wo ist das problem???

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von TOCAMAC, 9. Mai 2003.

  1. TOCAMAC

    TOCAMAC Alles wird gut.

    früher gabs auch schon mehrere foren, das mw-forum war halt das erste, was ich gefunden habe. danach war ich zu faul zum weitersuchen. hääte auch ein anderes sein können!!! gab ja auch alle informationen und eine politische situation, die mir als mw-forum leser und auch teilnehmer viele stunden spannender unterhaltung beschert hat.
    bis montag.
    da wurde durch gewisse veränderungen das mu-forum, in dem ich vorher übrigens nie war zum sammelpunkt vieler mw-ler.
    prima, jetzt geht auch hier die chose ab. ist doch toll. eine weitere möglichkeit, sich zu informieren, zu unterhalten.
    ich jedenfalls werde lustig zwischen beiden foren hin-und herwackeln und wenn ich noch ein drittes wüsste, wo es gut ist, würde ich da wahrscheinlich auch noch vorbeischauen.
    schließlich ist das nicht die katholische kirche, wo du gleich ein ketzer bist, wenn du dich für was anderes zu interessieren anfängst. ich denke mal, das wird gerade alles viel zu eng gesehen.
    schließlich benutzt auch niemand sklavisch nur eine software, um irgendein resultat zu erzielen (ich jedenfalls nicht...ich benutz sogar mehrere betriebssysteme - mir doch wurscht, ob das gerade windows oder mac ist, hauptsache, es funktioniert. wie das mw-forum gerade - ist am pc einfach flotter!!!).
    was premium angeht, auch wurscht, die infos die man will, kriegt man im zwischennetz auch noch an vielen anderen stellen und testberichte - was interessiert letztlich der x-te "cd-rohlinge im vergleich" oder "tastaturputzmittel im härtetest" - äh...test.
    den lese ich nicht mal, wenn er nix kostet, weil ich eh glaube, dass es dafür eine software gibt, wo man die produkte reinhackt und dann auf die "ergebnis generieren"-taste drückt.
    irgendwann muß man eh für alles, was man glaubt, wissen zu müssen, bezahlen - da ist es jetzt schon eine gute übung, auf manche ach so wichtige information kategorisch zu verzichten.
    wahrscheinlich gähnen jetzt eh wieder alle und sagen sich, dass ist jetzt die tausendste wiederholung der wiederholung, mir doch egal, ich hatte eben lust drauf, dass jetzt loszuwerden. wenns jemanden interessiert, kann er/sie es lesen, wenn nicht...

    ansonsten wünsch ich euch allen einen schönen tag.

    .
    m:).
     
  2. SRALPH

    SRALPH New Member

    in der einfachheit liegt die grösse :)
     
  3. Haegar

    Haegar New Member

    einfach oder komplex? ...auch in der architektur eine debatte: blob vs. box:

    Mit dem Titel "Von der Box zum Blob und wieder zurück" wollen wir dieser neuen Polarität nachgehen und zugleich die Frage aufwerfen, ob es sich um den Anfang oder das Ende

    eines Richtungsstreites handelt, in einer Zeit, da Formfragen nicht automatisch ideologische Zuordnungen implizieren. Entlehnt haben wir die Titelzeile der dreibändigen Publikation "Move" von Ben van Berkel und Caroline Bos. Dort unterzeichnen die Autoren eine Zeichnung, die den computergenerierten Übergang von der Box zum Blob illustriert, mit der Zeile: "from blob to box and back again." Mit dieser These scheinen Van Berkel und Bos klar machen zu wollen, daß auf der Basis der neuen Computerprogramme und ihrer zugrundeliegenden geometrischen Algorithmen stilistische oder ideologische Formunterscheidungen obsolet sind. Doch ist das u.E. nicht alles: die Formfrage scheint nicht mehr relevant zu sein (tatsächlich gibt es ja auch keine wirklich erhitzte Debatte zwischen Vertretern von Box und Blob), dennoch gibt es eine Auseinandersetzung. Jedoch bezieht sich die weniger auf die Form als vielmehr auf den Raum, genauer: auf ein Verständnis von Raum, das die Zeit als vierte Dimension nicht einfach nur als zusätzliche Koordinate versteht. Deshalb beziehen sich sowohl die hier vorgestellten Vertreter der Box als auch des Blob auf neuere Geometrien, mit deren Hilfe sie in das Raum-Zeit-Kontinuum vordringen wollen.

    Blob

    Signum der einen Richtung ist das Möbiusband, welches der Mathematiker August Möbius in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt hat und das seither seinen Namen trägt. Bei ihm handelt es sich um ein einflächiges und nichtorientiertes Band. Man erhält es, wenn man das Band so einfaltet, daß die Innenseite an die Außenseite anschließt, mit dem Resultat, daß die Differenz zwischen Innen und Außen entfällt und das Band als geometrische Form nichtorientiert ist. Es ist daher bestens geeignet – da selbst gegensatz- und orientierungslos –, für eine Richtung zu streiten, die für sich beansprucht, die klassischen räumlichen Ordnungsmuster in einem neuen Raum-Zeit-Konzept aufgehen zu lassen. Dadurch soll die Frage der Orientierung im Raum ihren statischen Charakter verlieren und in ein der Raumfahrt entlehntes Konzept des Navigierens im Raum übergehen, das die klassischen, durch den Cartesianismus kodifizierten Gegensatzpaare der Raumwahrnehmung von Oben und Unten oder Innen und Außen zu zeitlichen, aber räumlich erfahrbaren Sequenzen im Raum-Zeit-Kontinuum werden läßt. Als Beispiel sei auf die Texte und Projekte von Greg Lynn, Lars Spuybroek oder Marcos Novak u.a. verwiesen.

