Wohnung kündigen bei Nebenkostenerhöhung um das doppelte

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von christiane, 31. August 2004.

  1. christiane

    christiane Active Member

    Hallo,

    ich habe am Samstag einen Brief meines Vermieters bekommen mit der Nebenkostenabrechnung.

    Ich muss für 9 Monate 353 Euros nachzahlen. Das macht pro Monat 40 Euro. Nun erhöhen sie mir die Nebenkosten um 60 Euro auf 120 Euro. Ich kann mir zwar nicht erklären, wo ich das verbrauche, aber ok. Die haben ihre Zahlen, da kann ich höchstens nachrechnen aber nicht nachprüfen.

    Meine Frage: Ist diese Erhöhung der Nebenkosten ein Grund, die Kündigungsfrist von drei Monaten zu verkürzen? Wie sieht da die rechtliche Lage aus, kann ich da irgendwas tun?

    Die Kündigung habe ich schon rausgeschickt, habe mir auch schon 7 Wohnungen angeschaut und einen Favoriten hoch über den Dächern von Weimar. :D

    Nun fällt mein Urlaub ins Wasser und geht für das Renovieren der jetzigen Wohnung drauf ;( Aber man muss ja an allem etewas positives sehen, gelle? Nur wo ist es?
     
  2. akiem

    akiem New Member

    nein gestiegene nebenkosten und daraus für die nächsten jahre neu festgesetzte vorauszahlungen verringern nicht die kündigungsfrist.

    die gestiegenen nebenkosten müssen natürlich nachweisbar richtig sein.
     
  3. oli

    oli New Member

    nein, ich denke das langt nicht. solche abrechnungen sind aber, meines erachtens, eine sache für den mieterschutz. wenn sich der vermieter um satte 40 euronen verkalkuliert ist was faul. und 120 euro find ich auch recht happig. wir bezahlen 200 bei 160 qm in frankfurt.
     
  4. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Zu 1.) Dazu müßte man mehr über die Natur dieser Nebenkosten wissen.

    Wenn es so ist wie ich vermute, dann treibt Dein Vermieter hier lediglich Kosten von seinen Mietern ein, die ihm genauso in Rechnung gestellt wurden, also Wasser, Strom, Heiznug, Müllabfuhr, usw.
    Das darf er, oder muss er sogar, wenn er nicht pleite gehen will. Er hat das Wasser schliesslich nicht verbraucht.
    Anders wäre es, wenn er hier Kosten für eigene Leistungen (Hausverwaltung) erhöhen würde. Das darf er nur innerhalb bestimmter Grenzen.

    2. Vielleicht endlich ein Anreiz für die Massen, bewusst mit Resourcen hauszuhalten?

    Aber tröste Dich: Es geht nicht nur Dir so. Obwohl wir unseren Verbrauch an Wasser, Strom und Brennholz in den letzten zwei Jahren kontinuierlich _senken_ konnten, bezahle ich jetzt eine monatliche Pauschale, die mehr als _doppelt_ so hoch ist wie 2002.

    Grüße, Maximilian
     
  5. zwanzigtausend

    zwanzigtausend Hell froze over

    In aller Regel: Nein.

    Betriebskosten werden üblicherweise im Rahmen der Vorauszahlungen geleistet und nach Verbrauch abgerechnet. Höhre Betriebskosten rechtfertigen nicht zur außerordentlichen Kündigung, es sei denn, du kannst em Vermieter nachweisen, dass er gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot verstößt. Das ist schwer bis unmöglich. Ein Verstoß liegt bspw. dann vor, wenn eine unwirtschaftliche oder teure Heizung oder so was verwendet wird.

    Ich rate, gegen die Betriebskostenabrechnung Widerspruch einzulegen (Einschreiben/Rückschein) und die Zahlen offen legen zu lassen. Im Zweifel hilft ein Gang zum Mieterverein. Da gibt es Betriebskosten-Freaks, die in den ganzen Zahlen ein Haar in der Suppe finden können.

    Wichtig: Frist zum Widerspruch: ein Monat ab Zugang der Abrechnung.

