Wir haben einen Präsidenten, der den Namen verdient.

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Macziege, 15. März 2005.

  1. Macziege

    Macziege New Member

    Endlich einer, der sich einmischt und den Finger in die Wunden der Politik legt. Zwar liegt der ganze Text der Rede noch nicht vor, aber die Kritik ist positiv und das heisst schon was.
     
  2. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt lobte, Köhler habe der Wirtschaft "in vielen Punkten aus dem Herzen gesprochen".

    Glaube nicht, dass ich gerne vom Hundt gelobt werden will.
     
  3. Macziege

    Macziege New Member

    Trittbrettfahrer, die von der sache nichts verstehen gibt es immer wieder!

    Was würdest du z. B. ohne maiden machen?:tongue:
     
  4. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Dies wiederum glaube ich dir gern. :klimper:

    Und wenn die Rotgefiederten erstmal begriffen haben, was er alles gesagt hat, werden sie wieder wild rumflattern und seine "Neutralität" einklagen... :rolleyes:

    Aber warum über den Präsidenten reden - lassen wir ihn doch ein paar Sätze selbst sprechen:

    "In Deutschland sind offiziell 5,216 Millionen Menschen arbeitslos. Sie werden daher von mir keine Festrede erwarten. Zur Sache also: Deutschland ist sich selber untreu geworden. Wir vernachlässigen schon lange das Erfolgsrezept, das der Bundesrepublik Deutschland nach dem Krieg Zuversicht und Wohlstand, Stabilität und Ansehen gebracht hat. Es gab Zeiten, da sprach noch niemand von Globalisierung, aber der VW Käfer lief in aller Welt - und lief und lief und lief. Damals galt in der Bundesrepublik eine Ordnung, die Leistung ermutigte und sozialen Fortschritt brachte.

    Diese Ordnung ist im Niedergang, weil immer neue Eingriffe sie schleichend zersetzt haben, selbst wenn sie gut gemeint waren. Seit Jahrzehnten fallen Bundes- und Landesregierungen und nicht zuletzt Brüssel immer neue Auflagen und Regulierungen für die Wirtschaft ein, Wirtschafts- und Sozialverbände haben das Ihre dazu getan, die Tarifpartner schlossen Verträge zu Lasten von Dritten, und die Bürger ließen sich gern immer neue Wohltaten versprechen und Geschenke machen. Deshalb ist die Arbeitslosigkeit über Jahrzehnte immer weiter gestiegen....

    ...Es sind dicke Reformbretter, die wir bohren müssen."
     
  5. derschwabe

    derschwabe New Member

    Was moechtest Du uns damit mitteilen?
     
  6. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Jippiehh!!! Köhler for President!! (wenn ers nicht schon wär)

    Ich kannte den Mann nicht, aber bisher ist er mir mit jeder seiner Reden sympathischer geworden!
     
  7. derschwabe

    derschwabe New Member

    Vor allem ist er eine erfrischende Alternative zu den grauen und von ihrem eigenen System gefangenen Macht- und Berufpolitikern. Egal ob Schroeder, Fischer oder Merkel...
     
  8. SC50

    SC50 New Member

    Warum sollten sie?

    Unter Helmut Schmidt: Oh Gott, wir haben Massenarbeitslosigkeit, wir müssen dringend Reformen machen

    Unter Helmut Kohl: Oh Gott, wir haben Massenarbeitslosigkeit, wir müssen dringend Reformen machen

    Unter Gerhard Schröder: Oh Gott, wir haben Massenarbeitslosigkeit, wir müssen dringend Reformen machen

    Unter Angela Merkel: .....

    Ja, man muß dicke Bretter bohren, nur leider sind die Bohrer erschreckend dünn.
     
  9. lwc

    lwc New Member

    Es scheinen ja klare Mehrheiten für DEN Präsidenten zu geben?!

    Ich messe die Leute an Taten nicht an Worten. Viele Taten konnte er bisher nicht vorweisen.
    Wie wäre es, ein zukünftiges, zustimmungspflichtiges Gesetz wieder an den Bundesrat zurückzureichen, weil es den präsidial "notwenigen Reformen" nicht genügt?
     
  10. Macziege

    Macziege New Member

    Welche und wie viele hat er denn durch gewunken, deiner Meinung nach?
     
  11. lwc

    lwc New Member

    Meines Wissens keine.
    Sind ja auch keine abgeliefert worden ;)

    Deshalb sag ich ja : abwarten!
     
  12. SC50

    SC50 New Member

    Das nenne ich mal ein geniales Konzept.
    Der Bundestag verabschiedet ein Gesetz, der Bundesrat gibt es zurück, der Bundestag verabschiedet es nochmal, der Bundesrat wird nicht mehr gefragt, der Bundespräsident gibt es zurück ..........

    Wer brauch schon Gesetze, willkommen in der Anarchie
    :rolleyes:

    Föderalismusreform mal anders.
     
  13. derschwabe

    derschwabe New Member

    Naja, das ist ja leider sein "Problem": Als Bundespraesident ist er verfassungsgemaes ein Mann der Worte und nicht der Taten. Auch Gesetze kann er damit nicht einfach beliebig zurueckweisen. Damit wuerde er seine Befugnisse ueberschreiten.

    Insofern ist Horst Koehler vor allem seinem Vorgaenger schon weit voraus. Denn mit seinen Reden hat Koehler in seinem ersten Jahr schon mehr bewegt als Rau in fuenf.
     
  14. SC50

    SC50 New Member

    Kleiner Nachtrag, kennst du noch den Mann mit dem "Ruck"?
     
  15. oli2000

    oli2000 Rest-Optimist

    Präsident ist in dem Sinne eigentlich kein Name, sondern ein Titel, wobei es bestimmt auch irgendwo einen Horst Präsidenten geben wird.
     
