Wo bleibt der Berlin-Bericht?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von macixus, 3. Januar 2003.

  1. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Was haben wir mit Ritter Dudi gebangt, ob er Berlin findet und wie die dortige Confiture mundet...Die Berliner ihrerseits haben ein mächtiges Feuerwerk ihm zu Ehren gezündet und alle Leuchtreklamen auf korrekte Schreibweise überprüft.

    Und was macht Convi?

    Er macht das Licht aus, statt uns hier einen Hauptstadt-Report abzuliefern.

    Oder kommt da noch was?
     
  2. charly68

    charly68 Gast

    convi hängt noch am brandenburger tor. das licht geht abends immer automatisch aus *g*
     
  3. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Bist du sicher? Ich dachte, ich hätte ihn oben drauf in dem Pferdefuhrwerk gesehen, wie er die Peitsche schwingt. ;-)
     
  4. Singer

    Singer Active Member

    Die Convenante als apokalyptischer Reiter - das paßt!

    ;-)
     
  5. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Sponsored bei Audi...Heißt das Ding da oben drauf nicht irgendwas mit "Quadro"? ;-)
     
  6. Rotweinfreund

    Rotweinfreund + Jevers Liebhaber

    ....wie ist Convi unterwegs? Hier und auch in und besonders aus Berlin heraus braucht man jetzt für die Schuhe Schneereifen!
    Und Schuhe und Convenant: ein antagonistischer Gegensatz (?)
    Irgendso etwas habe ich noch im Gedächtnis.......
    R.
     
  7. grufti

    grufti New Member

    Fast richtig.
    Das Pferdefuhrwerk war notwendig, um die männliche Landpomeranze aus dem Sündenpfuhl einer Großstadt wieder rauszuziehen.
    :)
     
  8. Singer

    Singer Active Member

    In diesem Zusammenhang ist "4x4" ausnahmsweise mal nicht übertrieben.

    :)
     
  9. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    So wie ich seine Treter in Erinnerung habe, gehen die durchaus auch als Schneereifen durch. Aber was ist mit Schal, Mützchen und Fäustlingen, wenn es da noch so kalt ist?
     
  10. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    >Aber was ist mit Schal, Mützchen und Fäustlingen, wenn es da noch so kalt ist?

    Hör bloß auf, ich bin in Karlsruhe losgefahren, da hatte es 12° Celsius. Kein Pullover, kein Schal, die Handschuhe wirklich nur zufällig noch in den unendlichen Weiten meines Rucksackes vergraben. Hui war das frisch dann in Berlin!
     
  11. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    >Er macht das Licht aus, statt uns hier einen Hauptstadt-Report abzuliefern.

    Gemach, gemach. Ich weiß zwar nicht, ob ich noch alles stimmig zusammengereimt bekomme aber ich versuche es jetzt einfach mal...

    Wie ihr ja alle wisst, bin ich am 30. Dezember nach Mettingen zu meinem guten Freund DT aufgebrochen. Das Wetter war lau, die Lüftchen warm, so bin ich dahin Zug gefahrn. Über Stuttgart. Dort machte ich kurz Rast, um in der Landeshauptstadt von Ba-Wü für meine Gastgeber in Berlin vielleicht eine Flasche Seckt o. vgl. zu kaufen.

    Ja, so stieg ich aus dem Zug, verließ den Bahnhof und fand mich in der grauenhaftesten Fußgängerzone ever wieder. Die Menschen drängten, ja sie brandeten förmlich mit ihren Einkaufstüten und Taschen gegen die äußeren Begrenzungen dieser alptraumhaften, sogenannten Flaniermeile. Na Danke schön. Vielleicht mag man sich als Homo Robustus in diesem Geschiebe und Gedränge wohlfühlen, ich jedoch hab es gerade so geschafft mir eine Zahnbürste und etwas Zahnpasta zu erjagen. Hernach nichts wie in die S-Bahn, Linie Eins (nicht zu verwechseln mit diesem gleichnamigen Lied über die Berliner S-Bahn-Linie Eins) ab nach Esslingen-Mettingen.