    Box

    Die Box ist die Ikone der anderen Richtung. Wenn nach Terence Riley hinter jedem Blob August Möbius steht, so "(kann man auch) für die Box eine Vaterschaft belegen, (nämlich die von Mies van der Rohe). Es fällt schwer, den Begriff (der Box), so selbstverständlich es klingen mag, vom Farnsworth House abzulösen." Aber darin liegt die Modernität von Mies, daß das Farnsworth House mittlerweile über Generationen hinweg zum Schnittpunkt ganz unterschiedlicher Rezeptionswellen geworden ist. War es erst die Ikone, so wurde es später zum Skandalon der modernen Transparenzdebatte. Beispielhaft hierfür sei Edith Farnsworth zitiert, die sich angesichts ihrer Erfahrungen mit dem Farnsworth House zu dem Ausspruch hinreißen ließ: "Das Haus ist durchsichtig wie ein Röntgenbild".

    Am Ende des 20. Jahrhunderts übt aber gerade das, was die Miessche Transparenz in den sechziger Jahren zum Skandalon werden ließ und sich darin ausdrückt, daß das Farnsworth House ebenso viele Einblicke wie Ausblicke gewährt, die größte Anziehungskraft aus. Mehr noch: Das Farnsworth House ist gerade aufgrund seiner wechselweisen Durchsicht zur Metapher für "den ‘reflexiven' Blick der elektronischen Medien geworden", wie Riley schreibt. Aus diesem Grund läßt sich an ihm in geradezu klassischer Weise die "Verlagerung von der Maschine zum Medium (verfolgen) oder sogar von Mies zu Microsoft".

    Unabhängig davon, wie man zu dem Wortspiel von Mies zu Microsoft steht, ob damit der Übergang zum "digitalen Kapitalismus" (Peter Glotz) ins Bild gesetzt ist oder nicht, mit dem Farnsworth House schließt Mies eine Bewegung ab, die mit der Öffnung der Box nach innen begann und die er um die Dimension der Öffnung nach außen erweitert. Die Öffnung der Box nach innen geht im wesentlichen auf die Vorarbeiten von Adolf Loos zum Raumplan zurück, die sich angesichts der fraktalen Geometrie aber erst heute als erste Schritte zur Fraktalisierung der Architektur lesen lassen. Diese Fraktalisierung basiert auf dem Prinzip der Selbstähnlichkeit von Raummodulen. Dieses Prinzip liegt den puzzleartigen Verschachtelungen zugrunde und bildet die Essenz der vielen Entwürfe, die sich dem Konzept der ‘Box in der Box' verschrieben haben. In diesem Sinne bietet es sich an, das Apfelmännchen der fraktalen Geometrie als gleichsinniges Bild zum Möbiusband heranzuziehen. Repräsentiert letzteres die Möglichkeiten topologischer Transformation von Oberflächen, so ersteres die der Selbstähnlichkeit von Raummodulen. Auf diese Kurzformel lassen sich die beiden Richtungen zurückführen, mit Mies oder Loos und August Möbius als großen Vorläufern.

    Box versus Blob

    Bis jetzt werden beide Richtungen als sich gegenseitig ausschließend betrachtet, steht Box unversöhnlich gegen Blob, weil beide Richtungen sich vermeintlich in der Verwendung entwickelter Technologien unterscheiden. So beansprucht die eine Richtung für sich ein technologisches ‘surplus’, wenn sie zum Entwurf auf die Animationsprogramme aus den Designschmieden Hollywoods zurückgreift. Und es schallt ihr nicht nur der Vorwurf entgegen, sich zur neuen High-Tech des Software-Zeitalters auszurufen – mit dem Softwareentwickler als ‘spiritus rector’, nicht mehr mit dem Konstruktionsingenieur wie zu Zeiten des englischen High-Tech von Norman Foster oder Richard Rogers – ; sondern Greg Lynn, Hani Rashid, Jesse Reiser als Architekten und Jeffrey Kipnis, Sanford Kwinter als sympathisierenden Kritikern (auf die diese Richtung im wesentlichen zurückgeht, welche sich am Digital Lab an der Columbia University entwickelte und sich später über die ‘transarchitecture'-Ausstellungen bis hin zu der Orleaner Ausstellung ‘ArchiLab' verbreitete) wird auch vorgeworfen, sich unbewußt zum Vorreiter des digitalen Kapitalismus zu machen, eine Einschätzung, die offensichtlich überzeichnet ist. Was aber für diese These paradoxerweise trotzdem spricht, ist, daß sich mit dem jüngsten Richtungsstreit in der Architektur der digitale Kapitalismus erstmals auch architekturkulturell zu Wort meldet. Konzentrierte sich dieser Streit bisher auf Fragen des Entwurfsstils und des weiteren kulturellen Kontexts, so beginnt sich diese Debatte gegenwärtig vom Entwurf auf die Architektur zu verlagern, verstärkt noch dadurch, daß mit dem Möbius Haus von Ben van Berkel und dem Süß-H2O-Pavillon von NOX die ersten realisierten Projekte vorliegen. Damit zeichnet sich aber auch ein neues Thema ab, das das Interesse an der Entwurfsmethodik ablöst. Die seit Beginn der Moderne virulente Frage nach dem Raum beginnt erneut akut zu werden und lenkt den Blick auf die dritte Dimension der Architektur, die eigentliche Unbekannte in der Architektur, wie Joachim Krausse schreibt. Einher geht dieser Aufbruch ins Unbekannte mit Versuchen, den überkommenen Behältnisbegriff des Raums durch den Begriff des Raum-Zeit-Kontinuums zu ersetzen, also den Raum aus der Zeit zu denken (und nicht mehr die Zeit zu verräumlichen, wie der häufigste Vorwurf gegen den Behältnisraum lautet).