  16. Macziege

    Macziege New Member

    Ich berichtige, der den Titel zu Recht trägt. Ich wette, außer dir hat das jeder so verstanden!:tongue:
     
  17. Convenant

    Convenant Haarfestiger

  18. maiden

    maiden Lever duat us slav

    muß man sich darüber wundern, daß ausgerechnet der Arbeitgeberpräsident den Bundespräsidenten lobt? Wo ein Herr Hundt doch im Verein mit seinen "wir fordern"-Freunden maßgeblich mit für das verantwortlich ist, was eben jener Bundespräsident jetzt beklagt.


    Im Übrigen bin ich dafür, daß Angela Merkel BundespräsidentIn wird, oder Herr Stoiber, oder Herr Koch.

    Dann dürfen sie keinen Stuß mehr labern.
     
  19. Pahe

    Pahe New Member

    Hallo,

    Lob nur von einer Seite ist, mit Verlaub gesagt, verdächtig.
    Der Bundespräsident hat ja ein durchaus gefestigtes Sozialverständnis. Gerade deshalb hätte ich auch erwartet, dass das Thema Verantwortung den obersten Rang hätte einnehmen müssen.
    Alles der Globalisierung und dem Markt unterzuordnen und ein Sozialsystem nach Gutdünken der Wirtschaft ohne Verantwortung wird diesen Namen nicht verdienen.
    Das ein Sozialsystem für Notfälle dienen soll und nichts anderes vorgaukeln darf ist wohl klar. Auch die Selbstverantwortung derer die es in Anspruch nehmen ist zu unterstreichen nur muß im gleichen Atemzug die Verantwortung derer eingefordert werden, die für den Notstand ursächlich sind. Hier wagt sich wieder einmal keiner daran zu rühren.
    Die Sozialverantwortung des Eigentums ist in der Verfassung festgelegt worden. Bei Hartz IV - Kandidaten wird dies klar gefordert. Selbst nichteheliche Lebensgemeinschaften werden benutzt (durchaus zu Recht) um die Sozialverantwortung des Staates zu mindern, d.h. wenn in einer solchen Gemeinschaft das Vermögen eines Partners mit in die Pflicht genommen wird, ohne dass daraus auch Rechte entstehen.
    Die Sozialverantwortung derer, die aufgrund ihrer Stellung und ihres Honorars die Arbeitsplätze schaffen müßten tun in Mehrheit nicht das geringste dazu sondern eher das Gegenteil.
    Hierzu hätte ich vom Bundespräsident ein klares Machtwort erwartet. Aber auch er hat gekniffen.
    Man kann die Lohnnebenkosten auf Null senken, die Arbeitszeit verdoppeln bei Lohnhalbierung und die Unternehmenssteuern aussetzen sowie die Subventionen für Unternehmen zu Lasten der Bevölkerung verdoppeln so werden verantwortungslose Unternehmer trotzdem nicht müde werden neue Forderungen aufzustellen und Mitarbeiter freizusetzen. Dies mit dem Argument, dass irgendwo auf der Welt noch niedrigere Löhne bezahlt werden und man doch konkurrenzfähig bleiben müßte.
    Dies ist Sozialverantwortung verkehrt - das Gesamte Volk ist für die Maximierung der Gewinne und dem Wohlergehen einzelner verantwortlich.
    Wenn Hundt den Bundespräsidenten lobt und im gleichen Atemzug noch weitergehende Forderungen aufstellt, dann sollte auch jeder die Absicht dahinter erkennen und der Bundespräsident müßte auch erkennen, dass er einen Fehler gemacht hat oder etwas versäumt hat. Das würde auch gelten, wenn das Lob von der anderen Seite gepaart mit neuen Forderungen gekommen wäre, wenngleich die Situation das eher verlangen würde.

    Wenn ich mir den Pakt für Berufsbildung ansehe, so wurde der von Hundt und Konsorten samt Wirtschaftsminister geradezu tosend als Erfolg gefeiert. Wenn man die Sache nüchtern betrachtet, ist es ein Riesen-Mißerfolg. Die fehlenden Lehrstellen und darüberhinaus wurden als Minimalqualifizierung ausgelegt und ohne jegliche Verpflichtung zur späteren Übernahme. Die Mehrzahl der übriggebliebenen Lehrstellenanwärter aber wurde in die ohnehin schon überlasteten Berufsfachschulen zu einer ebenfalls (2-jährigen) Geringqualifizierung abgeschoben und sind so erfolgreich aus der Statistik getilgt. Dort geht es dann wegen der Überlastung zu Lasten der Qualität für alle.
    Wenn dann jemand von Chancengleichheit spricht, so ist das zynisch. Der Zugang mag für alle verfügbar sein. Die Chancen der Inanspruchnahme dagegen nicht und es ist ist der Gipfel an Zynismus wenn man denen, die sich Bildung nicht selbst leisten können dann die Selbstdiskriminierung vorwirft.

    Der Bundespräsident hat hier, obwohl ich ihn sehr schätze, seinem Amt und der Bevölkerung einen Bärendienst erwiesen, indem er von der wahren Verantwortlichkeit ablenkte.

    Gruß
    Pahe
     
  20. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Denk’ dran, macixus, wenn geändert (also weiter für Angestellte und Arbeiter verschlechtert) wird, sind nicht nur die dran, die im Augenblick die Renten erwirtschaften, sondern auch die, die sie verbraten!

    Ist ja immer ganz angenehm, mit eines anderen Mannes Arsch durch’s Feuer zu reiten.

    Was ich nicht so recht glaube ist, daß Köhler auch unter einer CDU-geführten Bundesregierung dies so sagen würde. Man möchte ja nicht die Hand beißen, die sich damals für einen hob.
     

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