

    ?d.
     
  18. charly68

    charly68 Gast

    also ehrlich gesagt ist mir das egal, das sowas kommen würde war klar.

    andere nationen leben auch und essen weit mehr schadstoffe als wir. ich halte nichts davon kontrolliert einzukaufen. das bringt eh nichts, es sei den zu kontrollierst selber. aber dafür brauchst du ein labor gelle ...

    gruss, charly

    auf zu burger king :))
     
  19. terkil

    terkil Gast

    Gegessen wird, was auf den Tisch kommt !
    Is sowieso alles verseucht....
     
  20. Harlekin

    Harlekin Gast

    >>"warum werden wir eigentlich immer aelter?"

    Hauptsaechlich doch wohl eher wegen der verbesserten flaechendeckenden medizinischen Versorgung und allgemeinen Hygiene. Und weil in der Statistik seit 60 Jahren keine Kriegstoten einfliessen muessen (laengste Friedensphase in der Geschichte Europas)
    Man sollte besser fragen, warum leiden immer mehr Menschen an sog. "Zivilisationskrankheiten", wie Krebs und Allergien?

    Das Recht auf reine, chemisch unbelastete Lebensmittel sollte in das Grundgesetz aufgenommen und Gesetze und Massnahmen fuer eine komplette Umstellung initiiert werden.
    Leider ist Chemie-Food ein grosses Geschaeft mit einer grossen Lobby (Mafia?).
    Die Bio Betriebe (Herstellung, Vertrieb, Zulieferer), nach der denkbar strengsten Formel fuer "Bio", sollte man von der Steuer befreien, damit sich jeder solche Lebensmittel leisten kann.

    Wenn ich im Bio Laden einkaufe, zahle ich im Schnitt das Doppelte. Man kann zwar (und sollte) auf andere Konsumgueter zu Gunsten gesunder Nahrung verzichten, nicht wenige haben diese Moeglichkeit aber nicht und sind froh, wenn sie ihre Familie mit den "normalen" Billig-Lebensmitteln ernaehren koennen.
    Zudem ist es meistenorts immer noch schwierig Bio Laeden in der Naehe zu finden.

    Ausserdem bin ich der Meinung, dass "Bio Nahrungs- und Lebensmittelkunde" als Haupt- und PflichtFach bereits in den Schulen gelehrt werden sollte. Das ist sicher wichtiger als so manch anderer ueberfluessiger Kram.

    Harlekin

    .
     

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