    In einer durchaus neuartigen Begegnung der dritten Art suchen die Vertreter des Blob die vierte Dimension für die Architektur einzufangen: durch topologische Transformation von Linien, Flächen und Volumina. Die oben angeführte Zeichnung von Ben van Berkel ist dafür das treffendste Beispiel. Sie bebildert die Bewegung einer Linie von der Box der euklidischen Geometrie zum Blob der nicht-euklidischen. Darüber hinaus ist sie so angelegt, daß sie zugleich anfangs- wie endlos wirkt, um die mit der Untertitelung angedeutete Rückkopplungsschleife auszudrücken – back again.

    Was diese kleine Zeichnung illustriert, demonstrieren Präsentations-CD-ROMs in noch viel größerem Ausmaße. Sie werden mittlerweile von jedem guten Architekturbüro zur Demonstration seiner Arbeiten herangezogen. Sie erlauben, Projekte wie im Film bei wechselnden Schnittperspektiven zu durchfahren, indem sie filmische mit architektonischen Verfahren kombinieren und dadurch in einer neuen Weise die Zeit inkorporieren.

    Die Zeit beginnt damit wirklich entwurfsrelevant zu werden und es zeichnen sich die Konturen einer tatsächlichen Verzeitlichung des Raums ab. Diese mögliche Verzeitlichung des Raums unterscheidet sich aber grundsätzlich von den Arten von Verzeitlichung, die die ersten realisierten Projekte demonstrieren. Sie frieren die technische Beweglichkeit des Entwurfs in eine scheinbare Bewegung von Oberflächen ein – mit der Folge, daß eine ‘Verzeitlichung der Form' erreicht wird, die Form grundsätzlich mit Zeit und Formverwandlung mit Zeitverlauf identifiziert, aber letztlich nichts anderes darstellt als das Repertoire an topologischer Transformation. Aus diesem Grund erinnern die Projekte von Lynn oder NOX mehr an gefrorene Musik, um Schopenhauer zu paraphrasieren, als daß sie die neue Beweglichkeit des Entwurfs in architektonische Raum-Zeit-Verhältnisse übersetzen.



    ;) ;) ;)
     
  4. Gollum

    Gollum Gast

    ... es kommt ja auch drauf an was für ein mac forum es sein soll. was liegt dir am herzen....

    für hardware und spielefragen macnews und maclife.
    dtp und gedösekram macwelt und halt jetzt macup

    macguardians halt immer so ala mal hop mal top


    mac-tv da schauen wir mal wie es das wird. sollte man mal im auge behalten.
     
  5. Haegar

    Haegar New Member

  6. TOCAMAC

    TOCAMAC Alles wird gut.

    ach quatsch, darum gehts doch garnicht...keine tipps mehr, bitte.

    es geht nur um die theoretische möglichkeit.

    sonst hätt ich ja gepostet:

    hilfe, empfehlt mir ein gutes macforum...

    blablabla *g*

    m:)).
     
  7. Gollum

    Gollum Gast

  8. TOCAMAC

    TOCAMAC Alles wird gut.

    früher gabs auch schon mehrere foren, das mw-forum war halt das erste, was ich gefunden habe. danach war ich zu faul zum weitersuchen. hääte auch ein anderes sein können!!! gab ja auch alle informationen und eine politische situation, die mir als mw-forum leser und auch teilnehmer viele stunden spannender unterhaltung beschert hat.
    bis montag.
    da wurde durch gewisse veränderungen das mu-forum, in dem ich vorher übrigens nie war zum sammelpunkt vieler mw-ler.
    prima, jetzt geht auch hier die chose ab. ist doch toll. eine weitere möglichkeit, sich zu informieren, zu unterhalten.
    ich jedenfalls werde lustig zwischen beiden foren hin-und herwackeln und wenn ich noch ein drittes wüsste, wo es gut ist, würde ich da wahrscheinlich auch noch vorbeischauen.
    schließlich ist das nicht die katholische kirche, wo du gleich ein ketzer bist, wenn du dich für was anderes zu interessieren anfängst. ich denke mal, das wird gerade alles viel zu eng gesehen.
    schließlich benutzt auch niemand sklavisch nur eine software, um irgendein resultat zu erzielen (ich jedenfalls nicht...ich benutz sogar mehrere betriebssysteme - mir doch wurscht, ob das gerade windows oder mac ist, hauptsache, es funktioniert. wie das mw-forum gerade - ist am pc einfach flotter!!!).
    was premium angeht, auch wurscht, die infos die man will, kriegt man im zwischennetz auch noch an vielen anderen stellen und testberichte - was interessiert letztlich der x-te "cd-rohlinge im vergleich" oder "tastaturputzmittel im härtetest" - äh...test.
    den lese ich nicht mal, wenn er nix kostet, weil ich eh glaube, dass es dafür eine software gibt, wo man die produkte reinhackt und dann auf die "ergebnis generieren"-taste drückt.
    irgendwann muß man eh für alles, was man glaubt, wissen zu müssen, bezahlen - da ist es jetzt schon eine gute übung, auf manche ach so wichtige information kategorisch zu verzichten.
    wahrscheinlich gähnen jetzt eh wieder alle und sagen sich, dass ist jetzt die tausendste wiederholung der wiederholung, mir doch egal, ich hatte eben lust drauf, dass jetzt loszuwerden. wenns jemanden interessiert, kann er/sie es lesen, wenn nicht...

    ansonsten wünsch ich euch allen einen schönen tag.

