Wie macht ihr Weissabgleich?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von starwatcher, 21. Februar 2005.

  1. starwatcher

    starwatcher New Member

    da irgendwie weder soft- nochhardware, frag ich als laie mal hier die fotoexperten.
    Am wochenende war ich mal wieder im Aachener Dom zum fotografieren unterwegs. Diesmal lag der schwerpunkt auf den gewölben des unteren umgangs. Wer den Dom kennt, weiss, dass diese gewölbe sehr,sehr spärlich (nämlich eigentlich so gut wie gar nicht) beleuchtet sind.
    Da mir die Domverwaltung freundlicherweise schonmal den einsatz eines monopods erlaubt hat, konnte ich wenigstens versuchen, mal bis auf eine halbe sekunde belichtungszeit zu kommen. Bei dem versuch blieb es aber auch. Alles über 0,2 sec war unbrauchbar...
    Das grösste problem aber wurde der weissabgleich. Ich habe die meisten fotos ohne anpassung geschossen, ergebnis ein satter grünstich.
    Wie macht ihr das in der praxis: reicht das, ein normales DIN A4 blatt mit sich zu führen und darauf abzugleichen oder ist da mehr "hitec" verlangt?
     
  2. DieterBo

    DieterBo New Member

    weißes Papier reicht .

    leichter Grünstich bedeutet aber auch das Du mit dem tageslichtabgleich fotofiert hast. Hast Du den fest eingestellt oder war dieser auf Automatik
    Ansonsten würde ich immer erst den kunstlicht festwert testen.
     
  3. starwatcher

    starwatcher New Member

    tageslichtabgleich stand auf automatik. Zusätzlich gab es etwas zusätzliches licht durch einfache glühbirnen und aufgehängte lampenschalen, also mischlicht.
    Das problem ist, dass beim anvisieren der gewölbedecke im sucher fast nichts zu erkennen ist, da die deckenornamentik sehr dunkel ist und licht schluckt. Ich werde in 3 wochen wieder vor ort sein und den nächsten versuch starten...
     
  4. turik

    turik New Member

    Und zum Weissabgleich bei schwachem Licht anstatt weissses Papier ein Stück Graukarton nehmen, das bringt mehr Farbumfang im lauen Bereich.

    (Tipp ©tambo)
     
  5. petervogel

    petervogel Active Member

    mischlicht ist immer so eine sache. so wie du die sache angehst, würde ich dir raten die bilder im Raw-Format zu schiessen, falls deine kamera das anbietet. dann kannst du den weissabgleich später durchführen ohne qualitative verluste zu haben.
     
  6. starwatcher

    starwatcher New Member

    da ich nun laienhaftester laie bin, muss ich da mal nachfragen: ist das eine art "standartisierter" graukarton oder ein stück schuhkarton? :embar:
     
  7. starwatcher

    starwatcher New Member

    ja, die kamera ermöglicht auch RAW format. Habe ich allerdings noch nie mit gearbeitet, da ich mit normalen JPGs schon genug kämpfe... Werde ich mich aber mal dranbegeben.
     
  8. Tambo

    Tambo New Member

    Das grau muss absolut neutral und nicht zu dunkel sein.

    Idealerweise ein helles Grau , also NICHT die Kodak 18 %-Reflexions-Karte, da zu dunkel und für Film angepasst.

    Die digitale Grau -referenz ist in PS; RGB-Werte: 196/196/196.
    Drucke mir das auf dem s/w-Laser aus, ist dann garantiert neutral. Ein leichtes grau verhindert - gegenüber dem weissen Papier- das die Tiefen (Schatten) einen Farbstich aufnehmen können.

    Und natürlich, wie es petervogel bereits ausführte: RAW ist für solche Aufnahmen der Platzhirsch. Und wennschondennschon: Das Grau abfotografieren, diese Aufnahme - in den kameraeigenen Einstellungen als manuellen Weissabgleich (Custom WB = WhiteBalance) eingeben - die darauffolgenden Aufnahmen sind nun automatisch richtig abgegelichen. Bei neuen Licht- /CF-Kartenwechsel ist natürlich ein neuer Weissabgleich durchzuführen.
     
  9. maiden

    maiden Lever duat us slav

    "standardisierter" Graukarton ist eine sogenannte geeichte Graukarte mit einem exakt definierten neutralen Grau, das etwa 18 Prozent Reflektionsvermögen aufweist. Man mißt mit dem Belichtungsmesser odie Karte vollständig, also formatfüllend an.