    Großartiges Örtchen, 17.10 Uhr ausgestiegen, ganz Mettingen scheint wie ausgestorben (Ist dort vielleich der böse Virus aus Resident Evil eingeschleppt worden?!) doch halt, in der Urban Stube brennt noch Licht, und ein Zettelchen an der Türe macht darauf aufmerksam, dass hier für 20 ¬* an tollem Mitternachtsbuffet mit Party teilgenommen werden kann. Hmm, klingt ja auch nicht so schlecht. Doch stracks weiterjeloofen, wie der Berliner denken würde und schon stand ich vor der Villa Schenkenberg, dem Wohnsitz meines verehrten Freundes.

    Gar herzlich wurde ich dann empfangen, auch von den übrigen WG-Genossen, von denen übrigens einer Vegetarier ist, doch dieses hier nur am Rande. Dieser bekam natürlich nichts von dem leckeren Hähnchen mit Kartoffelpü und Wirsing mit Tomaten, welches mir sehr mundete, ab. Nach dem Essen wurde selbstredend noch ein wenig gescherzt und gelacht und dann war auch schon Zeit fürs Bettchen. Ich durfte wie immer im Gästezimmer schlafen, doch ihr ahnt es nicht welch ungemach mich sogleich überfiel. Aufgrund umfassender elektrosarnierungsmaßnahmen wurde einige Tage zuvor das Antennenkabel durchtrennt! Shocking!

    Doch was bleibt einem hier schon über. willig fügte ich mich nach einigen trockenen, sehr trockenen und schmerzhaften Schluchtzern meinem Kismet und packte eines meiner frischgekauften Bücher aus, die ich mir doch eigentlich für die Bahnfahrt Dresden-Berlin gekauft habe. Und schon bald konnte ich meine kleinen Äuglein nicht mehr offenhalten und begann meinen langen traumlosen Schlaf...

    *können auch 10 ¬ gewesen sein, weiß nicht mehr genau

    So wirklich Fortsetzung gewünscht wird, bitte melden ;)
     
  12. >>So wirklich Fortsetzung gewünscht wird, bitte melden ;) <<

    Nicht, wenn das noch einen weiteren Schreibfehler bedeutet.
     
  13. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche...
    :)
     
  14. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Na klar fortsetzen! Bis jetzt sind wir doch erst in Mettlingen. Da ist's noch weit bis Berlin und mannigfache Abenteuer harren der flitzebogengespannten Leserschaft!

    P.S.
    Besonders interessiert uns
    - warst du tatsächlich oben auf dem Brandenburger Tor?
    - gibt es tatsächlich soviel Hundescheisse auf den Trottoirs wie immer gerühmt wird?
    - essen die Berliner wirklich Käse mit Honig?
    - durftest du auf Harlequins Harley mit durch die Revolutionsscene brausen?
    - hast du was an die Toilettenwand des Bundeskanzleramts und/oder des Reichtags geschrieben?
     
  15. Lenk´nicht ab ;)
     
  16. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Das Dunkel lichtet sich leicht.

    Hatte vermutet, ER wäre schon zurück in der Heimat, da er wieder unter "Convenant" gepostet hat und nicht mehr unter "MP".

    Für die Gehirnsuche flach atmen, Corega Tabs in Wodka auflösen und schnell trinken. Danach ist alles wieder "laut und klar" :))

    P.S. Klar interessiert uns dein Report als Gegenstück zu des Ritters Minnesang!
     
  17. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Wach wurde ich durch ein Klappern in der Küche und dem Quitschen, ja beinahe ein Miauen, der dazugehörigen Küchentür. Nach ausgiebiger Katzenwäsche gab es Butterbrezel und Speckbrote die gemeinsam am Tisch verzehrt wurden, an welchem auch die weitere Tagesplanung erarbeitet wurde. Zunächst wurden weitere Brezn bebuttert, Schrippen mit kaltem Braten, Bauchspeck und Käse belegt.