    .
    m:).
     
  9. SRALPH

    SRALPH New Member

    in der einfachheit liegt die grösse :)
     
  10. Haegar

    Haegar New Member

    einfach oder komplex? ...auch in der architektur eine debatte: blob vs. box:

    Mit dem Titel "Von der Box zum Blob und wieder zurück" wollen wir dieser neuen Polarität nachgehen und zugleich die Frage aufwerfen, ob es sich um den Anfang oder das Ende

    eines Richtungsstreites handelt, in einer Zeit, da Formfragen nicht automatisch ideologische Zuordnungen implizieren. Entlehnt haben wir die Titelzeile der dreibändigen Publikation "Move" von Ben van Berkel und Caroline Bos. Dort unterzeichnen die Autoren eine Zeichnung, die den computergenerierten Übergang von der Box zum Blob illustriert, mit der Zeile: "from blob to box and back again." Mit dieser These scheinen Van Berkel und Bos klar machen zu wollen, daß auf der Basis der neuen Computerprogramme und ihrer zugrundeliegenden geometrischen Algorithmen stilistische oder ideologische Formunterscheidungen obsolet sind. Doch ist das u.E. nicht alles: die Formfrage scheint nicht mehr relevant zu sein (tatsächlich gibt es ja auch keine wirklich erhitzte Debatte zwischen Vertretern von Box und Blob), dennoch gibt es eine Auseinandersetzung. Jedoch bezieht sich die weniger auf die Form als vielmehr auf den Raum, genauer: auf ein Verständnis von Raum, das die Zeit als vierte Dimension nicht einfach nur als zusätzliche Koordinate versteht. Deshalb beziehen sich sowohl die hier vorgestellten Vertreter der Box als auch des Blob auf neuere Geometrien, mit deren Hilfe sie in das Raum-Zeit-Kontinuum vordringen wollen.

    Blob

    Signum der einen Richtung ist das Möbiusband, welches der Mathematiker August Möbius in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt hat und das seither seinen Namen trägt. Bei ihm handelt es sich um ein einflächiges und nichtorientiertes Band. Man erhält es, wenn man das Band so einfaltet, daß die Innenseite an die Außenseite anschließt, mit dem Resultat, daß die Differenz zwischen Innen und Außen entfällt und das Band als geometrische Form nichtorientiert ist. Es ist daher bestens geeignet – da selbst gegensatz- und orientierungslos –, für eine Richtung zu streiten, die für sich beansprucht, die klassischen räumlichen Ordnungsmuster in einem neuen Raum-Zeit-Konzept aufgehen zu lassen. Dadurch soll die Frage der Orientierung im Raum ihren statischen Charakter verlieren und in ein der Raumfahrt entlehntes Konzept des Navigierens im Raum übergehen, das die klassischen, durch den Cartesianismus kodifizierten Gegensatzpaare der Raumwahrnehmung von Oben und Unten oder Innen und Außen zu zeitlichen, aber räumlich erfahrbaren Sequenzen im Raum-Zeit-Kontinuum werden läßt. Als Beispiel sei auf die Texte und Projekte von Greg Lynn, Lars Spuybroek oder Marcos Novak u.a. verwiesen.

    Box

    Die Box ist die Ikone der anderen Richtung. Wenn nach Terence Riley hinter jedem Blob August Möbius steht, so "(kann man auch) für die Box eine Vaterschaft belegen, (nämlich die von Mies van der Rohe). Es fällt schwer, den Begriff (der Box), so selbstverständlich es klingen mag, vom Farnsworth House abzulösen." Aber darin liegt die Modernität von Mies, daß das Farnsworth House mittlerweile über Generationen hinweg zum Schnittpunkt ganz unterschiedlicher Rezeptionswellen geworden ist. War es erst die Ikone, so wurde es später zum Skandalon der modernen Transparenzdebatte. Beispielhaft hierfür sei Edith Farnsworth zitiert, die sich angesichts ihrer Erfahrungen mit dem Farnsworth House zu dem Ausspruch hinreißen ließ: "Das Haus ist durchsichtig wie ein Röntgenbild".

    Am Ende des 20. Jahrhunderts übt aber gerade das, was die Miessche Transparenz in den sechziger Jahren zum Skandalon werden ließ und sich darin ausdrückt, daß das Farnsworth House ebenso viele Einblicke wie Ausblicke gewährt, die größte Anziehungskraft aus. Mehr noch: Das Farnsworth House ist gerade aufgrund seiner wechselweisen Durchsicht zur Metapher für "den ‘reflexiven' Blick der elektronischen Medien geworden", wie Riley schreibt. Aus diesem Grund läßt sich an ihm in geradezu klassischer Weise die "Verlagerung von der Maschine zum Medium (verfolgen) oder sogar von Mies zu Microsoft".

