Wie herzlos müssen Eltern im Fall des kleinen Kevin sein?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von TomPo, 4. Januar 2007.

  1. TomPo

    TomPo Active Member

    Obduktionsbericht im Fall Kevin
    Gerichtsmediziner bestätigen Misshandlungen als Todesursache


    Die Gerichtsmedizin hat in Bremen ihr Gutachten zur Todesursache des kleinen Kevin vorgelegt. Erst jetzt könne man das Martyrium des Kinders erahnen und es übersteigt jede Vorstellungskraft, sagte zu Beginn der Pressekonferenz der Leiter der Bremer Staatsanwaltschaft Dietrich Klein. Kevin hat nach offiziellen Angaben in seinem kurzen Leben Knochenbrüche an Armen, Beinen und am Schädel erlitten. Er wurde so schwer misshandelt, dass er an den Folgen starb. Einige Gliedmaßen wiesen mehrere Brüche an den gleichen Stellen auf. Die Leiche des Kindes sei äußerst genau und detailliert obduziert worden, daher sei das Ergebnis erst jetzt fertig gestellt worden. Beteiligt waren dabei die Bremer und Hamburger Gerichtsmedizin sowie zahlreiche unabhängige Sachverständige. Die Leiche des Kindes wurde radiologisch und toxikologisch untersucht, außerdem gab es eine Computertomografie. Es sei unwahrscheinlich bis ausgeschlossen, dass Unfälle oder Ungeschicklichkeiten des Kindes dafür die Ursache waren, so der Obduktionsbericht weiter. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sei das Kind schwer mißhandelt worden. Das Gutachten wurde gemeinsam von der Rechtsmedizin des Klinikums Bremen-Mitte und des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf erarbeitet. Der zweijährige Kevin, der unter Obhut des Jugendamtes stand, aber in der Wohnung des ehemaligen Lebensgefährten seiner toten Mutter belassen worden war, war am 10. Oktober 2006 tot im Kühlschrank der Wohnung gefunden worden.

    Insgesamt mindestens 25 Knochenbrüche
    Unmittelbar vor seinem Tod, den die Gerichtsmedizin auf den Zeitraum zwischen Ende April und Anfang Mai 2006 eingrenzte, habe Kevin fünf Knochenbrüche erlitten. Diese hätten eine Embolie ausgelöst, die zum Versagen der Lunge und in Folge zum Tode geführt haben. Der genaue Todeszeitpunkt ließe sich nicht mehr feststellen, hieß es. Der jetzt genannte Zeitraum liege aber deutlich früher, als bislang angenommen. Bei der Obduktion wurden zudem weitere 20 Brüche festgestellt, die älter waren. Außerdem sei Kevin unterernährt gewesen. Der Zweijährige hatte unter Amtsvormundschaft gestanden. Sozialarbeiter hatten ihn zuletzt im April 2006 gesehen.
     
  2. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Es ist leider so, daß man Kinder weniger vor Fremden als vor den eigenen Eltern oder engen Verwandten warnen müßte. Diese stellen statistisch eine größere Gefahr für Leib und Leben dar als Fremde.

    :frown:
     
  3. appelwoi

    appelwoi New Member

    Leider wird sich da für die Eltern schon ein mildernder Umstand finden - läuft in unserem Rechtstaat doch immer so (Trauma in der Kindheit des Vaters etc....) - das war Mord und kein Totschlag - wer ein Kind derart mißhandelt nimmt den Tod zumindest billigend in Kauf.
     
  4. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ach ja. Und ich male fix wieder das Bild der tanzenden Rechtsstaat-Gutachter, die mit Hurra-Rufen den Psychopathen bejubeln, den sie in Freiheit getrickst haben.

    *gähn*
     
  5. tob

    tob OS Xmas

    Das Kind bei diesen "Eltern" zu lassen war jedenfalls fahrlässig.
     
  6. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Das war mehr als nur fahrlässig. Die Mutter war ja tot, der Vater gar nicht der Vater und zudem drogensüchtig. Was dann ein Jugendamt bewegt, das Kind in dessen Obhut zu lassen, weiß wohl nur der Sachbearbeiter selbst.

    :meckert:
     
  7. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Wenn man eben das ganze Geld zur Beseitigung der Schlaglächer ausgibt, damit keiner seinen Frontspoiler verliert, bleibt eben recht wenig Kohle für das Jugendamt. Könnte ich mir vorstellen.
     

Diese Seite empfehlen