    Nach Instandsetzung meines Schlafgemaches mit Reorganisation des Rucksackinhaltes, komisch, wieso sind denn da Handschuhe drin, muss ich wohl vergessen haben, ging es mit Taschen bepackt zu DTs Wunderauto, ein Citroen DX*. Nach einem kurzen Halt an einer Tankstelle, an welcher ich Amibrause und Gummiteile erstand, ging es auch schon bald auf die Autobahn und ab Richtung Dresden. Denn dort wurde DT und seine Gefährtin bereits erwartet.

    Zur Autobahnfahrt daselbst läßt sich wie immer herzlich wenig sagen, es gab hier und da etwas Schnee, einen Unfall haben wir nicht bemerkt, doch als wir kurz vor Dresden waren rief DTs Mutter an, und klärte uns darüber auf, dass soeben in der ersten Reihe von Schneechaos berichtet wurde, und zwas an einer Stelle der Autobahn welche wir gerade vor 15 Minuten passiert hatten. Na so ein Glück mag da so mancher denken, ich meine dass ist selbstverständlich, schließlich wurde ja auch ich erwartet.

    Und so fuhren wir dann wenig später durch ein verschneites Dresden, Flutschäden konnte ich keine entdecken, wahrscheinlich weil ich zum Einen kein Artichekt** bin und zum Anderen alles, wie bereits erwähnt, mit weichem, weißem Schnee bedeckt war. DT zeigte mir noch einige Sehenswürdigkeiten, die Semperoper, wo das Radeberger gebraut wird, wenn man dem Frensehen glauben will und der Zwinger, wo wohl gezwungen wird. Und schön und schnell wie die Fahrt war da auch schon der Bahnhof zu sehen.

    Ich verabschiedete mich noch herzlich von meinen Freunden und ging dann wohlgemut mit einem großen Druck auf meiner Blase (Amibrause) ins Bahnhofsgebäude hinein. Sofort erblickte ich das Schild welches mich durch den ganzen Bahnhof hin zur Toilette leitete, von alleine hätte ich sie dort, an dieser abgelegenen Ecke nie gefunden. Prima, diese Leitsysteme. Anständig wie ich bin habe ich die 50 Cent bezahlt und bin nicht über das Drehkreuz gehüpft. Auch wo ich noch gut im Gedächtnis habe, was geschah, als ich das letzte Mal über eine Kette hüpfte, oder besser, hüpfen wollte.

    Da stand ich also am Pissouir, freute mich mal wieder im Stehen zu Pinkeln und aus einem der Separees klangen seltsame Geräusche herüber, entweder ist das Reinigungspersonal hier sehr gründlich, oder, aber dieses überlasse ich gerne der Phantasie des geneigten Lesers.

    Nachdem ich ja in Karlsruhe bereits die Bedienung des Fahkartenautomaten erlernt hatte, von der Schaffnerin im Zug nach Stuttgart dann darüber aufgeklärt wurde, dass sie nicht den Beleg für die Abbuchung von meinem Konto benötige sondern die Fahrkarte welche kurz nach meinem Entfernen vom Fahrkartenautomat ausgedruckt wurde, sie mir jetzt aufgrund meines blöden Gesichtsausdruckes aber glaube, dass ich bezahlt hätte und ich es mir doch bitte für die Zukunft merken sollte, gelang es mir in Dresden unfallfrei meinen Abbuchungsbeleg und meine Fahrkarte dem Automaten*** zu entlocken.

    Die Zugfahrt selbst war wie so oft einfach traumhaft, ich hatte ein Abteil für mich alleine, deckte das Nachtlicht mit einem Schrieb vom Bundesministerium für Landwirtschaft ab und hatte so einen ganz tollen Blick nach draussen auf nächtliche Winterlandschaften, von Zeit zu Zeit konnte man sogar eine Feuerwerksrakete in den Nachthimmel steigen sehen.

    *http://utenti.lycos.it/mondocitroen/CX/images/CX_B.jpg
    ** hihi
    *** http://mercurio.iet.unipi.it/pix/de/misc/ticket_machine/Fahrkartenautomat.jpg
     
  18. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Tröstlich zu wissen, dass die Semper-Brauerei keinen dauerhaften Schaden vom Hochwasser davontrug. Aber selbst wenn: du hattest ja mit Gummiteilen vorgesorgt und hättest mit Hilfe derer leicht den Bahnsteig erpaddeln können. Woran man wieder sehen kann, wie gut Vorsorge ist.