    Unabhängig davon, wie man zu dem Wortspiel von Mies zu Microsoft steht, ob damit der Übergang zum "digitalen Kapitalismus" (Peter Glotz) ins Bild gesetzt ist oder nicht, mit dem Farnsworth House schließt Mies eine Bewegung ab, die mit der Öffnung der Box nach innen begann und die er um die Dimension der Öffnung nach außen erweitert. Die Öffnung der Box nach innen geht im wesentlichen auf die Vorarbeiten von Adolf Loos zum Raumplan zurück, die sich angesichts der fraktalen Geometrie aber erst heute als erste Schritte zur Fraktalisierung der Architektur lesen lassen. Diese Fraktalisierung basiert auf dem Prinzip der Selbstähnlichkeit von Raummodulen. Dieses Prinzip liegt den puzzleartigen Verschachtelungen zugrunde und bildet die Essenz der vielen Entwürfe, die sich dem Konzept der ‘Box in der Box' verschrieben haben. In diesem Sinne bietet es sich an, das Apfelmännchen der fraktalen Geometrie als gleichsinniges Bild zum Möbiusband heranzuziehen. Repräsentiert letzteres die Möglichkeiten topologischer Transformation von Oberflächen, so ersteres die der Selbstähnlichkeit von Raummodulen. Auf diese Kurzformel lassen sich die beiden Richtungen zurückführen, mit Mies oder Loos und August Möbius als großen Vorläufern.

    Box versus Blob

    Bis jetzt werden beide Richtungen als sich gegenseitig ausschließend betrachtet, steht Box unversöhnlich gegen Blob, weil beide Richtungen sich vermeintlich in der Verwendung entwickelter Technologien unterscheiden. So beansprucht die eine Richtung für sich ein technologisches ‘surplus’, wenn sie zum Entwurf auf die Animationsprogramme aus den Designschmieden Hollywoods zurückgreift. Und es schallt ihr nicht nur der Vorwurf entgegen, sich zur neuen High-Tech des Software-Zeitalters auszurufen – mit dem Softwareentwickler als ‘spiritus rector’, nicht mehr mit dem Konstruktionsingenieur wie zu Zeiten des englischen High-Tech von Norman Foster oder Richard Rogers – ; sondern Greg Lynn, Hani Rashid, Jesse Reiser als Architekten und Jeffrey Kipnis, Sanford Kwinter als sympathisierenden Kritikern (auf die diese Richtung im wesentlichen zurückgeht, welche sich am Digital Lab an der Columbia University entwickelte und sich später über die ‘transarchitecture'-Ausstellungen bis hin zu der Orleaner Ausstellung ‘ArchiLab' verbreitete) wird auch vorgeworfen, sich unbewußt zum Vorreiter des digitalen Kapitalismus zu machen, eine Einschätzung, die offensichtlich überzeichnet ist. Was aber für diese These paradoxerweise trotzdem spricht, ist, daß sich mit dem jüngsten Richtungsstreit in der Architektur der digitale Kapitalismus erstmals auch architekturkulturell zu Wort meldet. Konzentrierte sich dieser Streit bisher auf Fragen des Entwurfsstils und des weiteren kulturellen Kontexts, so beginnt sich diese Debatte gegenwärtig vom Entwurf auf die Architektur zu verlagern, verstärkt noch dadurch, daß mit dem Möbius Haus von Ben van Berkel und dem Süß-H2O-Pavillon von NOX die ersten realisierten Projekte vorliegen. Damit zeichnet sich aber auch ein neues Thema ab, das das Interesse an der Entwurfsmethodik ablöst. Die seit Beginn der Moderne virulente Frage nach dem Raum beginnt erneut akut zu werden und lenkt den Blick auf die dritte Dimension der Architektur, die eigentliche Unbekannte in der Architektur, wie Joachim Krausse schreibt. Einher geht dieser Aufbruch ins Unbekannte mit Versuchen, den überkommenen Behältnisbegriff des Raums durch den Begriff des Raum-Zeit-Kontinuums zu ersetzen, also den Raum aus der Zeit zu denken (und nicht mehr die Zeit zu verräumlichen, wie der häufigste Vorwurf gegen den Behältnisraum lautet).

    In einer durchaus neuartigen Begegnung der dritten Art suchen die Vertreter des Blob die vierte Dimension für die Architektur einzufangen: durch topologische Transformation von Linien, Flächen und Volumina. Die oben angeführte Zeichnung von Ben van Berkel ist dafür das treffendste Beispiel. Sie bebildert die Bewegung einer Linie von der Box der euklidischen Geometrie zum Blob der nicht-euklidischen. Darüber hinaus ist sie so angelegt, daß sie zugleich anfangs- wie endlos wirkt, um die mit der Untertitelung angedeutete Rückkopplungsschleife auszudrücken – back again.

    Was diese kleine Zeichnung illustriert, demonstrieren Präsentations-CD-ROMs in noch viel größerem Ausmaße. Sie werden mittlerweile von jedem guten Architekturbüro zur Demonstration seiner Arbeiten herangezogen. Sie erlauben, Projekte wie im Film bei wechselnden Schnittperspektiven zu durchfahren, indem sie filmische mit architektonischen Verfahren kombinieren und dadurch in einer neuen Weise die Zeit inkorporieren.

