Woran haltet ihr euch fest.

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Convenant, 25. Juli 2004.

  1. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    In meiner Welt gibt es keinen Gott. Es gibt kein Ziel. Da ist kein Entwicklungsroman in Sicht. Es gibt a priori keine Moral, keine Ethik, keine Handlungsvorgaben. Kein Richtig, kein Falsch, kein Gut, kein Böse. Nur Mensch und Welt. Wie grenzt ihr euch ein und ab? Welcher Art ist die Form in die ihr eure Existenz gießt? Reflex oder Reflektion, erlernte Handlungen, berechnete Handlungen, überlegte Handlungen? Wie groß ist eurer Meinung nach der Spielraum der uns als freier Wille zusteht? Oder gibt es in eurer Welt etwas das wacht? Das plant? Das die Dinge relativiert? Das hin zu einer Entwicklung drängt?
     
  2. druckpilz

    druckpilz New Member

    :eek:

    wo hast du denn das abgeschrieben ?!
    so was fällt einem doch nicht spontan ein !

    oder doch ?

    also,
    zum festhalten gibts doch die maus...:rolleyes:
     
  3. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Darf ich dich ob deiner Aussage nun zum Technikgläubigen stempeln? Ist es der Beruf der dich definiert? Der Wille zu gestalten? Wie wirklich ist für dich inzwischen die Virturealität geworden? Hast du sie schon zu einem wesentlichen Teil deiner Welt gemacht?
     
  4. druckpilz

    druckpilz New Member

    bin total virtuos virtuell...

    aber meine berufung ist doch sehr real...:rolleyes:
     
  5. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Das ist nun nicht gerade die Entwicklung die, der Threadfortgang den ich mir erhofft habe. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
     
  6. druckpilz

    druckpilz New Member

    sorry,
    aber zur ablenkung kannst du ja mein
    filmrätsel eins oben drüber erraten !

    :D

    äh, jetzt ist es unten drunter...:embar:
     
  7. macNick

    macNick Rückkehrer

    Der freie Wille ist alles, Schicksal ist Legende und nicht mit Repression zu verwechseln.
    Die Suche nach bestimmenden Elementen ist bloße Flucht vor der Tragweite eigener Entscheidungen und ein zum Scheitern verurteilter Versuch, Verantwortung abzustreifen.
     
  8. druckpilz

    druckpilz New Member

  9. aoxomoxoa

    aoxomoxoa New Member

    .... wenn ich das so lese ... und dann nochmal lese ... und dann ..... denke ich dass DU gut daran getan hättest ein paar stunden länger zu schlafen. ist es die angst vor der existenz oder ein anflug von egomanie ???
     
  10. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Doch, wie groß ist dieser ominöse freie Wille tatsächlich? In wie weit haben wir die Entscheidungen nicht längst getroffen, ehe wir sie treffen? Ich denke an diesen Versuch, in welcher die Gehirnströme gemessen werden, während eine Versuchsperson nach einem Gegenstand greifen soll. Der Proband hat eine Uhr im Blickfeld, mittels welcher er die genaue Zeit für seinen Entschluss: „Jetzt greife ich zum Gegenstand“ ermitteln soll. Die Auswertungen ergaben, dass sich in jedem Fall signifikant vor der angegebenen Zeit ein Potential in der für die Handlung verantwortliche Gehirnregion messen ließ. Leider vermag ich nun keinen Link zu finden, meine Quellenangabe beschränkt sich daher auf ein dürftiges „vor noch nicht allzulanger Zeit in einem Wissenschaftsmagazin gesehen“.

    Edit:
    http://theol.uibk.ac.at/itl/92.html#22
     
  11. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ja, wenn du das sagst. Such' dir's einfach aus, Schatz.
     
  12. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Freier Wille? An den glaube ich erst, wenn ich einen gesehen habe.

    Was wir für freien Willen halten, ist nichts anderes als die logische und zwingende Konsequenz aus Weichenstellungen, die lange, lange vor der jeweiligen vermeintlich freien Entscheidung erfolgt sind.
    Vielleicht, wenigstens ein ganz kleines bischen vielleicht, können manche mit 16 oder 17 für ganz kurze Zeit ein paar eigene Entscheidungen treffen. Danach geht das, was durch Umwelt, Elternhaus, Ausbildung, Berufswahl, Wahl des Lebenspartners, Kinder, usw. in feste Gleise gelenkt wurde stur geradeaus weiter bis zum bitteren Ende. Insofern ist da auch nichts, woran wir uns festhalten müßten, denn da sorgen schon die Schienen dafür, auf denen wir fahren.

    Grüße, Maximilian
     
  13. macNick

    macNick Rückkehrer

    Was Du beschreibst ist - glaube ich - nicht das, worauf Convenant hinaus wollte.
    Sicher ist es legitim, die gesellschaftlichen Tretmühlen zu beklagen, jedoch sind diese nicht die Folge eines nicht vorhandenen freien Willens. Auch das Sich-Unterordnen ist eine willentliche Entscheidung und nicht gottgegeben oder durch unbeeinflussbare Umstände determiniert.
     
  14. macNick

    macNick Rückkehrer

    Dass es eine Latenz zwischen cerebralen Potentialänderungen und dem Ausführen einer Handlung gibt, halte ich für ein simples physikalisches Phänomen. Die Leitungen im ZNS sind mitunter sehr lang, wenn man anfängt, in Millisekunden zu messen.
     
  15. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    «Jeder ist seines Glückes Schmied.» (dt. Sprichwort)
     
  16. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Und doch findet diese Potentialänderung ehe der Entschluß als solcher registriert wird. Das ist für mich der springende Punkt. Unser Gehirn hat längst für uns beschlossen, wenn wir uns zu entschließen vermeinen. Doch dieses ist auch nur ein Teilaspekt meiner Fragestellung. Ich vermute nun einfach ins Blaue hinein, dass es auch in deiner Welt kein Gut, kein Böse ohne eigene Anstrengung, ohne eigenes Fertigen eines Maßsstabes gibt. Oder findet sich in deiner Welt ein Urgut und Urschlecht. Ich finde mich in einem Vakuum wieder.
     
  17. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ja, ich fühlte mich tatsächlich ein wenig missverstanden.
     
  18. macNick

    macNick Rückkehrer

    Da vermutest Du ganz richtig, bei mir gibt es nichts, was als von außen kommende definitorisches Moment wirkt. Wert- und Moralvorstellungen sind nicht absolut, wenngleich es nicht akzeptabel wäre, sich auf diese bloße Erkenntnis hin prinzipiell darüber hinwegzusetzen.
     
  19. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Wenn man in dieser Metapher bleiben will, stellt sich die Frage, woher das Eisen stammt, wer die Esse beheizt und welchem Lehrmeister man vertraut. Und schon erweitern wir diesen einfachen Bruch auf: Jeder ist seines Glückes Schmied, allenthalben wird aus Rost kein Schwert und dem erkalteten Feuer fügt sich kein Stahl. Doch auch so sich alles trefflich findet, kann ohne sachverständige Anleitung nichts wohlgeraten. Was 'ne tolle Wurst.
     
  20. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Festgefügt durch Erleben und Erziehung. Deswegen lassen sich auch aus Kindern beliebig Monstren schaffen.
     

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