    Wie schön auch, dass du die Hosen runterlässt und ohne Scham zu berichten weißt, welche Tücken ein Fahrkartenautomat so bergen kann. Ehrlich - wer hätte es gewußt? Ich auch nicht.

    Geradezu herzerweichend ist aber, dass uns das Landwirtschaftsministerium unter der begnadeten Leitung von Frau Künast auch im Abteil umsorgt - und sei es, eine grelle Lampe abzudunkeln.

    Mann, was bin ich auf die Einfahrt in Berlin gespannt, wenn jetzt schon Raketen brennen!

    P.S. Dank an Tobias B. Köhler für seine Aufnahme eines Fahrkartenautomaten.

    P.P.S. Hast du bei den Toilettenpreisen wenigstens den Urinalstein mitgehen lassen?
     
  19. gratefulmac

    gratefulmac New Member

  20. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ich brauchte wirklich einige Zeit, bis ich bemerkte, dass irgendetwas anders war als eben noch. Ja, der Schnee! Der Schnee war weg. Bis kurz vor Berlin Schönefeld lag flauschigweicher* Schnee, und jetzt, nichts mehr da! Keine Flocke, kein garnichts! Da hätte ich ja schon vorgewarnt sein sollen, aber ich war schon so aufgeregt, dass ich mir keine Gedanken machte. Der Zug hielt im Ostbahnhof, ich hatte immer noch mein Abteil für mich.

    Endlich Bahnhof Zoo, ich steig aus um wieder da zu sein. Bin mächtig aufgeregt, endlich wieder Berlin, werde ich auch willkommen sein, wo steht der nächste Fahrkartenautomat, jetzt aber schnell eine Wochenkarte für die BVG gekauft, wo ich doch gerade so in Übung bin.

    Klug wie ich nun einmal bin, habe ich längst auf meiner Berlinkarte geschaut wie ich fahren muss, ah, ja, hier lang, und langsam bermerke auch ich es, bitterkalt ist es hier!

    Verdammich, keinen Pullover dabei, keinen Schal! Zum großen Glück, Handschuhe. Handschuhe, warm und weich. Was mich in Mettingen noch irrietierte, hier rettet es mir das Leben. Das ist der Lauf der Welt, alle Dinge um einer her arrangieren sich dergestalt, dass ein Weiterleben möglich bleibt. Ist dies nicht mehr der Fall, so macht solches hernach auch keine Umstände mehr.

    In der U-Bahn ist noch einmal etwas wärmer und da ist auch schon Bellevue, von professionellen BVG-Angestellten werden übrigens die Ehs in Belle alle ausgesprochen. Klingt dann wie Bellewü, ist ja auch richtig, wir sind ja nicht des französisch Mannes** Reich.

    Kaum gefahren heißt es auch schon wieder aussteigen, zwei Stationen U-Bahnfahrt sind natürlich nach dieser langen Anreise wie ein Wimpernschlag einer dir hold lächelnden schönen Maid.

    Kaum habe ich den U-Bahnhof verlassen, die tiefen Wasser überquert, ich schau nochmal kurz im Plan, frag ich eine Vietnamesin in mittleren Jahren nach dem Weg, und, ich war verblüfft, erhielt ich doch kurze präzise und korrekte Angaben über meinen weiteren Weg! Für gewöhnlich bekomme ich hier nur zu hören, Verzeihung, doch ich bin auch nur zu Besuch hier. Famos, ganz famos, wie sich hier, wie bereits bemerkt Eines zum Anderen fügt.

    Ich finde problemlos zur mir zugewiesenen Adresse, die untere Haustüre ist offen. Anhand der Anordnung der Klingeln und einer lesbaren Beschriftung läßt sich auch hier jedes Missverständnis vermeiden und mich an der richtigen Türe Klingeln.

    *denke ich mir so
    *oder der französischen Frauen Reich, wir sind ja hier politisch korrekt!
     

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