    Die Zeit beginnt damit wirklich entwurfsrelevant zu werden und es zeichnen sich die Konturen einer tatsächlichen Verzeitlichung des Raums ab. Diese mögliche Verzeitlichung des Raums unterscheidet sich aber grundsätzlich von den Arten von Verzeitlichung, die die ersten realisierten Projekte demonstrieren. Sie frieren die technische Beweglichkeit des Entwurfs in eine scheinbare Bewegung von Oberflächen ein – mit der Folge, daß eine ‘Verzeitlichung der Form' erreicht wird, die Form grundsätzlich mit Zeit und Formverwandlung mit Zeitverlauf identifiziert, aber letztlich nichts anderes darstellt als das Repertoire an topologischer Transformation. Aus diesem Grund erinnern die Projekte von Lynn oder NOX mehr an gefrorene Musik, um Schopenhauer zu paraphrasieren, als daß sie die neue Beweglichkeit des Entwurfs in architektonische Raum-Zeit-Verhältnisse übersetzen.



    ;) ;) ;)
     
  11. Gollum

    Gollum Gast

    ... es kommt ja auch drauf an was für ein mac forum es sein soll. was liegt dir am herzen....

    für hardware und spielefragen macnews und maclife.
    dtp und gedösekram macwelt und halt jetzt macup

    macguardians halt immer so ala mal hop mal top


    mac-tv da schauen wir mal wie es das wird. sollte man mal im auge behalten.
     
  12. Haegar

    Haegar New Member

  13. TOCAMAC

    TOCAMAC Alles wird gut.

    ach quatsch, darum gehts doch garnicht...keine tipps mehr, bitte.

    es geht nur um die theoretische möglichkeit.

    sonst hätt ich ja gepostet:

    hilfe, empfehlt mir ein gutes macforum...

    blablabla *g*

    m:)).
     
  14. Gollum

    Gollum Gast

  15. TOCAMAC

    TOCAMAC Alles wird gut.

    früher gabs auch schon mehrere foren, das mw-forum war halt das erste, was ich gefunden habe. danach war ich zu faul zum weitersuchen. hääte auch ein anderes sein können!!! gab ja auch alle informationen und eine politische situation, die mir als mw-forum leser und auch teilnehmer viele stunden spannender unterhaltung beschert hat.
    bis montag.
    da wurde durch gewisse veränderungen das mu-forum, in dem ich vorher übrigens nie war zum sammelpunkt vieler mw-ler.
    prima, jetzt geht auch hier die chose ab. ist doch toll. eine weitere möglichkeit, sich zu informieren, zu unterhalten.
    ich jedenfalls werde lustig zwischen beiden foren hin-und herwackeln und wenn ich noch ein drittes wüsste, wo es gut ist, würde ich da wahrscheinlich auch noch vorbeischauen.
    schließlich ist das nicht die katholische kirche, wo du gleich ein ketzer bist, wenn du dich für was anderes zu interessieren anfängst. ich denke mal, das wird gerade alles viel zu eng gesehen.
    schließlich benutzt auch niemand sklavisch nur eine software, um irgendein resultat zu erzielen (ich jedenfalls nicht...ich benutz sogar mehrere betriebssysteme - mir doch wurscht, ob das gerade windows oder mac ist, hauptsache, es funktioniert. wie das mw-forum gerade - ist am pc einfach flotter!!!).
    was premium angeht, auch wurscht, die infos die man will, kriegt man im zwischennetz auch noch an vielen anderen stellen und testberichte - was interessiert letztlich der x-te "cd-rohlinge im vergleich" oder "tastaturputzmittel im härtetest" - äh...test.
    den lese ich nicht mal, wenn er nix kostet, weil ich eh glaube, dass es dafür eine software gibt, wo man die produkte reinhackt und dann auf die "ergebnis generieren"-taste drückt.
    irgendwann muß man eh für alles, was man glaubt, wissen zu müssen, bezahlen - da ist es jetzt schon eine gute übung, auf manche ach so wichtige information kategorisch zu verzichten.
    wahrscheinlich gähnen jetzt eh wieder alle und sagen sich, dass ist jetzt die tausendste wiederholung der wiederholung, mir doch egal, ich hatte eben lust drauf, dass jetzt loszuwerden. wenns jemanden interessiert, kann er/sie es lesen, wenn nicht...

    ansonsten wünsch ich euch allen einen schönen tag.

    .
    m:).
     
  16. SRALPH

    SRALPH New Member

    in der einfachheit liegt die grösse :)
     
  17. Haegar

    Haegar New Member

    einfach oder komplex? ...auch in der architektur eine debatte: blob vs. box:

    Mit dem Titel "Von der Box zum Blob und wieder zurück" wollen wir dieser neuen Polarität nachgehen und zugleich die Frage aufwerfen, ob es sich um den Anfang oder das Ende

    eines Richtungsstreites handelt, in einer Zeit, da Formfragen nicht automatisch ideologische Zuordnungen implizieren. Entlehnt haben wir die Titelzeile der dreibändigen Publikation "Move" von Ben van Berkel und Caroline Bos. Dort unterzeichnen die Autoren eine Zeichnung, die den computergenerierten Übergang von der Box zum Blob illustriert, mit der Zeile: "from blob to box and back again." Mit dieser These scheinen Van Berkel und Bos klar machen zu wollen, daß auf der Basis der neuen Computerprogramme und ihrer zugrundeliegenden geometrischen Algorithmen stilistische oder ideologische Formunterscheidungen obsolet sind. Doch ist das u.E. nicht alles: die Formfrage scheint nicht mehr relevant zu sein (tatsächlich gibt es ja auch keine wirklich erhitzte Debatte zwischen Vertretern von Box und Blob), dennoch gibt es eine Auseinandersetzung. Jedoch bezieht sich die weniger auf die Form als vielmehr auf den Raum, genauer: auf ein Verständnis von Raum, das die Zeit als vierte Dimension nicht einfach nur als zusätzliche Koordinate versteht. Deshalb beziehen sich sowohl die hier vorgestellten Vertreter der Box als auch des Blob auf neuere Geometrien, mit deren Hilfe sie in das Raum-Zeit-Kontinuum vordringen wollen.