    Ansonsten gilt der nicht ganz legale, aber praktische Tipp: Kaution abwohnen. Ausziehen. Kann aber brenzlig werden.

    :)
     
  6. druckpilz

    druckpilz New Member

    :eek: :eek: :eek:
     
  7. hekarl

    hekarl frisch nanophil

    Stimmt so nicht. Du kannst es nachprüfen, obwohl man da sicher starke Nerven braucht. Der V. ist verpflichtet, Dir -zumindest zur Einsichtnahme vor Ort- alle Rechnungen bzw. Verträge offenzulegen.
    Nein, das, fürchte ich, wird so nicht gehen.
    Du kannst evtl. versuchen, dem Vermieter eine böswillige Vortäuschung zu geringer Nebenkosten vorzuwerfen -- oder so ähnlich. Ich hatte selber auch mal so einen Fall; da hat er erst abgewunken und gesagt..naja..sie verbrauchen wenig...sind oft nicht da...versuchen wir's mit 2 Mark 50 /qm/monat. War alles gelogen. Mit Fahrstuhl im Haus- sagte mir dann ein Anwalt- waren schon vor Jahren hier weniger als 4,50 DM glatte Hinters-Lich-Führung.:angry:
    Habe dann auch sofort gekündigt- aber der V. ist mir entgegengekommen. Er hat die Hälfte der NK-Nachzahlung erlassen, Miete um 1.- DM /qm runtergesetzt. Dann war es eine Rechenaufgabe: Umzug usw. wäre dann viel teurer gewesen, als 2-3- Jahre weiter dort bleiben.
    Danach hatte sich das Problem durch Zusammenziehen mit meiner Liebsten sowieso gelöst.
    Mein Tipp: 1 -2 Tage cool down.....dann nachrechnen / prüfen /Einsicht in die Unterlagen beim V. (evtl. zusammen mit einer erfahrenen Person) und dem Vermieter die Zähne zeigen.
    :D
     
  8. christiane

    christiane Active Member

    Hm, das mit dem Abwohnen, nee, das ist nicht so mein Ding.
    Als ich eingezogen bin, haben sie die Nebenkosten um 30 Euro gesenkt, die bezahl ich jetzt drauf, das ist ok. Nur die Nebekonstenpauschale über diese 40 Euro zu erhöhen, ist wahrscheinlich denen ihre Sicherheit.

    Ach was solls, ich habe mir heute eine superschöne Dachwohnung angeschaut, da kann meine jetztige nicht mithalten :D Ist nur doof, dass ich den ganzen Stress mit dem Umzug habe. Und mich möbeltechnisch verkleinern muss.

    Na mal sehen. Mit der neuen Miete reicht das Geld nicht mehr und die Möhren für mein Pferd sind nicht mehr möglich...:D
     
  9. hekarl

    hekarl frisch nanophil

    Und nochwas:
    Wenn in den 9 Monaten z.B. der Winter mit drin war, verschiebt sich das ganze Verhältnis auch zu Ungunsten der ges. Bilanz....weil die ebenso eingezahlten, aber dann wahrscheinlich verbrauchsärmeren 3 Monate fehlen.
    mvg
     
  10. oli

    oli New Member

    was ist den das fürn hick hack. sieht nach trick 17 aus. siehe oben.
     
  11. christiane

    christiane Active Member

    Ich bin da halt im April einzogen, da war der Winter schon vorbei. Mal sehen, wie die Abrechnung dann für dieses Jahr aussieht, die ich ja nächstes Jahr bekommen werde.
     
  12. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Vor Dachgeschoßwohnungen wird gewarnt!

    Die sind meist sehr schlecht isoliert und Du zahlst Dich dumm und dusselig an den Nebenkosten. Die solltest Du unbedingt nochmal an einem heißen Tag besichtigen. Wenn dann eine Bullenhitze in der Wohnung herrscht, wird es im Winter auch arschkalt.