    Für die Digitalfotografie gibt es noch mal spezielle Graukarten.
    Und wie Du es auch machst, sie zu, daß Du den Abgleich natürlich in dem Licht machst das auf das Motiv strahlt.
    Die Karte oder das Stück weißes Papier müssen also das gleiche Licht erhalten wie das Motiv.
     
  10. starwatcher

    starwatcher New Member

    danke für die ausführlichen erklärungen! Da bin ich mal gespannt, wie ich es umgesetzt bekomme. Da ich keinen laserdrucker habe, muss die graukarte dann vom tintenpinkler gedruckt werden. Wird schon werden...

    Der vollständigkeit halber schiess ich aber noch eine frage nach: ab wann ist licht denn "schwach" genug, dass man von weiss- auf graukarte wechselt? Gibt's da eine faustregel?
     
  11. Tambo

    Tambo New Member

    Mit dem Tintenpisser kann das kritisch werden, da die meisten TP nicht präzise grau drucken. Ev. findest Du in einem Papierladen ein neutrales Grau.

    Grau oder Weisskarte: Hat nix mit dem vorhandenen Licht zu tun; verwende selbst immer das PS-RGB 196/196/196. Mit dem hellen Grau stellst Du lediglich sicher, dass der Abgleich nicht nur für den Bereich der Lichter (weiss) sondern auch für die dunklen Töne (Schatten) korrekt durchgeführt wird. In den Schatten können eher Farbstiche auftreten, als in den Lichtern.
     
  12. starwatcher

    starwatcher New Member

    ja, prima. Dann hab e ich alles an infos, die ich momentan brauche.
    Nochmal herzlichen dank euch allen! In ein paar wochen kann ich dann bericht erstatten, wie's gelaufen ist...
     
  13. Pahe

    Pahe New Member

    Hallo,

    noch eine blöde Frage nachgeschossen:

    Kriegt man mit den Graukarton auch den Grünstich durch die Leuchtstoffröhren etwas weg oder ist das nur im Zuge der Nachbearbeitung möglich.
    Ich frage das deshalb weil die Nacharbeit schwieriger wird, wenn sich das Auge an zuviel grün gewöhnt hat .
    Gruß
    Pahe
     
  14. starwatcher

    starwatcher New Member

    ich hab mal so eine graukarte mit PS Elements 2 erzeugt (196-196-196). Das sieht aber arg duster aus...

    nanu, wo isset denn?
     
  15. maiden

    maiden Lever duat us slav

    Graukarten soll man sich ja auch nicht ausdrucken, sondern sie kaufen. Das sind Karten mit genau definiertem Grau. Ist doch wohl klar, daß du das aus deinem Tintenspritzer nur mit viel Glück und durch Zufall genau so hinbekommst.
    Dann nimm für den Weißabgleich lieber ein Stück weißen Karton, wenn du dir die Ausgabe für die Graukarte nicht machen willst.
     
  16. starwatcher

    starwatcher New Member

    ne, ich hab sie noch nicht gedruckt, seh das teil nur auf dem monitor. Aber ich bin mal wieder zu blöd, das bild hier dranzuhängen, da ich das im schnitt alle 5 jahre einmal mache...:crazy:

     
  17. Tambo

    Tambo New Member

    ist ja keine blöde Frage. Sonder eines der grossen Killerargumente für Digi:
    Die von Dir angesprochenen Grünstiche wurden früher meistens mit ca +30 mag auf den Filmen auskorrigiert, was oft endlose Testserien mit den unterschiedlichen Filmen und Fl-röhren bedeutete. ;(

    Mit digi und einem gescheiten Weissabgleich sind das jedoch peanuts.
    Sicher; FL-Röhren werden nie die Brillanz und Lichtqualität eines Tageslichtes oder eines Halogenstrahlers besitzen. Einen besseren Weg als mit digi/RAW/Custom WB gibts meines Wissens ned.

    Seitdem ich digi fahre, weigere ich mich, unter FL auf Filme aufzunehmen.
     
  18. starwatcher

    starwatcher New Member

    so, ist das teil jetzt da? Mein gott, wat hat dat gedauert - ich werde alt...
     
  19. Tambo

    Tambo New Member

    im Anhang ein 196/196/196. in PS, Farben = C4C4C4
     
  20. starwatcher

    starwatcher New Member

    danke, Tambo, mir ist da gerade ein fehler unterlaufen. Deine karte passt exakt zu dem, was ich jetzt auch bei mir sehe.
    Das teil schicke ich mir in die firma und drucks auf einem laserprinter.
     

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