    Blob

    Signum der einen Richtung ist das Möbiusband, welches der Mathematiker August Möbius in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt hat und das seither seinen Namen trägt. Bei ihm handelt es sich um ein einflächiges und nichtorientiertes Band. Man erhält es, wenn man das Band so einfaltet, daß die Innenseite an die Außenseite anschließt, mit dem Resultat, daß die Differenz zwischen Innen und Außen entfällt und das Band als geometrische Form nichtorientiert ist. Es ist daher bestens geeignet – da selbst gegensatz- und orientierungslos –, für eine Richtung zu streiten, die für sich beansprucht, die klassischen räumlichen Ordnungsmuster in einem neuen Raum-Zeit-Konzept aufgehen zu lassen. Dadurch soll die Frage der Orientierung im Raum ihren statischen Charakter verlieren und in ein der Raumfahrt entlehntes Konzept des Navigierens im Raum übergehen, das die klassischen, durch den Cartesianismus kodifizierten Gegensatzpaare der Raumwahrnehmung von Oben und Unten oder Innen und Außen zu zeitlichen, aber räumlich erfahrbaren Sequenzen im Raum-Zeit-Kontinuum werden läßt. Als Beispiel sei auf die Texte und Projekte von Greg Lynn, Lars Spuybroek oder Marcos Novak u.a. verwiesen.

    Box

    Die Box ist die Ikone der anderen Richtung. Wenn nach Terence Riley hinter jedem Blob August Möbius steht, so "(kann man auch) für die Box eine Vaterschaft belegen, (nämlich die von Mies van der Rohe). Es fällt schwer, den Begriff (der Box), so selbstverständlich es klingen mag, vom Farnsworth House abzulösen." Aber darin liegt die Modernität von Mies, daß das Farnsworth House mittlerweile über Generationen hinweg zum Schnittpunkt ganz unterschiedlicher Rezeptionswellen geworden ist. War es erst die Ikone, so wurde es später zum Skandalon der modernen Transparenzdebatte. Beispielhaft hierfür sei Edith Farnsworth zitiert, die sich angesichts ihrer Erfahrungen mit dem Farnsworth House zu dem Ausspruch hinreißen ließ: "Das Haus ist durchsichtig wie ein Röntgenbild".

    Am Ende des 20. Jahrhunderts übt aber gerade das, was die Miessche Transparenz in den sechziger Jahren zum Skandalon werden ließ und sich darin ausdrückt, daß das Farnsworth House ebenso viele Einblicke wie Ausblicke gewährt, die größte Anziehungskraft aus. Mehr noch: Das Farnsworth House ist gerade aufgrund seiner wechselweisen Durchsicht zur Metapher für "den ‘reflexiven' Blick der elektronischen Medien geworden", wie Riley schreibt. Aus diesem Grund läßt sich an ihm in geradezu klassischer Weise die "Verlagerung von der Maschine zum Medium (verfolgen) oder sogar von Mies zu Microsoft".

    Unabhängig davon, wie man zu dem Wortspiel von Mies zu Microsoft steht, ob damit der Übergang zum "digitalen Kapitalismus" (Peter Glotz) ins Bild gesetzt ist oder nicht, mit dem Farnsworth House schließt Mies eine Bewegung ab, die mit der Öffnung der Box nach innen begann und die er um die Dimension der Öffnung nach außen erweitert. Die Öffnung der Box nach innen geht im wesentlichen auf die Vorarbeiten von Adolf Loos zum Raumplan zurück, die sich angesichts der fraktalen Geometrie aber erst heute als erste Schritte zur Fraktalisierung der Architektur lesen lassen. Diese Fraktalisierung basiert auf dem Prinzip der Selbstähnlichkeit von Raummodulen. Dieses Prinzip liegt den puzzleartigen Verschachtelungen zugrunde und bildet die Essenz der vielen Entwürfe, die sich dem Konzept der ‘Box in der Box' verschrieben haben. In diesem Sinne bietet es sich an, das Apfelmännchen der fraktalen Geometrie als gleichsinniges Bild zum Möbiusband heranzuziehen. Repräsentiert letzteres die Möglichkeiten topologischer Transformation von Oberflächen, so ersteres die der Selbstähnlichkeit von Raummodulen. Auf diese Kurzformel lassen sich die beiden Richtungen zurückführen, mit Mies oder Loos und August Möbius als großen Vorläufern.