    Vielleicht kannst Du mal mit einem Vormieter reden? Oder bei jemand im Haus klingeln und den mal befragen. Habe ich früher immer gemacht und gute Erfahrungen gesammelt. Sonst würde ich heute neben einem Puff wohnen in und vor dem des öfteren lautstarke Auseinderandersetzungen stattfanden.
     
  13. christiane

    christiane Active Member

    naja, das Haus steht ziemlich frei und im Sommer kann man wohl die großen Fenster aufmachen und es weht ein lauhes Lüftchen durch die Wohnung. Mit der Vormieterin hatte ich den Termin und sie meinte, das Zimmer würde schnell warm werden im winter und im Sommer würde es immer ein kühles Lüftchen geben.

    Die Wohnung befindet sich nahe einem Park, viel grün rundum und ein toller Blick, hm. Ich guck mir noch weitere Wohnungen an.
     
  14. druckpilz

    druckpilz New Member

    und die treppen !
    sehr gefährlich...:rolleyes:
     
  15. nanoloop

    nanoloop Active Member

  16. maiden

    maiden Lever duat us slav

    naja, wenn die Mieterschutzorganisationen davon sprechen, daß jede zweite Abrechnung falsch ist, würde ich bei solchen Kostensteigerungen mal dort hingehen und mich informieren lassen.
     
  17. aoxomoxoa

    aoxomoxoa New Member

    .. ist ja schon seltsam!! was weiss ich wieviel schlaue antworten und keiner weiss worüber er redet.

    und christiane hat die fragen auch nicht beantwortet:

    ... wie gross ist die wohnung
    ... welcher wohnstandard
    ... altbau/neubau
    ... was ist in den nebenkosten enthalten
    ... was zahlst du noch an nebenkosten

    ohne diesen hintergrund sind alle antworten für die katz und reine spekulation.
     
  18. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Eins ist Tatsache: Bei den Nebenkostenabrechnungen wird gerne betrogen!
    Da werden immer wieder Sachen reingeschummelt, die der Vermieter zu tragen hat. Wäre ich Mieter, würde ich einem Mieterverein beitreten. Das amortisiert sich.
    Aber ich bewohne ja meinen eigenen Keller!

    ;)
     
  19. robdus

    robdus warum gibt es Köln?

    Na, dann wollen wir mal:

    *ärmelhochkrempel*

    1. Woraus bestehen die Nebenkosten?
    - allg. Strom?
    - Grundbesitzabgaben?
    - Heizkosten?
    - Hausversicherungen?
    - ...

    2. Wie werden diese Nebenkosten gezahlt?
    - In der Miete?
    - Im Mietvertrag Pauschalen vereinbart?
    - Umlagefähigkeit von Wasser/allg.Strom auf
    a) Verbrauch
    b) pro Kopf Mieter (unzulässig, aber...)

    3. Belege
    - einsehen
    - noch mal einsehen
    - und noch mal einsehen
    - weil,

    Vermieter dazu neigen, sogenannte nicht umlagefähige Kosten trotzdem auf den Mieter umzulegen.

    Zu deiner ersten Frage: Eine Verkürzung der Kündigungsfrist ist aus diesem Grund nicht möglich. Lediglich schuldhaftes oder grob fahrlässiges Verhalten würde zur außerordentlichen Kündigung deinerseits berechtigen.

    Hoffe, dir geholfen zu haben.
     
  20. Napfekarl

    Napfekarl Napfkuchen-Erfinder

    @christiane

    Geh' mal davon aus, dass der Vermieter deshalb grosszügig aufgeschlagen hat, weil der Heizkostenbedarf (zumindest bei Öl und Erdgas) um 20-30 Prozent gegenüber dem letzten Abrechnungszeitraum angestiegen ist. Und das schlägt sich bei Dir erst in der nächsten Nebenkostenabrechnung nieder. Vielleicht deshalb die "überhöhten" zukünftigen Vorauszahlungen.

    Geh' auch davon aus, dass Deine Nebenkosten in der künftigen Wohnung nicht geringer werden, vorausgesetzt sie ist vergleichbar gross und vorausgesetzt Du änderst Deine Gewohnheiten nicht.

    Ciao
    Napfekarl
     

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