    Box versus Blob

    Bis jetzt werden beide Richtungen als sich gegenseitig ausschließend betrachtet, steht Box unversöhnlich gegen Blob, weil beide Richtungen sich vermeintlich in der Verwendung entwickelter Technologien unterscheiden. So beansprucht die eine Richtung für sich ein technologisches ‘surplus’, wenn sie zum Entwurf auf die Animationsprogramme aus den Designschmieden Hollywoods zurückgreift. Und es schallt ihr nicht nur der Vorwurf entgegen, sich zur neuen High-Tech des Software-Zeitalters auszurufen – mit dem Softwareentwickler als ‘spiritus rector’, nicht mehr mit dem Konstruktionsingenieur wie zu Zeiten des englischen High-Tech von Norman Foster oder Richard Rogers – ; sondern Greg Lynn, Hani Rashid, Jesse Reiser als Architekten und Jeffrey Kipnis, Sanford Kwinter als sympathisierenden Kritikern (auf die diese Richtung im wesentlichen zurückgeht, welche sich am Digital Lab an der Columbia University entwickelte und sich später über die ‘transarchitecture'-Ausstellungen bis hin zu der Orleaner Ausstellung ‘ArchiLab' verbreitete) wird auch vorgeworfen, sich unbewußt zum Vorreiter des digitalen Kapitalismus zu machen, eine Einschätzung, die offensichtlich überzeichnet ist. Was aber für diese These paradoxerweise trotzdem spricht, ist, daß sich mit dem jüngsten Richtungsstreit in der Architektur der digitale Kapitalismus erstmals auch architekturkulturell zu Wort meldet. Konzentrierte sich dieser Streit bisher auf Fragen des Entwurfsstils und des weiteren kulturellen Kontexts, so beginnt sich diese Debatte gegenwärtig vom Entwurf auf die Architektur zu verlagern, verstärkt noch dadurch, daß mit dem Möbius Haus von Ben van Berkel und dem Süß-H2O-Pavillon von NOX die ersten realisierten Projekte vorliegen. Damit zeichnet sich aber auch ein neues Thema ab, das das Interesse an der Entwurfsmethodik ablöst. Die seit Beginn der Moderne virulente Frage nach dem Raum beginnt erneut akut zu werden und lenkt den Blick auf die dritte Dimension der Architektur, die eigentliche Unbekannte in der Architektur, wie Joachim Krausse schreibt. Einher geht dieser Aufbruch ins Unbekannte mit Versuchen, den überkommenen Behältnisbegriff des Raums durch den Begriff des Raum-Zeit-Kontinuums zu ersetzen, also den Raum aus der Zeit zu denken (und nicht mehr die Zeit zu verräumlichen, wie der häufigste Vorwurf gegen den Behältnisraum lautet).

    In einer durchaus neuartigen Begegnung der dritten Art suchen die Vertreter des Blob die vierte Dimension für die Architektur einzufangen: durch topologische Transformation von Linien, Flächen und Volumina. Die oben angeführte Zeichnung von Ben van Berkel ist dafür das treffendste Beispiel. Sie bebildert die Bewegung einer Linie von der Box der euklidischen Geometrie zum Blob der nicht-euklidischen. Darüber hinaus ist sie so angelegt, daß sie zugleich anfangs- wie endlos wirkt, um die mit der Untertitelung angedeutete Rückkopplungsschleife auszudrücken – back again.

    Was diese kleine Zeichnung illustriert, demonstrieren Präsentations-CD-ROMs in noch viel größerem Ausmaße. Sie werden mittlerweile von jedem guten Architekturbüro zur Demonstration seiner Arbeiten herangezogen. Sie erlauben, Projekte wie im Film bei wechselnden Schnittperspektiven zu durchfahren, indem sie filmische mit architektonischen Verfahren kombinieren und dadurch in einer neuen Weise die Zeit inkorporieren.

    Die Zeit beginnt damit wirklich entwurfsrelevant zu werden und es zeichnen sich die Konturen einer tatsächlichen Verzeitlichung des Raums ab. Diese mögliche Verzeitlichung des Raums unterscheidet sich aber grundsätzlich von den Arten von Verzeitlichung, die die ersten realisierten Projekte demonstrieren. Sie frieren die technische Beweglichkeit des Entwurfs in eine scheinbare Bewegung von Oberflächen ein – mit der Folge, daß eine ‘Verzeitlichung der Form' erreicht wird, die Form grundsätzlich mit Zeit und Formverwandlung mit Zeitverlauf identifiziert, aber letztlich nichts anderes darstellt als das Repertoire an topologischer Transformation. Aus diesem Grund erinnern die Projekte von Lynn oder NOX mehr an gefrorene Musik, um Schopenhauer zu paraphrasieren, als daß sie die neue Beweglichkeit des Entwurfs in architektonische Raum-Zeit-Verhältnisse übersetzen.



    ;) ;) ;)
     
  18. Gollum

    Gollum Gast

    ... es kommt ja auch drauf an was für ein mac forum es sein soll. was liegt dir am herzen....

    für hardware und spielefragen macnews und maclife.
    dtp und gedösekram macwelt und halt jetzt macup

    macguardians halt immer so ala mal hop mal top


    mac-tv da schauen wir mal wie es das wird. sollte man mal im auge behalten.
     
  19. Haegar

    Haegar New Member

  20. TOCAMAC

    TOCAMAC Alles wird gut.

    ach quatsch, darum gehts doch garnicht...keine tipps mehr, bitte.

    es geht nur um die theoretische möglichkeit.

    sonst hätt ich ja gepostet:

    hilfe, empfehlt mir ein gutes macforum...

    blablabla *g*

    m:)).
     

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